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Killer Beach

Originaltitel: The Sand__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Isaac Gabaeff__Darsteller: Cleo Berry, Bryan Boone, Brooke Butler, Etalvia Cashin, Jennifer Churchich, Hector David Jr., Nikki Frye, Dean Geyer, Meagan Holder, Michael Huntsman, Jamie Kennedy u.a.
Killer Beach

In “Killer Beach” hat ein riesiges Untier großen Hunger…

Eine große Clique junger Leute feiert an einem schönen Strandabschnitt in der Nähe eines Rettungsschwimmer-Wachturms eine feuchtfröhliche, alsbald ausufernde Party… Am nächsten Morgen erwachen einige der Party-People reichlich desorientiert an dem Strand zu katererfülltem neuen Leben und müssen feststellen, dass der Großteil der anderen Partyhengste verschwunden ist. Natürlich glauben die am Strand Verbliebenen, dass die anderen längst zuhause sind. Seltsam ist nur, dass noch diverse Habseligkeiten der anderen im Sand verteilt herumliegen.

Genau das lässt sexy Kaylee zweifeln, dass die scheinbare Idylle echt ist. Und wirklich: Als sie eine Möwe beobachtet, die sich am zurückgelassenen Buffet der vergangenen Party bedienen will, wird sie von irgendwas gehindert, wieder wegzufliegen. Mehr noch: Der Vogel wird von irgendetwas unter den Sand gezerrt!

Kaylee ist alarmiert. Sie ruft einer jungen Oben-Ohne-Dame zu, dass sie sich gefälligst nicht von dem Tisch herunterbewegen solle, auf dem sie gerade erwacht ist. Zu spät. Kaum dass die sexy Lady den Sandstrand berührt hat, wird sie von etwas festgehalten und langsam unter den Sand gezogen. Ein Typ, der herbei eilt, um ihr zu helfen, erfährt ein ähnliches Schicksal: Mitten im Lauf wird er gestoppt und mit Macht unter den Sand befördert. Was geht hier nur vor und könnte ein im Verlauf der Party gefundener Kokon irgendetwas mit den Geschehnissen zu tun haben?

Natürlich hat er das. Und das ist nicht einmal ein echter Spoiler, denn „Killer Beach“ verläuft so dermaßen nach Schema F, dass jeder, der in seinem Leben auch nur einen Horrorfilm gesehen hat, sagen kann, wie der Film ablaufen und wer den Film überleben wird. Dennoch versandet der Film nicht vollkommen. Das liegt zum einen an dem innovativen Monster unter dem Sand und zum anderen am flotten Erzähltempo der mit knapp 75 Minuten Nettolaufzeit recht kurzen Chose.

Was direkt als erstes auffällt, ist, wie schnell „Killer Beach“ in seine eigentliche Handlung startet. Von der Party bekommt man kaum mehr als fünf Minuten zu sehen. Direkt danach sind dann auch schon die ersten Todesopfer zu beklagen und ab sofort lässt „Killer Beach“ nicht mehr wirklich locker. Sprich: Die Bedrohung ist allgegenwärtig und wir beobachten die Jugendlichen durchgehend dabei, wie sie verzweifelte Pläne entwickeln, von dem Strand wegzukommen.

Killer Beach

Killer-Body vs. Killer-Viech!

Hier muss der Film die Logik einige Male beugen. So werden gleich zu Beginn aus einem irgendwie nicht nachvollziehbaren Grund alle Handys einkassiert und unzugänglich versteckt. Dann kommt an dem Strandabschnitt wirklich Ewigkeiten absolut niemand vorbei. Und seltsamerweise scheint es auch niemanden zu jucken, wo die Helden des Filmes eigentlich abgeblieben sind. Das wird noch verschärft, wenn die Jugendlichen herausfinden, wo ihre angeblich heimgekehrten Freunde wirklich sind…

