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Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr

Originaltitel: Olympus Has Fallen__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Antoine Fuqua__Darsteller: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Rick Yune, Dylan McDermott, Radha Mitchell, Melissa Leo, Robert Forster, Angela Bassett, Ashley Judd, Cole Hauser, Finley Jacobsen u.a.
Olympus Has Fallen

Ab 15. November 2013 auf DVD und Blu-ray: Der Actionknaller “Olympus Has Fallen”

Washington, ein Tag nach dem amerikanischen Nationalfeiertag. Es hat sich hoher Besuch für den Präsidenten der Vereinigten Staaten angekündigt: Staatsbeamte aus Südkorea wollen sich mit ihm über die bedrohliche Lage an ihrer Grenze zu Nordkorea unterhalten. Doch kaum haben die Gespräche begonnen, verfrachten die Bodyguards den US-Präsidenten und seine Besucher in den sicheren Bunker unter dem Weißen Haus. Der Grund ist eine Truppe Terroristen, die sich gerade anschickt, das Statussymbol der amerikanischen Regierung zu stürmen! Natürlich befinden sich unter den Begleitern des südkoreanischen Premierministers auch einige fiese nordkoreanische Lumpen, die kurz darauf in einem Handstreich den Bunker übernehmen und den Präsidenten als Geisel festhalten.

Während sie an die Verhandlungsführer der Amerikaner herantragen, dass die Amerikaner ihre Flottenverbände aus dem japanischen Meer und ihre Truppen aus der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea abziehen sollen, wollen sie in Wirklichkeit an die Codes für Cerberus kommen. Ein Programm, das es den nordkoreanischen Terroristen ermöglicht, alle von den USA aus abgefeuerten Atomwaffen noch in der Luft mittels Selbstzerstörung zu eliminieren und Amerika so im Falle eines Atomkrieges wehrlos dastehen zu lassen…

Wer bis hierher aufmerksam gelesen hat, wird sicherlich bemerkt haben, dass bisher von gar keinem Helden die Rede war. Ganz richtig. Jenem widmen wir uns jetzt: Er heißt Mike Banning, ist ehemaliger Sicherheitschef des aktuellen Präsidenten und wurde aufgrund eines traurigen Zwischenfalls rund um die Präsidentengattin aus dem aktiven Dienst entlassen. Heute sitzt er im Finanzministerium und muss von seinem Büro aus mit ansehen, wie die terroristischen Lumpen seine Stadt attackieren. Wenige Sekunden später stürzt sich Mike in den Kugelhagel und dringt mit brachialer Gewalt bis ins erstürmte Weiße Haus vor. Hier zieht er dann im altbekannten John McClane Modus den fiesen Übelwichten die Ohren lang…

Olympus Has Fallen

Das Weiße Haus wird in “Olympus Has Fallen” extrem in Mitleidenschaft gezogen.

Nach einer kurzen, sehr funktionalen Exposition, die den Charakter Mike Banning und seine Beziehung zum amerikanischen Präsidenten effektiv verortet, zündet „Olympus Has Fallen“ eine der besten Actionkaskaden der letzten Jahre. Alles beginnt mit einem mittleren Massaker, wenn mittels Mini-Guns aus einer fliegenden Festung heraus die Wahrzeichen der Stadt und deren Besucher unter Feuer genommen werden. Dann explodiert plötzlich ein Bus und Selbst- mordattentäter sprengen den Zaun vom Weißen Haus, woraufhin sich auf das Gelände vordringendes, bewaffnetes, feindliches Fußvolk ein erbittertes Feuergefecht mit den Sicher- heitsbeamten des Präsidenten zu liefern beginnt. Mike bahnt sich derweil seinen Weg durch das terroristische Kroppzeug und muss mit ansehen, wie seine ehemaligen Kollegen zusammengeballert werden. Mit Panzerfäusten machen die Angreifer weiterhin klar Schiff, als plötzlich Schwerlasttransporter auftauchen, aus denen weitere Bösewichter mit großkalibrigen Waffen aus allen Rohren feuern. Als die Kavallerie in Form von FBI und Co. am Regierungssitz eingetroffen ist, ist es längst zu spät. Die Bösewichter haben sich in dem Regierungsgebäude verschanzt und drohen bei Übergriffen von Polizei- und/oder Armeeeinheiten mit drakonischen Strafen für die Geiseln.

