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The Rezort – Willkommen auf Dead Island

Originaltitel: The Rezort__Herstellungsland: Großbritannien__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Steve Barker__Darsteller: Dougray Scott, Jessica De Gouw, Claire Goose, Elen Rhys, Jassa Ahluwalia, Martin McCann, Sam Douglas, Bentley Kalu, Dionne Vincent, Shane Zaza u.a.
The Rezort

Wie “Jurassic Park” mit Zombies: “The Rezort”.

Es ist zehn Jahre her, dass die „Chromosyndrom A“-Pandemie unter den Menschen wütete. Mittels Spucke übertragen, verwandelte sie binnen kürzester Zeit Milliarden Menschen in rasende Infizierte, die alles daran setzten, ihre Krankheit weiter zu übertragen. Irgendwann wusste sich die Menschheit nicht mehr anders zu helfen. Sie startete das Brimstone-Protokoll und löschte die Infizierten mittels massiver Bombardements fast vollständig aus…

Jahre später hat sich die Menschheit zumindest oberflächlich betrachtet erholt. Innerlich haben viele aber noch an Traumas und Verlusten zu knabbern. Die Geschäftsfrau Valerie Wilton macht sich genau das zu nutze. Sie eröffnet „The Rezort“. Eine Urlaubsinsel, auf der gut betuchte Leute ihren Rachegelüsten gegenüber den Untoten nachkommen können. Diese werden im „Rezort“ nämlich wie Vieh gehalten und müssen als Beute oder besser als Tontauben für menschliche Jagdgesellschaften herhalten.

„The Rezort“ erweist sich vom Fleck weg als Riesenerfolg und zieht immer neue Besucher an. Bis eines Tages ein eingeschleuster Computervirus die bis dato perfekten Sicherheitsmechanismen des etwas anderen Ressorts aushebelt. Aus Jägern werden Gejagte, die schnell von der Insel heruntermüssen, da das Brimstone-Protokoll für die Insel erneut in Kraft gesetzt wurde.

Endlich mal wieder ein Zombie-Streifen mit Budget. Die aktuell schier unzähligen Untoten-Streifen, meist nach Schema F und vor allem mit schmalem Geldbeutel umgesetzt, gingen einem langsam aber sicher gewaltig auf die Nerven. „The Rezort“ vom „Outpost“-Regisseur Steve Barker setzt da mit fetten Bildern und hübschen Ideen endlich mal wieder einen schönen Kontrapunkt.

Dabei stellt man mit Erstaunen fest, wie gut die „Jurassic Park“-Prämisse um amoklaufende Vergnügungsparkattraktionen mit der Zombie-Thematik harmoniert. Vor allem zu Beginn macht „The Rezort“ dahingehend verdammt viel richtig, wenn nach schneller Etablierung der Ausgangslage der Alltag in dem Urlaubsressort dargestellt wird. Die Gäste schwimmen, speisen und wohnen königlich in feinstem Ambiente und nebenher werden sie aufs Zombie-Killen vorbereitet. Der Zuschauer erfährt dabei etwas über die Organisation der Jagdausflüge und die Sicherheitssysteme hinter „The Rezort“. Gleichzeitig kommen auch Fragen auf, die etwa den Nachschub an neuen Untoten betreffen.

The Rezort

Melanie will auf der Insel den Tod ihres Vaters verarbeiten.

Dann sind wir bei einem Ausflug einer Jagdgesellschaft dabei und erleben mit, wie Zombies unter höchstem Munitionseinsatz als Zielscheiben missbraucht und zu Dutzenden umgenietet werden. Dargereicht wird das blutige Treiben in einem gelungenen Mix aus handgemachten und digitalen Effekten, immer mit Blick auf möglichst blutige Momente. Zudem überzeugt das Make Up der Zombies, die btw. zur flotten Variante des Genres gehören, auf hohem Niveau. Unter dem Zombie-Gemetzel pumpt ein beinahe beschwingter, tranciger Score, der mit zunehmender Laufzeit aber immer düsterer und atmosphärischer werden darf. Wieso? Natürlich weil die Zombies irgendwann freikommen…

The Rezort

Valerie Wilton macht aus der Zombie-Jagd ein lukratives Geschäft.

Leider verliert „The Rezort“ ausgerechnet in diesem Abschnitt an Faszination. Einfach weil der nun startende erzählerische Abzählreim zu vorhersehbar geraten ist und einem die durch die Bank blassen Helden – abgesehen von Dougray Scott („Tiger House“) als Archer – herzlich egal sind. Und ganz ehrlich, „Wer hat dir denn das Kommando übertragen“-Sprüche will ich in keinem Film mehr hören. Leider ist das nicht das einzige überflüssige Klischee, das nun bedient wird. So wird auch ein Charakter auf den nichtsahnenden Zuschauer losgelassen, der tatsächlich für die Rechte der Untoten kämpft. Politisch korrekter Schwachsinn, der angesichts des präsentierten Gemetzels an den menschlichen Figuren einfach nur dämlich anmutet.

Zumindest hält „The Rezort“ sein angenehmes Tempo aufrecht. Die Helden scheiden flott und angenehm blutig aus dem Leben und zum Glück hat sich der Film gegen Ende vorgenommen, noch einmal ordentlich zu punkten. In einem angenehm düsteren, neuem Setting geht es nun vor allem um die Frage des Nachschubs an neuen Beutezombies, was „The Rezort“ für einen wirklich fiesen, angenehm aktuellen Gag nutzt und so noch einmal unterstreicht, dass man sich mit diesem auf Mallorca gedrehten Film nur zu gerne von der Masse der Wald- und Wiesen-Zombie-Splatterstreifen abheben möchte. Was auch das aufwändige, mit ein paar Effekten zu viel beladene Ende belegt.

The Rezort

Jäger Archer (rechts) ist in seinem Element…

Was bleibt, ist ein unterhaltsamer und flotter Horrorstreifen, der seine feine Prämisse mit angemessenem Aufwand umsetzt und dem geneigten Fan trotz niedrig erscheinender FSK 16 Freigabe ordentlich blutige Kost kredenzt. Wäre von Seiten des Drehbuchs noch mehr Gehirnschmalz in die faden Figuren geflossen und hätte man den Mittelteil etwas überraschender gestaltet, „The Rezort“ wäre ein echtes Highlight im Genre geworden. Ein Highlight, das sich zudem auch mal wieder angenehm sozialkritisch äußert, obschon auf eine sehr zynische Art. Wenngleich also kein Highlight, entpuppt sich „The Rezort“ allemal als absolut überdurchschnittliche Kost und sei vor allem Fans rasanter Horroraction ans Herz gelegt!

6 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray erscheint am 16. September 2016 von Ascot Elite und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Die Datenträger kommen sogar mit ein paar Extras, etwa einer Featurette zu den gelungenen Effekten und einem Behind the Scenes.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Ascot Elite__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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