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Schattenkommando

Originaltitel: Shadows in Paradise__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2010__Regie: J. Stephen Maunder__Darsteller: Mark Dacascos, Armand Assante, Tom Sizemore, Bruce Boxleitner, Sofya Skya, Danny Trejo, Steven Bauer, Damone Williams, Christine Scott Bennett, Johnathon Freeman u.a.
Schattenkommando

Mark Dacascos in “Schattenkommando”

Bei einem verhunzten Einsatz im Irak muss der Special Forces Mann Max Forrester seine Zukünftige Sasha zurücklassen, ohne zu wissen, was ihr eigentlich geschehen ist. Annehmend, dass sie bei dem Einsatz ums Leben gekommen ist, quittiert er den Dienst. Zwei Jahre darauf informiert ihn ein Army Kumpel, dass ihm ein Video zugespielt wurde, auf dem Sasha quicklebendig zu sehen sei und mit Al Qaida Bösewichtern verkehre. Max bricht daraufhin gen Libyen auf, wo seine Sasha laut Militärgeheimdienst zuletzt gesehen wurde, und macht sie tatsächlich ausfindig. Doch diese ist wenig begeistert, als sie Max wieder sieht und scheint wirklich einen großen Waffendeal für Al Qaida angeleiert zu haben. Max beschließt den Zusammenhängen auf den Grund zu gehen und gefährdet damit sein und Sashas Leben.

“Schattenkommando” mag keine sonderlich innovative Geschichte erzählen, setzt diese aber zumindest ansatzweise spannend genug um, um den Zuschauer immer bei Laune zu halten und lässt sich erstaunlich lange nicht in die Karten gucken. Gut, dass Sasha alles andere als ein Terroristenflittchen ist, ist von Sekunde eins an klar, aber wer da nun warum und wie an eine ganze Wagenladung Stingerraketen heran will, dass wird erstaunlich lange im Unklaren gelassen. Dass infolgedessen irgendwann die Dialogscharmützel zwischen uniformierten “Helden” und “Gangstern” die Hetzjagd auf Max und Sasha an den Rand drängen, mag dem Actionfan quer einfahren, hält aber zumindest die Handlung ganz gut am Rotieren. Zumal die gebotene Action auch eher unspektakulär ausfällt.

So darf Mark Dacascos nur zweimal kurz Kicken und Boxen und muss den Rest mit Feuerwaffen erledigen. Diese werden in “Schattenkommando” zwar oft abgefeuert, bleiben aber weitgehend wirkungslos. Auch sonst war Schmalhans Küchenmeister in Sachen Action: Platzende Bloodpacks, zerschossene Autos, explodierendes Kriegsgerät … Fehlanzeige. Leider erkennt man in den Ballereien keinerlei Form von Choreographie und wenn im Showdown das Bäddieschattenkommando fast schon beiläufig umgenietet wird und es nicht einmal ein richtig intensives Duell zwischen Max und dem Oberbösen zu sehen gibt, ist man als Actionfan schon enttäuscht. Und wenn ein Showdown schon in einem Hafen steigt, wäre es schön, wenn die Action nicht nur in einer Lagerhalle am Hafen steigt, sondern das ganze Gelände einbezogen wird.

Mark Dacascos in Action!

Doch vielleicht hat einfach auch die eindrucksvolle B-Besetzung das gesamte Budget des Filmes verschlungen? Denn neben dem solide spielenden, aber schwer unterforderten Mark Dacascos agieren hier mit Bruce Boxleitner (aktuell mit “Tron Legacy” im Kino), Tom Sizemore (“Das Relikt“), Armand Assante (“Judge Dredd”), Danny Trejo (“Machete“), Steven Bauer (“Pit Fighter“) und Andrew Divoff (“Wishmaster”) so viele B-Charakterfressen, dass man mit dem Zählen kaum noch nachkommt. Zwar werden alle ein wenig unter Wert verkauft (Divoff hat zwei sinnfreie Szenen!), doch gerade Assante und Sizemore bringen doch einigen fiesen Flair in den Film. Für das notwendige Eye Candy neben den ganzen alten Säcken sorgt Sofya Skya, die als Sasha ein paar sexy Auftritte hinlegt und ab der Hälfte des Filmes konsequenterweise nur noch mit hochgebundenem Lara Croft T-Shirt bekleidet die Moppen tanzen lässt. Dass sie nicht wirklich spielen kann … who cares? Das gilt im Übrigen für alle Darstellerinnen im Film. Nicht nur wirken ihre Rollen herrlich sinnbefreit (Das Lesbogelaber der einen Dame ist der absolute Abschuss), sie sind auch in Sachen Waffenhandling ein unersprießlicher Hort unfreiwilliger Komik: Die eine schießt immer in den Himmel, die andere in den Boden. Den beiden anderen Damen im Cast hat Frau Skya zumindest voraus, dass sie das Titellied zum Film singen darf, das an zwei ziemlich unpassend wirkenden Stellen im Film eingespielt wird. Die Musik des Filmes besteht ansonsten aus dem gewohnten Militarygestampfe.

