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The Legendary Dragon – Der letzte seiner Art

Originaltitel: Legendary: Tomb of the Dragon__Herstellungsland: China, Großbritannien__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Eric Styles__Darsteller: Scott Adkins, Dolph Lundgren, Lydia Leonard, James Lance, Crystal Huang, Paul Philip Clark, David Thomas Jenkins, Geng Le, Nathan Lee, Murray Clive Walker u.a.
The Legendary Dragon

Dolph Lundgren und Scott Adkins jagen “The Legendary Dragon”.

Travis Preston ist Kryptozoologe und als solcher in der gesamten Welt unterwegs, um ausgestorben geglaubte oder bisher unbekannte Tierarten zu finden und deren Überleben zu sichern. In Russland ist er beispielsweise hinter einem riesigen Bären her, der doppelt so groß ist wie normale Bären in der Gegend. Als er dem Tier endlich gegenübersteht und es betäuben kann, brechen Schüsse. Harker, ein Großwildjäger, der die Gruppe nur vor Attacken des Bären schützen sollte, zeigt sein wahres Gesicht und feuert einfach auf das Tier. Im Überlebenskampf tötet der Bär ein anderes Teammitglied Prestons und entkommt…

Wieder zurück in London hat Preston den Tod seines Mitstreiters noch lange nicht verwunden. Obendrein hat ihn Harker angezeigt und alle Schuld an dem Vorfall auf den Wissenschaftler abgewälzt. Da kommt es Preston gerade recht, dass er engagiert wird, um mit seinem Team in China einigen seltsamen Todesfällen nachzugehen. Hier kommt es beim Bau einer Pipeline ständig zu Attacken eines seltsamen Wesens. Ein Videoschnipsel lässt Preston glauben, es mit einer neuen Spezies zu tun zu haben. Er stürzt sich unvermittelt in die Arbeit. Was er allerdings noch nicht ahnt: Die Firma, die die Pipeline errichten lässt, hat Harker engagiert, um das Wesen schnellstmöglich zu töten…

The Legendary Dragon

Dolph Lundgren gibt süffisant den Bad Ass!

„The Legendary Dragon“ ist eine durchaus unterhaltsame Mixtur aus Abenteuerfilm und Creature Feature. Die Geschichte der ganzen Chose ist so egal wie bereits zigfach besser oder schlechter gesehen. Während die Installation der Bedrohung flott vonstatten geht, hat der Film in der Folge große Probleme, eine gewisse Behäbigkeit abzulegen. Es wird viel geredet, aber nichts gesagt und die Figuren irren ein wenig planlos durch die Handlung. Des Weiteren passieren die Attacken des titelgebenden „Legendary Dragons“ so urplötzlich und rasend schnell, dass es dem Film niemals gelingt, wirkliche Spannung oder bedrohliche Szenerien aufzubauen. Die deutsche FSK 12 Freigabe ist trotz ordentlichen Bodycounts ein eindeutiger Beleg für die daraus resultierende Harmlosigkeit des Streifens. Erst in Richtung Showdown, der in einem großartigen Höhlensetting steigt, zieht „The Legendary Dragon“ deutlich an und macht ordentlich Tempo.

Apropos Setting: Für „The Legendary Dragon“ hat man sich ein großartiges Stück unberührter Natur in China als Schauplatz ausgesucht! Dieses Setting inszeniert man in breitestem Widescreen und lanciert so, trotz eher geringem Budget, wirklich tolle Bilder, die einen mehrere Male mit der Zunge schnalzen lassen. Der darunter immer mal wieder durchtönende Abenteuerscore tut ein Übriges, um „The Legendary Dragon“ durchaus wertig aussehen zu lassen. Die wenigen Schauplatzwechsel und das insgesamt eher kleine Figureninterieur deuten den schmalen Geldbeutel der Produktion aber überdeutlich an. Und auch bei den Effekten hätte man den einen oder anderen Dollar mehr ansparen sollen.

The Legendary Dragon

Scott Adkins versucht Dolph Lundgren einen Scheitel zu ziehen.

