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Operator

Originaltitel: Operator__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Amariah Olson, Obin Olson__Darsteller: Mischa Barton, Ving Rhames, Luke Goss, Michael Paré, Tony Demil, Maurice Chevalier, Walter Hendrix III, Christopher Marrone, Julie Guevara, David Alessi u.a.
Operator

Luke Goss und Michael Pare klopfen in “Operator” den Bäddies auf die Pfoten!

Pamela arbeitet für den Notruf. Eines Tages ereilt sie der Anruf eines Mannes, dessen Stimme technisch verzerrt wird. Er kündigt Pam an, dass demnächst ein Unfall passieren werde und nur sie ihn verhindern könne. Pam schickt die Polizei zum vermeintlichen Ort des Geschehens. Unter den Beamten ist ihr Ehemann Jeremy, mit dem es aber aktuell gewaltig kriselt. Vor Ort können die Cops nichts Verdächtiges feststellen. Da hält urplötzlich ein Truck voll auf den Polizeiwagen drauf und rammt ihn…

Jeremy und sein Partner Howard überleben den „Unfall“ nur knapp. Da werden sie von Pam schon zum nächsten Einsatzort gescheucht. Der Fremde hat sie nämlich erneut angerufen und er hat die Spielregeln gewaltig geändert: Denn inzwischen hält er Pams und Jeremys Tochter als Geisel und droht, sie zu töten, wenn Pam nicht genauestens seinen Anweisungen folgt. In der Folge schickt Pam ihren Mann und dessen Partner auf eine große Schnitzeljagd. Doch nicht nur den beiden Cops dämmert bald, dass sie von etwas viel Größerem abgelenkt werden sollen…

Operator

Mischa Barton als Notruf-Operator

„Operator“ steht in der Tradition von Filmen wie „Nicht auflegen!“ oder „Final Call“, in denen die Helden den gesamten Film über am Telefon hängen und in eine Situation gezwungen werden, in der sie nicht mehr auflegen dürfen. Die meisten Ähnlichkeiten aber hat „Operator“ mit dem Halle-Berry-Thriller „The Call“. Im Grunde tauscht „Operator“ nur die Spannungsmomente von „The Call“ gegen ordentlich Action aus. Ansonsten arbeiten die Filme beinahe auf einer komplett identischen Basis.

Das funktioniert für den „Operator“ sogar durchaus anständig, auch wenn man als Zuschauer dem Drehbuch immer ein Stück voraus ist. Sowohl was die Charakter- als auch die Story-Entwicklung anbelangt. Das ist nicht unbedingt vorteilhaft für die Spannungskurve, wirklich langweilig wird es aber auch nie. Denn „Operator“ hält vor allem die beiden Cops Jeremy und Howard immer in Bewegung, was sich absolut positiv auf das Tempo des Filmes auswirkt.

Operator

Michael Pare und Luke Goss als Cop-Gespann.

So geraten die beiden Cops von einer actionreichen Situation in die nächste. Carcrashes, brennende Häuser, Explosionen, umstürzende Baukräne und Shootouts. Für ordentlich Rambazamba ist immer gesorgt. Blöderweise wird jede dieser Szenen von mindestens einem wirklich miesen CGI-Effekt gekrönt. Trefferwirkungen, Mündungsfeuer, Blutfontänen und Flammen… alles aus der Konserve. Dazu gesellen sich miese Computer-Explosionen, die ihre Künstlichkeit nicht für den Bruchteil einer Sekunde verbergen können. Von den computergerenderten Fahrzeugen (zerschossene Karren, sich überschlagende Vehikel und sogar ein Felddrescher!!!) ganz zu schweigen.

Das ist umso trauriger, weil der Rest des Filmes fabelhaft ausschaut! Die Brothers Olson, die hier als Regisseure fungieren, verleihen ihren Bildern einen angenehm filmischen Look. Sie inszenieren „Operator“ im Breitbild, lassen ihre Kamera durch die Sets fliegen, setzen Kamerakräne und Drohnen ein und lassen schonmal in Bay-Manier eine Kamera auf halber Höhe wiederholt um die Helden kreisen. So gut sah schon lange kein B-Film mehr aus. Dazu gesellt sich ein wirklich treibender Score, der zwar keinerlei Eindruck hinterlässt, aber das Tempo des Filmes gut anstachelt.

Operator

Luke Goss ist immer in Action!

Darstellerisch ist der Actionstreifen ein zweischneidiges Schwert. Während Luke Goss („Zombie – Dead Undead“) im Actionmodus eine gute Figur macht, will Michael Pare („Operation Olympus“) als sein Partner nicht wirklich funktionieren. Pare spielt nicht subtil genug für die Anlage seiner Figur und allgemein scheint die Chemie zwischen ihm und Goss nicht wirklich gestimmt zu haben. Ving Rhames („Mission: Impossible – Rogue Nation“) darf die sonore Stimme am Ende der anderen Leitung geben, wird dabei kaum gefordert und zieht seinen Stiefel souverän durch. Daran hätte sich Mischa Barton („Bunker“) ruhig ein Beispiel nehmen können. Denn sie kann die Befindlichkeiten ihrer Figur nicht ein einziges Mal für den Zuschauer erfahrbar machen. Vor allem im Vergleich zu ihrem direkten „The Call“-Vorbild Halle Berry stinkt die Aktrice vollkommen ab.

Das macht es natürlich im Endeffekt schwer, mit der Notruf-Mitarbeiterin mitzufiebern, weshalb „Operator“ auch nie so wirklich zünden mag. So wird man schnell zum passiven Zuschauer gemacht, der von dem Treiben zumindest einigermaßen ordentlich unterhalten wird. Das Tempo ist ordentlich, die Actiondichte passt ebenfalls und zumindest Luke Goss macht eine Menge Spaß als Cop in Bedrängnis, der irgendwann die Regie übernimmt. On top sieht der Film nicht aus wie die x-te 0815-DTV-Verfilmung aus dem Ostblock. Ganz im Gegenteil! Die Regisseure bemühen sich um einen höchst dynamischen Look. Leider hat ihnen irgendwer eingeredet, dass das Budget für gute CGI-Effekte reichen würde. Das hat es letzten Endes nämlich nicht. Und hier macht sich der Film ganz viel Wohlwollen auf Zuschauerseite kaputt. Spätestens wenn der Showdown anrollt, man sich auf dickes Geballer freut und dann diese Vorfreude in einer unnötigen Suppe aus Bits und Bytes absäuft, geht einem jegliches Verständnis flöten. Infolgedessen will man der storytechnisch immer mehr ausufernden Räuberpistole diverse Logikpatzer und Anschlussfehler auch nicht mehr verzeihen. Tja, selbst verbockt…

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von dem Label Meteor Film und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Meteor Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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