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Siew Lup – Mörderische Lust

Originaltitel: Siew Lup__Herstellungsland: Singapur__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Sam Loh__Darsteller: Rebecca Chen, Melody Low, Sunny Pang, Alan Tan, Rayve Tay, Louis Wu u.a.
Siew Lup - Mörderische Lust mit Rebecca Chen

Was ein Cover! “Siew Lup” zielt auf die Hose des Zuschauers.

Das Label Busch Media Group übt sich aktuell darin, einige Schätzchen des asiatischen Kinos zu heben. „Midnight“, „The Outlaw“ oder „Spiritwalker“ aus Südkorea seien stellvertretend genannt. „Siew Lup – Mörderische Lust“ aus Singapur geriet ebenfalls in den Fokus des Verleihers. Doch als gehobenen Schatz kann man die Melange aus Softporno und Gore kaum bezeichnen. Freunde von amtlich Sex und Gewalt könnten aber dennoch einen Blick wagen.

Sexy Mia hat ein reichlich wechselhaftes Leben hinter sich. Der ehemalige Flüchtling fiel zunächst einem raffgierigen, leicht psychopathisch angehauchten Zuhälter in die Arme. Der bot sie jedem für sexuelle Gefälligkeiten wohlfeil, der es sich leisten konnte. Bei einem ihrer Liebesdienste begegnete Mia dem Koch Quan. Der verguckte sich sofort in Mia, kaufte sie einem Ritter in weißer Rüstung gleich frei, um sie hernach zu ehelichen.

Doch Quan ist impotent. Immer wieder lässt er seine Verzweiflung darüber an Mia aus. Übt sich mehr und mehr am Missbrauch seiner Ehefrau. Dem sexuellen Missbrauch entgeht Mia nur, weil Quan das mit dem Missbrauch einhergehende Machtgefälle ebenfalls nicht ausreichend erregt. Als Mias Mutter verstirbt und sie ihre Beerdigung arrangiert, begegnet Mia dem Bestattungsunternehmer Wu. Der verliebt sich auf den ersten Blick in die junge Frau und versucht unentwegt, ihr näher zu kommen.

Dabei merkt er schnell, dass Quan seine Ehefrau regelmäßig brutal verprügelt. Und weil Wu für seine große Liebe Mia alles zu tun bereit ist, lässt er sich von ihr überreden, den Prügelkoch aus dem Weg zu räumen. Für immer.

Schaut in den Softporno mit blutigem Gematsche hinein

„Siew Lup“ zielt in seinen ersten dreißig Minuten ganz unverhohlen auf die Hose des Zuschauers. Macht Hauptdarstellerin Rebecca Chen, in ihrer Heimat eine Influencerin mit obendrein sehr freizügigem OnlyFans-Account, regelmäßig nackig. Lässt sie mal mit Quan und mal mit Wu durch die Betten und Duschen dieser Welt turnen und bedient sich einer Handlung und Dialogen, die man so schon zigfach vor den Latz geknallt bekommen hat. Auch in Pornos, als diese noch Handlung hatten.

Es ist auch sofort absehbar, wohin die Reise gehen soll, wenn Quan zunehmend brutaler auf Mia eindrischt, während die Wu näher kommt. Das gipfelt dann im ersten blutigen Exzess des Streifens, der mit massig Gore daherkommt und in Momenten gipfelt, an denen sich die FSK vor ein paar Jahren noch massiv gestört hat. Angesichts des ohnehin extrem exploitativen und nicht ernstzunehmenden Plots fiel es aber offensichtlich leicht, ein Auge zuzudrücken.

Sunny Pang als Koch Quan

Quan entpuppt sich als Ritter auf weißem Ross, der seine Impotenz in Prügel kanalisiert.

Nach dieser Einlage fällt der Film ein wenig in sich zusammen. War er aufgrund der zahlreichen Sexnummern bis hierhin teilweise schon arg repetitiv, beginnt er sich nun noch mehr hinzuziehen, einfach weil Zuschauer und Drehbuch keine Ahnung haben, was nun noch kommen soll. Es dauert, bis sich „Siew Lup“ wieder fängt und in Richtung Finale schnurrt. Mehrfach beschleicht einen das Gefühl, dass der Film als 30-minütiger Teil einer Anthologie vermutlich deutlich kurzweiliger ausgefallen wäre.

