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Puppetmaster 2 – Die Rückkehr

Die Killerpuppen sind zurück! Im schnell nachgeschobenen Sequel „Puppetmaster 2“ gelangt eine neue Gruppe potentieller Opfer ins Bodega Bay Inn, um dessen Geheimnisse zu ergründen. Dort bekommen sie es nicht nur mit den mordernden Puppen, sondern auch deren Erschaffer Andre Toulon zu tun.

Originaltitel: Puppet Master II__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1991__Regie: David Allen__Darsteller: Elizabeth Maclellan, Collin Bernsen, Steve Welles, Greg Webb, Charlie Spradling, Jeff Celentano, Nita Talbot, Sage Allen, George ‘Buck’ Flower, Sean Ryan u.a.
Puppetmaster 2

In “Puppetmaster 2” kehren die Killerpuppen zurück

Nachdem der Vorgänger zum Videothekenhit wurde, folgte im Jahresabstand das Sequel „Puppetmaster 2“. Dieses Mal auf dem Regiestuhl: Effektguru David Allen, der beim Vorgänger für die Tricks verantwortlich zeichnete.

Dabei handelt es sich um einen jener zweiten Teile, die den Vorgänger größtenteils nachdrehen und nur an Stellschrauben etwas verändern. Also fungiert hier wieder das Bodega Bay Inn als Schauplatz, wieder trifft sich eine Gruppe Gleichgesinnter. Anstelle der psychisch Begabten aus dem Erstling ist hier allerdings nur das schwer esoterische Medium Camille (Nita Talbot) als Vertreterin einer ähnlichen Sparte dabei, der Rest besteht aus Wissenschaftlern im Auftrag der Regierung: Carolyn Bramwell (Elizabeth Maclellan), ihr Bruder Patrick (Greg Webb), Wanda (Charlie Spradling) und Lance (Jeff Celentano). Auf die Fährte des Hotels und seiner Geheimnisse sind sie durch den Überlebenden des Erstlings gekommen, dem die Geschehnisse von „Puppetmaster“ allerdings ein Leben in der Klappse einbrachten.

Das Publikum weiß zu diesem Zeitpunkt bereits, dass die Killerpuppen ihren Erschaffer Andre Toulon ausgebuddelt und mittels eines speziellen Serums zu neuen Leben erweckt haben. Von den gleich zwei Unheilspropheten, einem Redneckpaar, welches dem Medium eher widerwillig den Weg zum Hotel weist, weiß man bereits, dass die Püppchen immer noch ihr Unwesen treiben. Wenn dann noch der komplett gesichtsbandagierte, angebliche Besitzer des Hotels auftaucht, ist in Verbindung mit der Eingangsszene unschwer zu erraten, wer sich da hinter Mullbinden und Sonnenbrille verbirgt – das Outfit ist zweifellos eine Hommage an den Universal-Klassiker „Der Unsichtbare“.

Natürlich sind auch die Forscher in erster Linie Beute für Toulons mörderische Meute, die allerdings dringend menschliche Frontlappen ernten müssen, um nach rund 50 Jahren Betrieb nicht den Geist aufzugeben. Doch Toulon will nicht nur sich und seine Geschöpfe neu beleben, er hat auch ein Auge auf Carolyn geworfen, die ihn an seine verstorbene Frau erinnert…

Der umtriebige Produzent Charles Band und seine Firma Full Moon machten es sich bei „Puppet Master 2“ denkbar einfach. Man kehrte nicht nur an den gleichen Schauplatz zurück, konnte Kulisse und Requisiten wiederverwenden, man präsentierte auch eine in weiten Teilen identische Story. Wieder wird eine Gruppe bei Untersuchungen des Gemäuers dezimiert, wieder haben die Puppen einen quasimenschlichen Puppenspieler, der sie antreibt, im Nacken. Sogar das Finale ist in seinem Verlauf dem Vorgänger sehr ähnlich. So werden hier nur Details verändert und das nicht immer zum Guten. So ist die Wissenschaftlertruppe hier wesentlich charakter- und farbloser als die Riege der übersinnlich Begabten aus dem Vorläufer. Da man die Puppen schon wesentlich früher tanzen lässt und bereits zwei der fünf Wissenschaftlerprotagonisten innerhalb des ersten Drittels wegkillt, müssen zwischendurch unmotiviert noch ein paar Nebenbeiopfer abgeschlachtet werden, darunter die Rednecks vom Anfang des Films und ein nerviger Junge. Das ist einerseits ein kleiner Tabubruch, passiert aber andrerseits offscreen und das Kind wird als so unausstehlich gezeichnet, dass sich die Trauer in Grenzen hält.

