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Rambo – Der Roman von David Morrell

Rambo – Der Roman von David Morrell

David Morrell lieferte mit “Rambo – Der Roman” die Romanvorlage zum Film.

David Morrell wurde am 24. April 1943 in Kanada geboren und wuchs hauptsächlich in Waisenhäusern und Pflegefamilien auf. 1966 zog Morrell in die USA, wo er Amerikanische Literatur studierte und ab 1970 an der University of Iowa unterrichtete. Zwei Jahre, nachdem er diesen Job angenommen hatte, veröffentlichte er seinen Debütroman „First Blood“, nicht ahnend, dass dieser eine der ikonischsten Actionfilm-Ikonen überhaupt zur Folge haben würde: John J. Rambo.

Darum geht es in “Rambo – Der Roman”

Dabei muss zur Geschichte an sich nicht mehr viel gesagt werden. Darum sei selbige nur mit der groben Kelle gereicht: Vietnamveteran John Rambo streift nach seiner Rückkehr in die Staaten ziellos durchs Land. Dabei kreuzt er den Weg des Sheriffs Teasle, der in dem Landstreicher einen potentiellen Störenfried ausmacht. Die beiden Sturköpfe geraten aneinander. Rambo flieht nach einer versuchten Verhaftung vor der Staatsgewalt in das nähere Umland und startet eine Art Guerillakrieg gegen Teasle und dessen Verbündete.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Roman und Buch

1982 wurde der Roman mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle verfilmt. Ebenjener war dank Rocky 1 und 2 zum Superstar aufgestiegen und suchte nach einer weiteren ikonischen Rolle für sich. Diese fand er in David Morrells Roman, den er allerdings gemeinsam mit den Drehbuchautoren Michael Kozoll und William Sackheim deutlich abänderte. Und genau darum soll es fortfolgend gehen: Die Unterschiede zwischen der Romanvorlage und der Verfilmung.

Die Figur des John J. Rambo

Die oben beschriebene, grundlegende Handlung von “Rambo – Der Roman” wurde für den Film beibehalten. Abweichungen findet man dennoch zuhauf. Das beginnt schon bei der Figur John Rambos. John Rambo wird uns im Roman als schlaksiger, dennoch drahtiger, frisur- und barttechnisch wilder Mann vorgestellt. Nicht viel passt hier mit dem Schauspieler Sylvester Stallone zusammen. Wir erfahren von Rambos indianischen und deutschen Wurzeln. Und wir bekommen Einblicke in seine Zeit in Vietnam, wo er kurz nach Beginn seines ersten Einsatzes hinter feindlichen Linien verschollen ging und sich über sechs Monate hinweg alleine durchkämpfen musste. Diese Ereignisse haben ihn schwer gezeichnet. Zurück in den USA wird er erst einmal ausgiebig ärztlich behandelt.

Wieder in die Gesellschaft “integriert”, zieht auch er wie Stallones Filmfigur durchs amerikanische Hinterland. Als er das erste Mal mit Teasle aneinandergerät, lernen wir Rambo zudem als aufmüpfigen, leicht renitenten Charakter kennen. Interessant ist, dass Teasles Stadt Madison (im Film Hope) nicht irgendwo in einer schroffen, unwirtlichen Gegend liegt, sondern im sonnendurchfluteten Kentucky, in dem sich alle Charaktere halbtot schwitzen. Erst mit dem weiteren Voranschreiten der Handlung nähert sich der Roman in Sachen klimatischen Beschreibungen der kalt und abweisend wirkenden Gegend des Filmes an.

“Rambo – Der Roman” ist wesentlich konsequenter als der Film

Im Polizeirevier von Teasle, wenn die Situation dann eskaliert, wird ein wesentlicher Unterschied zum Film offenkundig: Während im Film nur eine einzige Figur aufgrund eines Unfalls verstirbt, tötet Rambo im Buch bereits bei seiner Flucht einen ersten Polizisten. Was die verbissenen Versuche Teasles, Rambo zu packen, freilich deutlich nachvollziehbarer als im Film macht. Auch im weiteren Verlauf wird Rambo sehr beherzt durch die Reihen seiner Verfolger mähen. Zudem ist John Rambo durchwegs gut bewaffnet und lauert immer wieder seinen Verfolgern auf. Dabei tötet er auch gerne mal aus dem Hinterhalt. Ohne Reue. Und extrem kaltblütig. Beispielsweise indem er Schusswunden setzt, die tödlich enden werden, allerdings das Opfer noch eine gewisse Zeit am Leben lassen. Will einer der Kumpanen des Verletzten dann helfen, nimmt Rambo ihn ebenfalls ins Visier.

