Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Mayday

Originaltitel: Mayday__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2005__Regie: T.J. Scott__Darsteller: Aidan Quinn, Kelly Hu, Dean Cain, Charles S. Dutton, Michael Murphy, Gail O’Grady, Sasha Roiz, Richard Fitzpatrick, Tamara Hope, Gabriel Hogan, Victoria Pratt u.a.
Mayday

Wenn schon abstürzen, dann bitte mit Kelly Hu: “Mayday”!

San Francisco. Ein neuartiges Passagierflugzeug hebt zu einem Non-Stop-Flug gen Tokio ab. An Bord die verschiedensten menschlichen Schicksale auf ihrem Weg nach Nippon. Kaum in der Luft, kommt man in den Einzugsbereich eines tropischen Sturmes. Die Crew beschließt, um das Schlechtwettergebiet herum zu manövrieren. Dummerweise kommt man dabei militärischem Luftraum verdammt nahe. Und dummerweise führen die zu genau dieser Zeit NATÜRLICH den Test einer neuartigen Luft-Luft Rakete durch.

Diese sollte eigentlich nur eine Testdrohne durchbohren (man hat den Sprengkopf für die Übung entfernt), doch beim Abschuss hat sie fälschlicherweise den Tokio-Flug aus San Francisco als Abschusskoordinaten eingespeichert. Es passiert, was passieren muss: Die Rakete reißt zwei riesige Löcher in das Flugzeug und so gut wie alle Passagiere fallen aufgrund des plötzlichen Druckabfalls in der Kabine in ein Koma. Nur wenige bleiben bei Bewusstsein und versuchen nun alles, um am Leben zu bleiben…

Und dass das leichter gesagt ist, als getan, dürfte jedem halbwegs geschulten Fan von Katastrophenfilmen neuerer Prägung bekannt sein. Im Zuge von „Akte X“ und ähnlichen Verschwörungsserien begannen nämlich auch die Katastrophenfilme zu mutieren. Aus der reinen Katastrophensituation wurden vor allem für TV-Filme immer wieder Geschichten geformt, in denen verschiedenste Interessenlagen aufeinander prallten und somit das Schicksal der in der Katastrophensituation befindlichen Leute zusätzlich erschwert wurde.

In „Mayday“ will nun freilich das Militär am liebsten den Irrtum schnell verschleiern und denkt über den Abschuss der Maschine nach. Leider hat der Pilot der Kampfmaschine so etwas wie ein Gewissen. Und am Boden hat die Versicherung der Fluggesellschaft keinen Bock auf die anstehenden Klagen der Passagiere und die Zahlungen der vermutlich anrollenden Versicherungssummen. Also versucht man den Chef der Fluggesellschaft dazu zu überreden, die Maschine im Ozean zu versenken. Wird schon niemand vermissen.

So wird „Mayday“ von Minute zu Minute hirnrissiger und überladener und vor allem immer unfreiwillig komischer. Das ist insofern schade, weil bei dem Streifen optisch eigentlich fast alles stimmt und man gehobene TV-Kost geboten bekommt, die viel des gerade aktuellen „24“-Chics atmet und neben Split Screens auch viele unvermittelte Zooms und Schwenks in petto hat. Die einzigen Aussetzer, die man benennen muss, sind die grausligen CGI-Effekte um das fliegende Flugzeug (die Außenaufnahmen funktionieren samt und sonders nicht) und die hanebüchen schlecht getrickste Notlandung am Ende.

Am meisten beeindrucken können die Szenen am Boden in der Umgebung des Militärstützpunktes, kommen diese doch mit richtig dicken, braungefilterten Bildern daher und erzeugen so etwas wie Kinofeeling. Dieses hält allerdings in den anderen wichtigen filmischen Kategorien nicht lange vor. So setzt sich der Cast fast vollständig aus vornehmlich aus dem TV bekannten Nasen zusammen:

Victoria Pratt („Mutant X“), Gail O’Grady („NYPD Blue“) und Dean Cain („Superman – die Abenteuer von Lois und Clark“, „Vendetta“) bilden dabei nur die Spitze des Eisberges. Denn auch Kelly Hu („Scorpion King“), die wie der Rest des Castes auf eine langanhaltende TV-Karriere zurückblicken kann, verirrte sich in den Streifen und hat als Flugbegleiterin freilich keinerlei Möglichkeit in der Hinsicht zu rocken, wie wir sie sehen wollen: Als ass kicking tough chick.

So darf sie dem Hauptdarsteller mal flirtende Blicke zuwerfen oder sich freuen, weil man soeben dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Ansonsten kann auch sie keinerlei Akzente setzen. Dasselbe gilt witzigerweise auch für den Hauptdarsteller Aidan Quinn („Haunted“), der als Held wider Willen eher unsympathisch wirkt und blass bleibt, da er absolut auf Sparflamme agiert. Dieser eher schwache Cast, das daraus folgende geringe Involvement und die immer haarsträubender werdenden Verwicklungen wirken sich dann alles andere als positiv auf die Spannung aus.

Das Ergebnis ist ein optisch solider, leider eher langweilig vor sich hin dräuender Versuch eines Katastrophenfilmes, der sich in einigen wichtigen Kategorien gründlich verhebt und mit zunehmender Laufzeit immer hanebüchener daherkommt. Im TV ist dieser Streifen mit den obligatorischen und enervierenden Werbecliffhanger-Schwarzblenden am besten aufgehoben. Alle Kelly-Hu-Fans können sich ein Auge an der überaus hübschen Kelly holen, dürften ansonsten aber auch eher enttäuscht zurückbleiben…

Die deutsche DVD kommt aus dem Hause Paramount und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Paramount Pictures Home Entertainment__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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