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The Hurricane Heist

Originaltitel: The Hurricane Heist__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2018__Regie: Rob Cohen__Darsteller: Toby Kebbell, Maggie Grace, Ryan Kwanten, Ralph Ineson, Melissa Bolona, Ben Cross, Jamie Andrew Cutler, Christian Contreras, Jimmy Walker, Ed Birch u.a.
Hurricane Heist DVD Cover

Rob Cohen kombiniert in “The Hurricane Heist” das Actiongenre mit dem Katastrophenfilm.

Gulfport ist ein Städtchen in den USA, in dem ein Gelddepot des Finanzministeriums der USA steht, welches für die Vernichtung alter US-Banknoten zuständig ist. Casey, Agentin des ATF, ist auf dem Weg nach Gulfport. Sie soll hier mit drei riesigen Transportern 600 Millionen geschredderte US-Dollar abholen. Doch in Gulfport warten nur Probleme: Der Schredder der Anlage ist defekt. Zudem rollt ein gewaltiger Hurrikan auf die Stadt zu. Zumindest das Schredderproblem scheint gelöst, als zwei IT-Experten auftauchen.

Als jedoch auch noch ein Notstrom-Aggregat in der Anlage ausfällt, das dringend notwendig wäre, um den Tresor des Gelddepots zu öffnen und so beim Neustart der Schredderanlage an die Banknoten zu kommen, nimmt die genervte Casey das Heft des Handelns selbst in die Hand. Sie bricht in die Stadt auf, um einen Techniker zu holen, der das Aggregat repariert. Während Grace abwesend ist, wird das Gelddepot urplötzlich von einer Handvoll Lumpen überrannt. Kein Wunder, immerhin wecken 600 Millionen Dollar Begehrlichkeiten.

Als Grace zurückkehrt, ist die Kacke längst am Dampfen. Die Bewacher des Gelddepots wurden ausgeschaltet, die Angreifer haben Geiseln genommen und obendrein ist der Hurrikan längst am Ort des Geschehens eingetroffen. Nun ist guter Rat teuer. Gemeinsam mit den Brüdern Will, einem Meteorologen, und Breeze, dem Techniker der Stadt, stellt sich Casey den Dieben entgegen.

Schaut in den actionreichen “The Hurricane Heist” von Rob Cohen hinein

Im Umfeld seines Kinostartes sind die Kritiker wenig zimperlich mit dem neuesten Werk von Rob Cohen („Alex Cox“) ins Gericht gegangen. Ein Verriss folgte auf den nächsten. Diese Spezialbehandlung zeigte Wirkung: Der mit 45 Millionen US-Dollar Budget nicht gerade billige Actioner soff gnadenlos an den Kinokassen ab. In den USA schaffte er es gerade mal so, sechs Millionen Dollar zu erwirtschaften. Ein Flop, der angesichts des filmischen Ergebnisses reichlich unverdient erscheint. Denn „The Hurricane Heist“ macht wider Erwarten eine Menge Spaß!

Zunächst einmal legt „The Hurricane Heist“ die grundlegende Handlung (Stadt im Katastrophenmodus und zwei Parteien, die sich gegenseitig beharken) von „Hard Rain“ neu auf. Das mag nicht innovativ sein, ABER man könnte seine Handlung bei deutlich misslungeneren Streifen als bei dem Christian-Slater-Actioner klauen. Im Vergleich zu „Hard Rain“ dreht Rob Cohen aber mehr an der Spektakelschraube und sorgt auch für ein durchgehend deutlich höheres Tempo.

Hurricane Heist mit Maggie Grace

Maggie Grace macht als Tough Cookie richtig was her!

So werden die Figuren kurz, aber effektiv verortet. Man mag nicht viel über sie erfahren und sie haben auch allesamt nix zu erzählen, aber für 105 Minuten Action gibt es hinreichend Involvierungsmasse und Schurkenmaterial. Beide Gruppen lässt das Drehbuch von „The Hurricane Heist“ flott aufeinanderprallen und schiebt noch den Hurrikan hinterher. Fertig ist die Laube. Ungefähr nach 20 Minuten besteht der Actioner nur noch aus Aktion und Reaktion und lässt sich von dem Sturm unaufhörlich vorantreiben.