Allgemein wirkt John Rambo in “Rambo – Der Roman” leicht soziopathisch. Immer wieder begibt er sich mit sich selbst in einen inneren Monolog. Versucht mal, sich selbst davon zu überzeugen, dass er hier das Richtige tut. Ein anderes Mal versucht er, sich selbst dazu zu bewegen, dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten und sich einfach zu verdrücken. Doch immer wieder schlägt sein Einzelkämpferinstinkt durch. Immer wieder treibt er sich selbst dazu an, weiter zu töten.

Teasle wiederum wird als Opfer der Ereignisse gezeichnet, das irgendwann gar nicht mehr umkehren und von der Jagd ablassen kann. Er weiß nur zu genau, müsste er sich seinen Vorgesetzten erklären, es würde schlecht um ihn stehen. Weshalb er mit immer größerem Nachdruck hinter Rambo her hetzt. Demzufolge wird die Lage im Buch auch immer auswegloser. Zumal Rambo den Leichenberg auch immer höher stapelt und damit unentwegt neue Verfolger auf den Plan ruft.

Trautman und der Erzählstil des Romans von David Morrell

Unter den Verfolgern ist natürlich auch Colonel Trautman. Der hat mit dem Filmcharakter so gut wie gar nichts gemein. Weder überhöht er Rambo und dessen Fähigkeiten, wie er es in der Filmreihe so gerne tut, noch hat er einen wirklichen Bezug zu ihm. Trautman war der Mann, der den Dienstgraden die Befehle gegeben hat, die Rambo einst ausbildeten. Rambo kennt gerade mal Trautmans Stimme, mehr nicht. Und Trautman hilft sogar Rambos Verfolgern! Und zwar weit darüber hinausgehend, dass er wie im Film mal kurz Funkkontakt mit Rambo aufnimmt.

Interessant ist zudem, dass der Roman von David Morrell beständig zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her springt. Rambo und Teasle in der Folge von der Handlungszeit her absolut gleichberechtigte Figuren sind, anhand derer der Autor seine Story wirklich gnadenlos voranpeitscht. So nutzt er diese Konstellation beispielsweise nicht ein einziges Mal, um irgendeine Handlung einmal aus dem Standpunkt des Jägers und des Gejagten zu präsentieren. Derlei Mätzchen schenkt sich Morrell in seinem auch erzählerisch kargen, immer auf das Wesentlichste konzentrierten Roman gänzlich. Der dadurch aber auch absolut atemlose Qualitäten bekommt und eine enorme Spannung aufbaut.

Der größte Unterschied zwischen “Rambo” als Roman und als Film findet sich im Showdown

Am stärksten unterscheiden sich Film und Roman in ihrem Finale. Während Rambo im Film mit schweren Geschütz auf die Jagd nach Teasle geht, wirkt seine Rückkehr nach Madison im Buch eher zufällig. Mit Sprengstoff lässt er hier dann Haus um Haus in Flammen aufgehen. Immer in Kauf nehmend, dass es auch Zivilisten erwischen könnte. Dass er dabei dann fast zwangsläufig an Teasle geraten muss, ist weithin absehbar, der Verlauf ihrer finalen Konfrontation aber geradezu verstörend beiläufig. Und im Vergleich zum Film absolut konsequent.

Die Schicksale der beiden Roman-Hauptfiguren, die jeder Rambo-Fan zumindest vom Hörensagen kennen sollte, seien an dieser Stelle allerdings nicht konkret gespoilert. Stattdessen sei der Roman vor allem Fans des Filmes als Lektüre unbedingt empfohlen, wirft es doch sehr interessante Schlaglichter auf vermeintlich bekannte Figuren und entfernt sich teilweise stark von Stallones Superhit.

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Alle Informationen zur Buch-Veröffentlichung von “Rambo – Der Roman”

Rambo – Roman
von David Morrell (Autor), Wolfgang Lotz (Übersetzer)
Taschenbuch: 286 Seiten
Verlag: Heyne; 17. Auflage (1992)
ISBN-13: 978-3453020238

Für euren E-Reader könnt ihr den Roman hier erwerben:

Reviews zu Rambo | Rambo II | Rambo III | Rambo: Last Blood | Facts und Infos zu Rambo I-IV

In diesem Sinne:
freeman

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