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Matthias Hues, Mathis Landwehr und Kurt McKinney über „The Last Kumite“

Ein Gespräch zwischen Sean David Lowe und Matthias Hues, in dem es eigentlich um die Karriere des hünenhaften, gerne als Bösewicht besetzten Hues gehen sollte, wurde alsbald zu einer Fachsimpelei, das solche Filme, mit denen Hues sich einen Namen gemacht hat, heute ja gar nicht mehr gedreht werden würden. Matthias Hues überredete Sean David dann dazu, seine Liebe zum Genre in ein Drehbuch zu gießen. Die Idee für „The Last Kumite“ war geboren.

Als das Drehbuch fertig war, ging es darum, das Projekt zu finanzieren. Eine Kickstarter-Kampagne wurde ins Leben gerufen. Capelight Pictures kam an Bord und die Idee nahm filmische Gestalt an. Am 27. April 2024 endete die Reise mit einer Fanpremiere in Düsseldorf. Bei einem Q&A zum Film gab es noch ein paar Informationen zu „The Last Kumite“, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Here we go!

Fit, fitter, Mathis Landwehr

Mathis Landwehr bei der Premiere von The Last Kumite

Mathis Landwehr bei der Premiere von “The Last Kumite”.

Mathis, du machst während der einen Trainingsmontage Liegestütze im Handstand. Wie viele schaffst du?

Stimme aus dem Publikum: Alle!

Mathis Landwehr: Genau, alle. Richtige Antwort. Jetzt vielleicht noch fünf. Als ich für den Film trainiert habe, habe ich 15 gemacht.

Matthias, ist das etwas, das du in deiner aktiven Zeit auch gemacht hast?

Matthias Hues: Ja, jedes Mal. *Lachen im Publikum*

Was war dein Rekord?

Matthias Hues: Nicht so viele wie er. Einen schönen Körper hat der Mathis, oder?

Wahnsinn!

Matthias Hues: Er ist super in Form, muss ich sagen.

Es ist tatsächlich ein beneidenswertes Aussehen, dass du da an den Tag legst, Mathis. Wie lange hast du dafür während und vor den Dreharbeiten geschuftet?

Mathis Landwehr: Nur davor. Währenddessen hatte ich überhaupt keine Zeit dafür. Davor drei Monate. Jeweils anderthalb bis zwei Stunden. An fünf Tagen in der Woche.

Sean David Lowe: Man muss dazu aber auch sagen, dass Mathis eine Hantel nur anschauen muss, um Muskeln zu bekommen.

Matthias Hues: So Bruce-Lee-mäßig.

Fies, fieser, Matthias Hues

Matthias, bei all diesen Schurken, die du schon gespielt hast, wo würdest du Ron Hall auf einer Bösewichtskala von eins bis zehn einordnen?

Matthias Hues: Das ist schon ein hässlicher Typ, also wirklich. *Lachen* Wenn man das so sieht… das mag man selber gar nicht sehen. Aber das muss man halt so spielen. Ich meine, wenn der jetzt so ein netter Typ ist, dann gibt es irgendwie keinen Payoff. Also es ist hart, sich selber so zu sehen, aber in meiner ganzen Karriere war das der ekelhafteste Typ überhaupt.

Und das will was heißen, bei Genosse Yuri (aus „Karate Tiger 2“).

Matthias Hues: Viel ekliger als Yuri. Also Ron Hall ist so ein schleimiger Typ, auch die Klamotten und alles. Das ist der Hammer.

Sean David Lowe: Wir mussten dich aber nicht lange überreden, das zu tragen. *Lachen* Die Klamotten waren nach dem Dreh auch irgendwie weg?

Matthias Hues: Ich habe sie an! *Lachen*

Matthias Hues aus The Last Kumite

Matthias Hues spielt den Fieswicht in “The Last Kumite”… mit Wonne!

Hart zu kriegen…

Sean, wir haben eine Menge Veteranen des Klopperfilmes in dem Film gesehen. Wer war eigentlich am schwierigsten zu kriegen?

Sean David Lowe: Es waren eigentlich alle ultraeinfach zu kriegen. Matthias hat mich ja bequatscht. Bei Cynthia reichte, wenn sie denn mal erreichbar war, sie ist zeitlich immer schwer eingespannt, ein fünfminütiges Gespräch. Kurt McKinney hatte, bevor wir uns kennengelernt haben, kein Social Media. Kein Instagram, keine Website, kein gar nichts. Ich habe fünf Monate versucht, Kurt irgendwie ausfindig zu machen. Ich habe wirklich alles versucht. Am letzten Tag, an dem ich gedacht habe, ich gebe es auf, erhalte ich eine Stunde später von ihm eine E-Mail: „Ich habe gehört, du suchst mich.“ *Lachen* Kein Witz.

