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Super Dogs Summer House

Originaltitel: Santa’s Summer House__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: David DeCoteau__Darsteller: Elijah Adams, Daniel Bernhardt, Gary Daniels, Yung Woo Hwang, Kathy Long, Christopher Mitchum, Jessica Morris, Rachel Rosenstein, Cynthia Rothrock u.a.
Super Dogs Summer House

Gary Daniels, Daniel Bernhardt und Cynthia Rothrock geben dem “Super Dog” in dessen “Summer House” Saures. Und dem Zuschauer gleich mit!

So, liebe Actionfan-Kinderlein, ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Nehmt euch ein Stück Stolle, stellt den Glühwein warm und öffnet eure Lauscher!

Es ergab sich, dass als ein fieser Lump im roten Anzug und mit wallendem Rauschebart ihren Kindern keine Geschenke machen wollte und irre „Hohoho“ lachend am Horizont verschwand, für Gary Daniels, Daniel Bernhardt und Cynthia Rothrock die Angelegenheit klar war: Dem Lump würden sie ordentlich vor die Gesichtsfontanelle treten und ihm die Kauleiste verbiegen. Sie schnallten sich ihre Katanas und Raketenwerfer um und drangen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in das Territorium des rot gewandeten Fieslings ein.

Dabei meuchelten sie in einem unfassbaren Blutbad eine ganze Armee an Wichteln! Notwehr, natürlich! Immerhin wollten die Winzlinge sie mit Unmengen an Geschenkband erwürgen und unter einem Berg aus Geschenkpapier verbuddeln. Nach diesem Gemetzel drangen unsere Helden in die Homebase des Mieswichts vor. In der Hoffnung, die Geschenke ihrer Kinder noch unversehrt und unausgepackt vorzufinden, erkundeten sie Raum um Raum der Behausung und stellten sich einem infernalischen Final Fight mit dem Hohoho-Freak, der mal eben seine Rentier-Leibwächter auf Gary, Daniel und Cynthia hetzte…

Wobei, nein, eigentlich hetzte er ja den Super Dog auf sie. Moment mal… Jetzt bin ich durcheinander gekommen. Was ist denn das? „Super Dogs Summer House“? Wat? Ich wollte hier eigentlich eine Weihnachtgeschichte erzählen, in der es Actionstars so richtig krachen lassen! Und dann habe ich hier einen weihnachtlich aufgemachten Film herumliegen, in dem oben genannte Actionstars mitwirken? Bespreche ich doch einfach den! Dann muss ich mir nicht weiter die grauen Zellen zermartern, um ein möglichst brutales Finish für den Hohoho-Lump zu erfinden…

Doch, oh weh: „Selbst die härtesten Actionstars haben ein weiches Herz!“, schreit es mich von dem DVD-Cover an! Will ich diesen Film wirklich besprechen? Wollt ihr, liebe Filmemacher, nicht lieber meine Actionfantasie verfilmen? Ich trete sie auch kostenlos ab! Ich schwörs! Nein? Mist! Ok, also worum geht’s denn in diesem „Super Dogs Summer House“ wirklich?

Eine Kleinfamilie, zwei Schwestern und ein Single-Guy reisen in einem Bus durch die amerikanischen Lande, um einen Urlaub in einem Ressort zu verbringen. Da taucht ein seltsamer Nebel auf, der Busfahrer verfährt sich und unsere Urlauber in spe landen vor einer gewaltigen Villa. Eine Dame namens Nanna öffnet ihnen und lädt sie ein, bei ihr unter zu schlüpfen, bis der Busfahrer wieder ungefähr die Peilung hat, wo er eigentlich hin muss.

