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Platoon ohne Rückkehr

Originaltitel: The Expendables__Herstellungsland: Philippinen, USA__Erscheinungsjahr: 1988__ Regie: Cirio H. Santiago__Darsteller: Vic Diaz, Kevin Duffis, Anthony Finetti, Jeff Griffith, Don Wilson, Eric Hahn, Loren Haynes, Don Holtz, David Light, Jim Moss, Leah Navarro, Peter Nelson u.a.
Platoon ohne Rückkehr

Dauerfeuer pur erwartet euch in “Platoon ohne Rückkehr”, der im Original “The Expendables” heißt.

Captain Rosello ist mit seinen Mannen immer in vorderster Reihe dabei, wenn es darum geht, dem Vietcong einen Scheitel zu ziehen. Blöderweise sterben seine Untergebenen bei diesen Einsätzen immer wieder wie die Fliegen, was Rosellos ansonsten makellose Erfolgsstatistik ordentlich trübt. Bei seinem letzten erfolgreichen Einsatz ist außer ihm mal eben seine gesamte Einheit ausgelöscht wurden. In der Folge vertraut ihm sein Vorgesetzter nur noch einen Haufen Soldaten an, die von ihren bisherigen Vorgesetzten verstoßen oder gefeuert wurden.

Doch was soll Rosello tun? Er muss sich mit diesem „Ausschuss“ arrangieren, wartet doch schon der nächste heikle Auftrag auf ihn. Er soll einen General des Vietcong entführen. Das klappt mit seinen halsbrecherisch agierenden neuen Untergebenen einwandfrei. Doch der Vietcong denkt gar nicht daran, seinen General einfach so her zu geben. Er startet seinerseits einen Angriff auf die US-Army-Basis. Dabei kann der General befreit werden. Und mehr noch: Die Vietnamesen entführen auch noch alle Frauen einer Lazarett-Station, die just in diesem Moment alle nackt unter der Dusche standen. Lecker! Jetzt kann nur noch einer helfen: Rosello mit seinen Jungs…

„Platoon ohne Rückkehr“ beginnt mit einer lustigen Sequenz. Eine Einheit GIs bahnt sich ihren Weg über ein Feld. Alle fünf Meter werfen sich alle gleichzeitig hin, um kurz darauf allesamt gleichzeitig aufzustehen und sich fünf Meter weiter wieder hin zu werfen. Ohne Not. Ein witziger Anblick, dem man gute 2-3 Minuten beiwohnen darf. Und dann das große Erstaunen als der Titel des Filmes eingeblendet wird: „The Expendables“. Holla die Waldfee!

Die Idee hinter „Platoon ohne Rückkehr“ erinnert tatsächlich an das Generationen-Treffen der Actionstars von Sylvester Stallone: Ein harter Knochen bekommt eine Einheit von Männern zur Seite gestellt, die entbehrlich sind und eine Anhäufung von Problemfällen darstellen. Sie sind Kriminelle, Rassisten, Deserteure. Keiner wird sie vermissen, wenn sie über den Jordan gehen. Keiner bis auf Rosello, der mit dem wilden Haufen schnell zusammenwächst und dessen Schlagkraft und Loyalität zu schätzen lernt.

Das funktioniert über 90 Minuten hinweg erstaunlich gut und hält die Dauerfeuer-Actionsequenzen richtig gut zusammen. Und das trotz diverser haarsträubend dummer Dialoge. Wohl auch, weil Cirio H. Santiago durchaus gekonnt die gängigen Klischees der Vietnam-Exploitation-Streifen damaliger Zeiten abklappert: Vom fiesen Vietcong, der hinter jeder Ecke lauern kann, über Besuche in Stripbars und Schlägereien in Kneipen bis zu heldenhaften Heldentoden ist alles drin, was Spaß macht.

Was das Vergnügen allerdings ziemlich dämpft, ist, dass die Expendables erstaunlich gesichtslos bleiben. Was freilich die pathetischen Heldentode ziemlich sinnlos macht, da man zu keiner der Figuren irgendeine Bindung aufbauen konnte. Selbst unser Held Rosello gibt wirklich überhaupt gar nichts von sich preis und Actionstar Don Wilson verpasst man in seiner kleinen Nebenrolle, wenn man einmal zu oft blinzelt. Als Ausgleich bietet Santiago Action satt. Sobald hier ein Schuss bricht, schließen sich immer minutenlange Ballereien an. Diese lassen den Bodycount munter rotieren und die Zahl abgeschossener Kugeln ist Legion.

Das ist durchaus effektiv geschnitten und choreografiert. Im Showdown kommt sogar ein cooler Schauplatz hinzu, den Santiago bereits in „Jungle Force“ nutzte. Hier wird in einer Ruine einer ehemaligen Tempelanlage oder Festung ordentlich losgeholzt. Große Explosionen und satte Balleraction sorgen für einen netten Ausklang des Streifens. Vorher dominieren Dschungel-Ballereien, die soliden Genre-Durchschnitt bieten und ab und an sogar platzende Blutbeutel auffahren. Explodierende Strohhütten runden das bunte Actionspaß-Bouquet ab.

Optisch ist „Platoon ohne Rückkehr“ nicht sonderlich ansprechend. Die Farben sind ausgewaschen, das 4:3 Format wirkt billig, besondere Kameraspielereien oder Bildkompositionen braucht man hier nicht zu erwarten. Der Score mutet einige Male total antiklimaktisch an und behindert die Spannungsentwicklung gar sehr. Selbige spielt in dem Film aber sowieso keine Rolle. Wer am Ende den Film überleben wird, steht eigentlich früh fest. Hinzu kommen ein paar seltsam dumme Szenen, in denen etwa der Hauptdarsteller im langen Mantel durch den Dschungel hirscht. Flecktarn war gestern. Die ausladende Action und das souveräne Bedienen sattsam bekannter Klischees sorgen dennoch für insgesamt unterhaltsame Actionkost für den kleinen Actionhunger zwischendurch.

Das „Platoon ohne Rückkehr“ erschien im Juli 2015 ungeschnitten auf deutscher DVD. Die bild- und tontechnisch sehr schwache Scheibe von Castle View Film hat eine Freigabe ab 18 erhalten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Castle View Film__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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