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Solar Attack

Originaltitel: Solar Strike__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2005__Regie: Paul Ziller__Darsteller: Mark Dacascos, Bill Lake, Genadijs Dolganovs, Louis Gossett Jr., Kevin Jubinville, Joanne Kelly, Stephen McHattie, Duane Murray, Tim Post, Romas Stanulis u.a.
Solar Attack

Mark Dacascos kickt gegen die Sonne in Solar Attack

Der milliardenschwere Unternehmer Lucas Foster hat eine Forschungsmission angekurbelt, bei der die Atmosphäre unserer Erde untersucht werden soll. Lucas und seine Experten nehmen nämlich an, dass sich die Atmosphäre inzwischen mit überdurchschnittlich großen Mengen an Methangas angereichert hat. Dieses brandgefährliche, weil leichtentzündliche, Gas könnte zu einer Gefahr für die ganze Menschheit werden, vor allem, wenn es in den Mengen vorhanden ist, die Foster und sein Team vermuten. Die Mission schlägt jedoch vollkommen fehl, da die Ausläufer einer gigantischen Sonneneruption das Forschungsshuttle explodieren lassen. Die Sonne ist darüber hinaus noch deutlich aktiver und schickt Eruption um Eruption in Richtung unseres blauen Planeten.

Als Lucas Foster von der extremen Aktivität der Sonne erfährt und zudem erste übermittelte Daten seiner verhinderten Forschungsmission Methanvorkommen ungeahnten Ausmaßes bestätigen, zählt er Eins und Eins zusammen und kommt zu dem Schluss, dass unsere Erde auf eine Katastrophe zusteuert, könnten die Sonneneruptionen doch das Methangas in der Atmosphäre entzünden, was die Sauerstoffvorkommen in selbiger komplett aufbrauchen würde. Das Ende der Menschheit stünde somit unmittelbar bevor! Zwar will man Lucas zunächst keinen Glauben schenken, doch die allgemeinen Entwicklungen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Lucas wirklich Recht hat. Doch Lucas Foster hat einen Ausweg! Er will am Nordpol eine 20 Megatonnenatombombe zünden! Der dadurch freiwerdende Wasserdampf würde aufsteigen und die entflammten Himmelsbereiche löschen können. Die Gegenliebe für seinen Vorschlag ist verständlicherweise sehr gering …

Solar Attack

Peng Puff geht alles kaputt! Mark Dacascos als Wissenschaftler.

Und genauso ergeht es dem Zuschauer, denn das entworfene Katastrophenszenario mutet schon extrem überzogen an. Zwar versucht man das Ganze wieder pseudowissenschaftlich zu erden und irgendwie klingt alles sogar ein Stück weit glaubwürdig, dennoch schüttelt man mehr als einmal ordentlich mit dem Kopf ob der Ausgangssituation, die uns hier geboten wird. Der Versuch des Löschens der Brände mittels Atombombe am Nordpol ist dann nur noch seltsam. Man mag sich gar nicht vorstellen, was derartige Maßnahmen in diesem empfindlichen Ökosystem für Folgen hätten. Allerdings kommen einem derartige Gedanken während des Filmes gar nicht, weil man die Idee eben recht schnell als vollkommen idiotisch abtut. Für den Film ist dies freilich extrem verheerend, da er sein Thema ohne jegliches Augenzwinkern und mit überzogenem Ernst präsentiert, so dass die ohne Zweifel aufkommenden Bedenken an dem Storykonstrukt “Solar Attack” und seiner filminhärenten Logik recht schnell das Genick brechen. Und dabei ist es natürlich nicht besonders hilfreich, dass man sich als Zuschauer mehr als einmal ziemlich verarscht fühlt. Auch der eingewobene, recht sinnlose Subplot um kommunikationsunfähig im Atlantik dahintreibende U-Boote amerikanischer und russischer Flottenverbände zieht den Film ein wenig herunter, wird hier doch extrem viel Kalter Krieg Paranoia heraufbeschworen, die man heutzutage eigentlich nicht mehr in einem Film neueren Datums sehen will. Dafür kann man sich über mangelnde Spannung eigentlich nicht beklagen. Beständig passiert etwas und das Tempo bleibt dadurch auf einem ordentlichen Level. Ein wirklich netter Score kann dazu viel beitragen.

