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Hard Kill (+ Videokritik)

Originaltitel: Hard Kill__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: Matt Eskandari__Darsteller: Bruce Willis, Jesse Metcalfe, Sergio Rizzuto, Natalie Eva Marie, Tyler Jon Olson, Texas Battle, Jacquie Nguyen, Swen Temmel, Lea Hutton Beasmore, Leslee Emmett, Abigail Esmena u.a.

„Hard Kill“ ist einer von drei neuen DtV-Streifen mit Actionikone Bruce Willis. Alle drei Filme stellen wir euch in einer Videokritik vor. Eine ausführliche Textbesprechung zu „Hard Kill“ findet ihr unter dem Video.

Video: Schaut in unsere „Hard Kill“-Kritik hinein

Bruce Willis vs. The Pardoner

Hard Kill DVD Cover zur Action mit Bruce Willis

Bruce Willis bestreitet in “Hard Kill” einen seiner typischen Paycheck-Jobs.

„Project 725“ ist ein Stück Technologie, dem Künstliche Intelligenz eingehaucht wurde. Und das in einer Weise, dass die Gerätschaft sowohl die Möglichkeit bietet, die Welt zum Besseren zu verändern, als auch sie komplett zu zerstören. Kein Wunder dass das Projekt Begehrlichkeiten weckt. Ein Superterrorist namens „The Pardoner“ hat als erstes zugeschlagen und nutzt „Project 725“, um ein Flugzeug abstürzen zu lassen. Sofort greift ein Sicherheitsmechanismus, der das Gerät unbrauchbar macht, solange man nicht einen bestimmten Code eingibt.

Das macht Chalmers, Vater der Erfinderin des Gerätes und deren Geldgeber, zum unbedingten Ziel für „The Pardoner“, denn nur Chalmers kennt den Deaktivierungscode der Sicherheitssperre. Chalmers weiß um die Gefahr und engagiert Derek Miller, einen knallharten Söldner, der fortan mit seinem Team die Sicherheit von Chalmers gewährleisten soll. Das Problem: Der Superterrorist hat sich bereits Chalmers Tochter Eva gekrallt und will so die Codes erpressen.

Doch Chalmers geht in den Angriff über und will seine Tochter befreit wissen. Er lotst Miller zu einem abgelegenen Fabrikgelände und hofft „The Pardoner“ und seine Mannen so anlocken und vernichtend schlagen zu können. Blöderweise ist die Manpower des Terroristen der von Miller und Co. weit überlegen.

Schaut in den Actionfilm mit Bruce Willis hinein

„Hard Kill“ macht gefühlt von Anfang an alles richtig, um einen flotten Actioner auf die Beine zu stellen. Die Story wird flott und unkompliziert angeschoben. Die Fronten sind sofort klar. „Project 725“ wird hinreichend erklärt und obendrein haben die Macher um Regisseur Matt Eskandari („Trauma Center“) mit dem Schauplatz der verlassenen Fabrik ein prächtiges, cooles und weitläufiges Setting gefunden, das sich auf den ersten Blick hervorragend für ein Belagerungsstück der Sorte „Assault on Precinct 13“ eignet.

Ausgerechnet letzteres wird „Hard Kill“ jedoch früh zum Verhängnis. Durch die Weitläufigkeit des Geländes greift die Belagerungssituation nie so wirklich. Die insgesamt dann doch zu wenigen wichtigen Figuren verlaufen sich richtiggehend in dem Set. Die Bösewichte und die Helden tauchen gefühlt teils wahllos an Örtlichkeiten des Settings auf und werden entweder bereits von den Gegnern erwartet oder treffen auf Verbündete und labern sich einen Wolf.

Damit wären wir bei dem zweiten Problem des Streifens: Obschon alles klar ist und sämtliche Zeichen auf Action stehen, haben die Produzenten Emmett/Furla/Oasis offensichtlich mal wieder kein Geld für Action lockermachen wollen. Infolgedessen labern sich die Figuren beständig einen Wolf. Alles wird tot erklärt und auch über sinnfreie Nebensächlichkeiten wird endlos gequasselt.

„Hard Kill“ und sein übles Drehbuch

Zudem manövriert sich „Hard Kill“ immer wieder an tote Punkte. Beispielsweise können die Terroristen irgendwann Willis ergreifen. Doch anstelle ihn zu foltern und die gewünschten Informationen aus ihm herauszuholen, machen sie mit ihm… nichts. Er sitzt einfach doof herum. Irgendwann haben die Terroristen alles, was sie wollen, allerdings können sie die Gerätschaft nicht einsetzen, weil der Strom am Schauplatz ausgeschaltet wurde. WARUM zum Teufel verlassen die nicht einfach den Ort des Geschehens? Sie haben doch alles, was sie brauchen. In der Folge weiß man irgendwann gar nicht mehr, was die Bösewichte nun tatsächlich wollen.

