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Locked Down

Originaltitel: Locked Down__Herstellungsland: Kanada / USA__Erscheinungsjahr: 2010__Regie: Daniel Zirilli__Darsteller: Tony Schiena, Vinnie Jones, Bai Ling, Sarah Ann Schultz, Kevin ‘Kimbo Slice’ Ferguson, Dwier Brown, Rashad Evans, Dave Fennoy, Forrest Griffin u.a.
Locked Down

Vinnie Jones und Bai Ling als Bumspartner in “Locked Down”

Danny ist Undercover Cop der extremsten Sorte. Er taucht förmlich in seine neuen Identitäten ein und gibt seine eigene Persönlichkeit fast vollkommen auf. Trotz seiner fanatischen Arbeit geht sein letzter Einsatz komplett schief und endet in einem Blutbad. Obwohl die herbeieilenden Spezialeinheiten wild ballernd die Bäddies aushebeln und Danny gerade mal den fiesen Oberbösewicht eher unfreiwillig hops gehen lässt, kommen alle Beteiligten mit einem blauen Auge davon, außer Danny. Der wandert mal eben für Jahre ein.

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass „Locked Down“ für ein logikaffines Publikum nicht wirklich geeignet ist. Des Weiteren ist zu dem Zeitpunkt klar, dass der Film nix kosten durfte und der Regisseur kein wirkliches Gespür für flotte Actionszenen hat. Doch hierbei handelt es sich ja nur um die Exposition. Denn in „Locked Down“ soll es ja eigentlich um krachende Prügeleien in einem Knast gehen. Damit ist die Verurteilung Dannys die ideale Gelegenheit für den Drehbuchautor, alle Klischees des Knastfilmes zu bemühen und abzufeiern. Das erste Backenfutter gibt’s im Gefängnisspeisesaal. Dann klöppelt man sich in der Wäscherei und nach einem Duschgang wird auch noch mit einem Schraubenzieher in einem Häftlingsbauch gerührt.

Natürlich sind alle Gefängniswärter korrupte Lumpen. Der Chef des Knastes weiß von den Zuständen und kümmert sich einen Scheiß darum und natürlich gibt es die verschiedensten Gangs, die sich gegenseitig, wann immer sie können, einen einschwenken. Mittendrin nun also Danny. Der will sich aus allem raushalten. Dummerweise hat ein Häftling namens Vargas da etwas dagegen. Vargas richtet in dem Knast illegale Käfigfights aus und will Danny in den Ring kriegen. Immerhin kennt er Danny von früher, brachte der ihn doch in den Knast. Irgendwann wird Danny dann doch noch “überredet”. Er geht bei einem weisen Knastzausel in die Martial Arts Lehre und macht sich fit für den ultimativen Fight gegen die beste Kampfmaschine von Vargas.

Locked Down

Vinnie Jones seilt einen ab … oder schauspielert er? Schwer zu sagen!

Nebenher wird ein Knastausbruch durchgezogen, ein paar Häftlinge werden umgenietet und irgendeine Ische versucht Danny von außen zu helfen. Warum, weshalb, wieso – der Film mag es nicht erklären. Kurzum: Handlungstechnisch wird’s hier ganz schnell ganz zappenduster. Logisch gesehen sowieso. Wieso wird beispielsweise das Wettprocedere um die Fights in einer elend langen Musikmontage heimlich zelebriert, wenn doch jeder Bescheid weiß und es geduldet ist? Und was machen weibliche Aufseher in einem Männerknast? Wobei, dafür hat der Film eine Erklärung: Sie lassen sich durchbumsen. Alle Frauen in dem Film sind dauergeil und dauernackt. Angeführt wird die Nackedeistaffel von Mördernippel Bai Ling, die sogar einmal auf Fußballrüpel Vinnie Jones herumturnen darf, der allerdings wenig befriedigt aussieht. Das macht er aber den ganzen Film lang, denn entweder guckt er wie beim Kacken oder auf die Uhr. Den Rest sitzt er in irgendeiner Ecke und guckt … wie beim Kacken.

Viele andere “Darsteller” tun es ihm gleich, wenn sie sich nicht gerade verwammsen. Das machen sie in feiner Regelmäßigkeit. Leider werde ich mit den MMA Spielereien einfach nicht warm. Es fehlt an spektakulären Choreographien und Moves. Zwar versucht Tony Schiena (der coole Partner von Van Damme in „Wake of Death“) in seinen eigenchoreographierten Fights immer mal ein paar Highlights unterzubringen, diese werden dann aber von der Regie kaputt inszeniert. Entweder steht die Kamera so beschissen, dass man sieht, wie meilenweit vor dem Gesicht des Gegenübers abgebremst wird, oder viel zu oft eingesetzte und das Geschehen heftig zerdehnende Zeitlupensequenzen zerstören den Flow der Fights. Diese sind ansonsten eigentlich ganz nett inszeniert. Die Schnittfrequenz ist stimmig, die Härten passabel und auch der Score fetzt, aber mitreißen kann keine der Keilereien.

Locked Down

“Jungs, gleich geht’s duschen!” “Uuuh, geil!”

Das liegt auch daran, dass einem alle Figuren im Film herzlich am Arsch vorbeigehen. Auch wird zwischen Danny und Vargas (Vinnie Jones) immer wieder ein Konflikt angedeutet, zum Ausbruch kommt der aber nie, weshalb man auch niemals mit Danny mitfiebert. Ein kleiner Mord an der Dannykumpelschaft, das Umnieten seiner Frau, irgendwas, was die Feindschaft zwischen den beiden plausibel gemacht hätte … Leider passiert nix davon.

Das Ergebnis ist ein Kickerfilm, der, wie so oft in letzter Zeit, einfach nicht kicken will. Und wieder ist es einer mit den unzähligen “UFC” und “MMA” Stars, deren Kampfsportfähigkeiten in Wirklichkeit ungemein effektiv sein mögen, auf das Medium Film heruntergebrochen aber einfach nicht zünden und funktionieren wollen. Zudem ist die Handlung des Filmes einfach richtig dumm, die Action knallt nicht und die Figuren sind dem Zuschauer komplett egal. Im Grunde sorgt man sich eigentlich nur um die Frauen im Film, denn so wenig, wie die immer anhaben, müssen sie sich in dem abgefilmten Klima doch den Tod geholt haben. Zumindest inszeniert der Regisseur dahingehend immer einigermaßen stimmig in grauen Farbtönen und auch das ausgewählte Knastsetting ist hübsch abgerissen. Darunter tönen immer mal ein paar hübsche Rocksongs und Tony Schiena ist einer, den man sich durchaus in weiteren B-Böllern vorstellen könnte. Wie der nahezu parallel inszenierte und mit fast dem selben Cast und der gleichen Crew aufwartende „Circle of Pain“ beweist. Das war es dann aber auch schon …

Die ungeschnittene, Spio/JK freigegebene Fassung ist inzwischen indiziert. Eine indizierungsfeste Version kommt wie die ungeschnittene von Ascot Elite und ist mit einer FSK 18 Freigabe geschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Ascot Elite__FSK Freigabe: Spio/JK__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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