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Playground (Season 1)

Originaltitel: Playground__ Herstellungsland: Frankreich__ Erscheinungsjahr: 2017__ Regie: Olivier Schneider & Pascal Sid__ Darsteller: Amalia Holm, Simon Abkarian, Ann Skelly, Melina Matthews, Duncan Pow, Dakota Trancher Williams, Jay Duffy, Callum May, …
"Playground" (Season 1)

“Playground” (Season 1)

Sofern es bei nur einer Season bleiben sollte, handelt es sich bei “Playground” um eine aus 10 “Webisodes” bestehende Englisch-sprachige französische “Mini-Serie” aus dem Jahr 2017, deren Folgen in ihrer Laufzeit jeweils zwischen sieben und elf Minuten variieren – was alles in allem ja sozusagen eine klassische Spielfilm-Länge ergibt. Das dem Action-Thriller-Genre zugehörende Projekt wurde für “Blackpills” realisiert – seines Zeichens ein sich primär via Smartphone-App an “Millennials” richtender Streaming-Dienst, der kürzlich auch eine Partnerschaft mit “Vice Media” eingegangen ist. Obgleich prominent angegeben wird, die Materie beruhe auf einer Idee Luc Bessons (“Lucy“), bestreitet der das kurioserweise jedoch – und das sogar “auf anwaltlichem Wege”! Außer Frage steht indes seine Beteiligung an dem Unternehmen “Together Media”, welches dieses von Pascal Sid (“Derrière les murs”) und dem “hauptberuflichen” Stuntman und Fight-Koordinator Olivier Schneider (“Spectre“) in Szene gesetzte Werk mitproduziert hat…

Im Zentrum des Geschehens steht Amy (Amalia Holm) – eine seit der Ermordung ihrer Eltern “zum Rebellischen hin” neigende, eine Menge Groll in sich tragende Teenagerin, die sich eines Tages von einer Dame (Melina Matthews) für eine Geheim-Organisation namens “Courtyard” rekrutieren lässt. Auf der Basis bestimmter ihr “ein hohes Maß an Potential” bescheinigender Faktoren hat man sie für ein spezielles Programm unter der Leitung des so genannten “Fathers” (Simon Abkarian) auserkoren, welches in den Räumlichkeiten einer ehemaligen High School in New York City angesiedelt wurde sowie das Bestreben hat, effektive jugendliche Agenten (bzw. aus einer etwas anderen Sicht betrachtet: Killer) auszubilden. Nach dem Bestehen ihres “Aufnahme-Tests” lernt sie ihre “Anwärter-Kameraden” kennen: Eine Gruppe Kids ungefähr selben Alters – unter ihnen der schweigsame Aaron (Dakota Trancher Williams), die “hitzige” Hannah (Ann Skelly) sowie der freundliche Ethan (Callum May) und sein Bruder Dane (Jay Duffy)…

Unter der Führung ihres Instrukteurs Mike (Duncan Pow) fängt für die Jugendlichen ein hartes Fitness-, Kampf- und Waffen-Training an – ergänzt um Aufgaben und Übungen, die ihnen eine Bandbreite unterschiedlicher Taktiken vermitteln sowie planvoll angewandte Problemlösungs-Strategien erfordern. Der Gedanke dahinter ist, dass Gegner den Einsatz solch junger Leute nicht erahnen bzw. sie nicht als Bedrohung einschätzen würden. Reich an Drill, arm an Ruhe geht´s voran – bis sie sich am Ende einer besonders zehrenden Herausforderung plötzlich mit ihrer “Abschluss-Prüfung” konfrontiert sehen: Jeder erhält eine Pistole mit scharfer Munition ausgehändigt, einen Partner zugewiesen sowie eine nicht gerade große, an einer Kette befestigte Metallplatte um den Hals gehängt, welche es im Folgenden zu treffen gilt. Einzig der u.a. von den vorherigen Strapazen ziemlich mitgenommene Ethan kann sich letztlich nicht dazu durchringen, den Abzug zu betätigen – worauf er kurzerhand abgeführt und exekutiert wird…

