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Stirb Langsam 4.0

Originaltitel: Live Free or Die Hard__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2007__Regie: Len Wiseman__Darsteller: Bruce Willis, Timothy Olyphant, Maggie Q, Justin Long, Cliff Curtis, Mary Elizabeth Winstead, Cyril Raffaelli, Kevin Smith, Tim Russ, Jonathan Sadowski, Yancey Arias, Yorgo Constantine u.a.
Stirb Langsam 4.0

Bruce Willis gegen Cyberterroristen in Stirb Langsam 4.0. Eine seiner Gegnerinnen: Sexy Maggie Q.

I Hurt Myself Today
To See If I Still Feel
I Focus On The Pain
The Only Thing That’s Real*

Helden – ein Wort, das in „Live Free Or Die Hard“ mit Beharrlichkeit wiederholt wird. Wir kennen viele Helden aus dem Kino. Für eine spezielle Generation, die hier mit zuschauen wird, stammen die Helden aus den Achtzigern und frühen Neunzigern. Anno 2007 sind das aber schon alte Männer, die auf der Überholspur längst den Atem der Jungspunde spüren – oft nur noch deren Heck, als sie davonbrausen. Doch in den Achtzigern beherrschten verflucht zähe Haudegen die Erde. Klar, dass sie auch im Lebensherbst niemanden an sich vorbeilassen wollen. Eines hat die hippe Generation X längst gemerkt: diese verdammten Mistkerle aus der Steinzeit wollen es noch immer wissen. Die setzen sich dem Schmerz freiwillig aus, um zu fühlen, ob sie noch am Leben sind.

Als Bruce Willis „Stirb Langsam“ drehte, war er noch jung und unbekannt. Anfang 30, nur Insidern aus einer TV-Serie mit Cybill Shepherd und vielleicht noch aus einer Komödie mit Kim Basinger bekannt. Er hatte noch Haare und bei den Dreharbeiten lief er eigener Aussage nach “einfach nur rum” – so habe er es wenigstens in Erinnerung. Heute ist er das Synonym für den cineastischen Weltenretter, denn kaum ein anderer Schauspieler hat die blaue Kugel so oft und so imposant vor dem Untergang gerettet. Ein Image, das eigentlich seiner Lebensrolle, dem John McClane, zuwiderläuft – denn McClane ist bekanntermaßen ein Gegenentwurf zu den unbesiegbaren Kampfmaschinen um Schwarzenegger und Stallone. Er blutet, er hat Schmerzen – und hier schließt sich wieder der Kreis: Welche Rolle wäre besser geeignet als diese, um es im Alter noch ein letztes Mal richtig wissen zu wollen? Denn eines ist mal klar: Ein „Die Hard“, in dem McClane keine auf die Fresse kriegt, ist kein „Die Hard“.

Angeblich auf verzweifelte Bitte von Willis’ Tochter hin wurde „Underworld“-Regisseur Len Wiseman ins Spiel gebracht, um das vierte Abenteuer des New Yorker Cops zu inszenieren. Der Name hat bei Anhängern der Reihe vorab für viele Sorgenfalten gesorgt, denn immerhin fühlt sich Wiseman seinen bisherigen Arbeiten nach zu urteilen pudelwohl in einem möglichst großen Schwimmbecken voller CGI. Gift pur für eine Old School-Actionreihe, zumal der Mann womöglich nicht mal durch die Altersfreigabe gekommen wäre, als „Stirb Langsam“ 1988 in den Kinos lief – er war damals 15.

Und nun stellt sich heraus: Die Bedenken sind wenigstens in Ansätzen berechtigt. Dabei liegt das weniger an dem übermäßigen Einsatz von Special Effects (obwohl man sich die Spider-Man-Nummer hätte sparen können), dafür aber an einem viel fataleren Mangel: „Stirb Langsam 4.0“ ist der erste Film der Reihe, der nicht mehr über das typische „Stirb Langsam“-Flair verfügt. Es handelt sich um einen neumodischen, mit Aufwand realisierten Actionfilm mit Bruce Willis in der Hauptrolle. Mehr nicht. Weniger nicht.