Der bricht auch sogleich auf, hat dann aber von unterwegs nicht viel Gutes zu berichten. Das Ressort sei überbucht. Nanna bietet den Urlaubern an, das Wochenende bei ihr und ihrem Mann zu verbringen. Der hat eine fette Wampe, beendet jeden Satz mit „Hohoho“ und strengt eine Runde Wichteln an. Im Hochsommer. Die Urlauber machen freilich trotzdem mit und lernen an dem Wochenende viel über sich, ihre Lieben und ihr Leben…

Warum sollte ich das sehen wollen? Achja, wegen den eingangs erwähnten großen Actionnamen. „Santa’s Expendables“. Sozusagen. Doch von einem Actionfilm ist dieser Schlock meilenweit entfernt. Moralinsauer tauchen wir ein in die Problemlagen der Charaktere, die keinen interessieren. Die Klischees purzeln. Es wird overacted. Und als Highlight spielen alle Charaktere Crocket. 10! Minuten!! lang!!! Ungelogen. Dabei wiederholen sich sogar einzelne Szenenfolgen, weil man vermutlich vor den Dreharbeiten festgelegt hatte, dass die Szene 10 Minuten dauern muss, dafür aber letztlich die gedrehten Filmmeter nicht ausreichten.

Und den Rest des Filmes wird gelabert und gelabert und gelabert. Dabei wird alles todernst genommen. So ernst, dass man als Zuschauer auf dem Sofa hockt und sich einen Ast lacht. An diesem Film funktioniert wirklich gar nichts. Die Bebilderung ist stinklangweilig und piefig ins Quadrat. Von der Tonspur wird man mit allen möglichen Weihnachtsmelodien zugeschmissen, denen ein Dreitasten-Keyboard jeden Charme raubt. Das Erzähltempo ist eine Katastrophe. Die Story Humbug. Die Charaktere unglaubwürdig und die Dialoge hauen dem Schneemann die Kohleaugen aus dem Kopf.

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Zumindest hatte Cynthia Rothrock („Lady Dragon Blood“) bei den Dreharbeiten Spaß. Die hüpft und freut sich wie ein kleines Kind durch den Film und befahl am Drehort dem Regisseur David DeCoteau (der sein Unvermögen hinter dem Pseudonym Mary Crawford versteckt), dass der ihren gemeinsamen Hauer „Badass Showdown“ in genau demselben Anwesen drehen soll! Und es lohnte sich, denn DeCoteau („Snow White“) fand in der Villa noch Räumlichkeiten, die er in „Super Dogs Summer House“ nicht gebrauchen konnte: Die Duschen. Denn leider gibbet keine nackten Hupen in „Super Dogs Summer House“. Dafür nackte Kerle in „Badass Showdown“. So hammer alle was von beiden Filmen. Wie auch immer ich das jetzt meine.

Daniel Bernhardt („John Wick“) setzt derweil einfach sein breitestes Grinsen auf und gibt das arrogante Arschloch. Gary Daniels („Hunt to Kill“) versucht, es ihm nachzumachen, langweilte sich vor Ort aber offensichtlich derart, dass er sich einfach permanent hinter einer Sonnenbrille versteckt und meistens lieber einfach das Maul hält. Wie ein steifer Stock spielt Kathy Long („Cyborg Warriors“) ihre Mutterrolle und Robert Mitchums Sohn Chris Mitchum („Tombstone“) hält sich als Santa einfach den ganzen Film über die fette Wampe.

Tja, was soll man zu diesem Film fazitatorisch nur sagen? Vielleicht wäre es noch interessant zu erwähnen, dass der deutsche Verleih ganz andere Qualitäten des Humbugs in den Mittelpunkt rücken wollte. Denn der Streifen, der sich aufgrund der aufgeworfenen Probleme der Figuren irgendwie gar nicht wie ein Kinderfilm anfühlen mag und den man ehrlicherweise auch KEINEM Kind freiwillig zeigen würde wollen, wird hier komplett auf einen Vierbeiner abgestellt. Sowohl im Titel als auch beim Cover-Artwork. Blöd ist nur, dass dieser „Super Dog“ im Film exakt zweimal auftaucht, für insgesamt eine Minute zu sehen ist und nix hat, was ihn irgendwie super machen würde. Geile Sache! Nicht! Als Weihnachtsklassiker taugt „Super Dogs Summer House“ in keinster Weise. Also lieber nochmal „Stirb Langsam“ oder andere actionreiche Weihnachtsklassiker rausholen. Da macht man(n) nix falsch.

2 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray erschien von Edel Germany und ist mit einer FSK 6 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Edel Germany__Freigabe: FSK 6__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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