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The Poison Rose – Dunkle Vergangenheit

Originaltitel: The Poison Rose__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2019__Regie: Francesco Cinquemani, George Gallo__Darsteller: John Travolta, Brendan Fraser, Famke Janssen, Morgan Freeman, Peter Stormare, Robert Patrick, Nick Vallelonga, Claudia Gerini, Ella Bleu Travolta, James William Ballard u.a.
The Poison Rose DVD Cover

Etwas spannungslose Hommage an den Film Noir: “The Poison Rose”.

Carson Phillips ist ein Privatdetektiv in Los Angeles. Sein Hang zum Glücksspiel bringt ihm immer wieder unliebsame Besuche von Geldeintreibern und anderem zwielichtigen Gesocks ein. Da kommt ihm ein neuer Auftrag gerade recht. Eine Dame bittet ihn, für sie eine Frau namens Barbara van Poole aufzutreiben. Das Problem: Die Gesuchte wurde zuletzt in der Heilanstalt des Ortes gesehen, in dem Carson groß geworden ist und mit dem er nicht viel Gutes verbindet.

So lebt seine große Liebe Jayne Hunt in dem Örtchen. Als Frau eines reichen Ölmagnaten. Zudem fand hier vor 20 Jahren Carsons aussichtsreiche Karriere als Football-Star ein jähes Ende. Er hatte ein Spiel geschoben. Was ihm nicht nur die Einwohner des sportbegeisterten Ortes übel nahmen. Als Carson vor Ort ankommt, scheint sich auf den ersten Blick nicht viel verändert zu haben. Er trifft auf viele vertraute Gesichter, mit dem er alte Zeiten aufleben lassen kann und die ihn nur zu gerne an seine wenig rühmliche Vergangenheit erinnern.

Derweil verläuft sein Fall nicht so easy wie geplant. Alle Befragten scheinen aus unerfindlichen Gründen zu mauern. Problematisch ist zudem, dass ihm seine Gläubiger ein Killerkommando auf den Hals gehetzt haben. Und als wäre das nicht schon verworren genug, stirbt urplötzlich ein Footballstar des Ortes und alle Indizien deuten auf Becky Hunt als Täterin hin, Tochter von Carsons einstiger Flamme Jayne. Jayne bittet Carson daraufhin, die Unschuld von Becky zu beweisen. Carson merkt schnell, dass er in einem wahren Hornissennest aus Korruption und fiesen Winkelzügen gelandet ist. Dabei ist die größte Frage, welche Rolle Doc, der Grandseigneur der Stadt, in diesem Fall spielt.

Schaut in den Thriller mit Robert Patrick hinein

Durch Lamellen von Jalousien fallendes Licht. Ein allgegenwärtiger Off-Kommentar. Jazz-Klänge. Die Katze des Helden, die den Namen Raymond (Chandler) trägt und die Wohnung des Privatdetektivs, die sich über einem Kino befindet, in dem aktuell „Die Spur des Falken“ läuft. Der Thriller „The Poison Rose“ macht von den ersten Bildern an klar, dass er eine Liebeserklärung an Hollywoods Schwarze Serie, also den Film noir sein möchte.

Und das klappt richtig gut. Die mysteriös verschwurbelte Story, die von Szene zu Szene nur noch mehr Ungereimtheiten aufzudecken scheint. Der abgerissene, Alkohol und Zigaretten zugewandte Held, rätselhafte Schönheiten und sinistere, strippenziehende Finstermänner. „The Poison Rose“ trifft vor allem zu Beginn den Ton der Vorlagen richtig gut. Baut eine angenehm dichte Atmosphäre auf und lässt sich viel Zeit beim Erzählen. Das fühlt sich angenehm aus der Zeit gefallen an, vergisst aber leider ein wesentliches Element: Die Spannung.

The Poison Rose

Highlights im Film: Die Aufeinandertreffen von Morgan Freeman und John Travolta.

