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Inside – Deadly Prison

Originaltitel: Inside__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Daryn Tufts__Darsteller: Luke Goss, Paul Rae, Isaac C. Singleton Jr., Derek Phillips, Adam Johnson, Melinda Renee, Anthony Gaskins, Tim Sabuco, Anne Forester, Brett Merritt, Billy Holden u.a.
Inside

Luke Goss und ein dämonischer Knast in “Inside”

Miles Berret wird in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt, wo er in einer Zelle landet, in der vor ihm ein berüchtigter Massenmörder untergebracht war. Diesem wird noch am selben Tag die Todesspritze gesetzt. Doch nach seinem Tod gerät die Ordnung in dem Gefängnis außer Kontrolle. Häftlinge töten sich selbst oder gegenseitig, Wärter greifen die Insassen an und immer wieder huschen seltsame Gestalten vor Miles’ Zelle umher. Was geht in dem Knast nur vor? Und wieso hat Miles von den Gräueltaten außerhalb seiner Zelle seltsame Visionen? Mit seinem Zellen- nachbar Anthony hofft er, den Vorgängen auf den Grund gehen zu können, bevor auch er die Nacht nicht lebendig übersteht…

„Inside“ fußt auf einer reizvollen Grundidee: Für die Dauer des Filmes geht die Kamera nur wenige Sekunden weg von Miles und Anthony. Alles, was in dem Gefängnistrakt und rundherum passiert, nimmt der Zuschauer so wahr, wie es die Hauptfiguren erleben. Wir hören Schreie, Schüsse, Wärter, wie sie die Gänge hinunterrennen, Gestammel und seltsame Laute. Wirklich greifbar wird die Bedrohung nur, wenn plötzlich Opfer der Vorgänge vor den Zellen von Miles und Anthony auftauchen oder gar direkt davor attackiert werden. Ab und an meint Miles auch etwas außerhalb der dunklen Zellen zu sehen, doch das bleiben nur Schemen. Mitsamt des düsteren Sounddesigns und des sparsam eingesetzten Scores baut „Inside“ hier eine ordentliche Atmosphäre auf, die nur dadurch konterkariert wird, dass die beiden Hauptfiguren zu lange zu viel belanglosen Kram reden dürfen und selbst nach dem Beginn der unheimlichen Vorgänge ab und an zu unbeteiligt wirken. Dennoch schafft es der Film, eine nette Grundspannung zu generieren, zumindest im Original…

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Hey Luke, ist doch egal, was wir labern, die deutsche Synchro wird uns schon was Tolles in den Mund legen!

Als B-Horror- & Actionfan ist man ja schon so manch miese Synchro- nisation gewöhnt, aber jene von „Inside“ setzt der Phrase „Porno-Synchro“ die Krone auf. Zum einen passen die Stimmen überhaupt nicht zu den Charakteren. Zum anderen gibt es da Momente, da reden die Charaktere, obwohl sich ihre Münder sichtlich nicht bewegen. Andersherum geht es auch. Da bewegen sich die Münder, aber es ertönt keine Stimme. Dann gibt es Stimmen, die klingen, als hätte man zahnlose Opas von unter der Brücke geholt und sie im Saft stehende Wärter, die kaum älter als 40 sind, synchronisieren lassen. Des Weiteren tilgt die Synchronisation zu weiten Teilen die düsteren Sounds in dem finsteren Knast. Auch der ohnehin spärlich gesetzte Score verschwindet unter den deutschen Stimmen. Und mehr noch: Das deutsche Synchronstudio fügt eigene Soundtrack-Elemente ein, die einfach nur billig klingen, aber vermutlich dazu gedacht waren, dem Film mehr Spannung zu verleihen. Zudem erweiterte man die Soundspur mal eben um dämonische Geräusche, die es im Original nirgends zu hören gibt. Ebenjene klingen, als würde jemand seine Zunge herausstrecken, den Kopf hin und her schwenken und dabei versuchen, „Bääääh“ zu sagen. Kurzum, man fühlt sich irgendwann von der Synchro vollkommen veralbert! Der absolute Abschuss ist dann freilich das Ende: Im Original gehören die letzten Worte Hauptdarsteller Luke Goss, in der deutschen Fassung ertönt nun eine dämonische Stimme, die totalen Kokolores labert. Die Folge: Eindeutige Wertungen bei Amazon und Co., die den Film deutlich harscher abstrafen, als er es verdient hat. Aber die Wertungen sind nachvollziehbar, denn der Film verliert durch die Synchronisation jedwede atmosphärische Anwandlung.

Inside

Auch Wärter haben nichts zu lachen in “Inside”.

Und das ist mehr als schade, denn „Inside“ macht mit seinen durchgehend finsteren Bildern durchaus Laune. Auch wird versucht, die beiden Zellen nicht zu eintönig zu bebildern, weswegen die Kamera gerne mal aus ungewöhnlicheren Perspektiven filmen darf. Luke Goss (“Blade 2“) müht sich ebenfalls redlich und vor allem sein Beinahe-Nervenzusammenbruch an einem Handy ist wirklich stark von ihm gespielt. Dass der Film ein totaler Cheap-Shot war, sieht man dann vor allem gegen Ende, wenn Miles und Anthony durch Räumlichkeiten schleichen, die eher nach einem abgerissenen Bürokomplex denn nach einem Hochsicherheitsgefängnis aussehen. Doch selbst dieser Abschnitt macht in seiner billigen Machart durchaus Laune. Etwa wenn permanent Leichen in der Gegend herumliegen und die Frage aufwerfen, was da wohl passiert sein mag, oder creepy agierende Personen den Weg der beiden Knastis kreuzen. Klar, ein Horrorhighlight sieht definitiv anders aus. Dafür ist „Inside“ zu wenig packend und lässt in seinen spannenderen Momenten den Zuschauer viel zu schnell wieder von der Leine. Doch formal ist das Zweipersonenstück nicht ohne Reiz, vor allem, weil es ihm gelingt, jedwede Knastklischees aufgrund seiner Machart weitgehend zu umschiffen. Und alleine dafür hätte „Inside“ eine liebevollere Behandlung in Sachen Synchronisation und auch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Maritim Pictures und wird über Ascot Elite vertrieben. Der Film ist ungeschnitten ab 16 freigegeben und hat neben dem Originaltrailer keinerlei Extras an Bord. Wobei man in diesem Fall das Vorhandensein der englischen Originalfassung als wertvollstes Extra bezeichnen muss.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Maritim Pictures/Ascot Elite__FSK Freigabe: 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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