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Survive the Night (+ Videokritik)

Originaltitel: Survive the Night__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: Matt Eskandari__Darsteller: Bruce Willis, Chad Michael Murray, Lydia Hull, Tyler Jon Olson, Shea Buckner, Jessica Abrams, Sara Lynn Herman, Jef Holbrook, Charlie Alvarado, Ravare Elise Rupert u.a.

Bei „Survive the Night“ handelt es sich um einen reinrassigen Home-Invasion-Thriller mit Actionikone Bruce Willis. Wir haben den Film für euch sowohl in einer Videokritik mit zwei weiteren neuen DtV-Werken von Willis als auch in unten folgender Textreview besprochen.

Video: Schaut in unsere Kritik von „Survive the Night“ hinein

Survive the Night mit Bruce Willis DVD Cover

Bruce Willis gerät in “Survive the Night” in eine Home Invasion.

Darum geht’s in „Survive the Night“

Die Brüder Matthias und Jamie sind auf der Flucht. Jamie, der impulsivere der beiden, hat einen Mann getötet und ihm dessen Kohle abgeknöpft. Das Ziel der gemeinsamen Flucht, Mexiko, rückt in weite Ferne, als Jamie beschließt, eine Tankstelle zu überfallen. Hier gibt es wieder Tote. Und Matthias wird schwer verletzt. Aufgrund ihrer Vergangenheit macht es wenig Sinn, Matthias in eine Klinik zu bringen. Also parkt man vor einer Klinik, sondiert selbige und passt irgendwann einen gen Zuhause fahrenden Arzt ab, dem man folgt.

Der Arzt ihrer Wahl heißt Rich. Wegen eines Kunstfehlers musste der vor wenigen Tagen seinen gutbezahlten Job in der Großstadt aufgeben und mit Mann und Maus zurück ins Haus seines granteligen Vaters Frank in der amerikanischen Pampa ziehen. Dessen Frau nimmt Rich und seine kleine Familie freudig erregt auf, Frank selbst jedoch ist zu verbohrt, um seinen Loser-Sohn viel Liebe entgegenbringen zu können.

Doch das ungleiche Vater-Sohn-Gespann muss sich zusammenraufen, will es die folgende Nacht überleben. Denn dass Jamie und Matthias es todernst meinen, bekommen Frank und Rich schon früh zu spüren, als die beiden Brüder in das Haus der Familie eindringen.

Schaut in den Home-Invasion-Thriller mit Bruce Willis hinein

Bruce Willis („The Prince“) bekommt nach etwa 40 Minuten Film die Gelegenheit, sich wie bei seinen letzten Direct-to-Video-Auftritten für eine Emmett-Furla-Oasis-Produktion früh aus der Angelegenheit zu stehlen. Doch, oh Wunder, unser am langsamsten sterbender Actionheld schlägt die Offerte dankend aus. So präsent wie bei „Survive the Night“ war Willis seit Ewigkeiten in keinem EFO-Machwerk mehr. Und auch nicht so gut. Denn Bruce Willis hat sichtlich Spaß an seiner Rolle, dem Zusammenspiel mit Filmsohn Chad Michael Murray („Left Behind“) und der durchaus garstigen Grundsituation.

Denn dass der Film mit Jamie ausgerechnet den impulsiven Charakter der beiden Angreifer in den Vordergrund stellt und den besonneneren Bruder auf dem Esstisch der Familie pausiert, macht ihn teils unberechenbar. Da niemals klar ist, wie Jamie auf bestimmte Situationen oder auf Grantelbart Frank reagieren wird, ist automatisch eine nette Grundspannung etabliert. Keine der Figuren scheint jemals sicher, keine hat einen Freifahrtschein.

Survive the Night mit Bruce Willis

Bruce Willis spielt in “Survive the Night” Grantelbart Frank”.

