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Rise of the Predator

Originaltitel: BlackJacks__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Nicolas Aaron Mezzanatto__Darsteller: Eric Roberts, Kristina Anapau, James C. Burns, Tina Casciani, Roark Critchlow, Josh Daugherty, Angel McCord Donowho, Brett Donowho, Danny James, Rich McDonald, James C. Morris u.a.
Rise of the Predator

Eric Roberts beobachtet den “Rise of the Predator” und vermisst vor allem Predatoren…

Was für ein krasser Titel: „Rise of the Predator“. Das klingt mal richtig geil! Und weckt ordentlich Assoziationen. Ob der Film zum Titel etwas taugt? Schauen wir auf das Cover: Hm, Eric Roberts ist dabei. Nicht zwingend ein Garant für Qualität, aber dennoch zumeist gerne gesehen. Die anderen Namen? Nie gehört. Die Beschreibung des Filmes tönt von einer Spezialeinheit: Den BlackJacks. Dann liest man noch von einer alternativen Energiequelle, einem überdimensionalen Monster und einer Hellseherin. Hellseherin? Und wieso steht da nix mehr von einem Predator? Beim Texten den Hauptdarsteller vergessen? Egal, rein mit der DVD in den Player…

Mr. Cromwell ist ein echter Geldsack. Reich wie sonstwas, aber seine Forschungen lässt er in Kasachstan durchführen. Immer dieses Lohndumping. In einer unterirdischen Forschungseinrichtung sollen hier neue Konzepte entwickelt werden, um Energie zu gewinnen. Sein bester Mann, Dr. Whitmore, findet dabei sogar eine Möglichkeit, Energie aus einer Paralleldimension abzuzapfen. Irgendwann wird dem Doktor aber seine eigene Arbeit zu unheimlich und er will den Reaktor der Einrichtung herunterfahren und seine Experimente beenden. Dabei kommt es zu einem Zwischenfall und durch eine Dimensionsspalte kommt ein Ungetüm auf unsere Erde und macht die Forscher platt.

Daraufhin wird eine Spezialeinheit, die BlackJacks, gen Kasachstan geschickt. Sie sollen das unterirdische Labor infiltrieren und retten, was zu retten ist. Dass in den Gängen der Einrichtung ein Monster seine Bahnen zieht, wissen sie freilich nicht.

„Rise of the Predator“ geht es dabei anscheinend recht ähnlich, wie sonst ist es zu erklären, dass der Film bei einer Nettolaufzeit von 80 Minuten erst nach etwa 50 Minuten in dem unterirdischen Labor ankommt? Vorher dürfen die BlackJacks ausgiebig trainieren und viel über sich selbst erzählen. Als ihnen für die Mission eine Hellseherin mit obendrein telekinetischen Fähigkeiten an die Seite gestellt wird, erstaunt das keinen. Scheint etwas ganz Normales zu sein für den Söldner von heute. In Kasachstan angekommen ballert man in einer netten Actionszene erst einmal amtlich Tschetschenen um. Was auch immer die da zu suchen haben.

In dieser Szene wird zumindest offensichtlich, dass Regisseur Nicolas Mezzanatto über eine gewisse Grundkenntnis in Sachen Action-Inszenierung verfügt. Seine Protagonisten bewegen sich durchaus glaubwürdig durchs Feindesland. Sie rennen einander nicht in der Schusslinie herum und zeigen hier und da auch taktisches Geschick. Leider versaut es der Regisseur in der B-Note, denn die blutigen Treffer präsentiert er immer in einer seltsamen Nah-Ansicht. Hier spritzt dann dann das Kunstblut ordentlich, die schnell geschnittenen Szenen nehmen aber jedwede Übersicht aus dem Geschehen.