Selbige bekommt das Drehbuch von Francesco Cinquemani, der neben George Gallo auch Regie führte, Luca Giliberto und Richard Salvatore nie aufgebaut. Weshalb „The Poison Rose“ immer mal wieder zu belanglos dahinplätschert. Zudem beschleicht einen ab der Filmmitte immer mal wieder das Gefühl, dass die Erzählstränge nicht mehr wirklich ineinandergreifen und das der Sinn der einen oder anderen Figur abseits des Schnittpultes gelandet zu sein scheint. Das mündet in eine reichlich unspektakuläre und in Teilen auch unbefriedigende Auflösung, von der man sich dann doch etwas mehr erwartet hatte.

Film Noir Hommage mit Famke Janssen und Ella Bleu Travolta

Famke Janssen spielt Travoltas Ex. Links daneben ist Travoltas echte Tochter Ella Bleu Travolta im Film zu erleben.

Den Schauspielern kann dabei kaum ein Vorwurf gemacht werden. Der mit leicht verwildertem Look cool rüberkommende John Travolta („Rage – Tage der Vergeltung“) spielt die Rolle des abgewrackten, aber dennoch extrem souveränen Detektivs, der in ein Wespennest sticht, ordentlich. Wenngleich er gerne engagierter hätte wirken dürfen. Vor allem aber seine Szenen mit Morgan Freeman („Lucy“), der eine Art Pate der Kleinstadt gibt, funktionieren prächtig, schüren aber auch Erwartungen, die der Film selten einhalten kann.

Als Kleinstadtsheriff hat Robert Patrick („Decoy“) ein paar schöne Szenen abbekommen, bekommt aber letztlich auch kaum Gelegenheit, echte Highlights zu setzen. Famke Janssen („Once upon a Time in Venice“) wird vom Drehbuch zwar reichlich verschenkt, macht in einigen Szenen aber dennoch das Beste draus. Ebenfalls verschenkt wirkt Peter Stormare („John Wick 2“) in einer nichtssagenden Nebenrolle. Interessant ist das Mitwirken von Ella Bleu Travolta, Johns Tochter. Derweil gerät der Auftritt von Brendan Fraser („Gangster Chronicles“) regelrecht verstörend. Der spielt zwar richtig dufte, aber sein gruseliges Äußeres ist hoffentlich nur das Ergebnis eines Fatsuits und viel Make-ups.

The Poison Rose mit John Travolta

Action spielt keine große Rolle in “The Poison Rose”.

Die technische Umsetzung passt sich dem grundlegenden Ton des Filmes an. In breiten Bildern werden die gediegenen Schauplätze in Szene gesetzt. Gedreht wurde im Übrigen weitgehend in Italien, das hier Texas doubelt. Die Kamera gibt sich dabei wenig dynamisch, die Schnittfrequenz ist ebenfalls eher niedrig. Nur in den wenigen kurzen Shootouts wird der Film etwas hektischer. Zumindest gegen Ende wurde dann auch eine deutlich aufwändigere Actionszene positioniert, die sauber umgesetzt ist, aus „The Poison Rose“ aber mitnichten einen Actionknaller macht.

„The Poison Rose“ plätschert vor sich hin

„The Poison Rose“ ist eine hübsch inszenierte, atmosphärisch stimmige und okay gespielte Liebeserklärung an die Detektivfilme alter Schule. Leider wird das anfangs passige Erzähltempo mit jedem neuen Erzählstrang immer noch gemächlicher. Immer wieder lenkt irgendetwas vom eigentlichen Hauptplot ab und wird als Überraschung verkauft, die zu dem Zeitpunkt für den Zuschauer längst keine mehr ist. Infolgedessen plätschert „The Poison Rose“ spätestens ab der Filmmitte nur noch vor sich hin und lässt vor allem jedwede Spannung missen. Außerdem fehlt dem Thriller einfach das gewisse Etwas. Sei es, dass er gerne die Härte und Unnachgiebigkeit seiner Vorbilder hätte atmen dürfen, oder dass er ironischer mit den Regeln des Genres gespielt hätte (erste Ansätze bietet vor allem Fraser). So bleibt der Film letzten Endes einfach zu beliebig.

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Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 20. Februar 2020 von New KSM. Der Film ist mit einer FSK 12 ungeschnitten und kommt abgesehen vom Trailer zum Film und einer Bildergalerie ohne weiterführende Extras.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: New KSM__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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