In “Playground” schließt dieser den Protagonisten (und Zuschauern) den Ernst des Ganzen noch einmal verdeutlichende Punkt im Verlauf die dritte Episode ab. Bis auf einige flüchtige Momente zu Beginn (bspw. im Rahmen des Gebarens einer Clique Krimineller oder eines “Fuck you”-Shirts Amys) verzichtet die Serie auf jeglichen “auflockernden” Humor. Wir haben es hier also nicht etwa mit einem “Kingsman: the Secret Service“-verwandten Stil zutun. Die Einführung Amys ist gut strukturiert worden – die Informations-Preisgabe vollzieht sich gedeihlich in verschiedenen Schritten. Nichts ist nennenswert originell – so manches zudem auch vorhersehbar (á la dass Amy und Hannah rasch aneinander geraten oder die Art, wie sie und Ethan sich auf Anhieb verstehen) – und dennoch entfaltet sich die Story erfreulicherweise nicht frei einzelner Überraschungen (siehe den frühen, unerwarteten Tod Ethans) – was man den insgesamt vier beteiligten Skript-Autoren durchaus positiv anzurechnen vermag…

Dane´s Schmerz über den Verlust seines Bruders schlägt zunehmend in Zorn gegenüber Amy um, welcher er die Hauptschuld daran gibt. Vor ihm muss sie sich in Acht nehmen. Zugleich gilt es für sie, sich auf ihren ersten Einsatz zu konzentrieren, bei dem sie einem Staatsanwalt (Peter Hudson) eine Safe-Kombination “entlocken” soll. Um an jene zu gelangen, täuscht sie im Park (in seiner Nähe) eine Verletzung vor – was ihn dazu bewegt, ihr anzubieten, sie zu einem Arzt zu fahren. Dankbar begleitet sie ihn zu seinem Wagen – wo er sich jedoch prompt an ihr zu vergehen versucht: Sie “schlägt zurück”, führt ihren Auftrag aus – und nimmt ihm das Leben. Als sie später einen Blick auf ein Foto werfen kann, das Mike aus dem kleinen Tresor beschafft hat, erkennt sie darauf eine Kette wieder, wie sie ihre (zusammen mit ihrem Vater ermordete) Mutter damals besaß. Was hat das zu bedeuten? Steht “Courtyard” damit irgendwie in Verbindung? Der Sache nachgehend, bricht sie eines Nachts ins Büro des “Fathers” ein…

Fortan spitzen sich gewisse Entwicklungen immer weiter zu – wie dass Dane offenbar tatsächlich beabsichtigt, Amy “leiblichen Schaden” zuzufügen, oder einiges dafür spricht, dass sich ein Verräter innerhalb der Institution befindet, welcher diese Teens nun angehören. Wem sind sie eigentlich unterstellt? Welche “Agenda” wird verfolgt? Obwohl Amy nach und nach einige Antworten zutage kehren kann, werden nicht alle Fragen geklärt bzw. Geheimnisse gelüftet: In der Beziehung bleibt definitiv noch genügend Stoff für eine zweite Staffel übrig. Dass “Courtyard” über mächtige Feinde verfügt, zeigt sich u.a. in Gestalt eines Angriffs, im Zuge dessen eine Gruppe Söldner aufs Gelände vor- sowie in die Gebäude eindringt: Ihre Anweisung lautet, die Kids zu verschleppen und die Erwachsenen zu töten – was ihnen so auch größtenteils gelingt. Mit Aaron´s Hilfe vermag ihnen Amy knapp zu entkommen – der “Father” war zur betreffenden Zeit nicht vor Ort. Ein Plan wird geschmiedet, die Entführten zu befreien…