Der Hurrikan ist es dann auch, der für die ganz großen Szenen sorgt und gleichzeitig auch sehr gewinnbringend für die Actionszenen genutzt wird. Wenn beispielsweise eine Konfrontation bei rapide absinkendem Luftdruck ein erstaunliches Ende nimmt, durch den Sturm beschleunigte Radkappen zu tödlichen Geschossen werden und Kontrahenten in den gefährlichsten Lagen auf einmal einfach weggesogen oder von Gegenständen unvorhergesehen erschlagen werden, bringt das eine ganz eigene Dynamik in die Action.

Hurricane Heist mit Toby Kebbell

Toby Kebbell darf in “The Hurricane Heist” eine ganz eigene Version des Batmobils fahren.

Die rumpelt irgendwann ununterbrochen über die Leinwand. Verfolgungsjagden, Schießereien, Explosionen, Hauseinstürze,… Rob Cohen und sein Team entwickeln eine mit zunehmender Laufzeit immer mehr begeisternde Zerstörungswut. Die zudem optisch sauber in Szene gesetzt wurde. Die Trailer zum Kinostart ließen dahingehend so manche Luftnummer erwarten, im fertigen Film jedoch funktionieren selbst die größten Spektakelszenen! Da scheinen die Effekte noch einige Korrekturschleifen seit den Trailer-Premieren erlebt zu haben.

Für die Action ging dann auch sichtlich das meiste Budget drauf. Entsprechend fehlt es in „The Hurricane Heist“ an großen Namen. Doch das gereicht dem Film nicht wirklich zum Nachteil. Der unverbrauchte Cast aus Ryan Kwanten („The Gunfighters – Blunt Force Trauma“), Toby Kebbell („Kong: Skull Island“) und Maggie Grace („Vendetta: Alles was ihm blieb war Rache“) macht seine Sache gut und vor allem Maggie Grace macht als Actionheldin eine saustarke Figur! Sie hechtet über Barrieren, um aus der Deckung zu feuern, slidet über den Boden und verteilt dabei blaue Bohnen und last but not least setzt sie den finalen, absolut cool in Szene gesetzten Final-Kill!

Hurricane Heist mit Ryan Kwanten

Ryan Kwanten gibt den älteren des heldenhaften Brüdergespanns.

Bei dem Budget und den eher unbekannten Namen durften die Kills insgesamt zwar nicht zu brutal ausfallen – ein PG 13 war angepeiltes Ziel -, den einen oder anderen Durchschuss gibt es aber dennoch zu bestaunen und insgesamt erwischt es im Laufe des Actioners eine ordentliche Menge an Lumpen. Die hätten zwar gerne noch um einiges fieser und bedrohlicher ausfallen dürfen, ihre Normalität macht aber auch durchaus Sinn. Vor allem in dem spektakulären Setting brauchte es neben dem Hurrikan nicht noch einen Showsteeler.

Der gibt mit seinen grauen Wolkenwänden das optische Korsett des Filmes vor. Alles wirkt ungemein farbentzogen und grau. Alles mehr als passig. Nur wenn das Auge des Sturms über dem Schauplatz hängt, brechen sich warme, güldene Farben Bahn. Allerdings nur für wenige Momente, danach regiert wieder das technisch absolut glaubwürdig und mit dynamischen Bildern in Szene gesetzte Sturmszenario.

“The Hurricane Heist” – Nichts erwartet, viel bekommen!

Klar, oscarwürdig ist an „The Hurricane Heist“ nichts. ABER das war auch nie das Ziel des Streifens. Der zielt stattdessen von Anbeginn an auf den Bauch des Zuschauers. Hält infolgedessen die Story schlank, reduziert die Figuren auf das Wesentlichste und lanciert keinerlei Ablenkung von seinem wahren Star: Dem Spektakel. Dem Spektakel, das sowohl der Hurrikan als auch die darin und drumherum steigende Action zündet. Und genau da funktioniert „The Hurricane Heist“ trotz diverser, absolut nicht zu leugnender Problemherde (eher schwache Bäddies, Logikprobleme, Motivationsmängel, dünne Dialoge) prächtig. Zudem gelingt dem Film die Verknüpfung des Genres Katastrophenfilm mit einem komplett anderen Genre weitaus besser als dem zuletzt komplett vergurkten „Geostorm“ mit ähnlichem Ansatz. Würde „The Hurricane Heist“ sich jetzt noch selbst nicht so ernst nehmen, es wären mehr Punkte drin gewesen als…

6 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film steht aktuell ungeschnitten mit einer Freigabe ab 12 im Handel und hat eine ganze Menge an Featurettes zur Entstehung des Filmes an Bord.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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