Stirb Langsam 4.0

Analoger Cop gegen digitale Verbrechen …

Einen gewaltigen Anteil an diesem unersetzbaren Verlust haben die Drehbuchautoren, denen nichts besseres einfällt, als einen Allerwelts-Post-2001-Terroristenplot auf die Beine zu stellen, der mit Klischees und anderweitigen Vorhersehbarkeiten nur so zugepflastert ist. Ein Hacker wird zum Spielball einer Verschwörung von Vaterlandsverrätern – wie originell. Gerade im direkten Vergleich mit dem strukturell ähnlich gelagerten “Die Hard With A Vengeance” muss das lahme Skript von Mark Bomback dem oft vor Einfallsreichtum zu platzen drohenden Vorgänger jeglichen Tribut zollen. Zum Vergleich: Was war das für ein Granatenauftakt, als zu Joe Cockers “Summer in the City” im heißen New York ein Gebäude in die Luft flog und sich McClane kurz danach mit dem berühmten Schild mitten in Harlem aufstellen musste. Und jetzt? Ein Anschlag auf einen Hacker (Justin Long), der von McClane im letzten Moment noch verhindert werden kann. Die erste Actionszene, aus Sicht des B-Action-Fans wäre sie ein Leckerbissen, weil es dem B-Action-Fan nur noch auf Variation ankommt, und die ist solide. Aber wir spielen hier in der Profiliga, und will man nicht gleich in der ersten Runde rausfliegen, braucht es Originalität.

Was nun im Folgenden geschieht: Die Story wird auf diesem niedrigen Niveau stagnieren, bis der Abspann eintritt. Und wann immer Handlungsszenen auf der Leinwand zu sehen sind, erinnern sie durch die Einfallslosigkeit an ungewollte Reminiszenzen für zwanzig Jahre Actionkino: „Lethal Weapon“, „16 Blocks“, „Last Action Hero“, „True Lies“, „The Italian Job“, „Speed“, „Jurassic Park 2“, „Independence Day“ – man könnte die Liste endlos fortsetzen. Leider ist das keine Huldigung von Vorbildern, sondern pure Ratlosigkeit, wie man heute noch eine neue Geschichte erzählen kann.

Derweil werden die Actionszenen mit jeder verstreichenden Minute besser, größer, origineller, unverwechselbarer, und am Ende ist da ein Finale, das sich seinen Platz in den ewigen Annalen sichern wird. Ein wenig Over the Top-Attitüde lässt sich in diesem Moment nicht verleugnen, aber wer in der Vergangenheit per Schleudersitz aus einem mit Handgranaten gefüllten Flugzeugcockpit genau vor die in der Luft hängende Kamera gesprungen ist („Die Hard 2“) und gar auf einem LKW surfen durfte („Die Hard With A Vengeance“), der darf sich über ein wenig Irrsinn nicht beklagen. Vergesst die Autobahnsequenz aus „Matrix Reloaded“ und Michael Bays Verfolgungsjagden aus „Bad Boys 2“ und „Die Insel“ – was Wiseman hier mit einer Autobahnspur, einem LKW und einem Kampfjet anstellt, sollte man mit eigenen Augen gesehen haben.

Das zunehmende Ungleichgewicht aus dem banalen Plot und den immer besser werdenden Actionsequenzen wirkt sich auf die Stimmung aus: Die Storyabschnitte gehen zunehmend mehr auf den Keks. Weder von den ermittelnden Behörden noch – und das ist ganz schlimm – von den Bösewichtern um Timothy Olyphant und Maggie Q möchte man allzu viel sehen. Cliff Curtis muss sich als Polizeichef mit einer nervend ignoranten Klischeefigur abgeben (hat man denn gar nichts aus dem einzigen Makel des Originals, den sich komplett dämlich verhaltenden Cops vor dem Nakatomi Plaza, gelernt?) und Olyphant hat doch eigentlich richtig diabolische Fratzen auf Lager – warum zeigt er davon nichts?

