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Sharknado 6 – The Last One

Originaltitel: Last Sharknado: It’s About Time__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2018__Regie: Anthony C. Ferrante__Darsteller: Tara Reid, Ian Ziering, Vivica A. Fox, Jonathan Bennett, Cassandra Scerbo, Charles Hittinger, Lucia Oskerova, Roxanna Bina, Raine Michaels, Alexandre Ottoni u.a.
Sharknado 6 - The Last One DVD Cover

“Sharknado 6 – The Last One” bringt die wilde Reihe um Fin und Co. zu einem runden Ende.

Wir erinnern uns: In „Sharknado 5: Global Swarming“ begegnete Fin am Ende seinem eigenen Sohn Gil aus der Zukunft. Der hatte einen Plan entwickelt, wie man die zuletzt weltweit grassierende Sharknado-Seuche an der Wurzel ausrotten könne.

Dazu muss Fin in „Sharknado 6 – The Last One“ einfach nur durch die Zeit reisen und alle Sharknados quer durch die Menschheitsgeschichte bekämpfen.

Sein wilder Trip führt in die Zeit der Dinosaurier, er besucht Merlin und dessen Bekannte, wird zum Teil des Unabhängigkeitskrieges, duelliert sich mit Billy the Kid, begegnet in den 50ern seinen eigenen Eltern, rast in die Zukunft und am Ende landet er da, wo einst alles begann. In seiner Bar.

Hier findet die „Sharknado“-Reihe einen stimmigen Schluss – zumindest solange, wie die Macher die Cashcow… äh den Cashhai nicht weiter melken wollen.

Schaut in “Sharknado 6 – The Last One” hinein

„Sharknado 6 – The Last One“ startet furios! Fin muss vor einer Dinosaurier-Stampede flüchten. Surft einen Tyrannosaurus Rex hinunter. Schaut zu, wie der Tyrannosaurus von einem Megalodon gefressen wird. Erspäht am Horizont einen Sharknado und begegnet seinen längst tot geglaubten Freunden Nova und Bryan. Als auch noch April lebend auf einem Pterodactylus angeflogen kommt, wähnt nicht nur Fin sich im falschen Film.

Doch da ist der Wahnsinn erst gestartet. Als nämlich ein Meteoritenschauer auf die Erde niedergeht, weist April ihren Flugsaurier an, er solle mit seinem Schwanz die Meteoriten in den Sharknado befördern. Derweil bastelt Fin einen weißen Hai zur Gigabombe um… Diese ersten 10 Minuten sind der wahre Hammer. Sie strotzen vor Anschlussfehlern und sind haarsträubend mies getrickst, aber die Ideen, die hier in den Ring geworfen werden, sind einfach großartig.

Die darauffolgenden, sehr episodisch angehauchten 75 Restminuten versuchen diesen Irrsinn immer mal wieder zu toppen, scheitern aber. Ohne dass einer der verschiedenen Zeitreisestopps wirklich langweilen würde. Was man vor allem angesichts der verhunzten Sharknado Teile 4 und 5 nicht deutlich genug hervorheben kann.

Das liegt auch und vor allem daran, dass die „Sharknado“-Reihe sich in ihrem Finale wieder auf das Wesentliche besinnt und uns mit Stonenados und ähnlichen Kinkerlitzchen verschont. „Sharknado“-Mastermind Anthony C. Ferrante fokussiert vollkommen auf die eigentlichen Tugenden der Reihe: Sharknados, einen töffeligen Helden, zubeißende Haie, schön dumme Splatterszenen und ganz viel Irr- und Wirrsinn.

Das läuft nicht immer ganz rund. Vor allem die ganzen Einlagen um Fins Sohn Gil, die vollkommen in der Luft hängen, oder die seltsame Storyline um Nova (und die rundherum passierenden, vollkommen unlogischen Charaktermomente für alle beteiligten Figuren) sorgen für Tempoverschleppungen und Fragezeichen. Im Großen und Ganzen aber profitiert die Story von „Sharknado 6 – The Last One“ von ihrem episodischen Aufbau enorm und wird man durchgehend gut unterhalten.

Großen Anteil daran hat natürlich wie gewohnt Ian Ziering („Sharknado 3“). Der hat sein „Nackte-Kanone-Lt.-Frank-Drebin“ Spiel perfektioniert und stakst mit ernster Mine durch die absurdesten Situationen. Wieder darf er pathetische Reden schwingen, auf die keiner reagiert. Wieder darf er bei dem Anblick von Kettensägen das Sabbern anfangen und wieder darf er absolut hirnrissige Heldentaten vollbringen. Witzigerweise präsentiert „Sharknado 6“ seine extrem aus dem Leib gegangene „Beverly Hills 90210“-Schauspielpartnerin Tori Spelling als Fins Mutter in den 50ern, die irgendwann meint, sie müsse Fin schon einmal irgendwo gesehen haben. Vermutlich in der Highschool.

Alles rund um Ian Ziering neigt zum Verblassen. Es ist zwar schön, dass viele in der Reihe verstorbene Charaktere durch den Zeitreisekniff wiederbelebt werden, richtig viel wissen sie letzten Endes aber nicht mehr zu der Reihe beizutragen. Und über das gewohnt entsetzliche Schauspiel von Tara Reid („Sharknado 2“) werde ich mich an dieser Stelle nicht weiter aufregen. Das habe ich beim Filmgenuss bereits ausgiebig getan.

In technischer Hinsicht hat sich nichts getan. Kennst du einen „Sharknado“-Film, kennst du alle „Sharknado“-Filme. Die Effekte sind wie gewohnt teilweise extrem mies gehalten (zumindest die Tornados sehen inzwischen richtig gut aus!), kinoreife Bilder hatte bei „The Asylum“ sowieso nie jemand im Sinn und die teils üblen Anschlussfehler sind ja ebenfalls Methode. Zumindest haben die Austatter die einzelnen Episoden so ausgestaltet, dass man durchaus erkennen kann, in welcher Epoche sich Fin und Co. gerade befinden sollen.

“Sharknado 6 – The Last One” ist ein würdiger Abschluss der Reihe

Es war schon ein wilder Ritt. Während ich „Sharknado“ gerne schlecht finden wollte, von einigen saudoofen Ideen aber umgestimmt wurde, und Teil 2 und Teil 3 wirklich richtig cool fand (immer angesichts dessen, das sie waren, was sie vorgaben: Kalkulierter, aber unterhaltsamer Trash), erreichte mich Teile 4 nicht mehr wirklich. Dieser wurde einfach nur noch auf abstrus getrimmt. Und auch das geplante Finale Furioso schien aufgrund des absolut vergeigten 5. Teils beinahe auf die Schnauze zu fliegen. Doch „Sharknado 6 – The Last One“ zieht den Hals des Franchises wieder aus der Schlinge. Er besinnt sich auf das, was den Wahnsinn der Reihe in den Anfangstagen ausgemacht hat und bringt die Trashreihe zu einem versöhnlichen, einem runden Ende – bei dem man fast traurig ist, dass die Reihe endet. Aber nur fast.

6 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien am 20.9.2018 von dem Label White Pearl Movies und Daredo. Der Abschluss der Haizerteilungs- und Haiausweidungsreihe kommt mit einer FSK 16 Freigabe wie gewohnt uncut. Extras zum Film haben sich leider nicht auf die Scheibe verirrt. Wobei hier retrospektive Specials sicher sehr interessant gewesen wären.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: White Pearl Movies / Daredo__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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