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The Terror Within II

Originaltitel: The Terror Within II__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1991__Regie: Andrew Stevens__Darsteller: Andrew Stevens, Stella Stevens, Chick Vennera, R. Lee Ermey, Burton Gilliam, Clare Hoak, Barbara Alyn Woods, Renée Jones, Lou Beatty Jr., Phillip Irvin u.a.
The Terror Within II

In „The Terror Within II“ laufen die Mutanten erneut Amok

Zwei Jahre nach dem Vorgänger erschien mit „The Terror Within II“ eine Fortsetzung, bei welcher Andrew Stevens nicht nur als Hauptdarsteller zurückkehrte, sondern auch noch das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Tatsächlich greift das Sequel sogar halbwegs organisch einige Punkte aus „The Terror Within“ auf, geht es doch um die Schwesterstation der Forschungsbasis aus dem Erstling, zu der man dort den Kontakt verloren hatte. Jene befindet sich in den Rocky Mountains und wird von einem Forschungsteam unter der Leitung von Von Demming (R. Lee Ermey) bemannt. Gleichzeitig führt man für Nichtkenner des ersten Teils mit der Vorstellung der Mannschaft und ihrer Lage nochmal in das Szenario ein: Es ist Endzeit angesagt, denn ein fieses Virus hat große Teile der Menschheit dahingerafft. Die Forscher brauchen regelmäßig Impfungen dagegen, doch die Zutaten werden knapp und können nur an der Oberfläche gefunden werden, wo Mutanten rumrennen, die von den Menschen nur Gargoyles genannt werden. Ebenjene haben auch die Basis in Teil eins überrannt und fast die komplette Belegschaft gemeuchelt.

Der Sole Survivor jenes Massakers ist David (Andrew Stevens). Naja, eigentlich gab es noch eine Überlebende, aber deren Darstellerin hatte wohl keine Lust oder keine Zeit, weshalb David zwischendurch mal einen Satz fallen lässt, dass Linda es in der Wüste nicht geschafft hat. Denn durch jene wandert er nun als eine Art Aushilfs-Mad-Max und rettet Ariel (Clare Hoak) vor angreifenden Gargoyles. Für ihren mitattackierten Bruder kommt er leider ein Sekündchen zu spät, aber ein bisschen Schwund ist ja immer und vielleicht hätte der im weiteren Verlauf nur gestört. Denn nach kurzer gemeinsamer Wanderung erzählt Ariel ihrem Retter abends am Lagerfeuer, dass sie sich ja so dolle aufeinander verlassen können und einander so dolle brauchen, dass sie natürlich auch direkt poppen.

Derweil nimmt David Funkkontakt zur Station auf und weiß auch genau, wo die benötigten Zutaten für die Impfung zu finden sind, sodass es sie nebst Ariel gleich mit dorthin bringen will. Aber natürlich haben die Gargoyles da auch noch ein Wörtchen mitzugrunzen…

Schaut euch den Trailer zu „The Terror Within II“ an

Mit „The Terror Within II“ gab Andrew Stevens sein Regiedebüt und macht seine Sache inszenatorisch auch nicht schlechter als Thierry Notz beim Vorgänger, was allerdings angesichts der begrenzten Fähigkeiten von Thierry Notz allerdings keine allzu große Leistung ist. Auch die Fortsetzung ist grobschlächtiger Mutanten-Monster-Horror aus der Schmiede von Produzent Roger Corman („Lebendig begraben“), die sich immerhin nicht als reines „Alien“-Rip-Off auf der Erde versteht wie der Vorgänger. Neben den offensichtlichen Anleihen bei Endzeitfilmen wie „Mad Max“ gibt es noch eine größere Dosis „Predator“, denn auch hier nimmt die Kamera anfangs gern den Blickwinkel der Gargoyles ein. Dass allerdings weniger als Atmosphäre- denn aus Kostengründen, denn so muss man die Biester erst später zeigen. Die sehen etwas anders aus als im Erstling (vielleicht man die Kostüme im Hause Corman schon gemüllt), wie Menschen mit Gekröse auf der Haut und einem Tennisball an der Rübe, was leider nicht sonderlich furchterregend wirkt. Manches Detail ist erhalten geblieben, etwa die Reproduktion durch das Schwängern menschlicher Frauen, ein paar neue Fähigkeiten haben sie auch, etwa das Erwachsen eines neuen Gargoyles aus einem abgetrennten Körperteil.

Da „The Terror Within II“ keine reine „Alien“-Kopie sein will, verbringt der Film mehr Zeit an der Oberfläche, wo David und Ariel rumstromern und auch den besten Einfall des Drehbuchs finden, nämlich eine Horde von Menschen, die den Gargoyles Opfer bringen, um selbst in Ruhe gelassen zu werden. Dass diese Leute anscheinend immun gegen das Virus sind, muss man wohl so hinnehmen, ebenso dass David als superdoller Wissenschaftler nicht in deren Blut nach einem Gegenmittel gucken will, sondern lieber die etablierten Impfzutaten sucht, die anscheinend nur temporären Schutz bieten. Eine weitere nette Idee sind Kakteen, die giftige Spinnen enthalten und für Menschen brandgefährlich sind, wobei man von dieser Gefahr mehr hört als sieht, aus Kostengründen eben. Ebenso kostensparend sind der Dreh in der Pampa (Außenszenen) und einigen kargen Bunker-Sets (Innenszenen).

