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The Devil’s Dozen – Das teuflische Dutzend

Originaltitel: The Devil’s Dozen__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Jeremy London__Darsteller: Eric Roberts, Jake Busey, Jeremy London, Omar Gooding, William McNamara, Dante Basco, Erik Aude, Grace Johnston, Jenny McShane, Gianni Capaldi, Michael Madsen u.a.
The Devil's Dozen

Eric Roberts und Michael Madsen lassen sich in “The Devil’s Dozen” gar nicht oder fast gar nicht sehen.

Ein Raum. Darin zig Menschen, angekettet und bewusstlos. Als sie erwachen, ist die Verwirrung groß: Warum sind sie gefesselt? Wie kommen sie an diesen Ort? Warum sind sie an diesem Ort? Fragen, die ihnen ein alter Herr und seine bewaffneten Bodyguards, die plötzlich auftauchen, nicht beantworten wollen. Vielmehr erklären sie ihnen, dass 12 der Gefangenen auserwählt seien. Bei genau diesen Personen lösen sich plötzlich wie von Geisterhand die Fesseln und sie werden in einen anderen Raum verbracht. Bevor sich die Türen zu diesem Raum schließen, hören die 12, dass die anderen Menschen allesamt von den Bewaffneten umgenietet werden.

Mit vorgehaltener Waffe erklärt man ihnen nun, dass bis auf einen alle in diesem Raum sterben werden. Alle 12 Minuten sollen die Gefangenen einen aus ihrer Mitte töten. Am besten solle es dabei jene erwischen, die vor diesem Tag die größten Sünden begangen haben, so dass am Ende derjenige übrig bleibt, der die geringste Schuld auf sich geladen hat. Zumindest bisher, denn am Ende des Tages wird auch er vermutlich Blut an den Händen haben. Verstreichen die 12 Minuten ungenutzt, wird einer der 12 nach dem Zufallsprinzip von den „Spielver- anstaltern“ selbst umgebracht. Damit kann das muntere Sterben beginnen…

Das Beste an „The Devil’s Dozen“ ist, dass er seine Zuschauer im Sauseschritt in die Grundsituation hinein wirft. Keine zehn Minuten nach Filmbeginn sind die grundlegenden Regeln etabliert und beißt auch schon der erste Eingesperrte ins Gras. Die restlichen Verbliebenen wissen nun, dass es den Veranstaltern mit dem „Spiel“ sehr ernst ist und sie fügen sich keifend und zeternd in ihr Schicksal. Jawohl, richtig gelesen: Die mit viel B-Prominenz durchzogene Besetzung flüchtet sich für das knapp 75-minütige Kammerspiel ins Overacting und agiert wie die „Darsteller“ im „Hartz 4“-Assi-TV-Programm der Privaten: Sprich, man schreit sich permanent an. Zumindest hält sich der Film zu Beginn noch an seine eigenen Regeln und lässt einige der Figuren ihre Sünden beichten. Doch mit zunehmender Laufzeit tritt dieses Handlungsmotiv vollends in den Hintergrund und diskutiert man sich eigentlich nur noch vollkommen abstrus von einem Toten zum Nächsten. So ist es freilich schnell egal, wer hier nun was gemacht hat. Von den Finalisten weiß man so am Ende beispielsweise nicht einmal ansatzweise, was sie verbrochen haben könnten. Wer nun glaubt, dass diese Ungewissheit vielleicht gewollt war, um die Spannung zu heben, der sei darauf hingewiesen, dass diese Taktik, wenn sie denn so vorgesehen war, nicht aufgeht.

Wenn sich ein Film derartig geriert und dann auch noch ein paar sehr unerklärliche Phänomene in „The Devil’s Dozen“ einfließen, wird auch dem unbedarftesten Zuschauer schnell klar, dass B-Darsteller Nulpe Jeremy London („Wolvesbayne“) in seinem Regie-Debüt auf einen Knalleffekt aus ist. Leider kündigt sich jener schon von Weitem an und funktioniert nicht halb so gut wie vermutlich geplant. Dafür verschafft er Eric Roberts („The Expendables“), der im Vorspann noch als Hauptdarsteller eingeführt wird, ein Cameo im Film. In diesem knapp einminütigen Intermezzo spielt er mit fiesem Grinsen alle anderen Darsteller mühelos an die Wand. Das ahnte wohl auch Michael Madsen („Piranhaconda“) und gibt nur den Erzähler der Chose, der immerhin zweimal – ausschließlich hörbar – zum Einsatz kommt. Die eigentlichen Hauptrollen bekleidet B-Kroppzeugs wie Jake Busey („The Killing Jar“), der erstaunlicherweise NICHT overacted, William McNamara („Surviving the Game“), der mit ständig angepisster Fresse in der Gegend herumsteht, Gianni Capaldi („Blood of Redemption“), Dante Basco („Blood and Bone“) oder C. Thomas Howell („Hitcher – Der Highway Killer“) als bibelfester Prediger. Da so gut wie alle Darsteller auch als Produzenten des Filmes auftreten, kommt einem schnell der Gedanke einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Für weitere Projekte hat sich hiermit aber keiner empfohlen.

Jeremy London schafft es in seiner Funktion als Regisseur nicht, den doch arg langweiligen Schauplatz des Filmes irgendwie aufzuwerten. Auch gelingen ihm in den begrenzten Räumlichkeiten keinerlei besondere optische Kabinettstückchen. Das einzige, was in Sachen Inszenierung eigentlich hängenbleibt, sind die sehr blutigen Effekte, wobei vor allem die Kopfschüsse sehr effektvoll umgesetzt wurden und dem Film mühelos eine FSK 18 Freigabe einbrachten. Aufsehen erregt auch der Soundtrack, allerdings in negativer Hinsicht: Der ist nämlich teilweise so extrem drüber, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Im Grunde genommen ist „The Devil’s Dozen“ eine Art Remake des Streifens „House of 9“, nur ergänzt um ein paar krude Storyschlenker, die auf eine Art Twist hinlenken sollen und einfach nur erbärmlich sind. Doch wem mache ich hier etwas vor: Die gesamte Geschichte des Filmes ist erbärmlich! Weder interessiert sich der Film für seine Figuren noch für seine eigenen Regeln. Stattdessen wanken hier die reinen und puren Stereotype durchs Bild (der einzige schwarze Charakter ist eine Anhäufung von Klischees, die beinahe rassistisch anmutet) und werden obendrein unfassbar mies gespielt. Vor allem die Damen im Cast sind dahingehend eine einzige Katastrophe. Zum Dank zieht Regisseur Jeremy London sie nicht einmal aus! Spannung kommt so zu keiner Sekunde auf und schnell beginnen die immer gleichen Abläufe zu nerven. Entweder hätte man das Thema als Kurzfilm umsetzen oder das Figureninterieur deutlich ausdünnen und interessanter zeichnen sollen, um der Langeweile ein Schnippchen zu schlagen. Inszenatorisch fällt London gleich mal gar nichts ein und auch die Dialoge des Streifens sind eine echte Qual, was durch die müllige deutsche Synchronisation (alleine diese verstellte Stimme bei McNamara!!!) noch verstärkt wird. Zumindest macht das Cameo von Eric Roberts etwas Laune und einige Storyentwicklungen sind so unfassbar dämlich, dass man zumindest immer mal was zu lachen bekommt…

Die DVD erschien am 17. April 2014 auf DVD und Blu-ray von dem Label MIG und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: MIG__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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