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Megaboa – 20 Meter, die FRESSEN wollen!

Originaltitel: Megaboa__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2021__Regie: Mario N. Bonassin__Darsteller: Eric Roberts, Emilia Torello, Joe Herrera, Michelle Elizabeth O’Shea, Ray Acevedo, Jadon Cal, Sharon Desiree, Michael DeVorzon u.a.
Megaboa mit Eric Roberts

Ob die “Megaboa” Eric Roberts verspeisen darf?

Professor Malone ist mit einigen Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern in irgendeinem Dschungel (der frappierend nach Hawaii aussieht) unterwegs, um ihn in Teilen zu kartographieren. Der vorgeblich sehr erfahrene Wissenschaftler erweist sich alsbald als ziemliche Nulpe, die ihre Schuhe offen in der Wildnis herumstehen lässt, so dass es sich eine Spinne darin bequem machen kann. Als Malone seinen Schuh wieder anziehen will, beißt das Krabbelviech beherzt zu.

Blöderweise entpuppt sich die Spinne als reichlich giftige Variante. Eilig kontaktiert man ein Charter-Unternehmen, um Malone aus dem Dschungel heraus zu schaffen. Doch selbiges verweigert den Dienst, aufgrund kräftigen Windes. Schulterzuckend ergibt sich Malone in sein Todesurteil. Zum Glück stößt ein weiterer Mann zu dem Forschungstrupp und erzählt etwas von einer speziellen Orchidee, die die Wirkung des Giftes so lange unterdrücken könne, bis man Malone ein richtiges Antidot verpassen kann.

Blöderweise hat der Kerl vergessen zu erwähnen, dass er lange Zeit nicht alleine im Dschungel unterwegs war und sein Partner von einer gewaltigen Boa verspeist wurde. Und ebenjene freut sich sehr, dass nun neues Futter durch ihr Revier latscht.

Schaut in den Trash-Film mit Eric Roberts hinein

„Megaboa“ entspricht in jeder Filmminute dem in letzter Zeit leider zur Gewohnheit gewordenen Vollschund aus den The-Asylum-Studios. Selbige scheinen inzwischen jedwede Filmliebe verloren zu haben und drehen Totalausfall um Totalausfall – ohne Ausreißer nach oben. Die Story des Filmes ist der totale Kokolores. Warum man zur Kartographierung eines Dschungels mit sechs Mann anrückt, wenn letzten Endes nur einer gebraucht wird, der die alles filmende Drohne bedient, man weiß es nicht. Es wird auch nicht erklärt. Zumal die Begleiter des Herrn Professors durchgehend geistig minderbemittelt wirken, nur Humbug labern und als Wissenschaftler kein Stück ernst genommen werden können.

Größer als die Titanboa?
Das ist die Megaboa!
*Rumpelnde Erkenntnismusik*

Mit „Dialogen“ und „Bonmots“ wie diesem wird man von „Megaboa“ förmlich zugeschissen. Und egal, wie brenzlig oder auch belanglos eine Situation auch sein mag, sie bietet garantiert Anstoß genug für endlos dumme Endlosdialoge, die nie zum Punkt kommen und das Zuschauerhirn verbiegen.

Vorgetragen werden sie von absolut talentlosen „Schauspielern“, bei deren Mimik und Gestik man sich häufiger hilflos fragt, was der Fratzengulasch da gerade bedeuten soll. Highlight dahingehend: Michelle Elizabeth O’Shea, die während des Sprechens eine Lippenstellung präsentiert, die vermuten lässt, dass sie versucht ihre Zähne irgendwie im Mund zu fixieren. Oder sie versucht, einen Furz zu unterdrücken. Ich kann es echt nicht sagen. Ihr Co-Star Emilia Torello steht in den entsprechenden Momenten meist neben ihr und ist mehr damit beschäftigt, ihre Haare aus ihrer Fresse zu wischen, als zu spielen. Katastrophe.

Zu behaupten, Eric Roberts („The Expendables“) würde aus diesem Fanal des Unvermögens herausragen, wäre zu viel der Ehre. Der Mime hockt die meiste Zeit in einem Campingsessel und schmunzelt vor sich hin. Wirklich spielen mag er nicht. Und trotzdem nimmt er allen um sich herum die Butter vom Brot. Einfach nur indem er sitzt und Müll labert.

