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Screamers: The Hunting

Originaltitel: Screamers: The Hunting__Herstellungsland: Kanada / USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Sheldon Wilson__Darsteller: Gina Holden, Jana Pallaske, Greg Bryk, Christopher Redman, Stephen Amell, Tim Rozon, Stephen Amell, Holly O’Brien, Stephen Patrick Dunn, Sarah Small, Lynley Hall, Lance Henriksen u.a.
Screamers: The Hunting Deutsches Cover

“Screamers: The Hunting” hat Lance Henriksen in einer Nebenrolle an Bord.

13 Jahre sind seit den blutigen Vorgängen auf Sirius 6B vergangen. Die letzten Menschen haben längst den Planeten und damit verbundene kriegerische Konflikte hinter sich gelassen. Zurück blieben nur die Screamers, die sich laut Protokoll zwei Jahre nach Kriegsende selbst deaktiviert haben müssten.

Da erreicht eines Tages doch noch ein menschlicher Notruf von Sirius 6B die Erde. Hier gerät man in helle Aufregung, will man doch den Planeten demnächst mit einer neuartigen Waffe komplett einäschern und unter die traurige Geschichte um Sirius 6B und die Screamers-Technologie einen endgültigen Schlussstrich ziehen. Die Vernichtung von Menschenleben steht dabei allerdings nicht auf dem Programm.

Also schickt man eilig ein Rettungskommando los, um die letzten Überlebenden zu bergen. Auf dem Planeten angekommen muss das Rettungskommando bemerken, dass sowohl diverse Menschen als auch ganz neue Entwicklungsstufen der Screamers auf dem Planeten leben. Ein Wettlauf gegen die Zeit und die gefährlichen Maschinen beginnt.

Schaut in “Screamers: The Hunting” mit Lance Henriksen hinein:

Nicht nur im Universum von „Screamers“ sind reichlich 13 Jahre ins Land gezogen, auch auf der Seite der Rezipienten sind über 13 Jahre seit dem unterhaltsamen Science-Fiction-Streifen von 1995 mit Peter Weller vergangen. 13 (+/-) Jahre, in denen sich viel verändert hat und Fortsetzungen zu Kinofilmen wie „Screamers“ nur noch Direct to Video erscheinen und die ehedem bekannten Namen des Originals nur noch in Fankreisen Gewicht haben.

Aber kein Grund wehmütig zu werden, denn wenn wir ehrlich sind, hatte schon „Screamers“ bei allem großartigen Unterhaltungswert nicht wirklich etwas im Kino zu suchen. Und so konnte man sich bei dem Sequel – befreit von der Last, kinoreife Bilder produzieren zu müssen – ans Werk machen und die Geschichte weiterentwickeln.

Dabei braucht der Film eine Weile, um richtig in Gang zu kommen. Zu viele Bezüge zum Original müssen hergestellt und zu viele Story-Altlasten neu aufbereitet werden, um dem Gros des Publikums, das den Vorgänger vermutlich gar nicht gesehen hat, eine halbwegs plausible und glaubwürdige Welt zu offerieren. Und das funktioniert bei aller Redundanz für die Kenner des Originals erstaunlich gut und durchaus auch auf atmosphärische Art und Weise. Zumal man mit Settings wie der riesigen Screamers-Produktionshalle echte Gänsehautmomente einbringen kann.

Screamers: The Hunting mit Stephen Amell

Da schaut Stephen Amell (“Arrow”) nicht schlecht. Die Screamers haben sich weiterentwickelt.

Dann wird in „Screamers: The Hunting“ die Story etwas krampfig entwickelt. Einzelne Expeditionsmitglieder haben natürlich ganz eigene Interessen an der Unternehmung, andere wollen Licht in ihre nebulöse Vergangenheit bringen. Viel fällt dem Drehbuch dabei nicht ein und die Grundstory ist kaum mehr als ein Abklatsch des Originals. Denn freilich kommen immer dann, wenn das Drehbuch nicht mehr weiter weiß, die Screamers und säbeln durch das Figuren-Interieur.

