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Red Serpent

Originaltitel: Red Serpent__Herstellungsland: Russland, USA__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: Gino Tanasescu__Darsteller: Michael Paré, Roy Scheider, Oleg Taktarov, Irina Apeksimova, John Mastando, Alexander Nevsky, Ignat Akrachkov, Anna Artsibashewa, Alia Avdeyeva, Olga Dubarova u.a.
Red Serpent mit Michael Pare

In “Red Serpent” legt sich Michael Pare mit Mütterchen Russland und Roy Scheider an.

Steve Nichols ist mit seiner Tochter in Moskau unterwegs, um einen größeren Deal rund um seine pharmazeutischen Forschungen für ein Herzmedikament unter Dach und Fach zu bringen.

Alles läuft auch gut, bis sein Geschäftspartner auf einmal darauf besteht, dass Steve seine Ladung an Medikamentengrundstoffen mit einer Zuladung versehen und diese so am Zoll vorbeischmuggeln soll. Steve ahnt sofort, dass sich alles um Drogen drehen muss und er lehnt bestimmt ab.

Freilich lassen das seine Geschäftspartner nicht auf sich sitzen und so entführen sie am nächsten Tag Steves Tochter. Der will zunächst auf eigene Faust losziehen, kreuzt dann aber die Wege von Sergei. Der ahnt sofort, wer hinter der Entführung steckt: Ein Fieswicht namens Hassan, mit dem Sergei ebenfalls noch eine Rechnung offen hat. Er beschließt, Steve zu helfen und in Hassans Organisation, die nur als „Red Serpent“ bekannt ist, gründlich aufzuräumen.

Schaut in den Actioner mit Michael Pare hinein

„Red Serpent“ erzählt keine wirklich komplizierte Geschichte. Stattdessen bedient sie sich bei hinlänglich bekannten Genre-Topoi, kommt dabei aber erstaunlich hüftlahm daher. Es dauert fast den halben Film, bis die Grundsituation etabliert ist. Viel zu viele egale Dialoge bremsen das Tempo und immer wieder tauchen neue Figuren auf, die kurz darauf nie wieder Thema sind.

Hat der Film dann endlich den Weg in Richtung Finale eingeschlagen, läuft „Red Serpent“ runder, wird aber nur unwesentlich besser und überhaupt nicht spannender oder temporeicher. Und für einen Actioner hat „Red Serpent“ erstaunlich wenige zupackende Szenen. Eine Eröffnungsactioneinlage rund um ein Zugsetting und der Showdown in einem immerhin schön zugeschneiten Setting sind die einzigen ausladenden Actionszenen.

“Red Serpent” ist ein Actioner mit schlechter Action

Beide sind leider keine Zierde des Genres. Die erste verärgert mit chaotischem Schnitt und hat keinerlei Gespür für coole Actionmomente. Stattdessen bekommen wir in Großaufnahme handgemachte platzende Blutbeutel, bei denen irgendwer vergessen hat, Farbe einzufüllen. Kein Scheiß, man schaut hier nach dem Platzeffekt ungelogen auf die Spanholz- oder Pappplatte, die angebracht wurde, um den Körper des Darstellers vor der Explosion zu schützen. Nur geil. Zumindest eine echte Explosion darf am Ende gen Himmel steigen und sieht fein aus.

Dagegen gibt es im Showdown sogar wirklich Blut zu sehen, ein paar Stuntmen schmeißen sich mit Wucht irgendwo runter, es gibt kleinere Mano-a-Mano-Kampfsportduelle, der Bodycount stimmt und das Setting gefällt. Leider ersäuft das Finale im ungelenken Schnitt, der noch miesere CGI-Effekte verstecken muss. Dabei ist das Finish des Oberlumps und seiner rechten Hand angenehm derb gedacht. Man muss es sich nur komplett selbst ausmalen.

Zwischen diesen beiden ausladenden Actioneinlagen wird sich maximal mal kurz gekeilt oder irgendein unwichtiger Charakter erschießt unspektakulär einen anderen unwichtigen Charakter. Geil ist eigentlich nur eine Einlage, bei der einer von Sergeis Männern im Hochstart mit einem Motorrad durch eine Fensterfront kracht und dabei auch noch blaue Bohnen verteilt.

“Große” Namen treffen auf kleines Budget

Darstellerisch dreht sich „Red Serpent“ um sein Dreigestirn aus Michael Pare („Fate“), Roy Scheider („Hitman – Cohen & Tate“) und Oleg Taktarov („Zombie Shooter“), von denen sich die russische Produktion definitiv einen internationalen Push erhoffte. Dabei machen Pare und Taktarov als Buddy-Duo einen ordentlichen Job. Dagegen wirkt Roy Scheider einfach nur verschwendet und spult seinen konturlosen Fieswicht relativ gelangweilt ab. Mit Deron McBee („T-Force“) und Tyler Mane („Collateral Terror“) sind zwei weitere bekanntere B-Gesichter am Start.

In die bekannteren Namen scheint dann auch der größte Teil des kolportierten Budgets von fünf Millionen geflossen zu sein, denn „Red Serpent“ sieht schon reichlich billig aus und hört sich noch billiger an. Hier treffen unglücklich arrangierte und irgendwie selten scharf gezogene Einstellungen mit dämlich abgeschnittenen Darstellerköpfen auf Rummeltechno aus dem Kinderkeyboard. Rund um die Action muss noch einmal der miese Schnitt hervorgehoben werden. Von hässlichen CGI-Explosionen und wahrhaft abgerissenen Schauplätzen ganz zu schweigen.

Es hat sich ausgeschlängelt für „Red Serpent“

Interessant an „Red Serpent“ ist, dass er einer der ersten Filme von Alexander Nevsky ist. Alexander who? Alexander Nevsky. Der Bodybuilder mit Schauspielambitionen, der mit seinen vor B-Stars überfließenden Produktionen „Showdown in Manila“ und „Maximum Impact“ für Furore gesorgt hatte. In „Red Serpent“ ist sein Spitzname „Terminator“ und man könnte fast meinen, dass er hier gelernt hat, dass es Sinn machen kann, mit international vielleicht nicht mehr mega angesagten, aber doch noch bekannten Gesichtern die eigenen Stardom-Ambitionen gepflegt aufzupolieren.

Davon abgesehen ist „Red Serpent“ ein reichlich billig wirkender Billigactioner. Ein Billigactioner, der von seinen bekannten Namen zehrt und ansonsten kaum über echte Qualitäten verfügt. Infolgedessen werden selbst Action-Allesseher hier kaum etwas für sich herausziehen können.

03 von 10

Die deutsche DVD zum Film erschien von Schröder Media und ist mit einer FSK 16 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Schröder Media__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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