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Mission Open Fire (+ Videokritik)

Originaltitel: Open Fire__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Kurt Anderson__Darsteller: Jeff Wincott, Patrick Kilpatrick, Marty Anderson, Mimi Craven, Lee de Broux, Crockett Maricle, Christopher Kriesa, Brooks Gardner, Brenda Swanson, Jeff Ward u.a.

Das hier besprochene “Stirb Langsam”-Rip-Off “Mission Open Fire” ist Teil unserer neuesten Videokritik. Wer also nicht lesen mag, findet hier die Vollstbedienung.

“Mission Open Fire” in der Videokritik

Mission Open Fire mit Jeff Wincott in einem Stirb-Langsam-Rip-Off

Jeff Wincott gibt in “Mission Open Fire” den John McClane.

Ex-FBI-Agent Alec McNeil ist eigentlich mit seinem Vater verabredet, als er aus den TV-Nachrichten erfahren muss, dass sein Vater als Geisel gehalten wird.

Brutale Söldner haben die Chemiefabrik, für die Alecs Vater schuftet, überfallen und wollen ihren Anführer Kruger aus dem Gefängnis freipressen. Wird ihren Forderungen nicht entsprochen, werden alle Geiseln getötet. Das FBI knickt alsbald ein und setzt Kruger auf freien Fuß.

Kaum ist der in der Fabrik angelangt, übernimmt er natürlich das Kommando und heizt die Situation ordentlich an.

Entweder erhalten er und seine Männer 30 Millionen in Diamanten, oder sämtliche Geiseln gehen über den Jordan. Achja, und Giftgas will Kruger in dem Fall auch noch freisetzen.

Was Kruger nicht ahnt: Alec hat sich längst Zutritt zu der Chemiefabrik verschafft und dünnt die Mannschaft des Terroristen langsam, aber sicher aus.

Schaut in das Stirb-Langsam-Rip-Off mit Jeff Wincott hinein

Das klingt nicht nur nach einem „Stirb Langsam“-Wiedergänger. „Mission Open Fire“ ist durch und durch ein unverhohlenes Rip-Off des großen Originals. Nur das Hochhaus tauschen die Macher mit einer Chemiefabrik. Der Rest ist bekannt. Ein frotzelnder Held killt sich durch eine kunterbunte Söldnerschar, während alle Cops rund um die Chemiefabrik zu blöd zum Abstuhlen sind.

Das ganze Unterfangen funktioniert eigentlich auch ganz gut. Regisseur Kurt Anderson („Head Hunter“) schiebt seine Handlung flott an. Alec wird in einer herrlich klischierten Kneipenschlägerei als Mann der Tat eingeführt und kurz darauf schlägt es 13 in der Chemiefabrik. Leider gerät die Übernahme recht lasch. Die Bösewichter dürfen hier leider kaum aufdrehen. Und auch allgemein fällt auf, dass „Mission Open Fire“ eher zahm geraten ist. Die 25 Jahre auf dem Index sind nach heutigen Maßstäben wahrlich nicht mehr zu rechtfertigen.

Ja, Held Alec bringt den einen oder anderen derben Finisher, aber nichts davon ist übertrieben brutal oder blutig und coole Oneliner zum Verhöhnen der Opfer bleiben auch aus. Allgemein ist die Action eher kurzer Natur. Vor allem zu Beginn können alle Gegner Alecs ebenfalls irgendeine Kampfsportart. Ohne dass dies für ausladende Fights genutzt werden würde. Zumindest kommt die Action schlauerweise immer dann auf, wenn die altbekannte Story aus Zutaten wie Drohungen, Verhandlungen und Geiselerschießungen zu sehr lahmt – was oft passiert.

Im Mittelteil verliert „Mission Open Fire“ auf einmal seinen Schwung. Alec darf eigentlich niemanden mehr killen und der Film arbeitet gefühlte Ewigkeiten auf einen Schauplatzwechsel hin. Doch auch hier wird die Action rund um den Showdown nicht größer skaliert. Es wird ein wenig mehr geballert, aber kaum etwas getroffen. Und Alec metzelt sich viel zu easy durch die traurigen Reste des Lumpenpacks von Kruger.

Zumindest der Endfight zwischen Alec und Kruger macht noch einmal Laune, enthält dem Zuschauer aber leider einen fiesen Finisher für Fieswicht Kruger vor. Der wird nämlich von Patrick Kilpatrick („Alarmstufe Rot 2“) zu einem reichlich fiesen Sausack entwickelt und hätte sich definitiv einen derben Abgang verdient gehabt. Neben Kilpatrick überzeugt Jeff Wincott („Deadly Bet“) als Held mit einer hier und da sogar selbstironischen Anlage. Auch seine Martial-Arts-Einlagen wissen absolut zu gefallen. Mimi Craven, Lee de Broux und Yuji Okumoto gehören zu den weiteren bekannteren Gesichtern und machen einen soliden Job.

All das setzt Kurt Anderson routiniert in Szene. Vor allem das Setting der Chemiefabrik funktioniert und wird umfassend genutzt. In der Action schaltet Anderson gerne immer mal wieder in die Zeitlupe, was den einzelnen Szenen ganz gut steht. Allgemein sorgt er für eine gute Übersicht in der Action und setzt vor allem seinen Star treffend in Szene. Etwas beliebig geriet die Musik zum Film. Die hätte sicherlich noch den einen oder anderen Spannungspunkt machen können.

„Mission Open Fire“ spielt „Stirb Langsam“ in der Chemiefabrik

Der „Stirb Langsam“-Rip-Offs gibt es viele (siehe auch unser Special zum Thema). „Mission Open Fire“ versucht gar nicht erst, dem Thema etwas hinzuzufügen. Dass der Oberfieswicht wie im Original einen deutschen Nachnamen erhält, mutet da nur konsequent an. Das Hauptproblem des Actioners liegt in seinem Mittelteil. Wenn Drehbuch und Regie merken, dass zu wenige Bösewichter installiert wurden, die Held Jeff Wincott obendrein viel zu leicht aus dem Weg geräumt bekommt.

In der Folge hängt „Mission Open Fire“ im Mittelteil immer mal wieder gewaltig durch und spielt Jeff Wincott auf einmal gar keine rechte Rolle mehr. Erst zum Ende hin fängt sich der Film wieder und kommt auch das Tempo wieder auf Touren. Der Actionfan per se hadert allerdings mit noch mehr Problemherden: Es fehlt an Härte, an echtem Krawall, druckvolleren Actionmomenten und vor allem an echten Gegnern für den Helden.

05 von 10

Am 26. Juni 2020 erschien der Film erstmals auf einer deutschen DVD von Maritim Pictures / Cargo Records. Ungeschnitten mit einer FSK 18 Freigabe. Die Qualität entspricht einer ordentlichen VHS-Kassette.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Maritim Pictures / Cargo Records__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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