Durchatmen! Runterkommen! Was Regisseur Antoine Fuqua („Shooter“) hier in einer ausladenden Actionsequenz präsentiert, ist schon ganz großes Actionkino. Es hat seine Makel, keine Frage (genannt seien CGI Blutfontänen und der eine oder andere schwächere Effekt), aber es ist packend, straight, richtig brutal und vor allem mit Blick für brachiale Schauwerte inszeniert! Alleine schon härtetechnisch zeigt Fuqua auf, dass er seinen Film eher in der Tradition brachial brutaler 80s Kracher sieht. Keine nervigen Kinder in Hauptrollen, keine lustigen Sidekicks. Stattdessen ein Man On A Mission, der zwar auch einmal Sprüche reißen darf, dem aber, genau wie dem ganzen Film, Humor und Ironie ansonsten ein Fremdwort sind! Fuqua meint das hier absolut ernst und inszeniert auch genauso. Da wird die amerikanische Flagge wie die amerikanische Seele durchlöchert, um danach in Zeitlupe vom Dach des Gebäudes zu fliegen. Der Patriotismus schlägt ebenso Purzelbaum wie das Pathos und auch der eine oder andere Dialog voller Fremdschämmomente mischt sich unter. Und gerade deshalb, wegen all diesem – man muss es so sagen – Stumpfsinn, funktioniert diese Hommage an das harte Kino der 80er so vortrefflich.

Olympus Has Fallen

Mike Banning wischt bei den fiesen Nordkorea-Lumpen richtig nass durch!

Im weiteren Verlauf schaltet der Film dann schauwerttechnisch deutlich herunter, ohne jedoch an Tempo einzubüßen! Das „Stirb Langsam“ Rip-Off nimmt nun richtig Fahrt auf und der falsche Mann am falschen Ort sorgt zur richtigen Zeit für ordentlich Kollateralschäden in den Reihen der ausnahmslos fiesen Bösewichter. Ambivalenz kennt „Olympus Has Fallen“ nicht. Es ist eindeutig, wer gut und wer böse ist und daran wird auch im gesamten Verlauf des Filmes nicht mehr gerüttelt. Mike prügelt und ballert sich derweil lustig durch die Räumlichkeiten und erlaubt seinem Darsteller, Gerard Butler („300“, „Gamer“), eine weitere echte Duftmarke im Genre zu hinterlassen. Der Schotte darf dabei äußerst brachial zu Werke gehen. Seine Kampfsportmoves sind extrem auf Effektivität getrimmt und ein Trinkspiel, bei dem man einen heben muss, wenn Mike wieder einen Kopfschuss gesetzt hat, würde wohl kaum eine Leber überleben. Die FSK hatte bei der Prüfung dieses Filmes definitiv einen guten Tag. Ähnlich zeigefreudige Filme wären zu den Zeiten, an denen sich der Film orientiert, sicherlich zensiert wurden, um ab 18 gezeigt werden zu dürfen.

Für einen kurzen Moment pumpt Fuqua dann noch einmal seine Action auf. Leider ist die daraus resultierende Szene eher weniger gelungen. Zum einen kann man kaum glauben, dass man sich erst vier Hubschrauber abschießen lässt, bevor man einen geordneten Rückzug anordnet, zum anderen sind die Effekte in dieser Sequenz erstaunlich suboptimal. Danach geht es der Regisseur sogleich wieder kleiner skaliert an und gewinnt den Actionfan mit einem konsequenten Abschluss seines Filmes glücklicherweise zurück.

Inszenatorisch setzt Fuqua seine Daueraction in fetten Bildern um. Er nutzt auch die Weitläufigkeit des riesigen Gebäudes mehr aus, als das Roland Emmerich in „White House Down“ getan hat. Leider lässt er Trevor Morris in seiner Funktion als Soundtrack Maestro des Filmes etwas zu sehr freie Hand, der daraufhin „Olympus Has Fallen“ mit den immer gleichen Fanfaren und Themen zukleistert, bei denen man tatsächlich den Wunsch verspürt, vor einer amerikanischen Flagge stramm zu stehen. Leider mischen sich in inszenatorischer Hinsicht immer mal wieder etwas schwächere Special Effects unter, wobei sie die meiste Zeit über aber deutlich harmonischer in den Film integriert wirken als im Emmerich Vehikel.

