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Max Payne

Originaltitel: Max Payne__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2008__Regie: John Moore__Darsteller: Mark Wahlberg, Mila Kunis, Beau Bridges, Ludacris, Chris O’Donnell, Olga Kurylenko, Donal Logue, Amaury Nolasco, Kate Burton, Rothaford Gray, Joel Gordon, Nelly Furtado u.a.
Max Payne

Max Payne – Mark Wahlberg

Als sich Ende letzten Jahres Timothy Olyphant stylish durch die fetzige Verfilmung des Kultgames „Hitman“ ballerte, war der nächste vielversprechende Beitrag zum anhaltenden Leinwandadaptions-Trend von Erfolgsveröffentlichungen der Computer- und Videospielbranche bereits angekündigt: Mark Wahlberg, der sich mit der Hauptrolle in Antoine Fuquas grandiosem Oldschool-Kracher „Shooter“ gerade endgültig seinen Status als Actionheld zementiert hatte, sollte in die Rolle des rachedurstigen New Yorker Cops Max Payne schlüpfen und Vergeltung für die Ermordung seiner Familie üben – aufgrund seiner dichten Atmosphäre und Features wie Bullet Time vielerseits als filmähnlich charakterisiert, bot sich die Welt des Schmerzenmaxes für eine Zelluloidpremiere auch geradezu an. Als Regisseur engagierte man John Moore, der nach seinem gelungenen 2001er Kriegsabenteuer-Debüt „Im Fadenkreuz“ die sauberen Remakes zu „Der Flug des Phoenix“ und „Das Omen“ in Szene gesetzt hatte. Wahlbergs Besetzung gleichermaßen wie bombastische Vorab-Trailer heizten die Vorfreude an, lediglich die Tatsache, dass „Max Payne“ in den USA mit dem kassenträchtigen PG-13-Rating an den Start geht, bot ob der so exzessiven wie charakteristischen Grausamkeit, Härte und Düsternis der Gamevorlage Grund zur Skepsis. Erfreulicherweise erweisen sich selbst diesbezügliche Befürchtungen jedoch als weitgehend unbegründet und „Max Payne“ als eine der gelungensten Hollywoodschen Computerspiel-Adaptionen überhaupt.

Die Story orientiert sich am ersten Teil der Vorlage: Seit der drei Jahre zurückliegenden Ermordung seiner Frau und seiner noch im Babyalter befindlichen Tochter in ihrem Schlafzimmer sitzt New-York-Cop Max Payne (Mark Wahlberg) in der „Cold Case“-Abteilung für ungelöste Fälle und gibt die Suche nach dem einen der drei Täter, dem einst die Flucht gelang, bevor Max ihn stellen konnte, nicht auf. Die Verbreitung einer mysteriösen neuartigen Droge, die dämonische Halluzinationen verursacht und die Konsumenten in den Wahnsinn treibt, führt ihn auf eine Spur, die eine Verbindung zu seiner Vergangenheit aufweist. Als Max bei seinen Ermittlungen immer mehr grausame Todesfälle teilweise vollkommen verstümmelter Opfer vorfindet, gerät er selbst in Verdacht der Täterschaft – und darüber hinaus verbirgt der Feind sich in den eigenen Reihen. Auf sich allein gestellt, startet Max einen erbarmungslosen Feldzug…
Zweifellos hat „Max Payne“ seine Stärken nicht auf Handlungsebene: Einen absolut klassischen Revengeplot entwickelt das Drehbuch als letztlich konventionellen Copkrimi, dessen Held mit inneren Dämonen zu kämpfen hat und dessen „überraschender“ Twist um die Identität des Mörders für den auch nur halbwegs genreerfahrenen Zuschauer Meilen im Voraus zu prophezeien ist. Widmet sich der Streifen wie im Mittelteil geschehen in der Hauptsache der Ermittlungsarbeit, hängt er trotz soliden Unterhaltungswerts infolgedessen auch ein wenig durch – doch die Qualitäten des Noir-Thrillers finden sich dafür umso mehr auf anderen Gebieten.