Der einzige, der schwierig zu kriegen war, war Billy Blanks. Weil Billy der einzige war, wo ich keinen persönlichen Kontakt hatte. Das lief alles über das Management. Und Management ist immer schwierig. Da sah es für einige Zeit so aus, als würden wir ihn nicht kriegen könne. Ich hatte mich auch schon damit abgefunden. Doch dann hat die Geschichte doch noch die Kurve gekriegt, weil Billy sein Management belabert hat, dass er schon Bock habe, an dem Film mitzuwirken.

Video: Kleiner Bericht zur Fanpremiere von „The Last Kumite“ mit Matthias-Hues-Interview

Video zur Fanpremiere von The Last Kumite

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Fotogalerie zur Fanpremiere in Düsseldorf


Nicht da und trotzdem Thema: Cynthia Rothrock

Mathis, du hast ja sicher die alten Klopperfilme alle gesehen. Wie ist es dann, auf einmal beispielsweise neben Cynthia Rothrock am Set zu sein?

Mathis Landwehr: Also am Anfang ging mir total die Düse, bevor ich sie richtig kennengelernt hatte. Aber sie ist halt einfach so cool, dass es bereits am ersten Tag ein einfaches Arbeiten war.

Matthias, wie oft hast du jetzt schon mit Cynthioa Rothrock gedreht? (Inzwischen ist Kurt McKinney zum Podium dazu gestoßen)

Matthias Hues: Zwei Mal. „Karate Tiger“ mit Kurt McKinney, damit hat das alles angefangen. Wegen ihm und wegen Van Damme habe ich „No Retreat, No Surrender 2“ machen dürfen – nicht nur weil sie dem Genre den Weg ebneten, sondern tatsächlich auch, weil sie den Film nicht machen wollten. *Lachen*. Ohne Kurt würde ich hier nicht sitzen und würde es das Kloppergenre in der Form vermutlich nicht geben.

Sean David Lowe schrieb das Drehbuch

Sean David Lowe schrieb das Drehbuch zu “The Last Kumite”.

Die Musik von „The Last Kumite“

Wie kam es zu der Beteiligung von Stan Bush und Paul Hertzog?

Sean David Lowe: Als erstes war Stan Bush da. Er war auch wesentlich einfacher zu überzeugen, weil er noch aktiv ist. Paul Hertzog war ein wenig schwieriger, weil der seit 28 Jahre in Rente ist und eigentlich nichts mehr machen wollte. Und so, wie Matthias mich belabert hat, habe ich Paul Hertzog belabert.

Viele Leute von unseren Helden von damals wissen gar nicht, wie sehr sie geliebt werden. Das heißt, ein Paul Hertzog weiß gar nicht, dass es in Deutschland Leute gibt, die seine Musik vergöttern und damit aufgewachsen sind. Ich habe ihm genau das noch einmal bewusst gemacht. Dann musste ich ihm das Drehbuch schicken und musste ihn fünf oder sechs Mal am Telefon davon überzeugen. Dann hat er es gemacht.

Und diese Musik, diese geile 80s-Musik von diesen Königen dieses Genres, die wertet einfach jeden Film auf. Und ich bin so dankbar, dass diese Leute uns da entgegengekommen sind, denn normalerweise hätten wir uns sie niemals leisten können. Doch sie haben gesagt: „Wir machen das nicht für dich, Sean David, aber für die Fans machen wir das.“

Kurt McKinney aus Karate Tiger in The Last Kumite

Der Karate Tiger Kurt McKinney darf in “The Last Kumite” ebenfalls kicken!

Wen würden die „The Last Kumite“-Helden gerne mal verwammsen?

Mit welchen Kampfsportlern würdet ihr gerne mal zusammenarbeiten?

Mathis Landwehr: Donnie Yen.

Kurt McKinney: Wie jeder wäre ich gerne in einem Bruce-Lee-Film dabei gewesen. Mit Scott Adkins würde ich gerne mal arbeiten. Er hat mir unlängst eine Nachricht hinterlassen, dass „Karate Tiger 1“ einer seiner Lieblingsfilme als Heranwachsender gewesen sei. Auf Instagram erklärte auch Ryan Gosling, „Karate Tiger 1“ sei einer seiner Lieblingsfilme. Es ist schon toll, von solchen Leuten nur erwähnt zu werden. Aber wenn ich mit den Leuten aus dem Cast von „The Last Kumite“ in „The Last Last Kumite“ mitspielen könnte, ich würde es sofort tun.

Wen habt ihr eigentlich für „The Last Kumite“ noch angefragt?

Sean David Lowe: Mit Scott Adkins habe ich vor vier Tagen noch geschrieben. Er hat sich erkundigt, was ich für Projekte habe. Scott hat mir die höflichste Absage erteilt, die man erteilen kann. Er hat zu mir gesagt: „Pass auf, ich kann das nicht machen, weil ich mit „Undisputed“ schon meine eigene Kampfsportturnier-Reihe habe.“ Und wir konnten ihn uns auch einfach nicht leisten.

