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Legend of the Bog

Originaltitel: Legend of the Bog__Herstellungsland: Irland__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Brendan Foley__Darsteller: Vinnie Jones, Jason Barry, Nora-Jane Noone, Adam Fogerty, Gavin Kelty, Amy Huberman, Shelly Goldstein, Olga Wehrly, Michael Collins, Paul Valentine u.a.
Legend of the Bog

Vinnie Jones ist der “Legend of the Bog” auf der Spur!

Auf der Rückseite des unlängst als „Dark Assault“ neu aufgelegten Horrorstreifens „Legend of the Bog“ kann man folgendes lesen: „Mit der ihm eigenen Präzision schafft Star-Regisseur Brendan Foley ein beklemmendes Albtraumszenario, das von der ersten Minute an den Zuschauer an den Sitz fesselt. Knallharter Gore, hoher Bodycount und von erstklassigen Darstellern, allen voran Superstar Vinnie Jones, überzeugend gespielt.“ Ja holla! Und schlecht synchronisiert ist der Film auch noch! Wow, was für ein toller Film! Auch wenn nur die von mir stammende Aussage zur Synchro tatsächlich der Wahrheit entspricht. Eine schmerzende Wahrheit (zumindest für die Gehörgänge), die der Verleih aber lieber nicht aufs Backcover gepackt hat.

Der Film, der sich hinter den salbungsvollen und unzutreffenden Werbe-Punchlines verbirgt, zerfällt in zwei Storystränge. In dem einen geht es um eine vor Ewigkeiten in einem Moor versenkte Leiche eines Mannes, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund in der Jetztzeit zu neuem Leben erwacht. Als Moorleiche wankt sie nun durch die Kulissen und killt Clowns, Ladenverkäufer und andere Typen, die ihr eigentlich nichts weiter getan haben. In Storystrang zwei geht es um eine Hütte im Moor. Hier findet eine Gruppe Menschen zusammen, die sich verlaufen hat. Alle Besucher der Hütte haben irgendwie Dreck am Stecken. Und obwohl diese beiden Storystränge nichts miteinander zu tun haben, finden sie irgendwann zusammen…

Am Abend stößt nämlich ein Jäger zu der Gruppe. Wie sich herausstellt, gehört die Hütte zwar ihm, aber er lässt die ungeladenen Gäste dennoch in seinen vier Wänden nächtigen. Er braucht eh keine Schlafstelle, will er doch in der Nacht jagen. Moorleichen und andere seltsame Gestalten, die durch das Moor waten. Und so legt er sich irgendwann auch mit der Moorleiche aus Storystrang eins an, die sich daraufhin munter durch des Jägers Gästemeute killt…

Warum auch immer…

Aber warum immer viel erklären? Mag sich zumindest der Drehbuchautor gedacht haben. Nun, vielleicht um Spannung zu erzeugen? Einen Zusammenhang in den Film zu kriegen? Dafür zu sorgen, dass der Film Anfang, Mitte und Ende hat? Zu naheliegend? Ok. Ich hab’s zumindest versucht…

Gedreht wurde in Irland. Hier durfte der „Star-Regisseur“ Brendan Foley (wer einen Film von ihm kennt, bitte melden) geschätzte anderthalb Millionen Euro verpulvern. Heraus gekommen ist ein Wald und Wiesen Horrorstreifen, in dem in kargen Kulissen unblutig (wo ist denn der versprochene Gore?) und spannungsbefreit (ich war keine Sekunde an irgendeinen Sessel gefesselt) das Figuren-Interieur ausgedünnt wird. Das die Figuren dabei nicht das sind, was sie zu sein scheinen, ist noch das reizvollste Element an dem Film, das aber leider auch zu keinem Zeitpunkt irgendwie gewinnbringend ausgereizt wird. Genauso wenig sind die Figuren miteinander verzahnt oder irgendwie in der Vergangenheit mit der Moorleiche verbandelt. Es wirkt wirklich permanent, als sei „Legend of the Bog“ aus zwei Drehbüchern zusammengewürfelt worden. Das Ergebnis sieht dann auch genauso aus.

Die „erstklassigen“ Darsteller rekrutieren sich aus weitgehend unbekannten englischen/irischen Akteuren, wobei Nora-Jane Noone wohl der eigentliche „Superstar“ des Filmes ist, weiß sie doch schon einige nette Filmauftritte auf ihrem Konto zu verbuchen („The Descent“, „Doomsday“). Von „Legend of the Bog“ wird sie sträflich vernachlässigt und sie wirkt auch nie, als hätte sie große Lust auf diesen filmischen Unrat. Der auf dem Cover angeteaserte Vinnie Jones („Escape Plan“) gibt einfach den miesgelaunten Hinterwäldler, der in Auftreten und Benehmen der Moorleiche sehr nahe kommt. Wenigstens hat er den nettesten Abgang zu verzeichnen.

Was man dem Film zugute halten kann, sind ein paar schrägere Ideen. Wenn etwa die Moorleiche von zwei Pudeln angebellt wird, um sich nach einem Umschnitt schöne Fellschuhe um die ehedem nackten Füße zu binden, ist dem Film ein Lacher sicher. Derartige Szenen findet man noch zwei oder drei mehr. Doch diese verhindern nicht, dass der wenig atmosphärische, unspannende, unblutige und schlecht gespielte Horrorstreifen irgendwann komplett absäuft. Dafür sorgt schon das müllige Drehbuch, das es nicht schafft, eine irgendwie zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Die deutsche Synchronisation gibt dem Film dann den Rest. Da sollen sich Schutzbefohlene links vom Wasser halten, weil nur auf der rechten Seite kein Moor sei. Wat? Und Vinnie Jones klingt wie ein 80jähriger beim Dauerkack-Wettbewerb. Sollte der Film irgendwo ein wenig gruslige Atmosphäre gehabt haben, die deutsche Lokalisation gibt ihr den Rest. Doch auch ohne diesen Makel ist „Legend of the Bog“ Müll.

Unter seinem Originaltitel „Legend of the Bog“ kam der Film zunächst von Schröder Media in den deutschen Handel. Als „Dark Assault“ wurde er unlängst auf DVD von Steamboat Pictures neu aufgelegt. Hier trägt der FSK 16 freigegebene Streifen plötzlich das FSK 18 Siegel. In beiden Versionen ist der Film jedoch uncut.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Schröder Media__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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