Der eigentliche Star, die Megaboa, hatte sichtlich keinen Bock auf diesen Film. Wenn das Schlangenviech fünf Minuten Screentime hat, ist das viel. Das Schöne: Aufgrund ihrer geringen Screentime regt man sich nicht sonderlich lange über die verhunzten CGIs auf, die sie darstellen sollen. Zudem variiert das Viech von Einstellung zu Einstellung und von Schnitt zu Schnitt in ihrer Größe. Mal wirkt sie wie ein dürrer Regenwurm, dann wieder wie ein gigantisches Monstrum.

In ein oder zwei Szenen macht das Viech sogar Spaß, da sind dann auch die Effekt nicht so brutal daneben. Die meiste Zeit jedoch greift man sich bei dem Ungeheuer nur an den Kopf. Ein 20-Meter-Schlangenexemplar, das überwiegend in den Baumwipfeln unterwegs ist und sich so weithin mit lautem Knacken des Geästes ankündigt – muss ich mehr sagen? Vielleicht, dass sie obendrein ein „wokes“ Beuteschema hat? Glaubt ihr nicht? Achtet mal drauf! Aus irgendeinem Grund wird im Übrigen auch noch eine Riesenspinne in den Ring geworfen. Die kann aber auch nix.

Optisch setzte Regisseur Mario N. Bonassin, der sonst eher für die Postproduction-Abteilung von „The Asylum“ arbeitet (etwa bei „Ape vs Monster“ oder Triassic Hunt“), auf breites 2,35:1. Seltsamerweise kommt bei seiner Bildgestaltung mit viel zu vielen Close-ups dennoch immer ein Gefühl von Enge auf. Des Weiteren ist der Schnitt hakelig und die Fotografie unschön digital glatt. Die Schönheit Hawaiis darf zumindest in Schnittbildern immer mal durchblitzen. Eine Katastrophe: Der üble Score. In der deutschen Fassung wurden die deutschen Dialoge zudem megamies abgemischt und werden von dem grässlichen Score beständig übertönt. Vielleicht wollte uns der deutsche Publisher aber auch nur vor den Dialogen schützen?

„Megaboa“ ist megamies

Irgendwas läuft bei The Asylum aktuell absolut in die falsche Richtung. Vor allem deren Creature-Feature-Beiträge spotten jedweder Beschreibung. Da lassen die Macher einen Streifen namens „Megaboa“ auf die Zuschauer los, nur um dann wie in ähnlichen Rohrkrepierern wie „Ape vs Monster“ NICHTS von dem eigentlichen Star zu zeigen. Stattdessen wird man mit bescheuerten Dummbrotdialogen gequält, die von absolut talentbefreiten und auch nicht engagiert wirkenden Vollpfosten vorgetragen werden. Und die sehen obendrein aus, als hätte Freund Resterampe mal wieder Überstunden geschoben. Gibt’s keine billigen schönen Schauspieler mehr?

Dazu eine hirnrissig doofe Story, die nach fünf Minuten Laufzeit komplett auserzählt ist. In keiner Minute mag Spannung, Action, Tempo, Humor oder irgendetwas aufkommen, was beim Zuschauer das Gefühl erwecken würde, er würde hier gerade gut unterhalten werden. Nicht einmal in Sachen Splatter gibt es hier irgendwas zu sehen. Meist verschwinden die Opfer einfach von der Bildfläche, während ein Pixelbrei vorbeihuscht. Die FSK 16 Freigabe ist dementsprechend durch nichts gerechtfertigt.

Kurzum: „Megaboa“ ist für mich eine Art Antifilm und weit entfernt von dem, was die Macher vermutlich angepeilt haben: Einen unterhaltsamen Trash-Film. Da kann auch ein durchweg seltsam amüsiert wirkender Eric Roberts nichts mehr reißen. Nochmal zur Info: Er stirbt da eigentlich gerade. Aber hey, mit Humor geht alles leichter. Außer das Angucken von „Megaboa“.

0 von 10

DVD und Blu-ray zum Film kommen von Great Movies, uncut mit FSK 16 Freigabe. Streamen kann man den Film freilich auch.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Great Movies__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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