Schattenkommando

Mark zeigt B-Star Steven Bauer, wo der Bauer den Most holt!

Neben diesem Schaulaufen der B-Filmstars weiß auch die profunde optische Umsetzung des eigentlichen Filmes zu gefallen. Diese punktet mit Settings, die mal nichts mit rumänischen Hinterhöfen zu tun haben. Man setzt stattdessen auf sonnendurchflutete Schauplätze irgendwo im wüstenartigen Teil Russlands, die zwar nicht wirklich nach Irak oder Libyen aussehen, dem Film allgemein aber einen hübschen Look verleihen. Man spürt, dass sich Regisseur J. Stephen Maunder um eine wertige Umsetzung bemüht, auch wenn ihm da natürlich das Budget hier und da im Weg steht. So ist das Armylager nicht viel mehr als ein Zelt, an dem eine Amiflagge hängt. Rundherum passiert nicht wirklich viel. Und ab und an wirken einige Straßenzüge aus Libyen doch sehr pappmacheartig.

Schattenkommando

Ja, wohin rennen sie denn?

Was bleibt, ist, um mal ein Wortspiel zu bemühen, mehr Schatten als Licht. Die Story ist eigentlich in Ordnung und hat eine ordentliche Spannungskurve zu bieten. Aus Sicht des Actionfans verlagert der Film das Geschehen leider immer wieder weg von der rasanteren Verfolgungsjagd um Max und Sasha in Richtung Labermarathons und Kompetenzgerangel in irgendeinem Stoffzelt mit Militarydruckmustern. Diese Einlagen werden zwar stringent mit dem Film verbunden, strecken ihn aber teils empfindlich. Und irgendwann hat man von dem in ein Zelt rein- und wieder hinauslaufenden Tom Sizemore echt genug! Leider schafft der Film keinen echten Gegenpol zu diesen eher unspektakulären Momenten. Sprich, es setzt keine Autoverfolgungsjagden, keine ausufernden Materialschlachten und auch Marks Martial Arts Fähigkeiten werden sträflich vernachlässigt. Der hatte im Entstehungsjahr des Streifens mehr Erfolg und Aufmerksamkeit durch seine coolen Auftritte bei “Dancing with the Stars” (Youtube hat all seine coolen Auftritte, in denen er mehr Kampfsportskills zeigt, als in seinen letzten 10 Filmen zusammen!) und man kann dem sympathischen Mimen eigentlich nur wünschen, dass sich daran ein paar interessantere und flottere Filmchen angeschlossen haben. Zumindest kann er sich bei dem “Schattenkommando” in Sachen Co-Stars nicht beklagen. Leider werden selbige aber auch so gut wie gar nicht gefordert. Was bleibt ist allenthalben solide, zumindest optisch kompetent umgesetzte Unterhaltung …

In diesem Sinne:
freeman


Seit “The Expendables” sind sogenannte Ensemble-Filme speziell im Actionbereich wieder ganz groß in Mode. Im vorliegenden “Shadows in Paradise” (dt. Titel “Schattenkommando”) sind es Mark Dacascos, Armand Assante, Tom Sizemore, Danny Trejo und Bruce Boxleitner… cooler Cast eigentlich…

Der Einsatz einer US-Eliteeinheit misslingt katastrophal: Special Forces-Lieutenant Max Forrester (Mark Dacascos) muss seine Verlobte Sasha Villinoff (Sofya Skya) in den Händen seiner Feinde zurücklassen. Zwei Jahre später: Sasha taucht wieder auf. Als Spionin der Gegenseite! Max macht sich sofort auf die Suche nach der Wahrheit. Ein nervenzerreißendes Katz- und Mausspiel beginnt. Schon bald stehen Max und Sasha zwischen allen Fronten: Es geht um ihr nacktes Überleben …

Was konnte man von Regisseur J. Stephen Maunder bezüglich “Shadows in Paradise” erwarten? Der Mann hat als Regisseur bisher nur “Tiger Claws 2” & “Tiger Claws 3” auf seinem Regie-Konto. Nicht unbedingt die grössten Werke dieser Erde…

Gerne würde ich nun berichten, dass “Shadows in Paradise” ein wahrlich tolles Actionfest darstellt und mich während seiner gesamten Laufzeit prächtig unterhalten hat. Ich würde gerne vermelden, dass die Schauspieler allesamt an die Grenzen ihrer Schauspielkunst gingen, in Actionszenen sich wahrlich den Hintern aufgerissen haben und das Drehbuch dem Zuschauer auf der Couch großartige Dialoge in die Ohren wandern ließ.

Die Wahrheit ist jedoch, “Shadows in Paradise” ist einer der schwächsten B-Kracher der letzten Jahre. Die Geschichte langweilig, die technische Umsetzung langweilig, die Actionszenen langweilig, die Darsteller effektiv vor die Säue geworfen. Da können auch Dacascos, Assante, Trejo, Sizemore oder Boxleitner kaum noch etwas reißen.

Fazit: Avoid at all costs!

© DomPatHug

Die deutsche DVD/Blu Ray kommt von Sunfilm und ist mit einer FSK 16 Freigabe uncut.

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