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The Prince – Only God Forgives

Originaltitel: The Prince__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Brian A Miller__Darsteller: Bruce Willis, John Cusack, Jason Patric, Jessica Lowndes, Tara Holt, 50 Cent, Johnathon Schaech, Gia Mantegna, Rain, Don Harvey u.a.
The Prince

Bruce Willis gerät “The Prince” in die Quere…

Paul lebt zurückgezogen in Mississippi und ist in erster Linie stolz auf seine Tochter Beth, die fernab der Heimat studiert. Als sie den Automechaniker eines Tages via Videotelefon anruft, ist der sehr überrascht über ihr Auftreten und ihren Look. Irgendwas scheint mit Beth nicht zu stimmen. Als sie einen Tag später nicht auf seine Anrufe reagiert, schwant ihm, dass ihr etwas passiert sein könnte. Paul bricht daraufhin unverzüglich zum Studienort seiner Tochter auf. Hier muss er von ihrer Kommilitonin Angela erfahren, dass seine Beth das Studium abgebrochen habe und gen New Orleans verschwunden sei.

Gemeinsam mit Angela bricht Paul nach New Orleans auf, um seine Tochter zu suchen. Vor Ort angekommen gehen in der dortigen Unterwelt alle Sirenen an. Denn Paul hat eine blutige Vergangenheit in der Stadt. Deshalb hetzt Omar, der aktuelle Verbrecherkönig von New Orleans, all seine Goons auf Paul, um ihn auszuschalten. Da Paul jedoch gar keine Lust hat, mit seiner Vergangenheit konfrontiert zu werden, widmet er sich mit aller Macht der Suche nach seiner Tochter, vermeidet jedwede Konfrontation und hofft, so schnell wie möglich wieder aus New Orleans verschwinden zu können…

The Prince

Bruce Willis gibt den Badass Omar…

„The Prince“ ist einer der Filme, bei dem man den neugierigen Blick auf die Zusammenfassung der Story auf dem Backcover tunlichst vermeiden sollte. Diese macht nämlich den langsamen und gar nicht einmal so blöden Aufbau der Geschichte hinter „The Prince“ kaputt, indem sie wirklich alle Zusammenhänge verrät und damit den ganzen Film zerspoilert. Deshalb an dieser Stelle der Tipp: Nicht lesen. Es lohnt sich! Denn wenn man vollkommen unbelastet an „The Prince“ herangeht, erlebt man einen Film, der sich in genau den richtigen Dosierungen vor dem Auge des Zuschauers entblättert und in durchaus plausiblen Schritten eine gut funktionierende Gestalt annimmt. Natürlich ist die eigentliche Geschichte trotzdem nicht neu im Genre, aber ihr ruhiger Aufbau ist im Vergleich zu vielen aktuellen DTV-Premieren wirklich reizvoll.

Dabei fällt beispielsweise auch gar nicht auf, dass der Film fast 60 Minuten ohne jedwede Action auskommt. Das Gespann Paul und Angela funktioniert nämlich ziemlich gut, auch wenn schnell auffällt, dass Angela nur da ist, um den schweigsamen Paul aufzubrechen. Dessen Hintergründe werden dem Zuschauer im etwa gleichen Tempo wie die großen Zusammenhänge dargereicht, weshalb auch seine Charakterentwicklung durchaus spannend bleibt. Gegeben wird er von einem sehr souveränen Jason Patric („The Losers“), der sowohl in den physischen als auch den dialoglastigen Momenten seiner Figur absolut überzeugt und einen Charakter entwirft, dem der Zuschauer sehr gerne folgt. Jessica Lowndes („The Devil’s Carnival“) macht als Angela eine überzeugende Figur und darf von angeknippst über verführerisch bis emotional eine breite Palette an Befindlichkeiten transportieren. Zudem entblödet sich der Film auch nicht, eine Liebesbeziehung zwischen ihr und Paul zu etablieren, obwohl die Möglichkeiten definitiv da wären und die Chemie zwischen den Figuren stimmt.

