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Southbound – Highway to Hell

Originaltitel: Southbound__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Roxanne Benjamin, David Bruckner, Patrick Horvath, Radio Silence__Darsteller: Kate Beahan, Matt Bettinelli-Olpin, Susan Burke, Zoe Cooper, Gerald Downey, Larry Fessenden, Dana Gould, Hassie Harrison, Davey Johnson, Nathalie Love, Hannah Marks u.a.
Southbound

Episoden-Horror satt gibt es “Southbound”.

„Southbound – Highway to Hell“ bietet unterschiedlich ausgeprägten Episoden-Horror: Blutig, humorig, mysteriös und ein bisschen abgefahren. Die Episoden in aller Kürze:

The Way In

Zwei Männer rasen mit ihrem Auto über eine einsame Landstraße und halten an einem Diner. Einem Diner von dem es für sie kein Entrinnen zu geben scheint…

Siren

Eine weibliche Jazz-Band ist auf dem Weg zu ihrem nächsten Gig. Da bleibt ihr betagter Tourbus mitten im Nirgendwo liegen. Als ein schrulliges Pärchen anhält und seine Hilfe anbietet, sagen die Mädels nicht lange „Nein“. Dass sie genau das lieber hätten tun sollen, wird ihnen aber erst in dem vollkommen aus der Zeit gefallenen Haus des Pärchens bewusst, in dem Seltsames vorzugehen scheint…

The Accident

Abgelenkt vom Display seines Handys bemerkt ein Autofahrer nicht, wie sich plötzlich eine junge Frau vor ihm auf der finsteren Autobahn aufbaut. Er trifft sie mit voller Wucht und spürt förmlich, wie sie an seinem Wagen zerplatzt. Als er nach dem ersten Schock nachschaut, wie es der Frau geht, lebt diese noch. Der Mann kontaktiert den Notruf, der ihn in eine höchst seltsame Form der Ersthilfe verstrickt…

Southbound

Erste Hilfe der deftigen Art gibt es in “The Accident”.

Jailbreak

Mit einer Schrotflinte bewaffnet stürmt ein älterer Mann eine verlotterte Bar. Er suche seine verschwundene Schwester und er sei sich sicher, dass die verkommenen Gäste der Spelunke wissen, wo sie ist. Als die ihm bestätigen, dass dem tatsächlich so sei, beginnt für ihn ein wahrer Höllenritt durch die Nacht…

The Way Out

Eine kleine Familie zieht in einem Hotel irgendwo im Nirgendwo ein und will die Nacht in aller Ruhe verbringen. Da tauchen vor ihrem Zimmer drei maskierte Gestalten auf… Als die über die Familie herfallen, bricht die Hölle los…

Die einzelnen Episoden der Anthologie gehen angenehm nahtlos, beinahe fließend ineinander über. Sie werden verbunden durch bestimmte handelnde Personen oder Schauplätze und scheinen aufeinander aufbauend abzulaufen. Ein gemeinsames Element aller Episoden ist die beruhigende Stimme eines Radio-Moderators. Die rahmende Episode stellt dabei das reizvollste Element dar, weil sie beim Zuschauer gegen Ende das Gefühl für die Erzählzeit vollkommen aushebelt. Wodurch die bestimmenden Handlungselemente um Zeitschleifen, ausweglose Situationen und Örtlichkeiten, denen man sich scheinbar nicht entziehen zu können scheint, noch einmal deutlich hervorgehoben werden.

Die Episoden schwanken dabei in der Qualität beträchtlich. „Sirens“ etwa wirkt überhaupt nicht auserzählt und bleibt derart unbefriedigend in Andeutungen verhaftet, dass auch das Weiterdenken der Situation keinen Spaß machen will. Auch „Jailbreak“ will niemals so wirklich zünden. Das Schmuckstück der kurzen Episoden ist „The Accident“, die die Ersthelfer-Situation derart gekonnt pervertiert, dass man von den kompakt und schnell vorgetragenen Ereignissen richtig gepackt wird. Und von den derben Splatter-Effekten echt angewidert…

Southbound

Das Essen wird für die Mädelsband aus “Siren” noch zum kleinsten Problem…

Dahingehend hat „Southbound“ eh ein gutes Händchen. Die handgemachten Effekte sind richtig derb geraten und lassen den Gorehound im Zuschauer ordentlich frohlocken. Zerschossene Köpfe, abgerissene Beine, tiefe Wunden, zerrissene Gesichter… „Southbound“ ist kein Kind von Traurigkeit. Etwas schwächer fallen dagegen die CGI-Einlagen aus. Diese kommen rund um ein paar höchst interessant designte Kreaturen zum Einsatz und lassen diese immer mal wieder wie Fremdkörper im Film wirken. Leider…

Optisch ist der Film ansonsten grundsolide umgesetzt. Leider fallen alle Episoden sehr gleichförmig aus und unterscheiden sich abgesehen vom Inhalt überhaupt nicht. Man erkennt keine eigene Handschrift der jeweiligen Macher (jede Episode hat ihren eigenen Regisseur). Was einerseits freilich schade ist, sorgt natürlich im Großen und Ganzen dann für einen einheitlichen Look, was „Southbound“ eben formal wie einen zusammenhängenden Spielfilm wirken lässt. Das dickste Pfund in Sachen Inszenierung ist das staubige, menschenleere Wüstensetting, das allen Episoden eine recht ausweglose Atmosphäre aufzudrücken versteht.

Southbound

“The Way In” bietet Home Invasion Horror mit einem Twist…

„Soutbound“ hätte von seinem Kniff, die Episoden nahtlos ineinander übergehen zu lassen, gerne mehr Gebrauch machen dürfen. Mehr Überschneidungen hätten das ganze Konstrukt noch reizvoller gemacht. Cleverere Pointen wären auch absolut nicht verkehrt gewesen und dass die einführende Episode „The Way Out“ extrem offen und nichtssagend endet, lässt eine gewisse Unzufriedenheit in die zweite Episode überstrahlen. Kein idealer Einstieg… Insgesamt sind die Episoden jedoch ganz brauchbar geraten, die technische Umsetzung überzeugt und die Darsteller sind mit Engagement bei der Sache. Die Splattereffekte sitzen auf den Punkt und diverse Ideen kicken wirklich. Auch der minimalistische, an John Carpenter erinnernde Soundtrack von „The Gifted“ ist ein echtes Kleinod. Insgesamt bleibt aber eine gewisse Enttäuschung nach dem Anschauen von „Southbound“ zurück. Der ist nämlich leider nicht halb so clever, wie er gerne wäre und kann jungen Klassikern wie etwa „V/H/S 2“ oder „Trick ‘r Treat“ nicht das Wasser reichen. Schade…

5 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Sunfilm/Tiberius Film und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm/Tiberius Film__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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