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Megalodon

Originaltitel: Megalodon__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2018__Regie: James Thomas__Darsteller: Michael Madsen, Dominic Pace, Caroline Harris, Ego Mikitas, Aimee Stolte, Scott C. Roe, Sébastien Charmant, Elizabeth J. Cron, Paulina Laurant u.a.
Megalodon mit Michael Madsen DVD Cover

Michael Madsen tritt gegen den “Megalodon” an!

Als angekündigt wurde, dass Steve Altens Bestseller „Meg“ eine Aufarbeitung als Blockbuster erfahren würde, war eigentlich sofort klar, dass das Ergebnis (Biss)Spuren am Boxoffice hinterlassen würde. Dementsprechend war bei „The Asylum“ ein begleitender Mockbuster schnell beschlossene Sache. Zum einen, um unwissende Spontan-DVD-Käufer zur Kasse zu bitten, Zum anderen, um sein Revier abzustecken. Immerhin kommt augenblicklich kein Hai-Film-Fan an „The Asylum“ vorbei. Man denke nur an den Megashark, die 2-6-Headed Shark-Attack oder ganze sechs Teile Sharknado.

Ein russisches U-Boot bohrt vor der amerikanischen Küste an Datenkabeln herum (Nein, wie aktuell diese The-Asylum-Drehbuchautoren sind!!!), um die Kommunikation der Amis abzufangen. Dabei geht schief, was schiefgehen kann. Irgendwann bricht der Bohrer ab, das U-Boot knallt dumm auf den Meeresboden und schon teilt sich selbiger und ein riesiger Hai entweicht dem Spalt. Der beißt herzhaft in das U-Boot und verschwindet.

Als die US-Navy der Vorgänge gewahr wird, schickt sie einen Kampfverband ins betreffende Areal. Eines der Kriegsschiffe schickt ein Forschungs-U-Boot gen Meeresgrund, um etwaige Überlebende zu bergen. Das gelingt zwar, doch geben die Schiffbrüchigen sich höchst unkooperativ. Als die auch noch irgendwas faseln, von wegen ein Riesenhai habe ihr U-Boot zerstört, reißt den Amis der Geduldsfaden. Doch just in dem Moment taucht der Riesenhai erneut auf und rammt das Kriegsschiff. Nebenbei verleibt er sich den einen oder anderen Bade- und Angelgast in Küstennähe ein. Für die Besatzung des Kriegsschiffes ist klar: Das Biest muss erledigt werden. Am besten sprengen. Das hilft ja immer!

Schaut in “Megalodon” mit Michael Madsen hinein

„The Asylum“-Filme kann man eigentlich grundlegend in zwei Kategorien einteilen: 1. Filmischer Vollschrott, der dank flottem Tempo und beknackten Ideen gut unterhält („Sharknado“, „World of Tomorrow“). 2. Filmischer Vollschrott, der dank Endlos-Dialogen, beschissenen Schauspielleistungen und Cameo-Auftritten seiner eigentlichen „Sensationen“ einfach nur brutal langweilt (der überwiegende Teil der Asylum-Produktionen). „Megalodon“ gehört leider zu letzterer Kategorie.

Auf dem Kriegsschiff, das selbst in seinen CGI-Momenten wie ein normales Handelsschiff aussieht, wird wirklich jede abgeranzte Kajüte genutzt, um darin nichtssagenden Müll zu palavern und angestrengt auf Bildschirme zu starren, auf denen vermutlich gar nichts zu sehen ist. Wenn man den Megalodon im Film insgesamt eine Minute zu sehen bekommt (bei 88 Minuten Laufzeit!) ist das wirklich viel. Erstaunlicherweise schaut der gar nicht mal so übel aus, wenngleich seine Dimensionen von Bild zu Bild zu variieren scheinen und er mal wirklich total fantasielos und blutleer zu Werke geht. „Megalodon“ ist infolgedessen sogar harmloser als der PG-13 „Meg“ mit Statham! Auch eine Kunst.

Seltsam ist auch, dass The Asylum sich nicht traut, aufzudrehen. Wie der große Blockbuster-Kollege gibt sich auch „Megalodon“ erstaunlich normal. Der Megalodon darf nur mal einen Wal und ein Boot verschlucken. Mehr auch nicht. Weder pflückt er Hubschrauber aus der Luft noch versenkt er die US-Navy im Vorbeischwimmen. Zumindest darf mal ein Mini-U-Boot eine Weile in dem Megalodon verweilen. Eine Sequenz, die jeder Leser von Altens Buch kennt, die sich aber der Blockbuster-Anlauf verkniffen hat, da diese doch sehr trashy geraten ist. Doch nicht einmal hier geht „Megalodon“ steil. Da habe ich mir von den Asylum-Jungs deutlich mehr versprochen.

Gar nichts versprochen habe ich mir von Anfang an von den Gesichtsvermietern im Film. Und zumindest dahingehend wird solide geliefert: Keiner Figur nimmt man ihre Funktion auf dem Schiff ab. Kein Schauspieler entwickelt so etwas wie einen echten Charakter. Und kein Schauspieler kommt gegen die dummen Dialogzeilen seiner jeweiligen Figur an. Als bekannte Nase holte man sich zumindest Michael Madsen („The Hateful 8“) als Admiral King an Bord. Der wird drei- bis viermal ins Bild geschoben und lächelt immer wissend vor sich hin. Erst im großen Baller-Showdown geht er mit sichtlich mehr Spaß am Overacting zur Sache. Einen Glanzpunkt in seiner Karriere setzt er mit diesem Schmuh allerdings nicht.

“Megalodon” oder wie ein Mockbuster bitte nicht aussehen sollte

Was am Ende bleibt, ist ein stinklangweiliger Mockbuster der Marke „extra überflüssig“. Weder dreht The Asylum so richtig auf und haut in seinem ureigensten Hai-Genre auf die Kacke, noch macht das Endergebnis auf eine sympathische Art und Weise irgendwie Laune. Die Figuren gehen einem einfach nur auf die Eier, der eigentliche Held des Filmes hat die winzigste Nebenrolle von allen abbekommen und es wird nicht einmal versucht, zu erklären, was ein Megalodon ist, warum er ist, wie er ist und was ihn so gefährlich macht. Stattdessen wird permanent sinnloser Müll gelabert. Und das mit einer Ausdauer, die einfach nur Staunen macht.

In der Folge zieht sich „Megalodon“ schon nach gut 15 Minuten Film wie zäher Kaugummi, das Tempo ist eine Katastrophe und es gibt nicht eine vernünftig aufgebaute Actionszene, die einen irgendwie aus dem Wachkoma reißen könnte. Stattdessen gibt es Anschlussfehler satt, lächerlich unfertige CGI-Effekte rund um das Kriegsschiff, peinliches Patriotengewäsch gegen Ende und eine optisch wie akustisch abgefuckt öde Inszenierung auf niederstem TV-Niveau (SyFy produzierte im Übrigen mit, falls jemand fragen sollte). Wenn dann am Ende die zu Beginn des Filmes eingesammelten Russen die größte Gefahr für die Amis darstellen, führt sich „Megalodon“ selbst komplett ad absurdum.

0 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film stammt von dem Label White Pearl Movies / Daredo und ist mit einer schlichtweg irren FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Die deutsche Synchronisation scheint derweil die Google-Übersetzung besorgt zu haben. Wenn anstelle von Haiforschung plötzlich von einer Haiumfrage die Rede ist, fragt man sich schon, ob die Haie da gefragt werden, welcher The-Asylum-Hai-Film ihnen am besten gefällt.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: White Pearl Movies / Daredo__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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