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Snow White

Originaltitel: Snow White: A Deadly Summer__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: David DeCoteau__Darsteller: Shanley Caswell, Maureen McCormick, Eric Roberts, Tim Abell, R.J. Cantu, Chase Bennett, Chelsea Rae Bernier, Camille Cregan, Eileen Dietz, Aaron Jaeger u.a.
Snow White

Eric Roberts kann “Snow White” auch nicht mehr retten.

Es war einmal ein rebellischer Teenager… Snow war ihr Name. Und ebenjene Snow übt sich seit dem Tod ihrer leiblichen Mutter im Rebellentum und treibt damit vor allem ihre Stiefmutter an den Rande der Verzweiflung.

Doch das Eis wird für Snow insofern dünn, dass auch ihr Vater allmählich von ihren Eskapaden überfordert ist. So beschließt er mit seiner neuen Frau, Snow in ein Bootcamp zu verfrachten, wo man dem störrischen Teenie die Flausen schon gehörig austreiben wird.

Und wirklich, die Campbetreiber versuchen alles, um Snow und anderen vermeintlich unerziehbaren Teens die Hammelbeine lang zu ziehen. Doch plötzlich verschwinden einige der Teenager und werden kurz darauf tot aufgefunden.

Als sich die Zwischenfälle häufen und Snow bemerken muss, dass die Campleitung die Todesfälle vertuscht, ist es fast schon zu spät, denn der Killer ist längst auch hinter ihr her…

Snow White

Brutale Splattereffekte … gibt es in “Snow White” nicht!

Wenn die großen Studios gleich zwei Filme zum Thema Schneewittchen (einen mit Charlize Theron, einen mit Julia Roberts) planen, sollte man als Billigheimer-Produktionsfirma doch auch ein Stück vom Kuchen abbekommen können. Schnell eine Geschichte zusammenzimmern, die mit sprechenden Spiegeln, roten Äpfeln und dem Namen der Protagonistin wenigstens ungefähr an Grimms Märchen ankoppelt. Dann noch sieben Kameraden für Snow lancieren und eine kleine Note Slasher-Horror beimengen und fertig ist der Hit. Nunja, fast. Zugegeben, die kleinen Referenzen an das klassische Märchen nimmt man schmunzelnd zur Kenntnis, viel mehr Spaß hat man mit „Snow White“ aber definitiv nicht. Zwar kommt die Geschichte schnell ins Rollen und wird die Grundsituation hastigen Schrittes etabliert, danach aber fällt der Film vollkommen in sich zusammen. Blasierte, langweilige Charaktere stapfen durch die sich entfaltende, öde Story und scheinen selbst nicht so recht zu kapieren, worauf Schundfilmer David DeCoteau („The Brotherhood 1-6“) mit seinem Film eigentlich hinauswill.

Snow White

Dieser Film ist so schlecht, ich muss mich übergeben …

Der hatte für seinen Film keinerlei Geld zur Verfügung. Also besteht das Bootcamp aus einer Holzhütte, in der der Chef der Einrichtung untergebracht ist, während alle Insassen immer im Freien im Schlafsack pennen. Liegen sie nicht auf der ewig gleichen Wiese herum, stapfen sie die ewig gleichen Wege entlang oder werden gekillt. Offscreen. Unblutig. Was dem Zuschauer den Slasherpart vollkommen verhagelt. Einen coolen Killer gibt es auch nicht. Stattdessen eine vorbeihuschende Gestalt im Jogginganzug. Wie gruselig. Zum Glück sind gute 70 Prozent des Films permanent mit dem Herzschlag eines Menschen unterlegt, damit der Zuschauer auch ja weiß, dass hier permanent Spannung vorhanden ist und man sich gefälligst zu gruseln hat.

Die Darsteller sind durch die Bank mies. Zumindest sehen die Girls im Bootcamp durchaus fuckable aus, werden aber nicht einmal nackt gemacht. Als Vater von Snow schaut immer mal Eric Roberts („The Expendables“) vorbei, der keine zwei Drehtage für diesen Film verschwendet haben dürfte. Mit dem „The Base“ Fiesling Tim Abell ist ein zweiter, in B-Kreisen zumindest bekannter Akteur an Bord, scheint aber auch nicht so recht zu wissen, was er in dem Film zu suchen hat. Hauptsache, der Scheck stimmte! Optisch langweilt der Film mit glatten HD Bildern von einer viel zu glatten und sauberen Natur, die zumindest ein paar hübsche Landschaftsbilder liefert. Soll manchem ja reichen …

Gegen Ende will der Regisseur dann schlau sein und stellt einfach die bisher durchgestandenen 70 Minuten mal eben auf den Kopf. Was auch immer er damit bezweckte, als Zuschauer fühlt man sich genau zu diesem Zeitpunkt schon leicht verarscht, zumal einem die nun in selbstquälerischer Manier durchlittenen 70 Minuten noch sinnloser verschwendet erscheinen als ohnehin schon. Doch hey, lasst mich mein Review positiv beenden: Meine Qualen haben für euch etwas Positives! Ihr müsst euch den Film nicht mehr anschauen und könnt trotzdem sagen, dass er ziemlich scheiße ist! Toll, nicht?

Die deutsche DVD kommt von Koch Media und hat eine erstaunliche FSK 16 Freigabe kassiert. Vermutlich befürchteten die Prüfer, dass der brutale Mord durch Würgen mit einer feingliedrigen Halskette Nachahmer finden könnte. Oder auch nicht…

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Koch Media__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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