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Sharkansas Women’s Prison Massacre

Originaltitel: Sharkansas Women’s Prison Massacre__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Jim Wynorski__Darsteller: Dominique Swain, Traci Lords, Cindy Lucas, Christine Nguyen, John Callahan, Amy Rasimas Holt, Serafin Falcon, Chris De Christopher, Oscar De la Rosa, Skye McDonald u.a.
Sharkansas Women's Prison Massacre

Ein Hai, viele dickbemoppte Girls und leider kein Massaker: “Sharkansas Women’s Prison Massacre”

Eine Gruppe weiblicher Häftlinge wird auf einen Arbeitseinsatz geschickt. Sie sollen in einem Sumpfgebiet Baumstümpfe ausgraben. Während sie noch relativ ungelenk in dem Sumpfboden herumstochern, im Übrigen fernab irgendwelcher Baumstümpfe, werden in direkter Nähe Sprengarbeiten durchgeführt. Dabei wird ein Zugang zu einem unterirdischen Ozean (What?) freigelegt und eine ganze Handvoll fieser Haie gelangt in die Flüsse des Sumpfgebietes.

Da die Haie hungrig sind, dauert es nicht lange, bis der erste weibliche Häftling verschluckt wird. Davon bekommen die anderen aber nicht viel mit, da ihnen gerade von der Freundin einer der Damen zur Flucht verholfen wird. Doch bald kommen sie nicht mehr umhin, sich der Haigefahr zu stellen – oder schreiend und mit wogenden Hupen vor ihr davonzulaufen…

Augen zu und durch! Oder nur Augen zu! Das sind die beiden Taktiken, die bei den Gurken von Trash-Vielfilmer Jim Wynorski („Raptor“) noch immer geholfen haben. So auch hier. „Sharkansas Women’s Prison Massacre“ ist einfach nur schreiend dummer Käse, der aber auch nie einen Hehl daraus macht, genau das zu sein. Und das macht ihn schon wieder sympathisch. Zwar ist der Film nicht für eine Sekunde spannend und die Handlung kompletter Humbug, aber unterhalten wird man trotz allem.

Dafür kann man die verschiedensten Gründe anführen. Zum einen erinnern die weiblichen Häftlinge durch die Bank eher an Pornostars denn an echte Häftlinge (Finalgirl Christine Nguyen und Cindy Lucas sind dann zumindest auch Softporno-Stars) und zum anderen spielen sie alle so unbedarft schlecht, dass man von einem Fremdschäm-Moment zum nächsten torkelt. Auf dem Weg wartet dann das ehemalige Filmsternchen Dominique Swain („Skin Traffik“) als lesbische Fluchthelferin mit bemerkenswert schlechtem Frauen- und Klamotten-Geschmack und zeigt in jeder ihrer Szenen, warum es für sie nie zum Hollywoodstar gereicht hat. Erbärmlich.

Sharkansas Women's Prison Massacre

Sehr überzeugende weibliche Knastis…

Ein weiteres Hailight ist der Hai. Der kann in zentimetertiefem Wasser tauchen, rammt Autos weg als wären sie aus Pappe und kann sogar an Land bzw. in der Erde schwimmen! Dabei pflügt er die Erde so richtig um und wird beim Übergang vom Wasser zur Erde nicht einen km/h langsamer. Zudem hüpft er aus der Erde heraus und wieder hinein wie ein Delphin. Und er generiert großartige Anschlussfehler.

Etwa wenn er vor dem Haus, in dem sich die Ladys irgendwann verschanzen, mehrfach aus dem Boden bricht und dabei die ganze Erde des Vorplatzes aufwühlt. Umschnitt: Der Platz sieht aus wie vorher. Dann wird der Platz gesprengt und erneut zerpflügt. Umschnitt: Der Platz sieht aus, als wäre nie etwas geschehen. Erstaunlich. Der Hai selbst sieht im Übrigen gar nicht so schlecht aus. Sprich, die CGI-Routinen funktionieren ganz ordentlich und sogar die unter der Erde schwimmenden Haie kommen gar nicht so übel.

Sind die dick Mann

Hailige Makrele! Mann, sind die dick, Mann!

Dafür darf der Hai leider nie so wirklich wüten. Meistens geschehen die Kills offscreen. Hier und da spritzt dann mal Blut gegen die Kamera, echten Splatter hat es aber keinen. Und irgendwie vermisst man genau den. Ein paar komplett kaputte Effekte hätten für noch mehr Spaß sorgen können… Ganz schlimm sind ein paar CGI-Einlagen, die dann die Auswirkungen der Hai-Attacken zeigen sollen. CGI-Blut darf sich daraufhin im Wasser ausbreiten, was einfach nur Panne ausschaut. Das Hailight ist aber ein Haufen menschlicher Körperteile, der komplett aus dem Rechner stammt. Gut zu erkennen am peinlichen, absolut unrealistischen Schattenwurf…

Sind die dick Mann

So kanns eben auch gehen: Von der Lolita zum Haihappen: Dominique Swain.

„Sharkansas Women’s Prison Massacre“ hatte eigentlich alle Voraussetzungen, um richtig durchzurocken: Dick bemoppte Frauen geraten an einen fiesen Killerhai. Was braucht es mehr? Leider macht der Film daraus nicht wirklich viel. Ein Massaker sucht man in dem optisch nur selten ansprechenden Streifen auch vergeblich. Der Tiefpunkt ist dann erreicht, wenn die flüchtigen Damen eine Hütte beziehen und hier gefühlt tagelang wohnen bleiben. Ohne dass diese Hütte irgendwie abgelegen oder geschützt liegen würde. Hier passiert dann auch einfach viel zu wenig. Weder legt Wynorski die dicken Hupen frei noch lässt er seinen Hai so richtig blöd losrocken. Stattdessen wird gelabert und die Gegenschnitte zu dem nie zur Handlung stoßenden Porno-Starlet Traci Lords nehmen immer noch mehr Tempo raus. So bleibt die Eigenschaft des Hais, auch unter der Erde schwimmen zu können, ein einsames Hailight, während der Rest der Chose zumindest davon profitiert, dass sich „Sharkansas Women’s Prison Massacre“ selbst niemals wirklich ernst nimmt und daraus einiges an unterhaltendem Potential zieht.

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film erscheint am 9. Juni 2016 von Sunfilm/Tiberius Film und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm/Tiberius Film__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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