Sind die Söldner dann in der Forschungseinrichtung angekommen, steht der Film vollkommen still. Es ist nur noch die omnipräsente, sehr treibende Musik, die andeutet, dass der Film noch lebt. Rein visuell gleicht er einem Scheintoten. Weder will das Monster richtig loslegen, noch scheinen die BlackJacks zu wissen, was sie in dem Labor zu suchen haben. Irgendwann erbarmen sich die Macher und zeigen endlich mal das Viech in ganzer Größe. Einen Predator erkennt man darin aber nicht, eher das Monster aus „Relikt“. Zumindest ist es erstaunlich gut getrickst und wurde sehr agil angelegt. So kann es Wände entlanglaufen oder gleich die Decke hochgehen. Seine Attacken gibt es meist aus einer sehr hektischen Monster Vision, die nicht viel hermacht. Die Kills passieren leider vollkommen Offscreen. Dass jemand stirbt, bemerkt man meist nur am Blut, das aus dem Off gegen Wände flatscht. Coole Jagdszenen, Fallenstellerei, brutale Heldentode, nichts davon bekommt man in „Rise of the Predator“ zu sehen.

Dafür bekommt man eine Menge an Stilmitteln zu sehen. Gleich zu Beginn beherrschen knallige, übersteuerte Farben die Szenerie und ein cool montierter Vorspann weckt durchaus positive Erwartungen an das folgende Geschehen. Im Film selbst gibt es ein Overload an Zeitlupen, Fast-Forward-Sequenzen, Freeze Frames in Schwarzweiß und Halo-Effekte. Die Montage bleibt sehr flott und durchaus gelungen, führt hier und da aber auch zu überhastet wirkendem Schnittgewusel.

Eric Roberts („The Expendables“) hat eine größere Nebenrolle abbekommen. Einzig in einer Szene darf er lustvoll überziehen und einen arroganten Kotzbrocken geben, danach starrt er eigentlich nur noch auf Monitore und quatscht am Telefon. Die Hauptrollen haben ein sehr sympathischer Rich McDonald als BlackJack Newbie und harter Hund sowie Kristina Anapau („Black Swan“) als Hellseherin inne. Leider darf sich die durchaus hübsch anzusehende Frau Anapau nicht in einer wundervoll überflüssigen Duschszene nackig machen. Das erledigt Tina Casciani und liefert einen hübschen Hingucker. Zumindest Anapau und McDonald hätte man einen besseren Film gewünscht, da beide ganz gut harmonieren, was vor allem bei der abstrusen Charakteranlage von Frau Anapaus Figur fast schon einem Wunder gleichkommt. Der Rest der Darsteller ist so beliebig wie egal.

Was am Ende bleibt, ist ein leider luschiges Creature Feature. Die Geschichte gibt sich hier und da gerne mal etwas angeschrägt. So scheinen Hellseher und parallele Dimensionen etwas ganz Normales in der „Rise of the Predator“-Welt zu sein. Leider geriert sich der Rest der Handlung als absolut vorhersehbar und langweilig. Was vor allem daran liegt, dass die BlackJacks und das Monster viel zu lange getrennt voneinander agieren und das Monster eigentlich nie so richtig loslegen darf. Das ist vor allem darum so schade, weil das Ungetüm gar nicht mal so übel ausschaut und eigentlich für ein paar hübsch actionreiche Momente ideal geeignet gewesen wäre. Doch ausgerechnet gegen Ende, wenn die Parteien endlich aufeinandertreffen sollen, geht „Rise of the Predator“ total die Puste aus. Es wird nur noch ganz viel Käse gelabert und das Monster schlägt permanent nur im Off zu. Zu gefallen weiß der Film in den Sparten Optik und Hauptdarsteller. Die frische und dynamische Optik rettet den Film in den vielen Minuten bis zum Eindringen in das unterirdische Labor ebenso gut über die Runden wie das sympathische Spiel der beiden Hauptdarsteller. Viel mehr Positives bleibt allerdings absolut nicht in Erinnerung. Eric Roberts Fans können zumindest einen Blick wagen. Creature Feature Fans sollten lieber bei dem einzig wahren Predator bleiben. Der, der in diesem Film an keiner Stelle auftauchen mag. Zumindest wird der deutsche Titel sicher den einen oder anderen Käufer in die Irre führen… und entsprechende Wertungen zur Folge haben.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Kinokater und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Kinokater__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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