Olympus Has Fallen

In der großartigen Auftaktsequenz steigt der Bodycount beachtlich!

Will man dem Film Problemherde ankreiden, wird man schnell fündig: Wer patriotische Filme nicht mag, sollte den Film definitiv meiden oder zumindest die letzten vier Minuten wegspulen, wenn man mal wieder mit Durchhalteparolen statt mit Demut auf die gemeisterten Herausforderungen zurückschaut. Die Story passt auf den sprichwörtlichen Bierdeckel und lässt dabei noch Platz für mindestens eine weitere Actionfilmgeschichte. Und das Geschwafel rund um Cerberus ist auch ziemlicher Mumpitz. Zusätzlich wirkt manch hochkarätiger Schauspieler einfach unter Wert verheizt. Aaron Eckhart („The Dark Knight“) kommt als Präsident nie so recht zum Zuge und darf gefesselt immer nur wütend mit den Augen funkeln. Melissa Leo (Oscar für „The Fighter“!) wird als unreflektierte Superamerikanerin verheizt. Cole Hauser („Pitch Black“) darf zumindest den Filmtitel mit einem Satz erklären. Dylan McDermott („American Horror Story“) bleibt komplett blass und Radha Mitchell („Pitch Black“) hat einen eigenen, vollkommen sinnlosen Handlungsnebenschauplatz abbekommen. Klar, sie soll Mike ein wenig für den Zuschauer aufbrechen, letztlich wäre es aber besser gewesen, ihre Auftritte komplett zu streichen. Richtig übel erwischt es Morgan Freeman („The Dark Knight Rises“), Robert Foster („Jackie Brown“) und Angela Bassett („Strange Days“), die in dem irre klischeehaft angelegten, an der Grenze zur Selbstparodie lavierenden Krisenstab große Augen machen, besorgte Blicke umherwerfen und im Angesicht des Erfolges befreit aufatmen dürfen und/oder klatschen. Au weh. Ashley Judd („…denn zum Küssen sind sie da“) und Rick Yune („The 5th Commandment“) ziehen sich derweil achtbar aus der Affäre. Ein Schauspielfilm ist der top besetzte Actioner aber definitiv nicht.

Aber das soll er ja auch gar nicht sein. Rocken soll „Olympus Has Fallen“ und das macht er auch! Er bedient sich großzügig beim „Stirb Langsam“-Szenario und dreht ordentlich an allen Werten: Mehr Gegner, mehr blaue Bohnen, mehr Blut, mehr Big Bang, mehr Stars und mehr Tempo. Leider bekommt man auch mehr Patriotismus und Pathos, mehr unrunde CGIs, mehr Klischees und Reißbrettfiguren und mehr Rumtatamusik, bei einem gleichzeitig deutlich verringerten Humor- und Ironieaufkommen. In hochwertige Bilder verpackt und mit einem wuchtigen Helden versehen, kann der Film aber über so manches Problemchen hinwegholpern und bietet vor allem in den zahllosen und pausenlos auf den Zuschauer hereinstürmenden Actionszenen genau das, was der Actionfan sehen möchte. Und die Stürmung des Weißen Hauses dürfte trotz kleinerer Schwächen definitiv zum Kult in Actionfankreisen mutieren. Im Duell der beiden „White House“-Eroberungsfilme würde ich „Olympus Has Fallen“ minimal schwächer sehen als „White House Down“, der meines Erachtens weniger auf Klischees setzt und seine Story mit Humor immer wieder aufzubrechen versteht – sich also selbst nicht so ernst nimmt. Unterhaltsam sind jedoch beide Filme, wobei sich „Olympus Has Fallen“ eben eher an die Hardliner richtet, die ihr Steak extra blutig mögen, während „White House Down“ mehr auf großes Spektakel setzt und mit Ironie und einem coolen Hauptdarstellergespann eher auf ein jugendlicheres Publikum abzielt.

In diesem Sinne:
freeman


……


Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

„Stirb langsam“ im Weißen Haus: Gerard Butler kämpft sich durch Antoine Fuquas „Olympus Has Fallen“

Immer mal wieder treten zwei inhaltlich ähnlich geartete Hollywoodprojekte gegeneinander an, wie die Vulkanreißer „Dante’s Peak“ und „Volcano“ oder die Kometenspektakel „Deep Impact“ und „Armageddon“. Beim „Stirb langsam“-im-Weißen-Haus-Wettbewerb geht Antoine Fuquas „Olympus Has Fallen“ als erster an den Start, vor Roland Emmerichs „White House Down“.