Und – soviel sei gespoilert – es kommt auch zu keinen Überraschungen dahingehend. Das Drehbuch ist schlicht und ergreifend einfach nur scheiße. Dementsprechend braucht man sich von dem Streifen auch keinerlei Spannung erwarten. Und das Tempo hängt bei dem gruseligen Gelaber eh permanent in den Seilen.

So mancher Darsteller müht sich – Willis allerdings nicht

Das ist auch deshalb schade, weil Jesse Metcalfe („Dead Rising: Watchtower“) als Derek Miller eigentlich eine gute Actionman-Figur macht. Doch die daraus resultierenden Möglichkeiten werden null genutzt. Sogar sein in Teilen echt cooler Final-Alleingang wird mit elend dämlichen Langweiler-Szenen gegengeschnitten, wodurch sogar der Showdown einfach nur luschig wirkt. Sein Opponent The Pardoner kommt in Gestalt von Sergio Rizzuto („10 Minutes Gone“) aber keineswegs besser davon. Der Terrorist labert im Grunde nur, handelt nie und macht in seiner einzigen Actionszene keine sonderlich brauchbare Figur. Obwohl Rizzuto schon wie ein ziemlicher Brecher rüberkommt.

Der größte Name im Cast gehört Bruce Willis („Once upon a time in Venice“). Der ist als Chalmers gar nicht mal so selten zu sehen. Allerdings kann man sich nach 30 Minuten ein höhnisches Lachen nicht verkneifen, wenn mittels eines offensichtlichen Tricks verschleiert wird, dass Willis wieder kaum mehr als drei Tage am Set gewesen sein wird. Denn dann wird Willis in einen Nebenraum gesperrt, weil er so aus der Schusslinie sei. Es folgen rund 30 Minuten, in denen Willis dazu verdammt ist, immer gleich in Richtung Kamera zu starren und zu horchen, was draußen abgeht. Was für eine unwürdige Behandlung für eine Actionikone. In Richtung Finale wird er aber glücklicherweise wieder unvermutet aktiv. Bruce Willis Fans können also trotz des absehbar miesen Fazits zumindest einen Blick riskieren.

Die restlichen Darsteller kann man weitgehend in der Pfeife rauchen. Sie sind nur als Stichwortgeber vor Ort, werden vom Drehbuch samt und sonders alleingelassen und haben – genannt sei vor allem Lala Kent als Eva Chalmers – die Berufsbezeichnung „Schauspieler“ häufig nicht verdient.

Optisch kann man „Hard Kill“ über weite Strecken keinen Vorwurf machen. Er bietet breite Bilder und versucht mit vielen Kamerafahrten durch das Setting lebhafte Bilder zu generieren. Leider verliert der Schauplatz mit der Zeit mehr und mehr an Reiz und beginnen die immer gleich wirkenden Gänge und Hallen zu nerven. Der überbordende Einsatz von Lense Flares geht einem auch bald auf die Ketten. Die belanglose Musik sorgt nur selten für Abwechslung.

„Hard Kill“ – männlicher Titel, unmännlicher Rest

Die Action wirkt durchweg recht planlos über den Film verteilt und erschöpft sich überwiegend in kurzen Duellen zwischen einem Held und drei Lumpen mit dem immer gleichen Ausgang. Insgesamt ragen nur zwei Szenen hervor, weil diese größer skaliert sind, alle Figuren am Schauplatz vereinen, den Bodycount hochdrehen und auch mal ein paar Blutspritzer präsentieren. Doch diesen Szenen geht jedwedes spektakuläre oder aufwändige Element vollkommen ab.

Das Geballer ist undynamisch, langweilig und lässt keinerlei Choreographie erkennen. Zudem ist einem absolut Latte, wer hier den Löffel abgeben muss. Hauptsache, die Szene und der Film sind bald vorbei. Ein größeres Armutszeugnis kann man einem mit dem Titel „Hard Kill“ aufwartenden Actionfilm wohl kaum ausstellen. Langweilige Krampe!

03 von 10

Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bislang nichts bekannt. Das Review basiert auf der ab 15 freigegebenen Fassung aus England von dem Label Kaleidoscope Home Entertainment und Vertigo Releasing.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

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