Ganz anders zum Glück das Buddy-Gespann Willis / Long, obwohl man gerade hier ein Desaster hatte erwarten können. Das bleibt aus, weil Long seine Hacker-Figur, nicht weniger klischeehaft geschrieben als alles andere um das einzige Original McClane herum, überraschend gut mit Leben füllt. Sicher hätte man McClane auch mal wieder ganz gerne alleine auf Tour gehen sehen, obwohl das Zusammenspiel mit dem kongenialen Sam Jackson im dritten Teil ausgesprochen gut funktioniert hatte. Aber es klappt mit Long – weiß Gott wie. Gleiches gilt für die Szenen mit Kevin Smith als Nerd, vermutlich aber auch nur deswegen, weil der Hintergrund um Smiths eigene Vita in diesem Zusammenhang so gut zündet.

Stirb Langsam 4.0

Sexy Maggie Q macht McClane das Leben gehörig schwer!

Und Willis selbst ist der einzige Fels in der matschweichen Brandung voller fragiler Charakterzeichnungen. Er klopft Sprüche, er verletzt sich, er steht immer wieder auf, mit seiner Tochter (Mary Elisabeth Winstead) wird ihm eine verletzliche Seite zugewiesen (allerdings ist auch das wieder ein alter Hut), he’s just the fucking Man. Die imposanteste Szene schenkt ihm die erneut eindrucksvolle Maggie Q, die mit dem Glänzen beginnen darf, sobald sie die Zentrale der Bösewichter verlassen darf, um selbst aktiv zu werden. Ihr Kampf mit dem ramponierten Cop fühlt sich endlich mal wieder nach „Stirb Langsam“ an, nachdem letztendlich leider das Gefühl, in einem herrlich altmodischen Film dieser Franchise zu sitzen, über weite Strecken unter dem modischen Schnitt- und Farbfilterstil begraben wird. Doch hier kriegt McClane endlich mal wieder Dresche und muss ebensoviel einstecken wie er austeilt. In den Interviews zum Film sagte Willis gerne: “Mir gefällt, dass McClane ein analoger Cop in einer digitalen Welt ist”. Ein Satz, für den ich als Rezensent töten würde, dürfte ich meinen Namen darunter setzen. Denn wenn das alte Feeling hier und da mal raufbeschworen wird, dann durch diesen Sachverhalt. “Ich hab genug von diesem Karate-Scheiß”, sagt McClane entnervt und spielt auf den seit Ende der Neunziger andauernden Erfolgstrend asiatischer Actionfilme an – ohne zu verschleiern, dass auch dieser Film nicht ohne Martial Arts auskommt.

Wirklich neue Seiten kann Willis sich oder seinem langjährigen Wegbegleiter John McClane allerdings nicht abgewinnen. Die Rolle wirkt schlussendlich zu routiniert für einen Mann, der in „The Sixth Sense“ (1999) versucht hat, seinem Image als ewig “smirkender” (so der Ausdruck der Amerikaner für Willis’ unvergleichliches verschmitztes Lächeln), cooler Bastard zu widersprechen. Natürlich erwartet man das in dieser Rolle auch nicht, aber zumindest ein wenig mehr Anspielung auf das fortgeschrittene Alter hätte man erwarten können. Der McClane von 1996 war wesentlich mehr am Ende als derjenige von 2007.

Fazit: Sehenswerter Actionstreifen, dessen Schauwerte sich äußerst abwechslungsreich gestalten und die auf eine beinahe “asiatische Art” besser werden, je mehr Zeit vergeht. Ein waschechter „Die Hard“ ist „Stirb Langsam 4.0“ aber leider nicht mehr, da Len Wiseman, obgleich er gerade die CGI-Effekte überwiegend ordentlich einsetzt, einfach nicht den Ton der Serie trifft. Das Drehbuch ist indes übel genug, um Wisemans Arbeit endgültig zu einem gewöhnlichen Genrefilm zu machen, der nur wegen seines hohen Aufwandes, seines Stars und der Franchise-Geschichte nicht in den Untiefen des B-Films versinkt. Willis hat nicht nur seine eigene Schmerzgrenzen ausgetestet, sondern die empfindlichen Nerven der Hardcore-Fans möglicherweise auch ein klein wenig gekitzelt.