Winterliche Idylle in Camp David: Mike Banning (Gerard Butler), hohes Tier beim Secret Service und Bodyguard des Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart) ist nicht nur hervorragend in seinem Job, sondern auch enger Vertrauter der Präsidentenfamilie. Sparring mit dem Präsi, Gespräche mit ihm und der First Lady Margaret (Ashley Judd), Betreuung des Sohnes Connor (Finley Jacobsen). Doch dann ein schwerer Autounfall bei einer Kolonnenfahrt, Mike rettet dem Präsidenten das Leben, kann dabei allerdings nichts mehr für Margaret tun, die stirbt. Einfach und simpel, aber effektiv erzählt Fuqua wie es zum Bruch zwischen dem ergebenen Patrioten Mike und dem Präsi kommt.

18 Monate später: Mike arbeitet im Büro des Schatzamtes, in der Nähe des Weißen Hauses, wo der Präsident eine Delegation aus Südkorea empfängt. Doch Terroristen befinden sich unter diesen, die Teil einer koordinierten Attacke auf das Weiße Haus sind, die von innen wie außen geführt wird. Und diese ist das Herzstück des Films: Hemmungslose derbe und politisch inkorrekt bebildert Fuqua die Erstürmung des Weißen Hauses, Terroristen, Bodyguards und Unbeteiligte sterben wie die Fliegen und mit dicken Einschusslöchern. Es sind 10 bis 15 Minuten purer Exzess, trotz (für Hollywood-Verhältnisse) kostengünstiger CGI-Trickserei hartes, packendes Actionkino, das zum Frontalangriff bläst, konsequent in seiner Rücksichtslosigkeit.

Mike greift in das Getümmel ein und kann sich während der Attacke in das Weiße Haus einschleichen, welches von den Terroristen besetzt wird ehe die Streitkräfte eintreffen. Von innen heraus startet Mike seinen Privatkrieg gegen die gut vorbereiteten Terroristen…

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

Einzelkämpfer Mike Banning (Gerard Butler) auf Rettungsmission

„Olympus Has Fallen“ bietet eine exzellente Besetzung derer, die es in Hollywood nicht ganz geschafft haben. Trotz solcher Erfolge wie „300“ ist Gerard Butler immer noch kein Superstar, beweist aber hier erneut feine Actiondarstellerqualitäten als harte, einsilbige, aber auch etwas eindimensionale Kampfsau. Aaron Eckhart als Präsident supportet gelungen, Rick Yune („The Man with the Iron Fists“) als Chef-Villain bleibt leider etwas blass. Morgen Freeman gibt den Regierungssprecher, darf aber später mal wieder Präsi spielen und macht das routiniert, während in den Nebenrollen so einige leicht in Vergessenheit geratene Gesichter. Ashley Judd darf sich kurz als First Lady zeigen, Angela Bassett schaut als Mikes Chefin vorbei, Dylan McDermott, Melissa Leo, Robert Forster und Cole Hauser wissen in Nebenrollen zu gefallen, während Radha Mitchell, trotz solcher Erfolge wie „Pitch Black“ und „Man on Fire“ nie zur Oberklasse aufgestiegen, als Mikes Freundin einen Standardpart bekommt, diesen aber mit Leben füllen kann.

Doch hinter dieser geballten Darstellerpower steht dann ein recht einfach gestricktes Drehbuch für ein Reißbrett-„Die Hard“, das vor allem bei seinen beiden wichtigsten Figuren ein wenig schwächelt: Dem Helden und dem Bösewicht. Mike wird dabei immerhin mit groben Strichen gezeichnet, ein ultraharter Diener seines Landes, was dann neben seiner Freundschaft zum Präsidenten genug Motivation für den Folgefilm sein muss, indem er nicht in die Gefahr hineingerät, sondern sie regelrecht sucht. Er bekommt mit Leah (Radha Mitchell) eine Freundin, doch wirklich viel sagt dieser Subplot nicht über ihn aus. Noch schwächer sieht das Bild bei Kang (Rick Yune) aus: Eine beinahe lachhafte Motivation (der Verlust Angehöriger durch eine amerikanische Landmine) wird kurz erwähnt und soll seinen Hass auf die USA erklären, das war es dann auch. Hauptsache fies, aber politisch als relativ unabhängiger Terrorist gezeichnet, damit zwar die Nordkorea-Kontroverse zwar ein bisschen anpackt, aber bloß keinen so wirklich verärgert.

