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Mirror Wars

Originaltitel: Zerkalnie voyni: Otrazhenie pervoye__Herstellungsland: Russland__Erscheinungsjahr: 2005__Regie: Vasili Chiginsky__Darsteller: Alexander Efimov, Ksenia Alferova, Valeri Nikolayev, Mikhail Gorevoy, Malcolm McDowell, Armand Assante, Rutger Hauer, Ivars Kalnins, Olga Yakovtseva u.a.
Mirror Wars

Rutger Hauer auf der Jagd nach einem Tarnkappenbomber in “Mirror Wars”

Die Russen haben einen neuen Kampfjet mit einzigartiger Tarnvorrichtung erfunden. Klar, dass dies diverse Neider auf den Plan ruft, die dieses Flugzeug nur zu gerne in die Hände bekommen wollen. Allen voran ein internationaler Terrorist, der mit dem Tarnkappenbomber eine persönliche Vendetta vollenden will. Fortan versuchen die Russen in Zusammenarbeit mit dem CIA (die Amis sind aber echt überall), zu verhindern, dass der Terrorist den Jet stehlen kann … Das Codewort lautet natürlich “versucht“. Denn der Terrorist setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um den Wundervogel zu ergaunern …

Im Grunde eine simple Geschichte, die, wenn zügig vorgetragen, durchaus funktionieren könnte. Doch irgendwie scheint bei dem Film keiner so recht verstanden zu haben, was zügig bedeutet. Und so wird geplappert, bis sich die Zungen verknoten. Dabei darf vor allem Malcolm McDowell als Superterrorist soviel Unfug quatschen, dass einem schier die Ohren bluten. Viel labern darf auch Armand Assante. Und Rutger Hauer darf bei seinen insgesamt vielleicht eine Minute andauernden Auftritten auch ordentlich ablabern. Hui? So viele Amistars? Ich denke, das ist ein russischer Film? Klaro, aber bekannte Namen aus den USA erhöhen freilich das Interesse an jedem Filmprojekt. Die Tatsache, dass es sich weitgehend um abgehalfterte (zumindest Rutger ist ja wieder auf einem aufsteigenden Ast) “Stars” handelt, zeigt schon auf, aus welcher Richtung “Mirror Wars” angeschossen kommt. Klar, er würde gerne ein wenig wertig wirken, schafft das aber nicht wirklich. Die Flugszenen stammen offensichtlich von Flugschauen, andere wurden mehr schlecht als recht getrickst und echte Dogfights, eigentlich das, was man bei einem Film dieser Kategorie fast schon zwingend erwarten muss, hat es keinen einzigen. Eigentlich müsste man jetzt gar nicht mehr weiter schreiben, aber hey, bleiben wir fair.

Da man keine Luftkampfaction zeigen will, setzt man zumindest gegen Ende von “Mirror Wars” auf handfestere Action. Im Übrigen genau der Moment, wo die arg wirre, teils gar nicht mehr durchschaubare Story plötzlich wieder auf Spur kommt. Nun setzt es blaue Bohnen, ein paar platzende Bloodpacks und ein paar schön dicke Explosionen. Das haben die Russen wirklich drauf. Warum sie freilich diverse handgemachte Actionszenen mit cheesy CGIs “aufwerten“, die obendrein extrem überflüssig anmuten, weil die Macher das Rüstzeug für die Realaction offensichtlich da hatten und die CGIs nichts bebildern, was in seinem Spektakelwert das sonst Gesehene überbieten könnte, fragt man sich schon. Ansonsten ist das Filmchen ganz hübsch bebildert und versucht durchaus auf gelungene Art und Weise, internationales Flair zu etablieren, indem es den Hauptbäddie durch das riesige Russland und in Nachbarnationen schickt (selbige wurden allerdings offensichtlich auch von Mütterchen Russland gedoubelt).

Schauspielerisch sieht es dafür ziemlich finster aus. Die Hauptdarsteller wirken nicht nur luschig, sondern auch unsympathisch. Der Held nervt schon in den ersten Minuten, seine Kollegen tun es ihm gleich. Flair bringen nur die bereits erwähnten größeren Namen in den Film, selbige lassen sich aber nicht wirklich beim Schauspielern erwischen.

Was bleibt, ist ein Film, der gerne auf “Top Gun“, “Stählerner Adler“ oder “Firefox“ machen würde, aber im Grunde alles vermissen lässt, was diese Filme ausmacht. Die flotten und dummen Geschichten der Vorbilder konterkarieren die russischen Macher von “Mirror Wars” mit einer zwar dummen, allerdings alles andere als flotten oder durchschaubaren Geschichte. Charismatische Heldengesichter ließ man weg, spektakuläre Luftaufnahmen wollte man auch keine drehen, geniale Fußwippmucke ertönt nie, die Bäddies sind langweilig, deren Motive öde, die gezeigten Moppen zu klein und die plump pathetischen Dialoge des Streifens nerven heftig. Schauspieler gab’s auch keine mehr, dafür schlechte Computertrickser … Braucht alles eigentlich kein Mensch … von einem Tarnkappenbomber, dessen Tarnkappenfunktion eigentlich nie eine Rolle spielt und der irgendwie wie ein stinknormaler Jet ausschaut, ganz zu schweigen …

Die deutsche DVD kommt von Constantin/Highlight und ist mit einer FSK 16 Freigabe uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Constantin/Highlight__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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