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The Hills Run Red – Drehbuch des Todes

Originaltitel: The Hills Run Red__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Dave Parker__Produktion: Joel Silver u.a.__Darsteller: Sophie Monk, Tad Hilgenbrink, William Sadler, Janet Montgomery, Alex Wyndham, Ewan Bailey, Danko Jordanov, Mike Straub u.a.
The Hills Run Red

Von Joel Silver und Dark Castle produzierter B-Horror der derben Sorte: „The Hills Run Red“

Neues aus dem Hause Dark Castle: Neben dem Thriller „Whiteout“ gab es anno 2009 mit „The Hills Run Red“ noch gröbere Horrorkost zu bestaunen.

Hier geht es direkt volle Kanne auf die Metaebene: Horrorfilmfreak Tyler (Tad Hilgenbrink) möchte eine Doku über den verschollenen Horrorfilm „The Hills Run Red“ drehen, kriegt meist aber nur Infos über einen Italowestern mit diesem englischen Verleihtitel (den es tatsächlich gibt, „Eine Flut von Dollars“ heißt er hierzulande). Natürlich hängt die Bude voller Horrorfanprodukte, ein wichtiges Gespräch zur Doku führen Tyler und sein Kumpel Lalo (Alex Wyndham) als sie aus dem Kino kommen usw. Man stellt die eigene Medialität aus und Horrorfans sind eh nicht selten die Helden von Horrorfilme (siehe „Fright Night“ und Co.).

Tyler kann Alexa (Sophie Monk), die Tochter des verschwundenen „The Hills Run Red“-Regisseurs Concannon (William Sadler) ausfindig machen, die als drogensüchtiges Stripperwrack dahinvegetiert. Nach einer Runde cold turkey ist sie aber clean und zur Hilfe bereit, verführt Tyler nebenher noch, was zu einer bemerkenswerten Parallelmontage führt, in der die Szene mit jener verschmolzen wird, in der Tylers Freundin Serina (Janet Montgomery) ihn mit Lalo betrügt.

Alexa will Tyler, Serina und Lalo zu den Drehorten des Films führen, damit sie hinter das Geheimnis des angeblich so extrem schlimmen Films kommen. Doch vor Ort scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen…

The Hills Run Red

Mit der Axt im Backwood unterwegs: Killer Babyface

„Blair Witch“, ick hör dir trapsen. Gut, bei dessen Andeutungen bleibt es bei „The Hills Run Red“ nicht, stilistisch gehen die Filme auch verschiedene Wege, aber immer wieder erscheinen die Hauptfiguren als leichte Karikaturen der Reality-Horrorwelle. Gleichzeitig wird über die Regeln des Überlebens im Horrorfilm schwadroniert, wobei der Film diese gerne mal ironisch bricht (*SPOILER* z.B. wenn der Killer eine Pistole zieht oder Serrina versucht den Übelwicht durch ein Kinderlied zu beschwichtigen *SPOILER ENDE*). Tatsächlich hat „The Hills Run Red“ echt starke Ansätze, wenn es um das Film-im-Film- bzw. Film-über-Film-Thema geht.

Sicher, sicher, man ahnt bereits früh, dass die Szenen aus dem „The Hills Run Red“-Trailer im Film keinen fiktionalen, sondern eher dokumentarischen Charakter haben, weshalb dann nur Teile der Auflösung überraschen, aber die ersten zwei Drittel sind echt solide Horrorkost, die auch mit Häme nicht spart, z.B. dann, wenn ein paar Rednecks von der Position der Überlegenen (den Jugendlichen gegenüber) blitzschnell in die Position der Unterlegenen (dem Killer gegenüber) wechseln.

The Hills Run Red

Tyler (Tad Hilgenbrink) macht Regisseurstochter Alexa (Sophie Monk) bei ihrer Arbeit als exotische Tänzerin ausfindig

Doch im letzten Drittel kommt „The Hills Run Red“ dann vom Gleis ab, wobei man die arg konstruierte Auflösung ja noch akzeptieren könnte. Dumm nur, dass man alle mehr oder minder cleveren Ansätze fallen lässt und stattdessen einfallslos Backwoodhorror meets Torture Porn abfeiert: Versuchte Tabubrüche, Folterorgien und Geschnetzel sollen also zur Effektschau dienen (und die sehen auch nicht schlecht aus), allerdings ist der Spannungsbogen komplett im Eimer und die Tortur der hilflosen Jugendlichen langweilt immer mehr – bis man dann zur ausgelutschten Pointe kommt.

OK, es ist direct-to-video-Horror, da sind die Ansprüche nicht so hoch und dementsprechend kann man mit der Darstellerriege schon zufrieden sein, wobei von den Youngstern keiner so recht im Gedächtnis bleibt. Mit wenig Screentime, aber umso mehr Präsenz überflügelt William Sadler („Stirb langsam 2“) das Jungvolk dann um Längen und sticht eindeutig heraus, die anderen sind eben nur Genredurchschnitt.

Es fängt als kleiner, reflexiver und durchaus intelligenter B-Horror an, um in ödem, hoffnungslos konstruiertem Gemetzel zu enden. Hätte man das anfängliche Konzept durchgehalten, es hätte eine Perle werden können, so bleibt bloß Mittelmaß: Anfangs toll, gegen Ende ärgerlich.

Der Film ist bei Warner auf DVD erschienen und kommt ungekürzt mit SPIO/JK-Freigabe, im Sinne der ungekürzten Veröffentlichung weltweit. Auf Wunsch der Produzenten wurden einige harte Szenen vor der Veröffentlichung entfernt. Warner besitzt auch die Rechte daran und rücken sie nicht heraus, obwohl Regisseur Dave Parker und Drehbuchautor David Schow sie gerne haben (und eventuell veröffentlichen würden). Als Bonusmaterial bietet die deutsche DVD einen Audiokommentar und ein Making Of.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Warner__FSK Freigabe: SPIO/JK__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Reviews, Stalk and Slash

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