Loren Avedon haben wir auch angefragt, aber das hat charakterliche Gründe, weswegen das nicht zustande gekommen ist. Das war hoffentlich diplomatisch genug ausgedrückt? Aber Loren Avedon ist ein hervorragender Fighter im Film, da brauchen wir nicht drüber reden. Der ist ultrakrass.

Mit wem habe ich noch gesprochen? Ich habe mit Don – the Dragon – Wilson gesprochen. Das ist aus organisatorischen Gründen nicht zustande gekommen. Er hatte erst zugesagt, nachdem seine Rolle schon besetzt war.

Ich habe mit Phillip Rhee von „Best of the Best“ gesprochen. Der hat abgelehnt, weil er gerade an einem Reboot von „Best of the Best“ arbeitet. Das macht er zwar schon seit fünf Jahren, aber ich weiß ja inzwischen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, solche Projekte ins Rollen zu kriegen.

Final bin ich einfach ultrahappy über die Konstellation der Legenden, wie wir sie jetzt haben, weil die alle ultra nett und ultra bodenständig waren, immer mitgezogen haben und uns keine Kopfschmerzen bereitet haben. Ohne diese charakterlichen Eigenschaften wäre „The Last Kumite“ nicht möglich gewesen. Wir hatten schlichtweg keinen Raum für Starallüren.

Mathis Landwehr bei der Fanpremiere

Mathis Landwehr erlernte extra für “The Last Kumite” etwas Karate.

Matthias Hues, Kurt McKinney und Mathis Landwehr über ihre liebste Kampfkunst

Kurt, ist dir bewusst, dass du mit „Karate Tiger“ zum Vorbild für zahllose Jugendliche geworden bist?

Kurt McKinney: Jetzt bin ich es. *Lachen* Wenn du einen Film oder ähnliches machst, rechnest du nicht damit, mit deiner Arbeit Einfluss auf das Leben eines anderen zu haben. Wir Schauspieler hoffen alle, etwas Besonderes zu erschaffen. Und ich hatte das Glück, mit „Karate Tiger“ genau das zu tun. Aber es ehrt mich, wenn jemand sagt, dass ich einen Einfluss auf sein Leben hatte.

Ihr habt viele Martial-Arts-Stile in dem Film untergebracht. Und ihr habt alle einen Martial-Arts-Background. Welche Kampfsportart ist eure liebste?

Kurt McKinney: Ich komme aus dem Taekwondo. Danach erlernte ich das Kickboxen, den amerikanischen Stil. Mit denen fühle ich mich am wohlsten. Aber ich bewundere alle Kampfkünste. Sie alle haben etwas inhärent, was sie uns lehren oder bieten können.

Matthias Hues: Ich habe in Deutschland mit Judo begonnen. Dann habe ich Taekwondo erlernt. Zu der Zeit bin ich in Hollywood angekommen und wurde da von den Besten der Besten für das Filmbusiness trainiert: Benny Urquidez, Don Wilson oder Jimmy Nickerson (der unter anderem „Rocky“ choreographiert hat).

Und wir sind für jeden Film in so ein Camp gekommen. Vier Wochen, manchmal auch sechs, bevor wir überhaupt mit dem jeweiligen Film angefangen haben. Dort lernst du von den besten Kämpfern in der Welt. Und Film ist natürlich auch etwas Anderes als Wettkämpfe. Weil man so sehr aufpassen muss, dass man den anderen nicht verletzt und selbst nicht verletzt wird. Man muss die Abläufe immer wieder trainieren. Immer und immer wieder. Manchmal habe ich gemerkt, dass man vor allem bei professionellen Kämpfern aufpassen muss, denn die treffen dich! Das ist eine Kunst, solche Filme zu drehen..

Kurt McKinney: Absolut. Es ist etwas ganz anderes, für einen Film zu trainieren als für einen richtigen Kampf. Bei beiden jedoch ist es leicht, sich zu verletzen. Man muss immer bereit sein.

Mathis Landwehr: Meinen Lieblingskampfsport kann ich gar nicht benennen. Ich habe mit einer traditionellen Kampfkunst begonnen – einer Art vietnamesischen Kung Fu. Ich habe dann aber sehr viel von westlichen Kampfsportarten übernommen. Dann habe ich nach meinem Zivildienst eine Asienreise gemacht und habe da alle Stile trainiert, die ich finden konnte.

Ich kann da prinzipiell Kurt nur beipflichten, dass jede Kampfkunst ihre Schönheit hat und man von jeder etwas lernen kann. Für den Film habe ich, weil das im Skript so vorgesehen war, extra Karate trainiert. Mit dem hatte ich bislang eher weniger Berührungspunkte.

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