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Hell Fest

Originaltitel: Hell Fest__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2018__Regie: Gregory Plotkin__Darsteller: Amy Forsyth, Bex Taylor-Klaus, Matt Mercurio, Tony Todd, Courtney Dietz, Elle Graham, Reign Edwards, Michael Tourek, Benjamin Weaver, Christian James u.a.
Hell Fest DVD Cover

Auf dem “Hell Fest” geht es gar mörderisch zu.

Natalie wird von ihrer besten Freundin überredet, sie zum „Hell Fest“ zu begleiten. Das „Hell Fest“ ist eine Art Wandershow, die in der Halloween-Saison bei ihren Besuchern mit verschlungenen Labyrinthen und fiesen Schocks die Haare zu Berge stehen lässt. Die Party drumherum ist freilich auch nicht zu verachten. Also sagt Langweilerin Natalie zu. Vor allem, weil die Chance besteht, Zeit mit ihrem Love Interest Gavin zu verbringen.

Auf dem „Hell Fest“ angekommen, dringen Natalie und ihre Freunde immer tiefer in die Eingeweide der Horror-Party vor. Nichtsahnend, dass ein echter Killer unter den fantasievoll gestalteten Horror-Attraktionen sein Unwesen treibt. Obendrein hat er Natalie und ihre insgesamt fünf Begleiter als Hauptziel auserkoren. Für die Freunde beginnt eine höllische Nacht.

Schaut in den Slasher hinein

Ein maskierter Killer, sündige Gedanken vor sich her tragende, vergnügungssüchtige, junge Erwachsene, ein nicht zu stoppender tödlicher Abzählreim: „Hell Fest“ bietet Slasher-Unterhaltung alter Schule. Dabei fügt er dem Thema weder neue Kniffe hinzu, noch versucht er es ironisch zu brechen. „Hell Fest“ bedient die Klischees. Sauber und zuverlässig. Was ihn von anderen Slashern abhebt, ist sein Setting. Denn einen Killer in einer Umgebung wüten zu lassen, in der Tötungen als „Schauspiel“ verstanden werden müssen, das hat schon etwas.

Zumal „Hell Fest“ bei der Gestaltung der titelgebenden Party klotzt und nicht kleckert. Animatronics, fantasievoll gestaltete Verkleidungen und schreckliche Masken dominieren den gesamten Film. Der wird zudem mit dem immer weiteren Vordringen der Heldenclique in die Installationen der Party-Area immer surrealer. Dies schadet der Atmosphäre des Filmes wahrlich nicht und hilft auch der Spannungskurve.

Hell Fest mit Amy Forsyth

Hier ist für Natalie (2.v.r.) und ihre Freundinnen noch alles in Ordnung.

Leider hat man immer wieder das Gefühl, dass „Hell Fest“ seine Möglichkeiten nicht vollends ausnutzt. Vor allem aus dem Setting hätte man einfach viel mehr herausholen müssen. Diverse Spannungsspitzen werden zudem so manch durchsichtigem Jump Scare geopfert. Obendrein hat „Hell Fest“ echte Timing-Probleme. Nach gut fünf Minuten hat der Film seine Helden in das „Hell Fest“ geworfen. Kurz darauf verortet er auch den Killer mit einer ebenso simplen wie effektiven Szene in dem Setting. Doch plötzlich tut sich Regisseur Gregory Plotkin („Paranormal Activity: Ghost Dimension“) schwer, die Spannungsschraube richtig anzuziehen – und das eine ganze Weile.

Was vor allem damit zu tun hat, dass die Opferschar mit sechs Mann viel zu klein ausgefallen ist und der Killer sich auch nicht anderweitig umtun will. So muss Plotkin extrem mit seinen Figuren haushalten. Und schlägt der Killer dann doch endlich mal zu, müssen Plotkin und sechs Drehbuchautoren teils schrecklich kompliziert konstruierte Gründe finden, warum die Begleiter der Opfer nicht durch deren Verschwinden beunruhigt werden. Hier gerät dann das gesamte Grundkonstrukt um eine große Party als Meuchelbühne ziemlich in Bedrängnis. Eine simple und slashertypischere Jagd über beispielsweise einen verlassenen Gruselpark hätte da vermutlich problemloser funktioniert.

Slasher mit The Other Killer

Der Killer aus “Hell Fest” mag nicht die wuchtigsten Waffen nutzen, dennoch weiß er nur zu gut, wie er sie einzusetzen hat.

Doch all das fällt gar nicht so sehr ins Gewicht. „Hell Fest“ unterhält durchgängig gut und wird eigentlich nie langweilig. Hinzu kommt, dass der Film auf ein durchgehend sympathisches Figureninterieur setzt, was zumindest zu Beginn auch die Abfolge der Morde nicht allzu vorhersehbar geraten lässt. Hinzu kommt, dass die präsentierten Kills durchaus eine nette Härte transportieren, vereinzelt sogar derb splattern. Optisch dominiert ein knalliger Look aus Komplementärfarben, welcher gut zu dem Parallelwelt-Ansatz des „Hell Fest“ passt und dem Film einen durchweg unwirklichen Unterton verleiht.

“Hell Fest” dürfte Slasher-Fans munden

Dass der von der unter Actionfans alles andere als unbekannten Gale Anne Hurd („Aliens – Die Rückkehr“) produzierte Film als Kinofilm geplant war, sieht man vor allem an der gelungenen, detailreichen Ausstattung des titelgebenden „Hell Fest“. Selbiges ist dann auch der interessanteste „neue“ Aspekt, den der Film aufzubieten hat. Davon abgesehen ist der Horrorstreifen ein typischer Old-School-Slasher, der die Klischees des Genres ordentlich bedient, technisch sauber inszeniert wurde und ab und an durchaus nett blutig geraten ist. Auch eine finale Enthüllung um den Killer ist richtig geil zynisch.

Warum der Film also an den US-Kinokassen nicht wie erhofft funktionierte und daher bei uns direkt DtV ging, kann man nur vermuten. Vielleicht war der junge Cast einfach zu unverbraucht und hätte wenigstens einen echten Star vertragen können. Obendrein wirkt vor allem Hauptdarstellerin Amy Forsyth in diversen Szenen nicht wirklich glücklich in ihrem Spiel. Und Tony Todd („Sabotage“) wird mal eben vollkommen verschenkt. Last but not least wären Timingprobleme, eine zu kleine Opferschar und so manch liegengelassene Möglichkeit, „Hell Fest“ noch deutlich effektiver zu machen, in einem vollen Kinosaal mit gleichgesinnten Old-School-Slasherfans sicherlich leichter zu verschmerzen gewesen. Auf dem heimischen Sofa fällt die Nachgiebigkeit dann etwas schwerer.

06

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien am 13. September 2019 von Universum Film. Mit einer FSK 16 Freigabe ist der Slasher ungeschnitten. Neben Trailern zum Anbieterprogramm hat sich ein Making Of zum Film auf die Datenträger verirrt.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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