Die Dämonen der Hauptfigur werden auf der Leinwand manifest

Atmosphärisch vollbringt John Moore in „Max Payne“ eine Glanzleistung – artifizielle, teils leicht comichafte Optik kontribuiert genauso am düsteren Flair wie hervorragende Kameraarbeit, inszenatorischer Einfallsreichtum und ein sensationeller Score, der für jede intendierte Stimmung bombastische Klänge in petto hat. Die größten Feeling-Boni extrahiert der Film allerdings aus der grandiosen Integration surrealer Horror- und Fantasyelemente in die in der Realität verwurzelte Copstory, indem Drogensüchtige von geflügelten Dämonen gejagt werden, der Himmel sich bei Max’ finalem Feldzug in ein höllisches Farbenmeer verwandelt und die dunklen Wesen zu ständigen Begleitern der Aktivitäten derer werden, die mit der verhängnisvollen Droge in Berührung kamen. „Max Payne“ versteht es dabei jedoch formidabel, seine stylishen Creatures nicht zu bloßen Halluzinationserscheinungen zu degradieren, sondern wahrt stets eine darüber hinaus gehende Konnektivität zur realen Handlung, wobei die Veranschaulichung der Parallelwahrnehmungen der Welt mal mit, mal ohne Dämonen aus der Sicht verschiedener am selben Ort befidlicher Charaktere unter anderem durch grandiose Kameraarbeit auf höchst raffinierte und faszinierende Weise bewerkstelligt wird. Ohne seine übersinnlichen Elemente, denen das Drehbuch eine Verbindung zur nordischen Mythologie zuschreibt, wäre „Max Payne“ trotz gekonnter Noir-Stimmung und stylisher Optik nur halb so viel wert – gerade das Mysteriöse, Dämonische, Symbolhafte, das die eigentliche Handlung begleitend auf einen anderen Level hebt, macht die Klasse des Konzepts aus.
Vor allem zu Anfang, als die Bedeutung der tödlichen geflügelten Schemen, die Max’ investigativen Streifzug durch die Unterwelt und die ersten Todesopfer überschatten, noch im Unklaren liegt und gleichzeitig eine Vielzahl zwielichtiger Charaktere eingeführt wird, während verschneite Straßen und in schillernde Lightshows getauchte Clubs stimmige Locations abgeben, spielt „Max Payne“ in einer atmosphärisch sensationellen Liga, die sich trotz PG-13-Rating eine Aura der Brutalität bewahrt. Wer von dem Streifen einen reinrassigen Actionkracher erwartet, wird dabei zunächst enttäuscht sein – die Waffen werden, sieht man von einer kurzen, dafür aber mit einem enorm coolen Auftritt Wahlbergs aufwartenden, Schießerei in einer öffentlichen Toilette ab, erst in der letzten halben Stunde ausgepackt, da gibt Moore qualitativ dafür aber richtig Gas.

Waffen gehören genauso dazu wie...

Wenn Max mit Pistolen, Shotgun und MP im Ein-Mann-Armee-Modus gegen schwerbewaffnete Spezialeinheiten, Badguy-Schergen und Verräter in die Schlacht zieht, schlägt das Herz des Actionfans höher: Mit extremen Slow-Motion-Einstellungen, stylishen Bullet-Time-Einlagen und einer unglaublichen, auch über die Soundkulisse transportierten Wucht lässt Moore die Shootouts auf den Zuschauer einprasseln, dass es eine helle Freude ist. Neben den coolen Choreografien und dem Verzicht auf neumodische Stakkatoschnitt- und Wackelkamera-Unsitten ist es vor allem die rasante Intensität der Auseinandersetzungen, die ob des Ratings überwältigt: Blut darf mit PG-13 zwar keines spritzen, doch der Bodycount schraubt sich in beachtliche Höhen, getroffene Gegner schliddern meterweit über den Boden, werden in Staubwolken hinfortgerissen oder durch Interieur geschmettert, zwischendrin explodiert eine gesamte Hochhausetage, werden Polizeiwagen von umherfliegenden Trümmern geschrottet und prügelt Max seinen Verhörpartnern die Seele aus dem Leib. Im Verzicht auf ein R-Rating lag im Vorhinein die größte Sorge bezüglich dem Gelingen des Unterfangens „Max Payne“ begründet, Moores Film löst das Problem aber so gekonnt wie kaum je eine Produktion zuvor: Im Gegensatz zu zahlreichen heruntergestutzt oder überharmlos in Szene gesetzt wirkenden Schicksalskollegen, macht „Max Payne“ zu keiner Zeit (abgesehen vielleicht von einigen wenigen Bullet-Time-Einstellungen) den Eindruck, irgendwelche Federn gelassen haben zu müssen. Weder die äußerst düstere Atmosphäre noch die ungemein druckvolle Action, die den Verzicht auf Onscreen-Splatter teils überaus geschickt durch comichafte Rotblenden des gesamten Bildes bei eingesteckten Schlägen oder Einschüssen kompensiert, machen im großen und ganzen gesehen einen weichgespülten oder laschen Eindruck: Wenn zum großen Showdown beides in Kombination auftritt und Max begleitet von einem Heer stylisher Dämonen Gegnerhorden über den Jordan ballert, kann auch der Verzicht auf Blutfontänen dem Unterhaltungswert des Gezeigten keinen Abbruch tun. Dass mehr Härte dem Film noch zugute gekommen wäre und sich das Fehlen blutiger Konsequenzen während der Shootouts durchaus bemerkbar macht, steht dabei außer Frage – doch aus den Möglichkeiten der Rating-Vorgabe so überzeugend das Beste herauszuholen wie „Max Payne“ schafften in letzter Zeit nur äußerst wenige Filme.