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

Auge in Auge: Terrorist Kang (Rick Yune) und Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart)

Natürlich sind die Sympathien, trotz fehlender Bezüge zur Realität, klar verteilt: Terroristen böse, Amerika gut. Damit das klar wird, fährt der Score das volle Inventar an Patriotismusklängen auf, nach der Eroberung des Weißen Hauses wird die amerikanische Fahne in Zeitlupe abgenommen und in Zeitlupe vom Dach geworfen, ehe sie in Zeitlupe in den Dreck fällt. Im Epilog haut der Film dann auch noch mal reichlich Stolz fürs Vaterland raus und weil diese Szenen noch nicht einmal besonders packend sind, wird „Olympus Has Fallen“ an diesen Stellen schon recht schwer genießbar.

Bei den Autocrashs und Flugszenen fallen die etwas kostengünstigen CGI-Effekte auf, doch sie stören im Endeffekt nicht allzu sehr, da Antoine Fuqua („Brooklyn’s Finest“, „Shooter“) inszenatorisch sehr viel richtig macht. Fuqua tritt in die Lücke, die Regisseure wie John McTiernan, Renny Harlin oder Walter Hill (trotz vereinzelter Filmausstöße) im Mainstreamkino hinterlassen haben, serviert seinen Film als klassisches Männerkino mit herrlich altmodischen 1990er-Feeling, erinnert das skrupellose Vorgehen Kangs doch oft an Figuren wie Joshua Foss aus „Sudden Death“. Auch die Schnitzer des Drehbuchs und die vorhandenen Logikschwächen (wie z.B. können die Terroristen so einfach in den Luftraum über Washington eindringen und werden von den Abfangjägern nicht früher angegangen, warum fragt Kang nicht sofort nach allen drei Zugangscodes zum Atomwaffenarsenal usw.) übertüncht Fuqua durch hohes Tempo und viel Flair, was dem Film gut bekommt.

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

Während im Weißen Haus der Teufel los ist, berät der Generalstab um Regierungssprecher Trumbull (Morgan Freeman)

Allerdings bleibt die Erstürmungssequenz der Höhepunkt des Films. Danach dominieren Scharmützel, in denen Mike seine Gegner dank Special-Forces-Fähigkeiten meist schnell und schnörkellos, bisweilen aber auch leicht unspektakulär ausschaltet. Hin und wieder setzt Fuqua hier noch kleine Glanzlichter wie den Kampf gegen einen Verräter, den Helikopterangriff oder den Showdown Mike vs. Kang, doch trotz gelungener Choreographie und hohem Härtegrad kann keine dieser Szenen auch nur ansatzweise an die Erstürmung herankommen, an deren Niveau der Rest des Films leider nie anschließen kann. Das nagt an dem insgesamt positiven Eindruck, ebenso wie die Unterbringung des leicht nervigen Dreikäsehoch-Sohns von Asher.

„Olympus Has Fallen“ ist kein schlechter Actionfilm, der schnörkellosen Inszenierung Fuquas und der erfreulich harten, politisch wenig korrekten Action sei Dank. Doch das nicht immer saubere Reißbrett-Drehbuch und das Fehlen von Charakterzeichnung verhindern dann, das der Film mehr wird als solider Genrekrawall, von dem einfachen, eher patriotischen Weltbild ganz zu schweigen, das man notfalls noch als im Genrestandard rechtfertigen. Aber die Erstürmungssequenz, die ist ein echter Burner und rechtfertigt das Ansehen von „Olympus Has Fallen“ fast schon allein – schade nur, dass der Rest des Films nie wieder dieses Niveau erreicht.

Starke:

Die deutsche DVD/Blu-ray von „Olympus Has Fallen“ erscheint am 15. November von Universum Film und ist mit einer nach wie vor erstaunlichen FSK 16 Freigabe uncut.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja, ab 15.11.2013 im Handel

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