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Hit and Run

Originaltitel: Hit and Run__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: David Palmer, Dax Shepard__Darsteller: Bradley Cooper, Kristen Bell, Kristin Chenoweth, Dax Shepard, Michael Rosenbaum, Beau Bridges, David Koechner, Ryan Hansen, Tom Arnold, Joy Bryant u.a.
Hit and Run

Dax Shepard und Kristen Bell auf der Flucht nach vorn in “Hit & Run”

Charles Bronson lebt im Zeugenschutzprogramm. Als Flucht-wagenfahrer einer Bande Bankräuber hat er einst gegen selbige ausgesagt und muss seitdem untertauchen. In einer kleinen beschaulichen Stadt irgendwo im Nirgendwo kommt er unter und baut sich ein neues Leben auf. Zum Zentrum seines Lebens wird Annie, die eines Tages von ihrer Vorgesetzten einen neuen Job in Los Angeles in Aussicht gestellt bekommt, der ihren Fähigkeiten wohl mehr entspräche.

Charlie kommen diese Neuigkeiten nicht sonderlich gelegen, denn die Gangster, die er einst verpfiff, haben ihren Hauptsitz in der Stadt der Engel. Doch für seine Annie wagt Charlie den Sprung ins kalte Wasser und er verspricht, sie pünktlich zu dem Vorstellungsgespräch zu bringen, komme was wolle. Zu diesem Zeitpunkt kann er noch nicht ahnen, wer sich alles an seine Fersen heften wird…

Die Actionkomödie „Hit and Run“ ist durch und durch das Baby von Schauspieler Dax Shepard („Idiocrazy“), der hier neben der Hauptrolle alle wichtigen Funktionen gleich mitbesetzte. Er schrieb das Drehbuch, produzierte, war am Schnitt beteiligt und teilte sich die Regie mit David Palmer, den er noch vom „Brother’s Justice“ Dreh kannte. Seine große Liebe Kristen Bell („Veronica Mars“), mit der er bereits „When in Rome“ gedreht hatte, überredete er, eine Produzentenrolle auszufüllen und Charlies Geliebte Annie in „Hit and Run“ zu verkörpern. Und eine weitere große Liebe von Shepard spielt ebenfalls eine große Rolle in „Hit and Run“: Autos! Etwa ein übelst kultiger Lincoln mit 700 PS, der von Shephard behände über die amerikanischen Highways gejagt wird.

Hit and Run

Annie und Charlie starten in ein witziges Roadmovie

Dabei ist eigentlich vollkommen egal, auf was „Hit and Run“ hinauslaufen soll. Es ist nur wichtig, dass ein Ziel etabliert wird, ansonsten ist einfach nur der Weg wichtig. Sprich, die Actionkomödie ist ein Roadmovie durch und durch. Zufallsbegegnungen und teils abstruse Situationen spielen eine größere Rolle als ausgeklügelte Storytwists oder ausladende Charakterportraits. „Hit and Run“ ist immer in Bewegung und erzählt seine Geschichte beinahe beiläufig, hätte hier und da aber durchaus etwas mehr dramaturgische Stringenz vertragen können, denn gerade im Mittelteil verfährt sich der Streifen einige Male und biegt in Richtung wenig relevanter Storyeinlagen ab. Auch versäumt es der Film, seine Charaktere richtig im Herzen des Zuschauers ankommen zu lassen. Gerade Charlie bleibt einem doch seltsam fremd.

Hit and Run

Ein wichtiger Hauptdarsteller des Filmes: Charlies Superkarre!

Auf der Habenseite kann „Hit and Run“ eine tadellose technische Umsetzung verbuchen. Palmer und Shepard inszenieren in breiten Kinobildern, flechten edle Zeitlupen, hübsche Landschaften und flotte Schnitte ein und setzen auf einen großartigen Soundtrack, der immer wieder aufs Neue mit eingängigen Songs punktet. Die Verfolgungsjagden sind ebenfalls topp bebildert, es fehlt ihnen aber an Ideen, Tempo und spektakulären Bildern. Es wird zwar viel gedriftet und die Reifen quietschen, als würde das Heimkino mit um die Kurven sliden, der eigentliche Spektakelwert allerdings ist extrem niedrig. Es gibt nicht einmal richtigen Blechschaden zu bestaunen.

Der Humor des Filmes pendelt zwischen launig, slapstickhaft und vollkommen abstrus hin und her. Dabei fällt auf, dass sich Shepard und Kristen Bell stark zurückhalten und die geerdeten Pole des Filmes geben, während ihre Mitstreiter Tom Arnold („True Lies“), Jason Bateman („Voll abgezockt“), Kristin Chenoweth („Pushing Daisies“), Beau Bridges („Die fabelhaften Baker Boys“) und Michael Rosenbaum („Smallville“) in kleinen und Kleinstrollen richtig aufdrehen. Gerade der von mir nicht sonderlich gemochte Tom Arnold hat ein paar haarsträubende Slapstickszenen (losgehende Waffe, Bowlingkugel) abbekommen. Ein absolutes Highlight des Filmes stellt aber Bradley Cooper („Hangover 3“) dar, der als optischer Vollproll inklusive Rastafari-Frisur und Schnellficker-Jogginghose einige der dialogtechnisch absurdesten Momente bestreiten darf.

Hit and Run

Wie immer ziemlich entzückend: Kristen Bell als Annie.

„Hit & Run“ punktet dank Bell und Shepard mit zwei sympathischen, gelungen aufspielenden Hauptdarstellern, absurden, ganz sicher nicht Jedermanns Humor treffenden Komikeinlagen, flottem Erzähltempo und starker Optik. Doch leider fehlen nicht nur der Action des Filmes echte Höhepunkte. Der Handlung hätten einige Highlights mehr ganz sicher ebenfalls nicht geschadet. Man fühlt sich fast genötigt, das Bild von dem Auto mit der nicht gelösten Handbremse zu bemühen und auf „Hit & Run“ anzuwenden. Man spürt, dass der Film seinem Macher Dax Shepard wichtig war, man spürt aber auch, dass am Ende ganz sicher nicht ganz das herauskam, was er sich erhofft hatte. Für einen Actionhammer fehlt es an Action und für eine echte Komödie fehlt es an einigen treffsichereren Gags. Das Ergebnis ist eine nette Actionkomödie für Zwischendurch …

Die deutschen DVDs und Blu Rays kommen von Universum Film, sind mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten und haben neben einer großartigen Bild- und einer starken Tonqualität einige nette Extras an Bord.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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