The Needle Tears A Hole
The Old Familiar Sting
Try To Kill It All Away
But I Remember Everything…*

*Nine Inch Nails: Hurt

© Sascha Ganser aka Vince



Stirb Langsam 4.0

McClane und sein Schützling … ein Hacker!

Zur falschen Zeit am falschen Ort … und das zum vierten Mal. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Diesmal ist John McClane auf dem Weg zu einem Hacker, den er sicheres Geleit zum FBI in Washington geben soll. Wofür man für solch einen Job einen alten Hasen wie McClane braucht, kann ihm vom Revier zwar keiner begründen, dafür eine handvoll Badasses, die die Wohnung des kleinen Hackers binnen Sekunden in ein Schlachtfeld verwandeln. Und mittendrin: John McClane … gewaltig angepisst! Warum geschieht so etwas immer ihm? Egal. Blitzschnell macht er mit den Goons ein Halbes und verfrachtet den Hacker Matt Farrell nach Washington. Kaum hier angekommen werden beide Zeuge, wie die Infrastruktur der Stadt kollabiert. Minuten später ist man endlich schlauer: Cyberterroristen planen einen Firesale … und damit die Rückbeförderung der USA in Zeiten von anno dazumal, als Strom und Telekommunikation noch keine Rolle spielten. Dummerweise ist nun John McClane in der Stadt und irgendwie schmecken jenem die Pläne der Terroristen so gar nicht …

Yippee Ki Yay Motherfuckers … He’s back …

Und wie. Der Hauptgegner im neuesten Teil des „Stirb Langsam“-Franchises heißt diesmal Story. Ich weiß nicht, wie es dem geneigten Leser geht, aber meines Erachtens sind Cyberterroranschläge irgendwie in der Anlage zu abstrakt, um irgendwie zu fesseln. Ich sehe lieber Menschen, die nicht wissen, wo sie die Tonnen von Geldscheinen verstecken sollen, als einem Downloadbalken zu beobachten, der stetig – und im Film immer viel zu schnell und reibungslos – zunimmt. Diese sterile, auf Einsen und Nullen beruhende Verbrechensform hat einfach keinen Flair und vor allem ein ganz gewaltiges Problem: Statusbalken und Menschen, die vor Computern hocken, erzeugen einfach keine Spannung. Egal wie bunt der Bildschirm leuchtet. Und genau das trifft leider extrem auf „Stirb Langsam 4.0“ zu, dessen eigentliche Handlung recht spannungsfrei am Zuschauer vorüberzieht. Eigentlich wird nur in den genialen Actionszenen so etwas wie Spannung aufgebaut, als formales Mittel in Bezug auf die gesamte Handlung, ist sie quasi nicht existent. Glücklicherweise scheinen die Drehbuchautoren und der Regisseur das gewusst zu haben und so schrauben sie unaufhörlich an der Temposchraube und halten die Pace des neuen Willis Actioners fast durchgehend am Limit. Umso schlimmer sind dann immer wieder die Tempoeinbrüche, die man immer dann verzeichnet, wenn sich der Film auf die Cyberterroristen oder die Arbeit der lahmarschigen Cops konzentriert. Auch einige blöde Klischees bleiben nicht aus. So weiß man sofort, dass die ungelenk eingebundene Tochter McClanes einfach nur da ist, um irgendwann das Opferschema zu bedienen und dies dann natürlich auch bald macht. Kurzum: Klischeefrei, spannend, originell und intelligent ist dann doch etwas ganz anderes. Aber hey: John McClane befriedet ein Hochhaus, einen Flughafen und eine ganze Großstadt. Da wird er doch auch ganz Amerika retten dürfen, ohne dass sich groß jemand drüber aufregt? Und ja, dieses Argument zieht irgendwo schon.

Stirb Langsam 4.0

Gehen die Kugeln zur Neige, nutzt man eben Autos, um Helikopter “abzuschießen”.

