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The Stray – Der Racheengel

Originaltitel: The Stray__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2000__Regie: Kevin Mock__Darsteller: Michael Madsen, Angie Everhart, Stefan Lysenko, Frank Zagarino, Seidy Lopez, Bailey Chase, Garrett Warren, Jay Caputo, Leslie Ishii, John Michael Morgan, Fred Conklin u.a.
The Stray Der Racheengel mit Michael Madsen DVD Cover

Michael Madsen mal mit coolem Bart in “The Stray – Der Racheengel”.

Millionenerbin Kate lässt es sich in ihrem Leben gut gehen. Aktuell ist die Eröffnung ihres ersten eigenen Restaurants ihr wichtigstes Baby. Die organisatorischen Aufgaben rund um dieses Ereignis lassen sie einen Moment unaufmerksam im Straßenverkehr sein. Schon passiert es: Kate fährt einen Typ um. Sie bringt ihn eilig ins Krankenhaus, wo man feststellt, dass der Mann obdachlos ist und keine Krankenversicherung hat. Kate beschließt, dass sie dem Typ einen Neustart ins Leben ermöglichen will.

Sie lässt ihn bei sich einziehen und er darf einige Aufgaben für sie erfüllen. Ganz zum Leidwesen von Ben, Kates Liebhaber. Der Cop wurde unlängst vom Dienst suspendiert und sitzt seitdem tatenlos bei Kate herum. Früh dämmert ihm, was Kate nicht sehen will: Mit dem Typ, der sich als Gil vorstellte, scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Als Ben seine ersten Gefühle von Eifersucht ad acta gelegt hat, besinnt er sich auf seine eigentlichen Fähigkeiten. Er beginnt zu ermitteln, doch als er die wahre Identität Gils offenlegt, ist es für Kate beinahe zu spät.

Genießt eine Verfolgungsjagd aus „The Stray“ mit Michael Madsen

„The Stray – Der Racheengel“ war ein Versuch der PM Entertainment Group auch in einem anderen Genre als dem Actionfilm Fuß zu fassen. Dementsprechend geriert sich der Streifen wie ein waschechter Thriller, steigt aber dennoch mit dem ein, was die PM groß gemacht hatte: Action. Diese klaut man direkt, offensichtlich und schlecht in den Film integriert von „Basic Instinct“ – es handelt sich natürlich um die Verfolgungsjagd auf dem kurvigen Bergstück. Wer jetzt glaubt, dass der Film zu einer Stock-Footage-Orgie verkommen könnte, sieht sich glücklicherweise getäuscht.

Denn nach dem langweiligen, schlecht montierten und für einige haarsträubende Anschlussfehler (ist Frank Zagarino nun mit in Michael Madsens Auto oder nicht?) sorgenden Szenenklau, setzt man auf durchgehend selbst inszenierte Action und fährt damit gar nicht so schlecht. Denn wann immer die Action anrollt, macht sie wirklich Laune. Egal ob heiße Motorradsause, Ballereien oder der finale Showdown, alle Szenen sind ordentlich inszeniert und wenngleich keine Autos durch die Lüfte segeln und explodieren, so haben die kleineren Karambolagen durchaus Schmiss.

Doch leider schwebte den Machern nun einmal ein Thriller vor. Und der ist wahrhaft schlecht geschrieben, mies konstruiert und absolut vorhersehbar. Ein Miesling drängt sich von außen ins Leben zweier Liebender und sät Misstrauen, wo er nur kann. Nichts davon ist irgendwie innovativ. Selbst das Motiv des Ganzen serviert einem der Film kurz nach Anlaufen der Thriller-Routine auf dem Silbertablett.

Und das Programm zieht der Film geradlinig durch und pfeift auf Spannung und Überraschungen. Das hat auch Michael Madsen („Piranhaconda“) gemerkt, der sich als Ben gelangweilt durch die Handlung hangelt, aber zumindest mit seinem Vollbart richtig cool ausschaut. Angie Everhart („The Real Deal“) hat mit Kate die dümmste Figur des Filmes abbekommen und stolpert von einer nicht nachvollziehbaren Entscheidung zur nächsten. Als mieser Gil-Lump agiert Stefan Lysenko, der sich einen overacted und noch am meisten Spaß macht. Frank Zagarino („Armstrong“) gibt den Kumpel von Ben und macht das, was er am besten kann: Nicht auffallen und kein Stück Schauspielern.

„The Stray – Der Racheengel“ bietet Spannung vom Grabbeltisch

Abseits der Action ist „The Stray – Der Racheengel“ recht solide, aber auch ohne Gespür für besondere Bilder inszeniert. Das Ergebnis ist routinierte DTV-Optik, die dem Spannungsteil des Filmes kein Stück zuarbeiten kann. Was aber freilich auch daran liegt, dass das Drehbuch von Terry Cunningham (führte selbst Regie bei dem netten „Codename – Elite“) zu blöd ist, mehr zu liefern als die üblichen Versatzstücke des Genres und darum keinerlei Suspense aufbauen kann.

Die Figuren, die Spannungsmomente und die Motive stammen aus dem 0815-Setzbaukasten des Thrillergenres. Obendrein kommen die wenigen, dafür ordentlich inszenierten Actionszenen in zu geringer Schlagzahl auf, um wirklich etwas retten zu können. Das Ergebnis ist zigfach so und besser gesehene Standardkost vom Grabbeltisch der Thriller-Unterhaltung.

04 von 10

Die deutsche DVD kommt von e-m-s und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: e-m-s__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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