Im letzten Drittel wird „The Terror Within II“ dann allerdings doch zu dem obligatorischen „Alien“-Rip-Off und das bringt einige Tempoprobleme mit sich, denn die Biester schnetzeln die Belegschaft dann in schneller Folge weg, da nicht mehr viel Laufzeit auf der Uhr ist. Das bringt ein paar brauchbare Gore-Effekte, auch ein bisschen Action, gerade wenn David mittels Flammenwerfer auf Gargoyle-Jagd geht und sich im Zweikampf gegen ein Biest bewähren muss. In manchen Momenten entsteht sogar so etwas wie Oberflächenspannung, andere Momente sind dagegen etwas eigenwillig. So versteckt sich ein potentielles Opfer in einem Verbrennofen vor dem Biest und will lieber eingeäschert werden als dem Gargoyle zum Opfer zu fallen, obwohl es so aussieht, als das Vieh gar nicht den Ofen reinkommt. Ein Kollege erfüllt den Wunsch, das Verbrennen ist allerdings nur eine Art kurzer Lichtblitz, weil Kostengründe und so.

Vor allem aber leidet „The Terror Within II“ unter den austauschbaren Pappkameraden unter den Hauptfiguren. Kaum jemand erhält Profil, in erster Linie eine Person, die Impfstoff auf eigene Faust und nur für sich selbst macht, weil sie selbstsüchtig ist. Von Demming ist der toughe Befehlsgeber, David der patente Held, Ariel sein Love Interest, aber auch das sind alles holzschnittartige Schablonen. Die meisten Wissenschaftler haben sich zu Paaren zusammengefunden, nur der Blue-Collar-Arbeiter im Bunker ging leer aus, weshalb er die Kollegen beim Sex belauschen und dabei schmierig grinsen muss. Wobei sich die Wissenschaftler (und das Drehbuch) bemerkenswert inkompetent und dämlich anstellen, weshalb man sich fragen muss, wie sie überhaupt so lange überlebt haben. Der größte Knaller ist sicherlich, dass sie einen abgetrennten Gargoyle-Finger in ihrem Labor lagern, aber diesen tagelang nicht angucken, sodass ein neues Vieh daraus wachsen kann. Dabei benutzen sie den Raum und stellen sogar Erkrankte dort ab – aber mal eben zum Kasten mit dem Finger zu gucken, das ist wohl zu viel Arbeit.

Andrew Stevens („Counterforce“) konnte sich den patenten Helden auf den Leib schreiben und sich entsprechend heroisch inszenieren, spielt erneut reichlich mittelmäßig, aber ganz okay. Seine Mutter Stella Stevens („Grid Runners“) besetzte er als Wissenschaftlerin, die sich ganz gut aus der Affäre zieht, ebenso wie R. Lee Ermey („Body Snatchers“), der mal wieder seine übliche Nummer als harter Knochen durchzieht, aber das ganz routiniert. Als bekanntestes Gesicht und Alterspräsident im Cast übernimmt er die Funktion von George Kennedy aus Teil eins, der Rest spielt blass bis amateurhaft, wobei vor allem Clare Hoak („Cyborg Warriors“) so mäßig agiert, dass man sich kaum wundert, dass ihr in Zukunft fast nur Miniparts angeboten wurden.

„The Terror Within II“ beweist minimal mehr Variationswillen als der Erstling, hat ein paar ganz coole Ideen, bietet aber erneut wenig Spannung, eine vorsehbare Rip-Off-Routine und extrem schablonenhafte Figuren. Das Drehbuch bekleckert sich weder in Sachen Dramaturgie noch im Bereich Logik mit Ruhm, das Monsterdesign ist schwächer als im Erstling, auch wenn es dafür etwas mehr Gore-Effekte und Action gibt. Es bleibt aber mäßiger Endzeit-Mutantenhorror, mit ein paar gelungenen Passagen.

Auf VHS erschien der Film als „Terror Within II“ in Deutschland, war ab 16 Jahren freigegeben und gekürzt. Auf DVD erschien er bei Screen Power/United Video mit gleicher Freigabe ungekürzt, allerdings nur mit deutschem Ton und im Vollbildformat. Inzwischen ist bei WMM/Cargo Records in der Reihe „From the Vault“ auf Blu-Ray inklusive O-Ton, korrektem Bildformat (1,85:1) und etwas Bonusmaterial (Trailer, Alternativfassung in Vollbild). Im Dezember erscheint außerdem ein Double Feature mit beiden „The Terror Within“-Filmen beim gleichem Label.

© Nils Bothmann (McClane)

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