So schaut der Bär des Film-Openers gar nicht so übel aus, kann jedoch gleichzeitig in nicht einer Einstellung seine Herkunft aus dem PC verschleiern. Allerdings fällt hier schon auf, dass Regisseur Eric Styles in seinen Effektszenen für ein ordent- liches Tempo sorgt, was die ein oder andere Unzulänglichkeit durchaus zu verbergen vermag. Der titelgebende „Legendary Dragon“ ist ein Mix aus Waran und Gecko. Eine etwas seltsame Mischung, die nicht wirklich bedrohlich wirken will, sich aber blitzschnell bewegt und sogar Wände usw. entlanglaufen kann, was für einige nette Actionmomente sorgt. Prinzipiell sieht das Biest auch richtig gut aus, nur manche Bewegung wirkt ein wenig zu abgehackt und in Sachen Interaktion mit den Menschen und der Umwelt offenbaren sich leider sehr viele technische Unzulänglichkeiten. Dennoch funktioniert auch dieses Monster und ist in seiner Qualität den gängigen „The Asylum“ und „Syfy“-Kreaturen haushoch überlegen.

Absolutes Highlight des Filmes ist aber freilich das Hauptdarsteller-Duo Scott Adkins („Universal Soldier: Day of Reckoning“) und Dolph Lundgren („The Expendables“). Lundgren macht als leicht abgedrehter Großwildjäger viel Spaß. Er legt die Rolle hübsch arrogant an und trifft auch genau den Ton, um mit Leichtigkeit zum Unsympathen zu mutieren. Dagegen darf Scott Adkins mal so richtig sympathisch rüberkommen. Eigentlich ist er permanent am Lächeln, darf ordentlich in der Gegend herum flirten und schafft es durch seine einnehmende Leistung sogar, dass sein arg naiv angelegter Charakter nicht gar so dämlich wirkt. Denn dessen Gutgläubigkeit und Blauäugigkeit nervt hier und da enorm und seine Durchhalterede vor seinen drei Teammitliedern ist schon extrem peinlich. Während Dolph meist mit einem Gewehr herumrennt und davon auch Gebrauch macht, gerät er mit Adkins nur zweimal richtig aneinander. In beiden Fällen sind die Auseinandersetzungen aber extrem kurz und setzen in keinster Weise auf die Kampfkunst-Fähigkeiten beider Actionstars. Adkins darf abseits dieser Konfrontationen etwas körperlicher werden, von seinen Fähigkeiten, für die er in Fankreisen verehrt wird, muss er aber auch hier keinen Gebrauch machen.

The Legendary Dragon

Doch Dolph hat schon einen Scheitel!!!

Klingt dennoch nach solider Unter- haltung? Eigentlich schon. Leider hat das Drehbuch ein paar wirklich üble Aussetzer, die „The Legendary Dragon“ ab und an sehr tumb bzw. gar stupide wirken lassen (genannt sei die Szene in der Leichenkammer). Absolutes Highlight dahingehend ist jedoch das Ende des Showdowns, das sich gefühlt zig Möglichkeiten offen hält, nur um am Ende einen Weg zu wählen, den der Film selbst nicht erklären will und den er dem Zuschauer mit einem Achselzucken vor die Füße wirft. Warum Adkins hier wie und auf welchem Weg entkommt, man weiß es nicht. Und genauso unentschlossen wirkt letztlich der gesamte Film. Für ein Creature Feature ist der Film zu blutleer, harmlos und unspannend. Für einen Abenteuerfilm fehlt einfach etwas Action, Bewegung und die Faszination am Unbekannten. Und dennoch ist „The Legendary Dragon“ kein Totalausfall. Dafür sorgen schon die lässig aufspielenden Darsteller Dolph Lundgren und Scott Adkins, deren Fans man den Film durchaus ans Herz legen kann. Auch die technischen Aspekte des Filmes stimmen über weite Strecken und wirklich langweilig wird der Film auch nie. Er ist solide und sympathisch, aber nicht weltbewegend… Eine erstaunliche Randnotiz des auch in 3D veröffentlichten Streifens ist der Abspannsong, der von keinem Geringeren als Bryan Adams eingespielt wurde und den Rocker in eher ungewohnten Gefilden wildern lässt.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt am 8. August 2014 von Eurovideo und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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