Und das steht dem Film gut. Der sich zudem nicht mit Nebensächlichkeiten abgibt, keinerlei Parallelhandlungen entwirft und niemals vom eigentlichen Schauplatz weggeht. Sonst ja ein Standardproblem der EFO-Filme, die für ihren größten Star meist eine Nebenhandlung erfinden müssen, die innerhalb der vereinbarten, meist knappen Drehzeit mit dem jeweiligen Star umzusetzen sein muss. In der Folge wirkt „Survive the Night“ sehr kompakt und knackig zugespitzt. Und ein engagierter Bruce Willis hat noch keinem Film geschadet.

Dem schaut Chad Michael Murray manchmal ein wenig zu fanboymäßig zu und lässt sich etwas zu bereitwillig die Butter vom Brot nehmen. Sprich, sein Rich bleibt leider genauso flach und blass, wie er eingeführt wird. Zum Glück zieht Willis ihn immer mit. Schlimmer ergeht es da Richs Frau. Die wird gespielt von Lydia Hull, die sich schon in „10 Minutes Gone“ als schauspielerischer Totalausfall erweisen durfte und diesen Eindruck hier nur bestätigt. Dagegen wissen die Darsteller der beiden Eindringlinge voll und ganz zu überzeugen: Shea Buckner („Reprisal“) und Tyler Jon Olson („Force of Nature“) spielen ihre Rollen facettenreich und sehr intensiv.

Survive the Night mit Chad Michael Murray

Chad Michael Murray gibt Rich.

In technischer Hinsicht dominieren sepiafarbene, erdige und – zum Thema passende – schmucklose Bilder. Sehr atmosphärisch geraten die Eindrücke von dem Wald um das infiltrierte Anwesen. Von diesen Bildern hätte der Film gerne mehr Gebrauch machen dürfen. In einer netten Autoverfolgungsjagd wird der Streifen höchst dynamisch und macht richtig Laune. Ansonsten gibt es von kleineren Keilereien und kurzen Ballereien abgesehen keine wirkliche Action zu begutachten. Was allerdings auch nicht zur Ausrichtung von „Survive the Night“ gepasst hätte.

„Survive the Night“: Home-Invasion-Thrill mit diversen Macken

Klingt doch alles super? Jupp, nur hat „Survive the Night“ ein echt großes Problem: Die Grundsituation verfängt nicht beim Zuschauer und hat diverse Schwächen. Dass einer der Angreifer von Anfang an so gut wie ausgeschaltet ist, schadet der Bedrohlichkeit, die von den Eindringlingen ausgehen soll, enorm.

Dass Rich sich so gegen eine Behandlung des Verletzten sträubt, versucht der Film zwar über das Kunstfehler-Bla zu erden. Es mutet aber trotzdem wie großer Humbug an, dass der Arzt nicht den „Rette den Typ und hoffe, das sie sich sofort verziehen und wir heil hier rauskommen“-Denkansatz fährt. Allgemein wirken Rich und Frank wirklich unangenehm starrhalsig. Infolgedessen muten die Verschärfungen der Grundsituation zu weiten Teilen hausgemacht/selbstverschuldet an, was das Involvement beim Zuschauer deutlich sinken lässt.

Und trotzdem bietet „Survive the Night“ durchaus gelungene Home-Invasion-Kost, in der vor allem Paycheck-Diener Bruce Willis eine unvermutet starke Performance raushaut und seinen Co-Star Chad Michael Murray ordentlich mitzieht. Gemeinsam prallt man auf starke Gegner, die den beiden Helden das Leben ordentlich schwermachen. Das ist spannend, teilweise gar unangenehm anzuschauen und knackig inszeniert.

06 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray kommt am 3. Dezember 2020 von Eurovideo und ist mit einer FSK 16 ungeschnitten. Leider kommt die Veröffentlichung wohl ohne das Making Of und die Interviews der englischen Scheibe von Lionsgate. Auf beide Specials hatte Bruce Willis im Übrigen wohl keinen Bock mehr, hat ja aber dieses Mal genug im Film mitgespielt.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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