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Shark Lake

Originaltitel: Shark Lake__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Jerry Dugan__Darsteller: Dolph Lundgren, Sara Malakul Lane, Lily Brooks O’Briant, James Chalke, Michael Aaron Milligan u.a.
Shark Lake

Dolph Lundgren zeigt in “Shark Lake” wer in der Nahrungskette am weitesten oben steht! Haie sind es jedenfalls nicht!

Clint Gray hat sich schon mehrfach mit dem Gesetz angelegt. Dieses Mal könnte er mit dem Schmuggel seltener Tiere selbst für seine Verhältnisse ein wenig zu weit gegangen sein. Davon zeugt vor allem das Sheriff-Vehikel, das gerade hinter ihm herjagt. Bei der wilden Jagd verliert Clint die Kontrolle über seinen Wagen und stürzt mit ihm in einen der zahlreichen Seen in Lake County. Als er dem See entsteigt, wird er vom Sheriff, seine Ex Meredith, mit der er auch ein Kind hat, verhaftet und für fünf Jahre weggesperrt.

Was keiner ahnen kann: Clint hatte an dem Tag einen jungen Bullenhai auf der Ladefläche seines Transporters. Dieser entfleuchte in die Tiefen des Sees, in den Clint gerast ist, und freundete sich mit seiner neuen Umgebung an. Fünf Jahre später häufen sich im und um den See die Todesfälle. Meredith und ihre Vorgesetzten gehen zunächst von Bärenattacken aus. Erst ein herbeizitierter Wissenschaftler glaubt die Bärentheorie nicht und äußert den Verdacht, dass ein Hai die Menschen getötet haben könnte.

Der erhöht derweil die Schlagzahl seiner Angriffe drastisch. Ob der soeben aus dem Knast entlassene Clint helfen kann, den Menschenfresser zu töten? Wohl oder übel muss Meredith mit ihrem Ex zusammenarbeiten.

In Zeiten, in denen Haie fliegen, im Sand oder Schnee schwimmen und mit zwei oder mehr Köpfen untot oder quicklebendig durch die Ozeane dieser Welt pflügen, mutet ein Film wie „Shark Lake“ mit seinem stinknormalen Bullenhai fast schon wie eine filmgewordene Antithese an. Dazu kommt, dass die Handlung des Filmes weder ironisiert noch sonst irgendwie aufgebrochen wird. Man spürt das Bemühen, hier mal wieder ein geerdetes Creature Feature auf die Beine stellen zu wollen…

Das leider arschlangweilig geraten ist. Denn wenn man nicht übertreiben kann und darf, sollte man zumindest eine halbwegs plausible oder spannende Story an der Hand haben, um den Zuschauer an den Film zu fesseln. Und genau das hat „Shark Lake“ nicht. Der Film verfügt über keinerlei Spannung, seine Dramaturgie wirkt komplett vermurkst, die Bedrohungsmomente sind nicht einen Moment beängstigend und die zwischenmenschlichen Konflikte gehen einem einfach nur auf den Zünder.

Vor allem das Getue zwischen Meredith und Clint ist ein einziger Krampf. Was vor allem an der total talentbefreiten Sara Malakul Lane („Sharktopus“) liegt. Die Mimin ist mit ihrer Hauptrolle vollkommen überfordert, muss ganz viel warme Luft in die Welt blasen, die ganze Zeit möglichst naiv und dumm gucken und darf sich nicht ausziehen. Letzteres rettete beispielsweise ihre Hauptrolle in dem Trashhammer „Jailbait“, vor allem, weil die Mimin echt lecker ausschaut. „Shark Lake“ mag ihr den Gefallen aber nicht tun. Und so zickt sich ihre Figur derart enervierend durch den Film, dass man sich fragt, warum Dolph Lundgren („Riot“) sie nicht höchstselbst in den Tümpel schmeißt, damit der Hai sie frisst.

Apropos Haie: Man ist ja aus den diversen Creature Features der Marke „The Asylum“ oder „SyFy“ einiges gewohnt. Aber animiertes, in Schiffe eindringendes Wasser, CGI-Blutsprudel nach Haiattacken und in Unterwasserszenen einkopierte, vermutlich in einer Schwimmhalle abgefilmte Taucher haben einem nicht einmal diese Lumpen zugemutet. „Shark Lake“ bricht diese letzten Tabus. Dass sämtliches Unterwassergetier aus den Rechenknechten stammt, muss man dann sicherlich nicht mehr erwähnen. Zumindest gegen Ende kommt dann auch mal ein Hai-Modell zum Einsatz… das leider total unecht aussieht und dennoch die detailarmen CGI-Tümmler aussticht.

Das Ganze verpackte Regisseur Jerry Dugan in faszinierend langweilige TV-Bilder und ließ seinen Soundtrack-Maestro einen total banalen 0815-Score unter seine uninspiriert zusammengetragenen Impressionen legen. Und egal ob Schnitt, Ausstattung, Make Up und Co., keine der Abteilungen, die an der Entstehung von „Shark Lake“ mitwirkte, bekleckerte sich irgendwie mit Ruhm. Seine besten Bilder präsentiert der Film kurz vor dem Abspann, wenn der Regisseur zum ersten Mal über sein Setting fliegt und die frappierend schöne Seenlandschaft rund um den Schauplatz des Filmes zelebriert. Warum lässt man solche Bilder links liegen? Zumal in einem Film, der sonst optisch nichts taugt?

Schließen möchte ich meine Kritik mit dem einzig positiven Punkt an „Shark Lake“. Dieser hört auf den Namen Dolph Lundgren und hat den Film sogar mitproduziert. Warum auch immer er meinte, in diesen Schrott Geld pumpen zu müssen. Doch zumindest der Schwede macht ordentlich Spaß. Ein verkniffenes Lächeln hier, ein flotter Punch da und schon haben wenigsten die Dolph-Lundgren-Fans ein bisschen was zu feiern. Auch wenn er kaum mehr als eine große Nebenrolle innehat. Am Ende wünscht man sich vor allem eines: Dass Dolph Lundgren seinem fischigen Antipoden einfach mal ordentlich ins Maul tritt und ihm das Herz herausreißt. Eben ganz im „The Asylum“-Stil. Leider passiert das nicht. Aber selbst ein solcher Over-the-Top-Moment hätte den bierernst dargereichten, erzählerisch vollkommen verquasten und vor dummen Szenen überlaufenden „Shark Lake“ niemals im Leben gerettet.

Das Review basiert auf der ungeschnittenen Code 1 DVD von Screen Media. Hinsichtlich einer deutschen Veröffentlichung des weitgehend unblutigen Schlocks ist mir noch nichts bekannt. Eine Freigabe ab 16 sollte dann keinerlei Problem darstellen. Und es ist gekommen, wie vermutet: Sunfilm/Tiberius Film veröffentlicht “Shark Lake” auf DVD und Blu-ray am 6. April 2017. Uncut mit einer Freigabe ab 16.

In diesem Sinne:
freeman

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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