Im Zuge des Leerlaufs dämonisiert der Film die Männerwelt weiter, denn natürlich hat auch Wu so seine Schattenseiten. Auch feministische Kommentare kann man aus den Aktionen herauslesen, emanzipiert sich Mia doch reichlich schnell von Wu. Als dann eine weitere Augenweide in Gestalt der Schauspielerin Melody Low in das Leben des männlichen Helden tritt, ist auch da bereits absehbar, wo Regisseur Sam Loh hin möchte.

Siew Lup mit nackter Rebecca Chen

Zwischen Mia und Wu macht es sofort *fap, fap, fap* ääh Klick!

Das klappt in den letzten 20 Minuten auch ganz gut und mündet in einen dann mal wirklich überraschenden Schluss. Der aber auch nicht mehr so viel zu retten vermag. Er unterstreicht eher die Wahrnehmung, dass „Siew Lup“ als Kurzfilm in einer Anthologie der Marke „Geschichten aus der Gruft“ gut aufgehoben gewesen wäre.

Darstellerisch wähnt man sich wie in Sachen Handlungsführung und Dialoggestaltung ebenfalls in einem Erotikstreifen, bei dem die Hauptdarsteller vor allem darauf bedacht sein müssen, eine erotische Ausstrahlung aufzubieten, die möglichst viele Zuschauer triggert. Da geraten die Szenen neben dem Matratzensport doch reichlich steif. Vor allem Rebecca Chen ist von den dramatischen Szenen ihres Charakters doch leicht überfordert. Zumindest Sunny Pang („Headshot“) als Quan hat ein paar echt gute Szenen abbekommen und meistert diese sehr souverän.

Siew Lup mit Rebecca Chen

Mit Mia sollte man(n) sich nicht anlegen.

In technischer Hinsicht dominiert eine eher schmucklose Optik, die hier und da an eine Fernsehproduktion denken lässt. Weder die Sex- noch die Gewaltszenen stechen da irgendwie heraus. Die handgemachten Effekte wissen zumindest zu gefallen, auch wenn sie in einigen Szenen arg durchsichtig geraten sind und man ganz genau sieht, wann hier Dummys aus Plaste und Elaste zum Einsatz kommen. Auf jeden Fall hatten Cast und Crew sichtlichen Spaß am Blutverschmieren.

„Siew Lup“ bietet Exploitation pur

„Siew Lup“ adressiert über seine viel zu lange Laufzeit (82 Minuten!) hinweg die niederen Instinkte des Zuschauers. Wer also mal wieder Lust auf nackte Haut und ein gerütteltes Maß an Gewalt hat, der kann dem Streifen aus Singapur – wie eingangs angedeutet – definitiv mal eine Chance geben. Aber Vorsicht: Der in TV-Optik gereichte Film hat ein paar herbe Längen zu verzeichnen, mutet bis auf das Finale absolut altbekannt an und lässt einen mit seinen tumben Dialogen schon häufiger mal die Ohren bluten.

Spannung kommt ebenfalls so gut wie gar nicht auf und so schön die beiden Hauptdarstellerinnen Rebecca Chen und Melody Low auch anzusehen sein mögen, Schauspielerin ist keine von beiden. Rebecca Chen wirkt mit ihren gemachten Brüsten, dem Nippelpiercing, zig Tattoos und Schmetterlingsabbild überm Knackpo als Opfer des jähzornigen Quan auch leicht unglaubwürdig. Erst wenn sie in eine Art Femme-Fatale-Modus schalten darf, wirkt ihre Figur schlüssiger.

4 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray stammt von der Busch Media Group und ist mit einer FSK 18 ungeschnitten. Extras zum Film gibt es leider keine. Natürlich kann man „Siew Lup“ auch als VoD streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Busch Media Group__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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