Doch leider hakelt es nicht nur in der Logik, auch in Sachen Figurenzeichnung ist amtlich Sand im Getriebe. Wirklich vorgestellt wird einem keine Figur. Hundertprozentig sympathisch wollen auch nur die wenigsten rüberkommen. Obendrein müssen sie teils sehr abstruse Sachen sagen und tun, was den Nervfaktor und die Aggressivität gegenüber einigen Figuren teilweise extrem erhöht. Dazu kommen ein paar absolut irrationale Gemütsumschwünge, die einem irgendwann den letzten Nerv rauben. Auch das Gelaber rund um eine „Dreiecksgeschichte“ hätte man sich schlicht und ergreifend sparen sollen, da es weder dem Film etwas bringt noch die Figuren vertieft.

Killer Beach

Er hängt nicht sonderlich an seinem Gesicht…

Die jungen Darsteller sehen allesamt sehr sexy aus, vor allem die Damen. Schauspielerisch wirken sie aber teils sehr unbedarft, auch hier vor allem die jungen Damen. Zumindest Brooke Butler („All Cheerleaders Die“) müht sich als Kaylee redlich und vereint die meisten Sympathien auf sich. Der Knaller ist Cleo Berry als Gilbert, der den gesamten Film über in einer Mülltonne festklemmt und diese wie ein Schneckenhaus nie verlässt. Seine Personalie bringt diverse (unfreiwillig) humorige Momente in einen Film, der sich ansonsten leider viel zu ernst nimmt. Auch der kurze, etwas unpointiert wirkende Gastauftritt von Jamie Kennedy („Three Kings“) kann diesen Eindruck nicht umbiegen.

Der eigentliche Star ist aber freilich das Monster und hier hat der Film durchaus ein paar interessante Ansätze. Zum einen offenbart er es nur allmählich: Beginnend mit feinen Härchen, die aus dem Sand herausragen und von den Menschenopfern beinahe magnetisch angezogen werden. Übergehend zu Minitentakeln, die Gift absondern, sich dann in und durch Körper bohren, Extremitäten abreißen und letzten Endes zu riesigen Tentakeln werden. Final bekommt man auch das ganze Viech zu sehen, wobei es einer gigantischen Qualle näher zu sein scheint als dem naheliegenderen Oktopus.

Killer Beach

Er ist im Eimer…

Leider sind die finalen Stadien des Monsters nicht sonderlich überzeugend getrickst. Da sehen die Effekte zu Beginn, wenn die kleinen „Härchen“ agieren, deutlich gelungener und faszinierender aus. Leider sind die restlichen Effekte durch die Bank eher mediokrer bis unterdurchschnittlicher Natur. Vor allem bei dem Gesplatter hätte man mehr auf Handgemachtes denn auf CGIs setzen sollen.

Was am Ende bleibt, ist eine 0815-Horror-Nummer, der man zumindest ein paar nette Ideen attestieren muss. Da wäre zum einen das coole Monster, von dem man mit zunehmender Laufzeit immer mehr erfährt und zu sehen bekommt. Interessant ist auch, dass der Film trotz der Szenerie des weitläufigen Sandstrandes und des anschließenden, unendlich wirkenden Ozeans einem Kammerspiel sehr nahe kommt. Denn durch den Wirkradius des Monsters wird der Schauplatz extrem eingeengt. Auch das nette Tempo von „Killer Beach“ weiß abgesehen von ein paar arg zerdehnten Momenten zu überzeugen und in einigen Szenen kommt tatsächlich so etwas wie Spannung auf. Dafür muss man miese Dialoge, schwache Figuren, Logikprobleme satt, einen unglücklichen Soundtrack und zunehmend schwächere Effekte ertragen. Das Schlimmste allerdings, das kommt zum Schluss: Der Showdown plus die nachfolgenden Szenen (der Schlussgag sei mal außen vor) sind leider absolute Downer. Hier verdirbt es sich der Film leider selbst mit dem Zuschauer…

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film erscheint am 2. Juni 2016 von Sunfilm/Tiberius Film und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm/Tiberius Film__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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