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Shark Season – Angriff aus der Tiefe

Originaltitel: Shark Season__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: Jared Cohn__Darsteller: Michael Madsen, Paige McGarvin, Juliana Destefano, Jack Pearson, Lauren E. Hubbard, Nicholas Ryan, Josh Lovejoy, Ben Gelera, Eric Goldsmith u.a.
Shark Season mit Michael Madsen DVD Cover

Michael Madsen mischt in dem “The Asylum”-Schlock “Shark Season” mit.

Sarah will mit ihrem Ex-Freund Jason und dessen neuer Flamme Meghan ein cooles Fotoshooting auf einer wunderschönen Insel vor Florida durchführen. Doch Jason überredet die beiden Mädels, ein anderes Setting anzusteuern. Dieses sei erst vor kurzer Zeit durch ein Naturereignis freigelegt worden und dementsprechend unverbraucht. Obendrein sei es gar nicht so weit entfernt von der ursprünglich vorgesehenen Location. Die beiden Mädels lassen sich breitschlagen und gemeinsam paddelt man in winzigen Kajaks los.

Was unsere Helden nicht ahnen können: Sie dringen in das Revier eines gewaltigen weißen Hais ein. Der hat schon im Prolog von „Shark Season“ eine sexy Blondine mit knackigem Popo vernascht. Also so richtig. Mit krachenden Knochen und gewaltiger Blutlache. Kaum sind Sarah und Co. in der Reichweite der scharfen Zähne des Hais angelangt, macht der Jason um einige Körperteile und sein Leben ärmer und belauert die beiden Mädels.

Die versuchen fortan alles, um der gewaltigen Mordmaschine zu entkommen. Ihre größte Hoffnung: Sarahs Vater. Veteran der zivilen Luftfahrt und allgemein ein ziemlicher Held.

Schaut in den Hai-Happen hinein

Das deutsche Artwork von „Shark Season“ macht keinen Hehl daraus, welchen Film „The Asylum“ bei der Produktion dieses Survival-Thrills im Blick hatte: „The Shallows“. Eine Hommage soll „Shark Season“ von Regisseur Jared Cohn („The Horde“) sein. Man darf allerdings mit Fug und Recht bezweifeln, dass die Macher von „The Shallows“ diesen Schund als Hommage begreifen werden. Denn „Shark Season“ ist schon reichlich verunglückter Hai-Schmodder geworden.

Dabei beginnt der Film gar nicht mal sooo übel. In breitem Widescreen zelebriert er schöne Strandbilder und den knackigen Popser von Opferdarstellerin Numero Uno: Lauren E. Hubbard. Bei dieser Attacke wird zumindest mal klar, dass „The Asylum“ diesmal nicht auf sechsköpfige, gepanzerte, sich mittels Wirbelstürmen vorwärts bewegende Haie setzt, sondern auf echte Haie. Also zumindest echte Haie, die man aus Dokumentationen entlehnt und mittels „cleveren“ Schnittes in „Shark Season“ transferiert hat. Das die Unterwasserbilder von Hai und Opfer nicht zusammenpassen… who cares?

Shark Season Hai umkreist Beute

Der Hai checkt sein Mittag ab…

Auch die Einführung der drei eigentlichen Filmhelden geht Regisseur Cohn ganz nett von der Hand. Zumal die beiden Hauptdarstellerinnen auch noch sehr hübsch anzusehen sind – dabei vor allem Knackpo-Trägerin Juliana Destefano als Meghan. Doch dann beginnt der Film nach und nach abzubauen. Ein lächerliches CGI-Model eines Hais umkreist die Kajaks. Subjektive Kamerafahrten suggerieren extreme Nähe zu den Opfern, die dann mittels Totalen direkt wieder negiert wird. Harte Schnitte und laute Soundeffekte sollen den Zuschauer permanent erschrecken – langweilen ihn aber stattdessen zu Tode.

Und ist Jason dann abgefrühstückt, fällt der Film komplett in sich zusammen. Abwechselnd dürfen sich nun Meghan und Sarah komplett irrational verhalten, ganz ganz viel Müll labern und immer total angespannt spielen. Das geht dem Zuschauer dann extrem schnell auf die Ketten. Genauso wie total behämmerte Szenen, in denen minutenlang krakeelt wird, dass der Akku des mitgeführten Handys nicht mehr lange reiche – anstelle einfach zu telefonieren! Und ist das Handy dann aus und alle Hoffnung dahin, fragt man sich Minuten später nur, ob der Film einen verarschen will, wenn eine der Figuren wie selbstverständlich plötzlich eine Powerbank ans Handy hängt.

Shark Season mit Michael Madsen

Michael Madsen telefoniert immer mal mit den bedrohten Girls.

Die deutsche Synchronisation besorgt dann den Rest. Da beginnt etwa Sarahs Vater am Telefon zu fabulieren, er wolle die Mädels aufheitern. Nur um ihnen danach von einer bevorstehenden Springflut zu berichten, die ihrer beider Leben besiegeln werde. Seltsamer Humor. Tja, und währenddessen paddeln unsere beiden Heldinnen übers weite Meer und der Zuschauer wünscht sich, der Hai möge endlich zuschlagen. Doch der hält sich vornehm zurück. Spannung kommt so keine auf, Action sowieso nicht. Und zunehmend setzt „Shark Season“ auf Playstation-Effekte, um den weißen Hai zu bebildern. Inklusive widerlich schmatzender Schwimmgeräusche.

Deutlich schockierender als der Film und sein menschenfressender Held ist das Äußere von Michael Madsen („The Hateful 8“) als Sarahs Vater. Der Mime, der sichtlich nur einen Tag am Set war und seinen Auftritt telefonierend vor einem Schreibtisch hockend erstaunlich souverän runterspielt, schaut wahrlich verheerend aus. Die Haare seltsam unsortiert, die Gesichtszüge eingefallen. Man kann nur hoffen, dass dies nicht auf eine eventuelle Krankheit zurückzuführen ist.

Kein Film hat eine „Hommage“ wie „Shark Season“ verdient

Man kann „Shark Season“ zumindest zugute halten, dass er „The Shallows“ nicht einfach nur kopiert, sondern schon versucht, eine eigene Story zu erzählen. Dazu setzt er auf mehr handelnde Charaktere und diverse Schauplatzwechsel. Diese Abweichungen machen den Film aber definitiv nicht besser als das offenkundige Vorbild. Ganz im Gegenteil. Der unbeholfen in Szene gesetzte Streifen punktet maximal mit ein paar schönen Bildern der Küstengegend vor Florida, das war es dann auch schon.

Stock Footage aus Hai-Dokus, lächerliche CGI-Momente, lustlose Kills, eine spannungsfreie Handlung, dumme Dialoge, gewaltige Logikprobleme und irgendwann einfach nur meganervige Hauptfiguren brechen „Shark Season“ schon früh im Filmverlauf das Unterhaltungsgenick. Und davon erholt sich der Film bis zum dämlichen, lachhaft einfallslosen Finale nicht mehr.

02 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von dem Label daredo / White Pearl Movies und ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: daredo / White Pearl Movies__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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