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Knight of the Dead

Originaltitel: Knight of the Dead__Herstellungsland: Großbritannien, USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Mark Atkins__Darsteller: Feth Greenwood, Dylan Jones, Lee Bennett, Nia Ann, Jason Beeston, Alan Calton, Dennis Carr, Peter Hallett, Han, George McCluskey u.a.
Knight of the Dead

Mit Streitäxten und Schwertern gegen Zombies: “Knight of the Dead”

England im 14. Jahrhundert. Die Pest wütet auf der Insel und rafft die Menschen scharenweise dahin. In dieser Zeit voller Not und Elend ist eine Gruppe Ritter mit einem Priester in geheimer Mission unterwegs. Sie sollen aus einem Kloster ein Gefäß holen, von dem sich so mancher die Heilung für die Pestilenz erhofft. Doch die Gruppe bleibt nicht lange unentdeckt, greift sie doch ein, als ein Unsympath eine holde Maid vergewaltigen will. Sie killen den Lump und ziehen sich damit das Ungemach von dessen Landsleuten zu, die eine Treibjagd auf die Ritter starten.

Doch als unsere Helden ein Höhlensystem betreten, folgen ihnen die Verfolger nicht nach. Als einer der Ritter in der Höhle von einem kleinen Mädchen angefallen und gebissen wird, schwant den anderen, dass sie eine unsichtbare Grenze in Richtung Hölle überschritten haben. Und wirklich, kaum haben sie sich aus den Eingeweiden der weitreichenden Höhlengänge befreit, steht ihnen ein Heer Zombies gegenüber…

„Was am Leben war, ist tot. Was tot war, ist am Leben…“

Knight of the Dead

Die Heldenparty von “Knight of the Dead”

Die Storyprämisse um eine Handvoll Ritter, die auf Untote treffen, ist das reizvollste und überraschendste Moment an „Knight of the Dead“, denn diese Paarung ist doch eher selten im Genre. Leider weckt die Grundidee auch ein wenig falsche Erwartungen an den Film, denn weder werden hier Ritterburgen belagert, noch beißen sich die Untoten die Zähne an eisernen Rüstungen aus. Stattdessen ist „Knight of the Dead“ ein Wald- und Wiesen-Splatter-Streifen, bei dem eben mal keine Camper oder Jugendliche, sondern in Lederklamotten geschnürte Ritter verfolgt werden. Das zugrundeliegende Drehbuch stellt uns die Heldenparty leider nur unzureichend vor und auch den Sprung vom Pestkranken zum Untoten will hier niemand erklären. Lieber zieht man höhere Mächte heran. Dennoch macht „Knight of the Dead“ durchaus Laune, denn lange Zeit drückt Regisseur Mark Atkins („Sand Sharks“, „Android Cop“) ordentlich aufs Tempo und präsentiert schon früh Rittersleute, die mit Schwertern und Streitäxten gegen die Zombies vorgehen.

Die dabei präsentierten Special Effects sind in den Goreszenen (also wenn die Folgen von Gewalt gezeigt werden) handmade, während sie in den Splatterszenen (wenn die Wunden zugefügt werden) leider sichtlich aus dem PC stammen. So wechseln sich saftende, fies aussehende Wunden und Ausweidungen mit Pixel-Blutfontänen, digitalen Blutwolken, rollenden Polygonköpfen und einer komplett künstlich wirkenden Zombiehalbierung ab. Zurückhaltend geht man demnach mit den Figuren zwar nicht um, die Wirkung allerdings reicht von hui bis pfui. Und gerade letztere Momente kosten den sehr ernst durchgezogenen Filme einige Atmosphärepunkte.

Knight of the Dead

Der wehrhafte Priester der Heldentruppe.

Selbige ist düster, trostlos, rau und eisig kalt und lässt den Zuschauer auf dem heimischen Sofa ordentlich frösteln. Zwar beißt sich der farbentzogene, beinahe Schwarz-Weiß wirkende, dabei aber arg cleane Digitallook mit dem präsentierten Mittelaltersujet, doch die Macher nutzten die Agilität der Digitalkameras für einige sehr schräge Perspektiven, die „Knight of the Dead“ gut zu Gesicht stehen. Die Highlights in optischer Hinsicht stellen die tollen Naturaufnahmen und Natursettings des Filmes dar. Hier hat man sich einige wunderschöne, unfassbar unberührt und beinahe unwirklich wirkende Landstriche in Nordwales herausgepickt und den idealen Schauplatz für die schräge Grundprämisse des Filmes gefunden. Sehr interessant mutet zudem die Aufmachung des Intros an, bei dem verschiedene Kunstwerke zum Thema „Pestilenz in England“ in einem beeindruckenden Rendervideo „zum Leben“ erweckt werden. Leider kann die billig anmutende Synthesizermusik dagegen so gut wie gar nichts zum Film beitragen.

Leider wird die Heldenparty von „Knight of the Dead“ unfassbar rasant ausgedünnt. Nach etwa 45 Minuten ist so gut wie kein Held mehr übrig und plötzlich scheint der Film ein wenig in sich zusammenzufallen: Eine unmotivierte Sexszene füllt etwas Laufzeit aus, die Zombies haben offensichtlich keinen rechten Hunger mehr und irgendwie scheinen die Macher nicht mehr zu wissen, wie sie den Film zu Ende bringen sollen. Angeschlagen stolpert „Knight of the Dead“ dann über die Ziellinie und mag einfach keinen rechten Gebrauch von seiner zweiten hübschen Idee machen: Der Anknüpfung an die Artussage. Genau einmal macht man von diesem Storyelement Gebrauch und das nur halbherzig. Dabei hätte “Knight of the Dead” ein finaler Twist oder ein abrundendes, schräges Szenario sehr gut gestanden. Doch der Film endet eher belanglos und ziemlich offen. Hier fehlte dann entweder der Mut oder das Budget.

Knight of the Dead

Kommt her ihr, ihr, ihr … Zombies!

Somit bleibt die Grundidee um Ritter, die sich durch Zombiehorden metzeln, das beste Element des Streifens, von dem „Knight of the Dead“ auch lange zu zehren vermag. Doch diese Prämisse trägt nicht den gesamten Film, der nach zwei Dritteln Laufzeit gehörige Tempoprobleme bekommt. Die Zombies im Film gehören im Übrigen in die Schleicherecke und die Idee, sie eher wie Kranke denn wie Verweste aussehen zu lassen, ist so simpel wie naheliegend. Die größte Stärke des Filmes sind seine unfassbar düsteren, mit harten Kontrasten arbeitenden Bilder und die großartigen Landschaftsaufnahmen. Hier schafft man es auch, den unpassend wirkenden Digitallook gut zu verbergen. Der Blutgehalt des Filmes ist trotz der niedrigen Freigabe enorm, leider wird die Wirkung der deftigeren Szenen durch häufig unfreiwillig komische Effekte aus dem Rechner getrübt Die Darsteller agieren ok, ihre Charaktere bleiben aber blass. Für einige Überraschungen sorgt allerdings das frühe Einsetzen des Ausdünnens der Heldentruppe. Was bleibt, ist ein unterhaltsamer, sehr düsterer Vertreter der Zombiefilmschwemme, den man mit größerem Budget gerne noch einmal auferstehen lassen könnte.

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film kommt am 6. Februar 2014 von Tiberius Film/Sunfilm, hat eine FSK 16 Freigabe und ist ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film/Sunfilm__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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