Und warum zieht dieses Argument? Weil es verheißt, dass es in dem Film einfach die ganze Zeit über krachendes Entertainment vom Feinsten gibt. Alles beginnt mit der kleinen Ballerei in Matt Farrells Wohnung. Innerhalb kürzester Zeit wird diese mit großkalibrigen Waffen eindrucksvoll in ihre Moleküle zerlegt. Mittendrin ein nach wie vor fitter und ständig frotzelnder Bruce Willis als Ein-Mann-Räumkommando, das in sämtlichen seiner Szenen alles an sich reißt und eigentlich nur Justin Long neben sich existieren lässt. Beide bilden ein nettes Buddy Gespann und schmeißen auch mit einigen sehr gelungenen One Linern um sich. Long bedient dabei mit seinem Schmuddeläußeren zwar mal wieder alle Klischees des Computernerds (ganz abgesehen von Kevin Smith als fettem, bei Mutti wohnendem Übernerd), aber hey: Das ist nunmal Hollywood. Viel wichtiger in dieser ersten Actionszene ist allerdings die Leistung des Regisseurs Len Wiseman, der gehörig Adrenalin in das alte Franchise pumpt. Blaustichige, sehr coole Bilder transportieren die Serie um Actionopi McClane unversehens ins neue Jahrtausend und die agile Kamera wird auch in sämtlichen weiteren Szenen mehr als einmal Staunen machen. Highlight bildet in dieser ersten Ballerei der Auftritt des BadAsses Rand, der von dem ungemein explosiven Cyril Raffaelli verkörpert wird. Dieser zeigte schon als Gegner von Jet Li („Kiss of the Dragon“) Standvermögen und veredelte „Banlieue 13“ (aka „Ghettogangz“) mit seinen Kampfkünsten. Hier hat er sich scheinbar auch viel von den Parkourfähigkeiten seines Darstellerpartners David Belle abgeschaut und präsentiert mehrere Male Körperbeherrschung in Vollendung. Und in Len Wiseman hat er einen sehr dankbaren Regisseur gefunden, der Raffaellis ersten Auftritt in einer unglaublichen Verfolgungsperspektive präsentiert und dem Zuschauer eine echte Gänsehaut aufgrund der freien Beweglichkeit der Kamera verpasst. Raffaelli hat danach noch zwei weitere, sehr prägnante Auftritte. Zum einen den absolut genialen Sprung aus einem fliegenden, gerade von einem Auto getroffenen Hubschrauber (imo in ihrer knackigen Kürze die genialste Szene im Film) und im finalen Infight mit Brucie Boy, in dem er Bruce verdammt schlecht aussehen lässt.

Und da wären wir beim Thema. Denn noch eine weitere Darstellerin lässt Brucie Boy ziemlich alt aussehen. Ihr Name: Maggie Q. Zunächst wird sie ziemlich langweilig als Computertussie verheizt, doch dann darf sie aktiv ins Geschehen eingreifen und bekommt ihre ganz eigene, ebenfalls einfach nur geniale Actionszene, die damit endet, dass sie Bruce Willis in einem Transporter vermöbelt, der in einem Fahrstuhlschacht hängt! Alleine der Moment, wenn McClane offensichtlich bemerkt, dass wenn er diese Kampffurie überleben will, er die Samthandschuhe ausziehen muss, ist einer der kultigsten des gesamten Filmes. Leider hat die gute Maggie nach dieser gelungenen Actionszene erstmal Pause. Dennoch dürfte sie sich hiermit endgültig als Frau fürs Grobe in der Traumfabrik empfohlen haben! Und als Actionfan weiß man spätestens nach dieser Szene (die in ihrer – im wahrsten Sinne des Wortes – Cliffhangerkonzeption massiv an den an den Klippen hängenden Truck in Jurassic Park II erinnert), dass man hier seit Jahren endlich mal wieder einem echten Actionereignis beiwohnen darf.