... Farb- und Lichteffekte.

Darstellerisch ist vor allem der idealbesetzte Mark Wahlberg in der Protagonistenrolle hervorzuheben: Mit einer Affinität zu Actionrollen seit jeher ausgestattet und mit „Vier Brüder“, „Departed“ und „Shooter“ in den letzten Jahren quasi nur noch mit Knarre in der Hand zu sehen, fühlt er sich im Genre sichtlich wohl, durchschreitet das Bleigewitter mit stoischer Coolness, verleiht aber auch den Gefühlen seiner Figur überzeugend Ausdruck, während sich in Nebenrollen ein seit „Vertical Limit“ quasi in der Versenkung verschwundener Chris O’Donnell und die scheinbar auf attraktives Eyecandy-Accessoire-Dasein in aktuellen Actionfilmen abonnierte Olga Kurylenko die Ehre geben. Letztere macht ihre dies betreffende Sache wie schon in „Hitman“ und dem neuen Bond-Abenteuer „Ein Quantum Trost“ bewährt hervorragend, bekommt aber leider recht wenig Screentime ab und unterliegt hinsichtlich der Kameraarbeit während ihrer Nacktszene im Gegensatz zu „Hitman“ bedauerlicherweise den PG-13-Restriktionen.

Hervorzuheben ist noch der extrem coole Abspann, den John Moore nicht nur mit erlesener musikalischer Qualität unterlegt, sondern die Credits hübsch inmitten einer Parade in Zeitlupe abgefeuerter Waffen präsentiert.

[u]Fazit[/u]: Wie letztes Jahr Kollege Agent 47 aus „Hitman“, so bekommt nun auch Kulträcher „Max Payne“ sein überaus gelungenes Leinwanddebüt spendiert: John Moore inszeniert die düstere Rachegeschichte als optisch und handwerklich auf Topniveau angesiedelten, atmosphärisch extrem starken Neo-Noir-Thriller, der seine Faszination aus der geschickten Integrierung stylisher Fantasy- und Horrorlemente bezieht. Neben den rasanten Actionszenen, die eine in Anbetracht des erstaunlich wenig (zer-)störenden PG-13-Ratings unerwartete Wucht verströmen, kann „Max Payne“ auf einen wahnsinnig starken Score, tolle Bilder und einen optimal besetzten Hauptdarsteller bauen, was Schwächen der Handlung spielend ausbügelt. Eine rundum gelungene Gameverfilmung!

© Ed Hunter



Max Payne arbeitet seit der Ermordung seiner kleinen Familie in der Cold Case Unit, in der Hoffnung, hier den Hintergründen des erstaunlich schnell zu den Akten gelegten Falles, der ihn und seine Existenz nachhaltig entwurzelte, auf den Grund gehen zu können. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn eine neue Droge namens Valkyr fordert Todesopfer um Todesopfer und die ganze Konzentration der heimischen Polizei und irgendwann auch jene von Max! Denn es beginnt sich abzuzeichnen, dass die Droge in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod von Max’ Frau und Kind zu stehen scheint. Als bei den Nachforschungen Max’ Partner den Tod findet und ein leichtes Mädchen tot und mit Max’ Brieftasche in den todesstarren Händen aufgefunden wird, mutiert Max umgehend zum Hauptverdächtigen Nummer eins und muss nun seinerseits zum Angriff übergehen.