Wiederholt fallen einem bei der jungen multi-nationalen Besetzung von “Playgound” bestimmte “mimische Defizite” ins Auge – allerdings bewegt sich das durchweg noch in einem akzeptablen Rahmen, meiner Meinung nach. Als Lead wird die hübsche Schwedin Amalia Holm (“Alena”) den “physischen Anforderungen” des Parts rundum zufrieden stellend gerecht und bringt genau das richtige “Temperament” in ihre Darbietung mit ein – ebenso wie ihr Landsmann Dakota Trancher Williams (TV´s “Springfloden”) als Aaron und die “klassische Irin” Ann Skelly (“Kissing Candice”) als Hannah. Etwas weniger gefielen mir dagegen Callum May (“Plastic Gangsters”) als Ethan sowie das ehemalige “Boyzone”-Mitglied Jay Duffy (TV´s “Hollyoaks”) als sein Wut-erfüllter Bruder Dane – während die älteren, merklich erfahreneren, aus Frankreich, Schottland und Spanien stammenden Akteure Simon Abkarian (“Colt 45”), Duncan Pow (TV´s “the Night Manager“) und Melina Matthews (“Mama“) jeweils solide Performances abliefern…

Reich an oberflächlichen Charakter-Zeichnungen und nicht sonderlich hochwertigen Dialog-Zeilen – inklusive eines viel zu aufgesetzt “möchtegern badass” wirkenden Oneliners in der ersten Episode – wird eine Geschichte erzählt, die zur Investoren-Gewinnung mit Sicherheit als eine “Young Adult”-Variante von “La Femme Nikita” gepitched wurde. Gern hätte ich mehr Infos über einige Neben-Figuren sowie die Hintergründe der Organisation erhalten – aber wahrscheinlich sollte man seine Ansprüche an ein vorrangig “via Smartphone konsumiertes” Werk in der Hinsicht per se nicht allzu hoch ansetzen. Die einzelnen Segmente entfalten sich jedenfalls relativ kurzweilig – was aus einem flotten Tempo und einer angepasst-ergiebigen inhaltlichen Struktur resultiert. Entsprechend ist die Reihe zum “häppchenweise Wegsnacken” (bspw. in der Bahn) durchaus zu gebrauchen – mutet auf einem größeren Bildschirm “am Stück” betrachtet allerdings eher wie ein konventioneller 08/15-Pilotfilm an…

Mit einem nicht gerade hohen (aber ausreichenden) Budget in Paris realisiert, entsteht dank regelmäßig eingefügter Außen-Aufnahmen New York Citys glaubhaft der Eindruck, man hätte tatsächlich in eben jener US-Metropole gedreht. Die Regie-Arbeit Sids und Schneiders lässt sich als “ordentlich” einstufen, die Kämpfe wurden rasant sowie mit einigen coolen Moves aufwartend arrangiert – was so gleichermaßen auch auf die vorhandenen Shootouts zutrifft – es gibt verschiedene “Härten” (brutale Verhöre, Schläge, Kills) zu registrieren, der “dynamische” Score Julien Jaouens (“Reset”) “unterstreicht” die Geschehnisse prima und Cinematographer Maxime Cointe (“Accident”) hat das Ganze “routiniert” sowie für den Zuschauer übersichtlich verfolgbar eingefangen. Schade, dass man in den finalen Sekunden noch eine CGI-Explosion eingefügt hat und dass nie echte Spannung aufkommt – doch wie bereits erwähnt: Als kostenfreie Web-Serie ist “Playground” (Season 1) an sich gar nicht mal so übel…

Per Smartphone kann man sich “Playground” (Season 1) über die entsprechende “Blackpills”-App anschauen – ansonsten ist die Serie aber auch auf dem “Vice Media Blackpills Channel” online verfügbar (jeweils kostenfrei, uncut sowie im englischen O-Ton)

Stefan SeidlPlayground

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Playground

Copyright des “Playground” Promo-Materials und der Screenshots: Blackpills / Vice Media / Together Media__ DVD/BluRay: nein/nein__

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