All diese Actionszenen, die noch von weiteren kleinen Scharmützeln und Prügeleien zusammengehalten werden, kulminieren dann in der Over the Top Actionszene des Filmes, die das gesamte Franchise mir nichts dir nichts auf die Krawallebene der Actionzampanos Michael Bay oder James Cameron verfrachtet. Als Stichworte seien Begriffe wie: Schwerlasttransporter, F – 35, arg großes Flugzeugmaschinengewehrkaliber, Fernstraße, LKW zu einem Cabrio tunen und Brücke genannt. Das Ergebnis sollte sich jeder tunlichst selbst auf einer großen Leinwand seiner Wahl anschauen. Natürlich ist die Szene übertrieben und überlebensgroß. Nur, machen wir uns doch nichts vor. Genau diese Attribute transportierten ALLE drei Vorgänger im Vergleich zu seinerzeit gleichzeitig angelaufenen Filmen ebenfalls. Aus heutiger Sicht mag das zwar nicht mehr so wirken, doch hey, in wie vielen Filmen (Katastrophenfilme mal außen vor) vor „Stirb Langsam 1“ wurde denn noch ein Hochhaus in Schutt und Asche gelegt? Somit machen die Mannen um Wiseman in Actionhinsicht eigentlich alles richtig. Sie gehen konsequent den Weg in Richtung Bombastaction weiter und machen so die mittlerweile doch arg alte Reihe einem jungen Publikum zugänglich. Ein Schritt den sie auch in optischer Hinsicht gehen, wobei Wisemans Vorliebe für stahlblaue Bilder eindeutig zum Tragen kommt und dem Film meines Erachtens hervorragend steht. Der Film atmet ungemein viel Adrenalin und hat einfach Eier. Respekt dafür.

Stirb Langsam 4.0

So eine scharfe Computerspezialistin kennt ja sicher jeder!

Das klingt nach einer klaren Höchstnote, meint ihr? Leider nicht. Dazu hat Stirb Langsam 4.0 einfach zu viele kleine Macken. Die Story und ihre Klischees, der unglaublich unprägnante Score, von dem mir kein einziges Thema in Erinnerung geblieben ist, der schwache, viel zu klein und intim angelegte Showdown und vor allem Thomas Gabriel. Der Oberbösewicht. Verkörpert von einem Timothy Olyphant, bei dem man den Eindruck hat, Wisemans Anweisung habe nicht „Action“ sondern „Gesichtslähmung“ geheißen. Was ist denn da bitte vorgefallen? Olyphant spielt wie auf Prosac, als sei er gar nicht im Film angekommen. Keine einzige bedrohliche Geste, kein böser Blick. Nichts, gar nichts. Er ist halt da. Mehr nicht. Glücklicherweise – und das rettet seine Figur ein wenig – ist Gabriel als Mann der Tat angelegt, der ungemein schnell schaltet und ohne jegliche Gewissensbisse handelt. Im Endeffekt bleibt er aber der schlechteste Gegner McClanes, dem man nur zugute halten kann, dass er genauso langweilig wirkt, wie jeder x-beliebige Börsenhändler oder Computerfachmann und er so als Computerterrorist noch halbwegs durchgehen könnte. Für einen Actionfilm braucht es dann aber doch etwas ganz Anderes.

Das Ergebnis ist ein Streifen, der überdeutlich von den Stilmitteln des modernen Actionfilmes geprägt ist. Blaustichige, perfekte Bilder, overpacete aber ungemein einfallsreiche, extrem gigantische Action und ein kerniger Held mit schlaksigem Sidekick versus blöde Story, wenig Blut und luschige Bösewichter. Im Grunde genommen findet man hier alle Vor- und Nachteile moderner Actionfilme komprimiert auf ein zwei Stunden Actionbrett mit extrem hohem Unterhaltungsfaktor, dem man irgendwie so gar nichts übel nehmen will und kann … „Stirb Langsam“ ist im neuen Jahrtausend angekommen … und das wirklich sehr überzeugend. Damit wird dann auch der schwache dritte Teil endlich egalisiert …

In Deutschland erschien der Film sowohl in der PG 13 Kinofassung auf DVD und Blu Ray von Twentieth Century Fox. Wer etwas mehr CGI Blut sehen möchte, sollte zur etwas härteren Extended Fassung greifen. Diese ist bisher leider nur auf DVD erhältlich. In Deutschland waren beide Versionen der FSK eine Freigabe ab 16 wert. Extratechnisch kann man sich bei beiden Variationen nicht beschweren.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Twentieth Century Fox Home Entertainment__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: PG 13 Fassung Ja, Extended Cut Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja für PG 13 Fassung, Extended Cut nur DVD

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