Dabei lassen sie nicht nur wilde Goreschlachtplatten sondern auch einige lose Handlungsstränge zurück. Was aber letztlich auch egal ist, denn eigentlich geht es nur darum, dass sich Menschen vor den Screamers retten sollen. Wirkliches Interesse für die Figuren können weder die Zuschauer noch die Schauspieler selbst aufbringen. Diese sind durch die Bank blass, schwach und peinlich nichtssagend und machen ein Involvement auf Seiten des Zuschauers komplett unmöglich. Einzig Lance Henriksen („Last Assassins“), der als Erfinder der Screamers einen knapp zehnminütigen Auftritt hat, bringt mittels purer Präsenz etwas Glanz in die Hütte.

Die Highlights von „Screamers: The Hunting“ haben durchweg mit den Screamers zu tun. Diese wirken zwar etwas schwerfälliger und massiver als im Kinooriginal, sind aber noch genauso effektiv unterwegs, wie zu Peter Wellers Zeiten. Genauer gesagt sind sie megablutrünstig geworden. Was hier gesplattert wird, ist fast schon unglaublich: Köpfe werden zerteilt, abgetrennt und durchschlagen, Brustkörbe durchstoßen, Extremitäten abgeschnitten… die Maschinen haben offensichtlich Blut geleckt.

Diese teils frappierenden Effekte kommen herrlich altmodisch und eben handmade daher und überzeugen auf ganzer Linie. Auch die Art und Weise, wie man die Evolution der Maschinen vorantreibt – weg von den Maschinenwesen, hin zu Maschinen, die Menschen als Ersatzteillager missbrauchen oder diese mittels mechanischen Bauteilen zu Cyborgs pimpen – hat richtig Klasse und lässt auf weitere „Screamers“-Teile hoffen. Der Schlussgag von „Screamers: The Hunting“ lässt dahingehend schon einiges erahnen.

Screamers: The Hunting Splatter

Er hat eine Menge erlebt, nur zum Überleben reicht das nicht.

Der Look des Filmes ist ein wenig billig geraten. Zwar versucht man an den abgerissenen Look des Vorgängers anzuknüpfen, legt darüber aber einen beständigen und vor allem langweiligen Sepiafilter. Der bügelt scheinbar alle Ecken und Kanten glatt und lässt eben auch den Film selbst ein wenig zu glatt wirken. Dafür gibt es dann keine weiteren großartigen Ausrutscher. So bleibt sinnloses CGI-Gewichse bis auf eine halbwegs gelungen verschleierte Großexplosion aus und stehen die ordentlichen Effekte immer im Dienst des Filmes. Sie verkommen also nicht zum reinen Selbstzweck. Was „Screamers: The Hunting“ schon einmal wohltuend vom zweiten „Starship Troopers“-Sequel – ebenfalls aus der Sony Home Entertainment Schmiede – abhebt. Vom Soundtrack bleibt hier – im Gegensatz zum Vorgänger – leider nichts in den Gehörgängen haften.

Kein großer Wurf, aber Teile von “Screamers: The Hunting” begeistern

Was bleibt, ist ein im Großen und Ganzen gelungenes DTV-Sequel eines nicht unbedingt übergroßen oder megawichtigen Science Fictioners, das wie sein Vorgänger durchaus zufriedenstellt, ohne über einen besonderen Mehrwert zu verfügen oder sich auf lange Zeit in den Gehirnwindungen zu verankern. Das Original ist dem Sequel aufgrund des wesentlich präsenteren Hauptdarstellers und der versierteren und vor allem strafferen Regie Christian Duguays überlegen. Die Fortsetzung macht aber dennoch durchaus Laune und begeistert mit einer interessanten Weiterführung der „Screamers“-Mythologie. Gerne mehr davon!

6 von 10

Die deutsche DVD kommt von Sony Pictures Home Entertainment, hat ein kleines Making Of an Bord und ist mit einer erstaunlich freizügigen FSK 16 uncut.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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