Eines der eindrücklichsten Elemente des PC Games gleichen Namens, welches dieser Verfilmung zugrunde liegt, war seine grandiose Aufmachung als Hardboiled Krimi, bzw. als eine Art Film des Film Noir Genres. Und genau dieses Element rettet Regisseur John Moore fast komplett in seine filmische Umsetzung des düsteren Hitspieles. Und so herrschen in Max Payne düstere Szenarien vor, sind die Farben gedeckt, ist selbst der Schnee dreckig, regieren düstere und abseitig gelegene Hinterhofszenarien und scheinen alle Figuren in einer Welt jenseits von Gut und Böse – in einer Art Grauzone – zu leben, in der keine Regeln gelten außer das Fressen und Gefressen werden Prinzip.

Und Regisseur John Moore tut gut daran, seinen Film so eindrucksvoll wie nur irgendmöglich an die düsteren Film Noir Klassiker anzulehnen und seinem Film einige echte optische Highlights zu bescheren, denn sonst würde vor allem in den teils sehr zäh dahin fließenden ersten 60 Minuten sehr überdeutlich auffallen, dass Max Payne nicht viel mehr als eine standesübliche Rachegeschichte ohne echte Ecken und Kanten zu erzählen hat, die obendrein emotional ziemlich kalt lässt. Hauptgrund dafür dürfte sein, dass Hauptdarsteller Mark Wahlberg so emotional agiert wie ein Stück Holz und wir von seinen Gefühlen nur hören, seine Wut und Verzweiflung, die ihn angeblich antreiben sollen, aber keinerlei szenische Entsprechung erhalten. Ganz zu schweigen von Bildern aus Zeiten des Glücks mit seiner Familie.

Nach diesen 60 Minuten, in denen im Übrigen auch kaum eine Waffe abgefeuert wird und Mark Wahlbergs Max Payne eher einem Detektiv Humphrey Bogartscher Prägung beim lustigen Whodunit Spiel ähnelt, kommt die Idee um die Superdroge Valkyr endlich richtig im Film an und entwickelt Max Payne plötzlich eine ganz eigene, deutlich straightere und geradlinigere Dynamik. Und vor allem darf Max Payne endlich Max Payne sein und aus allen Rohren feuern.

Und so purzeln in den letzten 30 Minuten dann endlich die optischen Highlights, werden Handfeuerwaffen im Akkord geleert und hechtet und springt Mark Wahlberg wie ein junger Gott durch die Kulissen. Obendrein erweist sich John Moore nach Im Fadenkreuz zum zweiten Mal als versierter Actionregisseur, der weiß, worauf es ankommt: Und so gibt es hier kein Schnittgewusel, kein Kameragewackel (bzw. nur ganz Minimales und zwar beim Abfeuern von großkalibrigen Waffen, um den Druck dieser Schießprügel zu verdeutlichen) und keinerlei Hektik! Vielmehr dominieren eindrucksvoll choreographierte, souverän bebilderte Shoot Outs, die ab und an überraschend brachial umgesetzt wurden. Denn wenn ein Max Payne seine Gegner mit einer Pump Gun aus zwei Meter Entfernung umnietet und diese zu Abflügen ansetzen, die sie teils 5-6 Meter durch die Luft fliegen lassen, wird die FSK 16 Freigabe in deutschen Landen mehr als greifbar.

Dennoch bliebt der Actionafficionado in mir ein Stück weit unbefriedigt, denn die irrige Altersfreigabe in den USA und die damit verbundene Ausrichtung von Max Payne auf ein Teeniepublikum schadet dem Streifen teils enorm. Denn während das Spiel zum Film mit seinem düsteren Gameplay und der harten Action einzig und allein für Erwachsene bestimmt war, darf nun kein Tropfen Blut spritzen und wird die teils hart und brachial dargebotene Action fast schon comicmäßig entschärft, was wiederum der düsteren Grundausrichtung der Geschichte des Filmes schadet. Wie man es dreht und wendet, mit der anvisierten PG 13 Freigabe in den USA hat man bei diesem Film den größten Bock geschossen und beraubt ihn immer und immer wieder der in Ansätzen durchaus vorhandenen Wucht.

