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Kill Zone

Originaltitel: Kill Zone__Herstellungsland: Philippinen, USA__Erscheinungsjahr: 1993__Regie: Cirio H. Santiago__Darsteller: David Carradine, Archie Adamos, Ronald Asinas, Geno Bolda, Tony Dorsett, Francis Evaristo, Eddie Gaerlan, Ned Hourani, Bob Larson, Ken Metcalfe, Nick Nicholson u.a.
Kill Zone

Cirio H. Santiago spielt mal wieder Krieg. Diesmal mit David Carradine.

Egal ob Horror („Die Todesinsel“), Martial Arts („Live by the Fist“), Exploitation („Treibjagd auf Liebeshexen“) oder Endzeittrash („Die Solo-Kampfmaschine“), Cirio H. Santiago hat alles gedreht, von dem sich sein Leib- und Magenproduzent Roger Corman auch nur ansatzweise ein paar schnelle Dollar erhoffte. Während bei diesen genannten Genres der Output des fleißigen Philippinos qualitätsmäßig arg schwankte, gab es da ein Genre, in dem er beinahe traumwandlerisch sicher ordentliche Unterhaltung ablieferte. Die Rede ist von seinen Ausflügen nach Vietnam („Jungle Force“, „Platoon ohne Rückkehr“ u.a.). Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema brauchte man sich dabei nicht erwarten. Eher bleihaltige Abenteuer mit einem enormen Bodycount und Helden, die abends Chili fraßen und morgens blaue Bohnen schissen…

Helden wie jene, die zu Beginn von „Kill Zone“ von einer Hundertschaft Vietcongs überrollt werden, aber dennoch kämpfen wie die Berserker. Sie geben die Stellung erst auf, als die von Colonel Wiggins geschickten Kampfhubschrauber von den Vietcongs vom Himmel geholt werden. Freilich ergeben sich die GIs nicht. Stattdessen schlagen sie sich durch bis zur nahe gelegenen Einheit von Wiggins. Der hat aufgrund der Ereignisse derart die Schnauze voll von den Vietcongs, dass er beschließt, ein Himmelfahrtskommando zu starten.

Er befiehlt den überlebenden GIs, in Kambodscha einzurücken und die dortigen Nachschubeinheiten der Vietcongs zu zerschlagen. Freilich lassen sich unsere GIs nicht zweimal bitten und dringen rachsüchtig tief ins Feindesland vor. Sie sabotieren ein paar Schienen und nieten jeden Vietcong um, den sie erwischen können. Doch der Feind schläft freilich nicht…

Viel Story hat „Kill Zone“ nicht. Braucht er aber bei einer Nettolaufzeit von 75 Minuten und vier sehr langen Actionszenen auch nicht wirklich. Die meisten (sinnfreien) Dialoge bestreitet David Carradine („Kickbox Terminator“) als Wiggins mit fetter Zigarre im Maul, ansonsten sprechen die Knarren. Gleich unter dem Vorspann kommt Cirio H. Santiago dahingehend zur Sache. Lässt die Vietcongs die Ami-Basis sogar mit Artillerie erstürmen und sorgt so für beständig gen Himmel steigende Feuerbälle und einen munter rotierenden Bodycount. Dabei entbehrt die Action wie gewohnt jedweder Choreografie und besonders spektakulärer Momente, überzeugt aber dank ihrer schieren Menge, die immer wieder verblüfft.

Nach der Einstiegsactionszene wird die Story angeschoben und schon sind wir bei Actionszene zwei. Auch hier läuft eine gut geplante Aktion mehr und mehr aus dem Ruder und endet im krassesten Dauerfeuer. Dabei sterben die Vietnamesen dutzendweise, während unsere Helden immerhin einen Kameraden verlieren. Doch zum Trauern ist keine Zeit, denn in einer alten Ruine wartet schon die nächste Schlacht auf unsere GIs. Diese entpuppt sich als bloße Hinleitung zum Showdown, der in einem von Santiagos Lieblings-Settings steigt, welches er gefühlt in jedem Actionfilm auffährt: Eine alte Mine. Diese hat er schon so oft für seine Filme gesprengt, dass man echt verwundert ist, dass das Setting noch keinen tiefgreifenden Schaden erlitten hat.

Tony Dorsett, ein ehemaliger American-Football-Star, gibt den milchgesichtigen Anführer der GIs. Umrahmt wird er von dem üblichen B-Kriegsaction-Interieur wie dem tapferen Schwarzen und dem luschigen Weichei, das aber dennoch voll der mutige Typ ist. Als Gegner springen – wie von Santiago gewohnt – massenweise Philippinos durch die dichten Waldsettings und müssen nur auf Kommando umfallen können. Was definitiv fehlt, ist ein echter Endgegner. Dahingehend überlegte sich Santiago nur eine Art Twist um Carradines Figur, die in einem mal wirklich megatrashigen Schlussbild endet und den Schlussstrich unter „Kill Zone“ zieht.

„Kill Zone“ macht, wie alle Cirio H. Santiago Vietnam-Epen, keine Gefangenen und lässt die Amerikaner im Nachhinein mal wieder solide photographiert den Krieg gewinnen. Dabei sterben zig Vietnamesen – mal hübsch blutig, mal total unblutig im Cowboy-und-Indianer-Spielmodus – und es werden Millionen Kugeln abgefeuert. Mittendrin rennen auch mal brennende Menschen durch den Dschungel und explodiert Kriegsgefährt. Das macht alles nicht viel Sinn, vor allem da kaum so etwas wie eine Story gegenwärtig ist, aber mit ausgeschaltetem Denkzentrum wird man hier durchaus nett unterhalten.

Ungeschnitten kommt der Film auf einer Code 1 DVD von New Concorde. Über eine deutsche VÖ ist mir nichts bekannt.

In diesem Sinne:
freeman

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Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der amerikanischen VÖ: New Concorde__Freigabe: R-Rated__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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