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Secret Agency – Barely Lethal

Originaltitel: Barely Lethal__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Kyle Newman__Darsteller: Sophie Turner, Hailee Steinfeld, Jessica Alba, Samuel L. Jackson, Jaime King, Dove Cameron, Dan Fogler, Rachael Harris, Thomas Mann, Alexandra Krosney, Gabriel Basso u.a.
Secret Agency

Teenager-Killerinnen übernehmen eine US-Highschool in “Secret Agency”.

83 ist eine Nachwuchsagentin / Killerin. Einst wurde die Waise kurz nach dem Tod ihrer Eltern von den Prescotts, einer Geheimorganisation, aufgenommen. Diese arbeitet immer nach dem gleichen Modus Operandi: Kinder aufnehmen und sie über die Jahre hinweg zu effektiven Kampfmaschinen umwandeln. Dazu werden die Kids allerdings auch konsequent von der Außenwelt abgeschirmt. Als 83 bei einem Einsatz etwas länger mit dem wahren Leben in Kontakt kommt, ist sie ergo sofort fasziniert. Ihr eröffnet sich eine ganz neue Welt voller Teeniezeitschriften, Filme und in Wallung kommender Hormone.

Als sie gegen die gefährliche Waffenhändlerin Victoria Knox zu Felde zieht, kommt es zu einer Gelegenheit, bei der 83 ihren eigenen Tod fingieren könnte. Angefixt vom wahren Leben außerhalb der Wände der Prescott-Akademie für Killer ergreift sie sofort die sich ihr bietende Gelegenheit. Sie baut sich eine Tarnidentität als Megan Walsh auf und nimmt an einem Schüleraustausch-Programm teil. Die angebliche Kanadierin kommt bei Familie Larson unter und besucht mit Liz, einer Tochter der Larsons, die örtliche Highschool.

Hier stellt sie sich ihrer größten Herausforderung: Dem alles andere als leichten Leben eines pubertierenden Teenagers. Im Zuge dessen machen ihr ihre neuen Mitschüler das Leben ordentlich zur Hölle, dennoch findet Megan auch schnell Anschluss und verliebt sich gar. Blöderweise kommen die Agenten der Prescott-Akademie Megan bald auf die Schliche und die Waffenhändlerin Victoria Knox hat auch noch ein Hühnchen mit Megan/83 zu rupfen…

Secret Agency

83 (li) wammst sich mit 84

Wenn sich ein Film, der über weite Teile im Highschool-Milieu angesiedelt ist, auf Filme wie „10 Dinge, die ich an Dir hasse“, „Girls Club“ und „Girls United“ beruft, macht das hellhörig. Denn diese Filme verstanden es vorzüglich, das eigene Genre zu ironisieren und aufzubrechen. Die Bezugnahmen auf diese Filme und die Art und Weise der Einbindung in die Handlung funktionieren dann auch prächtig. Doch den Verve, den diese Filme besaßen, den besitzt „Secret Agency“ nicht einmal ansatzweise.

„Secret Agency“ versteift sich leider viel zu brav darauf, die gängigen Klischees des Highschool-Films abzuhaken und sie – im Gegensatz zu den Vorbildern – nur ja nicht auf den Kopf zu stellen. Ist 83/Megan in der Highschool angelangt, ist „Secret Agency“ einfach nur ein Film unter vielen. Megan wird als Außenseiter zur Angriffsfläche für die Coolen der Schule. Andere Außenseiter stehen zu ihr. Sie verliebt sich natürlich in den heißesten Kerl der Schule. Der auch irgendwie in sie. Die wahre Liebe ist aber ein anderer. Und so weiter und so fort. Abwechslung bringen nur die Momente, wenn Megan/83 in ihren „Agenten-Sprech“ verfällt oder unerwartet auf Anzüglichkeiten und Grabschereien reagiert.

Secret Agency

Victoria Knox ist eine fiese Bitch…

Der Agentenfilmteil rahmt den Highschool-Part ein. Zu Beginn sehen wir, wie 83 ausgebildet wird und in Ausbilder Hardman eine Art Mentor findet. Danach sind wir bei kleineren Einsätzen dabei, die mit schwachen CGIs und leider arg dünner Action daherkommen. Im Highschool-Teil tauchen Hardman und die Agentenfilmanteile immer mal am Rande auf, tragen aber nicht viel zur Handlung bei, weshalb der eher laue Showdown schon ein wenig drangehängt wirkt. Zumindest führt er aber alle offenen Handlungsstränge zu einem vernünftigen Ende. Wirkliche Aufregung oder gar Spannung kommt hierbei zu keiner Sekunde auf, da sowohl die Agentenfilm-Momente als auch der Highschool-Part zu vorhersehbar gestaltet sind.

Heftig punkten kann „Secret Agency“ dank seiner spielfreudigen Darsteller. Allen voran Hailee Steinfeld als 83/Megan. Der „3 Days to Kill“-Star ist sowohl als kampflustige Agentin als auch als absolut geschmacksresistente Teenagerin im Liebestaumel einfach nur hinreißend. Ihr zur Seite stehen „Game of Thrones“-Star Sophie Turner als eiskalte Konkurrentin 84, die niedliche Dove Cameron als Liz und eine megacoole Jessica Alba („Sin City“) als Victoria Knox. Im Gegensatz zu Samuel L. Jackson („Big Game“), der nur eine Standgas-Performance als Hardman abliefert, macht die Damenriege mal so richtig Spaß und spielt sich gegenseitig die Bälle trefflich zu.

Secret Agency

83 alias Megan mit ihrer Freundin Liz

Die vornehmlich weiblichen Heldinnen und das Sujet deuten dann allerdings auch an, wie die Action des Filmes ausschaut: Unaufgeregt, kaum hektisch, eher klein skaliert und immer extrem kurz. Eben Action für weibliche Teenagerinnen, die nicht zu sehr vom Herzschmerzteil abgelenkt werden sollen. In der Folge gibt es kleinere Fightszenen, eine unspektakuläre Autoverfolgungsjagd und eine blöd getrickste Hängepartie inklusive Geballer. Selbst im Showdown darf die Heldin nicht zeigen, was sie drauf hat, da in letzter Minute die Kavallerie ins Geschehen eingreift. Was in dem Fall echt schade ist, denn 83/Megan hätte eine wirklich taffe Heldin abgeben können und so definitiv noch mehr als Vorbild für das anvisierte Zielpublikum getaugt.

Das von Brett Ratner („Hercules“) mit produzierte Ergebnis ist ein in erster Linie auf ein recht junges, weibliches Zielpublikum abgestimmtes Agenten-Highschool-Abenteuer in bonbonbunter Weichzeichneroptik. Obwohl die Vorbilder des Filmes stimmen, gelingt es „Secret Agency“ niemals, das enge und hinlänglich bekannte Korsett der Highschool-Romanzen aufzubrechen und es zu ironisieren. Nicht einmal die Agentenfilm-Einsprengsel bringen mehr Bewegung, Pfiff und Energie in den Film. Folglich plätschert „Secret Agency“ einfach viel zu unaufgeregt vor sich hin und traut sich auch in der Action keine wirklichen Paukenschläge zu. Was den Film vor der Belanglosigkeit rettet, ist sein wirklich toller und sehr hübsch anzusehender Cast, der „Secret Agency“ mühelos über die Laufzeit rettet.

„Secret Agency“ erscheint am 20. Oktober 2015 auf DVD und Blu-ray von Ascot-Elite und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Ascot-Elite__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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