Dabei fällt auch auf, dass die coolen Zeitlupenballereien, die im Spiel sinnvoller Bestandteil des Gameplays waren, für den Film nur ein einziges Mal bemüht werden, vermutlich auch, um die niedrige Altersfreigabe zu erreichen. Dennoch machen die letzten 30 Minuten in Max Payne, die eigentlich nur Actionszene an Actionszene reihen, storytechnisch deutlich mehr Zug entwickeln und in Form der Drogenhalluzinationen von Max einen unbestreitbaren, sehr cool getricksten optischen Höhepunkt haben, unbestritten sehr viel Spaß und entschädigen für den etwas lauen Einstieg. Dabei bleibt aber bei aller choreographischen Brillanz in der Paynschen Action der Streifen Wanted das Knallbonbon des Jahres, da er durchweg besser choreographiert, ideenreicher und eben auch weitaus brutaler ist – von der deutlich besseren Story ganz zu schweigen (und das will was heißen ).

Das merkte wohl auch irgendwann Mark Wahlberg, der hier nach The Happening zum zweiten Mal in Folge irgendwann sichtlich die Lust am Filmprojekt verloren zu haben scheint. So stakst er gelangweilt durch diverse Settings und hat – vom sehr physisch orientierten Showdown einmal abgesehen – offensichtliche keine Lust, Max Payne irgendwie mit einer gewissen Form von Schauspiel aufzuwerten. Was sehr schade ist, denn gerade der recht zähe Einstieg hätte durch eine coole Performance des Mimen definitiv gewonnen. Und dass er könnte, wenn er nur wollte, hat er unlängst im ähnlich gelagerten The Shooter oder in The Departed bewiesen.

In den Nebenrollen sieht es ähnlich mau aus, wobei man hier eine große Teilschuld dem Drehbuch zuweisen muss, das bei manchen Figuren gar köstlich versagt. So ist Amaury Nolasco (der beste Kumpel des Helden aus Prison Break) als Oberbösewicht eine einzige Lachnummer. Im Grunde darf er nur schwitzen, mit nacktem Oberkörper in der Kälte herumstehen und sich in einem unendlich schwachen Endfight ausschalten lassen. Bedrohung, Schauspiel, Charakterentwicklung bzw. die Erschaffung eines Charakters – Fehlanzeige. Das gilt unisono für Mila Kunis als Flintenweib. Ihre Stadien des Schauspiels erschöpfen sich in: Waffe anlegen, Waffe abfeuern, Waffe absetzen. Beau Bridges beweist einmal mehr, dass er eben nicht Jeff Bridges ist und seine besten Zeiten seit Ewigkeiten hinter sich hat. Erstaunlicherweise tummeln sich noch zwei Namen im Cast, die man vermutlich eher nicht in Max Payne erwartet hätte. Der eine, weil man ihn (Chris O’Donnell) schon seit Ewigkeiten in keinem Film mehr gesehen hat (nach der Performance hier wird einem auch wieder klar, warum) und die andere, weil man sie (Nelly Furtado) in Filmen eigentlich eher selten zu Gesicht bekommt. Ein witziges Gimmick für Olga Kurylenko Fans wie mich, ist ihr absolut genialer Kurzauftritt als sexy Luxusluder Natascha, der in seinem Irrwitz ganz kurz aufblitzen lässt, wie herrlich überzeichnet Max Payne in seinem Machowahn auch hätte sein können, aber leider nicht durfte. Sie ist dann auch unbestreitbar der Höhepunkt des Filmes … wenn auch ein megamies synchronisierter!

Davon abgesehen fällt es schwer, den Schmerzmaxe als Höhepunkt im Actiongenre zu begreifen. Dafür startet er zu verhalten, steigert sich aber nach zähen 60 Minuten Laufzeit deutlich. Der eher uninspirierte Hauptdarsteller, die viel zu harmlose (aber ungemein stylische) Action, die desolate Figurenzeichnung und die insgesamt zu dünne Story werten Max Payne zusätzlich empfindlich ab. Zudem gibt es in diesem Jahr mit Wanted ein deutlich witzigeres Actionknallbonbon, um sich wirklich mit dieser Spielverfilmung irgendwie zufrieden geben zu müssen. Im Rahmen der teils unsäglichen anderen Spieleverfilmungen schlägt sich Max Payne dank hervorragender Film Noir Optik aber dennoch beachtlich und – ganz wichtig – versteht es, keine Minute zu langweilen!

In diesem Sinne:
freeman

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