Puppetmaster 2

Carolyn Bramwell (Elizabeth Maclellan) lernt im Bodega Bay Inn das Grauen kennen

Gerade bei den Mord- und Spannungsszenen fällt auf, dass die Kameraarbeit von Thomas F. Denove („Cold Steel“) wesentlich biederere Hausmannkost als jene von Vorgänger Sergio Salvati ist, weniger mit ausgeklügelten Fahrten und subjektiven Sichten aus Puppenperspektive arbeitet. Manches Opfer wird auch recht fix ohne großen Spannungsaufbau um die Ecke gebracht, andere Szenen sind schon recht gelungen inszeniert, etwa der Überlebenskampf der Farmerin gegen ein Puppentrio. Zudem sind die Puppen hier verwundbarer, weshalb zwei von Toulons Kreationen erwischt. Mit Torch, einem uniformierten Soldaten mit Patronenzähnen und Flammenwerferarm, gibt es Nachschub aus seiner Werkstatt, der reichlich zum Einsatz kommt, während einige der Vorgängerpüppchen auf Sparflamme laufen: Mrs. Leech spuckt keinen einzigen Blutegel, sondern schwingt nur einmal ein Messerchen. Aber die Einsätze der kleinen Racker bringen ein Grundmaß an Slasherspaß und an der Qualität der Tricks wurde auch noch etwas gefeilt, was zu den Stärken von „Puppetmaster 2“ zählt.

In anderen Punkten unterbietet Allens Sequel David Schmoellers Erstling allerdings. Vor allem Toulons andauerndes Salbadern wirkt wie ein verzweifelter Versuch, um noch ein paar Minuten für die Spielfilmlänge zu schinden. Allerdings kommt bei dem Monologisieren wenig herum. Eine Rückblende in seine Vergangenheit wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Man erfährt das Toulon das Geheimnis der Kreation lebender Puppen bei einer Reise in den Orient erfuhr, warum der einheimische Magier allerdings Toulons Marionettentheater via Gedankenkraft abfackelte und ihn so zu seinem Lehrling machte, bleibt ungeklärt. Das der Franzose Toulon im O-Ton mit einem eher deutschen Akzent spricht, ist auch eher schlampig von Filmemacherseite. Dass er zudem über die Filme hinweg keine konstante Figur ist, muss man verknurpsen: Im ersten Teil erschien er eher als Opfer, im Prequel „Puppetmaster 3“ als tragische Rachegestalt, in diesem Film als unausstehlicher Stelzbock und arroganter Unsympath.

Puppetmaster 2

Sieht aus wie der Unsichtbare aus dem Universal-Klassiker, ist aber Puppenmeister Andre Toulon

Die ausgesprochen mäßige Darbietung von Steve Welles („Starfire“) könnte auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass man die Toulon-Rolle im Folgefilm neu castete. Nicht, dass hier die Creme de la Creme des B-Horrorfilms am Werke wäre: Der spät auftauchende männliche Held Collin Bernsen („Double Trouble“) wirkt wie ein Schmierlappen, der Rest ist größtenteils hölzern, sodass nur Elizabeth Maclellan („Kampf der Roboter“) in der weiblichen Hauptrolle eine ansatzweise brauchbare Figur macht. B-Movie-Dauernebendarsteller George ‘Buck‘ Flower („Wings of Freedom“) hat zwar viel Erfahrung, aber seine Rolle als Mann des Redneckpaares ist nur kurz dabei.

So ist „Puppetmaster 2“ dann ein eher mäßiges Schlitzerfilmchen, das mit charmanten Puppentricks und ein paar netten Mordszenen phasenweise bei Laune hält, dazwischen aber reichlich Längen hat, mit einem nervigen Toulon aufwartet und selbst für B-Horror-Verhältnisse uninteressante Figuren auffährt. Da war das darauffolgende Prequel reizvoller, auch wenn dies damit den überraschend gelungenen Schlussgag des zweiten Teils vorerst nicht aufnahm.

Auf Video war „Puppetmaster 2“ leicht gekürzt ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD erschien er unter anderem bei X-Rated, cmv-Laservision/AL!Ve und ’84 Entertainment, ungekürzt und ungeprüft oder JK-geprüft. Inzwischen wurde der Film von der FSK ungekürzt ab 18 Jahren freigegeben unter anderem für die Blu-Ray-Edition von Wicked Vision. Die deutschen DVD und Blu-Rays von Centurio sind zwar auch ab 18, bieten aber nur die gekürzte Videoversion. Die früheren DVD-Veröffentlichungen boten Trailer und ein Behind the Scenes als Bonus, zum Bonusmaterial und der Qualität der Trunk Edition von Wicked Vision hat Kollege Vince schon bei unseren Kritiken zum Vorgänger ausführlich berichtet.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: X-Rated/Wicked Vision__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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