Solar Attack

Epische Special Effects in “Solar Attack”

Eher weniger förderlich ist das Produktionsvolumen des Filmes. Dies dürfte nicht allzu hoch gewesen sein, denn insbesondere die für diesen Film über die Maßen wichtigen Special Effects schwanken doch massiv in ihrer Qualität. Die Sonneneruptionen werden mittels netter Partikeleffekte bebildert und auch am Rechner gerenderte Armyjets machen einiges her. Geht es dann aber um die Auswirkungen der Sonneneruptionen für unseren Erdball, wird es schnell zappenduster. Die brennender Himmel Effekte sind extrem mies und funktionieren nicht wirklich, Satelliten und Shuttles der Nationen werden mittels Unschärfeffekten zugekleistert, bis sie nur noch wie Matschhaufen aussehen und auf der Erde einschlagende Satellitenteile haben miese CGI Rauchwolken und hinterletzte Gebäudezerstörungen aus dem Rechner zur Folge. Optisch ist “Solar Attack” solides Mittelmaß ohne Ecken und Kanten geworden, der – und das kann man ihm durchaus zu Gute halten – vollkommen auf Stock Footage verzichtet (wobei ich mir bei den U-Booteinlagen nicht einhundertprozentig sicher bin).

Solar Attack

So sehen wir Mark am liebsten … in Action!

Mark Dacascos ist dabei Herz und Seele des Streifens. Er liefert eine grundsolide Leistung als um die Umwelt besorgter Mitbürger ab und erscheint beständig hochgradig sympathisch, egal was für Dialog-Nonsens er gerade wieder verzapfen muss. Dabei wird er aber wieder komplett um das gebracht, was wir eigentlich sehen wollen: Den Actionmark. Klar, es wäre hier ziemlich unpassend gewesen, wenn er sich den Sonnenwinden in Kung Fu Pose gegenübergestellt hätte, nur: Es gibt und gab in letzter Zeit genug Filme, die Mark Dacascos wahre Talente – und die liegen nicht im schauspielerischen Bereich – komplett vernachlässigten. Es kann doch nicht so schwer sein, dem Mark mal endlich wieder eine richtig zupackende Actionrolle auf den Leib zu schneidern, in der er den Wirbelwind geben darf, der er nun einmal im Bewusstsein seiner Fans ist! Der Rest des Castes agiert ohne große Makel, in Erinnerung bleibt neben der seltsamen Oberlippe der weiblichen Hauptdarstellerin aber maximal noch Louis Gosset Jr. und der auch nur deshalb, weil er ja mittlerweile auch ein durchaus gern gesehenes filmisches Urgestein ist. Wirklich Schauspielern muss er als souveräner Präsident der USA nicht. Hier mal die Hände falten, da traurig gucken. Fertsch!

Was bleibt ist ein storytechnisch hanebüchener Katastrophenstreifen, der sich selbst ein wenig zu ernst nimmt und mit teils extremen Qualitätsproblemen bei den Special Effects zu kämpfen hat. Auf der Habenseite kann “Solar Attack” für sich verbuchen, sein Programm straight durchzuziehen und in Mark Dacascos einen gewohnt soliden Hauptdarsteller zu besitzen.

Die deutsche DVD von VCL kommt mit einer FSK 12 uncut und in überaus guter Bildqualität daher. Der Sound ist insgesamt recht ansprechend – allerdings ohne besondere Effektfeuerwerke (und das bei diesem Thema). Als Extras gibt es nur Trailer und einige vorgelesene Biographien.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: VCL__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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