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Insemination – Wiege des Grauens

Originaltitel: Misbegotten__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1998__Regie: Mark L. Lester__Darsteller: Kevin Dillon, Nick Mancuso, Lysette Anthony, Robert Lewis, Matthew Walker, Stefan Arngrim, Megan Leitch, Jo Bates, J.B. Bivens, Kate Luyben, Mark Holden, Claire Riley u.a.
Insemination - Wiege des Grauens

In „Insemination – Wiege des Grauens“ von Mark L. Lester bekommt es ein Paar mit einem Serienmörder zu tun, der sich als Samenspender betätigt hat

„Insemination – Wiege des Grauens“ basiert auf einem Roman, der hier von B-Film-Spezis Larry Cohen (Drehbuch) und Mark L. Lester (Regie) umgesetzt wurde.

Billy Crapshoot (Kevin Dillon) ist nur als West Side Carjacker bekannt und gefürchtet: Er raubt Leuten Auto und Wertsachen, ermordet seine Opfer anschließend und nimmt deren Identität an. Unter der Identität seines letzten Opfers geht Billy auch Samenspenden. Sein Motiv ist relativ simpel: Psychischer Knacks nach sexueller Misshandlung im Jugendknast, doch die wenigsten Filmpsychopathen haben ja einen besonders ausgefallenen Background zu bieten.

Paul (Nick Mancuso) und Caitlin Bourke (Lysette Anthony) suchen derweil die Samenbank auf, da sie ihrem Kinderwunsch auf natürliche Weise anscheinend nicht nachkommen können. Ihre Wahl fällt auf Billys Tarnidentität – freilich ohne zu wissen, dass da kein netter Komponist gespendet hat. Soweit das durchaus interessante Grundszenario von „Insemination“, das mal eine kleine Abwechslung im Genre der B-Thriller bietet.

Billy will jedoch ’sein’ Kind und bringt mit mörderischem Ehrgeiz die Identität der Eltern in Erfahrung. Die wissen noch nicht, dass Billy sie beobachtet. Doch der skrupellose Mörder wartet nur auf seine Chance…

Insemination - Wiege des Grauens

Noch sind Paul (Nick Mancuso) und Caitlin Bourke (Lysette Anthony) glücklich

Trotz des Namens Mark L. Lester („The Base“) wird Action in „Insemination“ kleingeschrieben. Ein, zwei Schusswechsel und eine kleine Prügelei gibt es zu bewundern, erst im Showdown dreht Lester dann doch noch mal auf. Das Finale ist zwar im Vergleich zu Lesters Actionstreifen noch recht zurückhaltend, bietet aber ein mal wieder sehr gut inszeniertes und recht blutiges Shoot-Out, das „Insemination“ einen würdigen Höhepunkt beschert.

Doch es handelt sich hierbei um einen Thriller und als solcher ist „Insemination“ für Lester-Verhältnisse überraschend sorgfältig gemacht. Nicht nur die Grundidee ist recht gut, auch jede Mordsequenz hat dramaturgische Berechtigung und die Geschichte ist logisch ganz ordentlich gemacht – wenngleich Filmgott Zufall in dramaturgisch richtigen Momenten doch mal eingreifen muss und sich einige Fehler (z.B. die Munitionsmenge in Billys MP 5) einschleichen. Jedoch kann Lester Stimmung erzeugen, gerade die Einführung des Psychopathen Billy in den ersten Filmminuten kann mit Atmosphäre punkten.

Insemination - Wiege des Grauens

Serienmörder Bill Crapshoot (Kevin Dillon) will seinen Nachwuchs, um jeden Preis

Zu wirklich Großem reicht es bei „Insemination“ jedoch nicht, dafür hängt der Film in der Mitte zu sehr durch. Das andauernde Bespitzeln der Bourkes und Billys gelegentliche Besuche in einer Tarnidentität nutzen sich mit einer Weile etwas ab, zumal man derartige Stoffe zur Genüge kennt. Im letzten Drittel nimmt „Insemination“ dann wieder Fahrt auf, es gibt auch einen unerwarteten Todesfall im Figurenrepertoire und die halbwegs fiese Schlusspointe passt auch, jedoch kann auch dies nur teilweise über den lahmen Mittelteil hinwegtäuschen.

Eine helle Freude ist Kevin Dillon („Flucht aus Absolom“), der den Psychopathen mit Charisma und Spiellaune verkörpert und auch in nahezu jeder Szene dominiert. Nick Mancuso („Rapid Fire – Unbewaffnet und extrem gefährlich“) und Lysette Anthony („The Hard Truth“) schlagen sich daneben ganz wacker, wirken aber zu brav und zu routinemäßig, um wirklich gegen ihn anzukommen. Da hat man gerade Mancuso schon deutlich besser aufgelegt gesehen.

Alles in allem gehört „Insemination“ nicht zu den Highlights in Mark L. Lesters Filmographie, ist aber besser als manch anderer Thriller, den der gute Mann Ende der 1990er und Anfang der 2000er verbrach. Das Finale bietet zudem zünftige Action, der Mittelteil hingegen ist eher lahm, doch recht ordentlich ist die Chose schon.

Wie beim ebenfalls bei VPS erschienenen „Best of the Best 3“ ist der Film ungekürzt auf Video erschienen und ab 18 Jahren freigegeben, auf DVD wurde in Deutschland und der Schweiz dann allerdings nur die gekürzte 16er-Version unter dem Originaltitel „Misgebotten“ veröffentlicht. In den USA und Australien gibt es ungekürzte DVDs des Films.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: VPS__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja (aber nur als gekürzte 16er-Fassung)

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