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Out for Blood

Originaltitel: Out for Blood__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Richard W. Munchkin__Darsteller: Don Wilson, Shari Shattuck, Michael Delano, Ron Steelman, Ken McLeod, Todd Curtis, Aki Aleong, Beau Billingslea, Roberta Vasquez, Robert Miano u.a.
Out for Blood mit Don Wilson DVD Cover

Don Wilson haut in “Out for Blood” diverse Lumpen aus den Latschen.

Don „The Dragon“ Wilson hat in seiner Filmkarriere wirklich eine ordentliche Menge an Kernschrott produziert. Die schlimmsten Vertreter wurden zumeist von Roger Corman produziert, weshalb es sich für Actionfans im Normalfall empfiehlt, um deren Zusammenarbeiten einen wirklich großen Bogen zu machen. Dagegen sind Don Wilsons Ausflüge zu anderen Produzenten so gut wie immer einen eingehenderen Blick wert. „Out for Blood“ von PM-Entertainment gehört definitiv in diese Kategorie.

Vor 15 Monaten wurde die Familie von Anwalt John Decker grausam abgeschlachtet. Er selbst kassierte eine brutale Kopfwunde und vergaß infolgedessen alles, was in der blutigen Nacht passierte. Er ist somit der Polizei keine wirkliche Hilfe. Dementsprechend schlecht kommt diese beim Einkassieren der Mörder voran. Zumindest blitzen vor dem inneren Auge Johns immer wieder Bilder von den Vorgängen der schrecklichen Nacht auf, die er gemeinsam mit einem Psychiater zu ordnen versucht.

All das hat in John etwas verändert. Er ist aggressiver, hat eine kürzere Zündschnur und bringt sich selbst immer wieder in Gefahr. Etwa, indem er durch die finsteren Viertel seiner Stadt joggt. Die simple Idee dahinter: Jeder Lump, der ihn attackiert, könnte etwas mit dem Mord an seiner Familie zu tun haben. Nach um Nacht fertigt John mehr Verbrecher ab. Die Bewohner der Stadt feiern ihn bald als Vigilant. Als „Karateman“.

Schaut in den PM-Entertainment-Actioner hinein

Storytechnisch hat „Out for Blood“ nichts Neues zu bieten. Er fährt eine gewöhnliche Rachestory auf, die man so schon zigfach gesehen hat, und garniert sie mit ein bisschen Amnesie-Geschwätz. Zumindest legt der Film nicht von Beginn an alle Karten auf den Tisch und entfaltet manche Details erst nach und nach. Doch auch ohne dieses Element wird die Geschichte ordentlich genug durchgezogen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten.

Freilich wusste Regisseur Richard W. Munchkin („Ring of Fire“) genau, warum die Leute einen Don-Wilson-Film ausleihen. Dem unterhaltenden Ansatz der PM-Entertainment-Group folgend verwickelt er seinen Stars regelmäßig in immer neue Actionszenen. Diese speisen sich weitestgehend aus Martial-Arts-Duellen. Diese hat Wilson zu weiten Teilen höchstselbst choreografiert. Und er überrascht mit unvermuteten Spaß an brachialeren Moves.

Wo Don Wilson sonst teils zu realitätsnah fightet und den Spektakelfaktor zu sehr außen vor lässt, setzt er in „Out for Blood“ diverse Male auf nette High- und Drehkicks. Bricht auch mal Knochen und kommt richtiggehend agil und schnell rüber. Mittels flotter Montage, die diverse Moves auch mal aus verschiedenen Perspektiven präsentiert und aneinanderreiht, kommt richtiggehend Freude auf. Gegen Ende hin wird dann auch vermehrt geballert. Das wirkt im Vergleich zwar relativ statisch, hat aber ein paar hübsch platzende Bloodpacks zu bieten.

Eine der Schießereien steigt zudem in einem schönen Eisenbahnfriedhofssetting. Hier dürfen die getroffenen Lumpen dann zusätzlich von Wagons krachen, was sehr nice anzuschauen ist. Präsentiert wird das ganze im gewohnten PM-Entertainment-DTV-Look. Sprich: stahlblaue Nächte treffen auf etwas schmucklose Tagesszenen. Der Score zum Film verfängt leider gar nicht.

Sehr interessant am Film ist, dass er Don Wilson („Lion Strike“) mal etwas andere Seiten abverlangt. Der sonst eher immer sehr passiv agierende Mime muss hier mehrmals hart an der Grenze zum Antihelden lavieren. Was Wilson aber richtig gut steht und was der Schauspieler erstaunlich gut rüberbringt. Zudem hatte sein Hairstylist bei „Out for Blood“ echt einen guten Tag. Da liegt endlich mal kein nasser Hund auf dem Kopf von Don Wilson. Leider bleiben die Nebendarsteller allesamt reichlich blass. Zwar hat Shari Shattuck als Love Interest von Wilson eine tolle Ausstrahlung, aber sie kommt nie so wirklich im Film an. Und der prinzipiell sehr cool aufspielende Todd Curtis („Chain of Command“) darf seinen Bösewicht auch nicht genug überdrehen. Hier lässt der Film diverses Potential ungenutzt.

„Out for Blood“ bietet sehr solide B-Action

Als Fan der Filme von PM-Entertainment muss man seine Ansprüche ein wenig zurückschrauben. Die allseits beliebten Autostunts der Produktionsfirma spielen in „Out for Blood“ keine Rolle. Der konzentriert sich, der Vita seines Stars entsprechend, überdeutlich auf Martial-Arts-Action und etwas Geballer. Das ist sauber inszeniert und präsentiert einen Don Wilson, der sichtlich Bock auf sein eigenes Gekicke hatte. Da ist man weitaus Lahmeres gewöhnt.

Die Story ist derweil so generisch wie egal. Man spürt auch, dass hier unter der Oberfläche mehr brodelte, als sich der Drehbuchautor heraufzubefördern traute. Man will den Couchpotatoe ja nicht überfordern, muss der doch schon eine Wagenladung zuviel an esoterischem Gebrubbel ertragen. Aber gerade eine noch stärkere Überbetonung der ambivalenten Seiten des Helden hätte dem B-Actioner hervorragend gestanden. Zumal Don Wilson die aggressiven Seiten seines Charakters erstaunlich gut von der Hand gehen.

06 von 10

Am 18. September 2020 erscheint „Out for Blood“ von Maritim Pictures auf DVD. Uncut und mit einer FSK 18 Freigabe. Das Review basiert auf der englischen DVD, die mit einer Bildqualität knapp über der einer VHS aufwartet. Die deutsche DVD wird wohl auf ein ähnliches Master setzen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Maritim Pictures__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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