The Prince

Booooooom!

In den Nebenrollen tummeln sich diverse bekannte Gesichter. John Cusack („The Numbers Station“) verstört mit schräger Frisur und wirkt als Kumpel von Paul wenig engagiert. Der singende Rüpelrapper 50 Cent („Escape Plan“) gibt einen Drogenhändler, Johnathon Schaech („Phantom“) ist als Waffenhändler dabei und Bruce Willis („Stirb Langsam“) und Asia-Superstar Rain („Ninja Assassin“) geben die wahren Lumpen. Dabei ist es extrem schade, dass Willis wieder nur für ein oder zwei Tage am Set gewesen zu sein scheint. Denn sein Omar kommt in seinen letzten Szenen schon ziemlich fies rüber. Etwas mehr Präsenz des Oberbösewichtes hätte dem ganzen Film und seiner Spannungskurve sehr gut getan. Omars rechte Hand wird von Rain gegeben, der deutlich präsenter ist als Willis, aber letzten Endes auch nicht wirklich bedrohlich aufgebaut wird.

Und so schnetzelt sich Paul ab Minute 60 eher durch gesichtslose Gegnerhorden. Dabei säubert er in der ersten großen Actionszene ein Drogenhaus. Das macht er brutal, effektiv und ohne große Mätzchen. Das wird funktional bebildert, ist hier und da recht ruppig und verzichtet auf CGI-Spielereien. Auch Einschläge in Wände usw. sind zu sehen und „handmade“. Im großen Showdown in der Lobby eines Nobelhotels (Die Szene erinnert in ihrem Aufbau ein wenig an „Matrix“.) holt Paul dann nochmal den Prügel raus und darf ein gutes Dutzend an Henchmen aus dem Leben reißen. Mal großkalibrig, mal mit Handfeuerwaffen, durchaus blutig und bodenständig choreographiert. Eine kleine Autoverfolgungsjagd und ein im Prolog explodierendes Auto runden das Action-Bankett ab.

The Prince

Gehört mal eher ins Bett! Der immer verschlafen wirkende John Cusack.

Was sofort ins Auge fällt, ist die optisch mehr als solide Umsetzung von „The Prince“. Die Settings stimmen, die Ausstattung ist ordentlich und die Kameraarbeit ist sauber und in einigen Einzelszenen sogar sehr stilvoll. Sofort fällt ein leichter Gelbstich auf, ansonsten wird mit einer sehr kräftigen Farbpalette gearbeitet. Zudem dürfen alle Lichtquellen des Filmes extrem überstrahlen, was ihm einen weichen, sehr atmosphärischen Look verleiht. Auch Lense Flares scheint Regissseur Brian A Miller („Officer Down“) sehr zu mögen. Die musikalische Untermalung des Filmes ist unaufgeregt, aber immer stimmig und hat ein angenehm ruhiges, sehr cooles Hauptthema im Gepäck.

Am Ende bleibt eine rundum solide Nummer! Im Oeuvre seiner aktuell im DTV-Markt sehr fleißigen Nebendarsteller John Cusack und Bruce Willis ist „The Prince“ eine der besten Produktionen. Diese gefällt mit ihrer ordentlich erzählten, sich allmählich entwickelnden Story, einem netten Heldengespann, gut gespielten Hauptrollen, überzeugender Optik und zum Ende hin sehr guten Actionszenen. Präsentere Antagonisten, ein oder zwei Actionszenen mehr und vielleicht der eine oder andere überraschende Kniff in der letztlich dann doch „nur“ konventionellen Geschichte und „The Prince“ hätte richtig gut gerockt. Und denkt dran: Nicht das Backcover lesen!

Die deutsche DVD/Blu-ray erscheint am 10. November 2014 von NEW KSM und ist mit einer FSK 16 Freigabe uncut.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: NEW KSM__Freigabe: ab 16_Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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