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The Ultimate Weapon

Originaltitel: The Ultimate Weapon__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1997__Regie: Jon Cassar__Darsteller: Hulk Hogan, Carl Marotte, Cynthia Preston, Lynne Adams, Daniel Pilon, Michael D’Amico, David Nerman, Vlasta Vrana, Sheena Larkin u.a.
The Ultimate Weapon mit Hulk Hogan DVD Cover

Hulk Hogan ist “The Ultimate Weapon”.

Hulk Hogan hat während seiner Wrestling-Karriere in einigen Filmen mitgespielt. Darunter echter Schlonz („Der Hammer“ oder „Der Ritter aus dem All“) und echte Hits, in denen er meist nur winzige Rollen hatte („Gremlins 2“ oder „Rocky 3“). Zwischen diesen Polen war Platz für eine Handvoll durchaus anschaubarer B-Actioner wie den hier besprochenen „The Ultimate Weapon“.

Ben Cutter verkauft seine Dienste als Söldner höchstbietend. Sein aktueller Auftrag führt ihn nach Serbien, wo er einen ganzen Berg an Waffen für die Blauhelme sicherstellen soll. Vor Ort beschleicht ihn ein ungutes Gefühl: Sind die Blauhelme wirklich, wer sie vorgeben zu sein? Ben beschließt, seinem Bauchgefühl zu folgen und sprengt einfach alles und jeden in die Luft.

Freilich findet das der Auftraggeber der Aktion, ein mächtiger Waffenhändler mit viel Einfluss, alles andere als witzig. Er macht Jagd auf Ben und dessen Mitstreiter bei der Aktion. Dabei droht auch Mary Kate, Bens von ihm entfremdete Tochter, ins Kreuzfeuer zu geraten. Das kann die Kampfmaschine natürlich nicht zulassen und entzündet ein neues Freudenfeuer unter den Halunken dieser Welt.

Schaut in den Actioner mit Hulk Hogan hinein

Die Story von „The Ultimate Weapon“ muss man nicht wirklich auseinandernehmen. Sie bietet einen ordentlich funktionierenden Mix aus diversen, hinreichend bekannten Action-Genre-Klischees: Genannt seien beispielsweise der mürrische Einzelgänger, der väterliche Freund, der juvenile Partner mit der großen Klappe, eine quengelige Ehefrau, die will, dass ihr Mann endlich aufhört mit dem Morden, eine zickige Tochter, Besuche im Strippschuppen, fiese Lumpen, die alles und jeden abmurksen. Was euch auch einfallen mag, „The Ultimate Weapon“ wird es in irgendeiner Form bieten.

Leider vergisst das Drehbuch, dieser Klischee-Parade mit etwas Spannung Leben einzuhauchen. Und so hakt Regisseur Jon Cassar („Shadow Warriors 2“) die bekannten Szenarios ein wenig zu gelangweilt ab. Und für ausufernde Action als Lückenbüßer war offensichtlich das Budget zu spärlich.

Die mithin beste Actionszene steigt direkt zu Beginn. Wenn Cutter mit seinem neuen Buddy Vincent Dean erst diverse Serben-Lumpen umnietet, nur um kurz darauf mit einem Granatwerfer das Setting in einer Kiesgrube komplett dem Erdboden gleichzumachen. Hier darf eine wirklich fette Explosion den Schauplatz zerfetzen. So aufwändig wird es leider nie wieder. Cutter wämmst sich mal im Strippschuppen, gerät in Drive-by-Shootings und wird auch mal gefoltert. Die großen Schauwerte fehlen allerdings. Und der Film gerät insgesamt auch reichlich blutleer.

Der B-Actioner „The Ultimate Weapon“ gerät arg blutleer

Blut spritzt eigentlich immer nur, wenn es wirklich wichtige Charaktere erwischt. Alle andere fallen nach einem lauten Knall einfach zu Boden. Erstaunlich ist, dass der damals noch im Ring agierende Hulk Hogan in einigen dynamischeren Momenten echt unglücklich gedoubelt wirkt. Bei Aktionen, die er hundertprozentig noch selber hinbekommen hätte. Aber vielleicht wollte man den allgemein immer etwas steif wirkenden Hogan einfach nur energetischer wirken lassen?

Schauspielerisch vermag Hogan gar nichts zu reißen. Er wirkt einfach nur unfassbar steif. Bart- und Haarputz geraten obendrein unfreiwillig komisch. Unfreiwillig komisch gerät auch Carl Marotte als Buddy von Cutter. Der Mime wirkt durchgehend komplett fehlbesetzt, ist weder witzig noch bringt er Vorteile für die Action. Dafür sind die Fieswichte gar nicht mal uncharismatisch. Vor allem Daniel Pilon als Obermotz macht schon ordentlich Laune. Derweil ist Cynthia Preston als Cutters Tochter echt sexy anzuschauen. Und in dem Strippschuppen zum Film darf sie auch mal ihren Knackarsch zeigen.

In technischer Hinsicht leistet sich „The Ultimate Weapon“ keine echten Aussetzer. Die DtV-Produktion wirkt zwar ein wenig altbacken in ihrer Bildsprache, gefällt aber in ihrer Handmade-Umsetzung. Der Score passt sich dem insgesamt unspektakulären Treiben an.

„The Ultimate Weapon“ versinkt im Mittelmaß

Der Actionfilm mit Hulk Hogan hangelt sich von Klischee zu Klischee und macht dabei eigentlich gar nicht allzu viele Kardinalfehler. Er hat aber leider auch gar nichts aufzubieten, das ihn irgendwie aus dem Gros ähnlicher Filme herausragen lassen würde. Ein echtes Problem ist die wenig packend runtergespulte Story. Und die Tatsache, dass die beste Actionszene des Filmes direkt zu Beginn abgespult wird, hilft auch nicht wirklich, vor allem, weil der Showdown im Vergleich reichlich lustlos wirkt. Hier räumt Cutter nur um seine Farm mit den Lumpen auf, was beständig durch Gequassel und neuerliche Bedrohungsszenarien eingebremst wird. Ein tafferes und aufwändigeres Finish hätte bestimmt noch einige Kohlen aus dem Feuer holen können.

4 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray erschien von NSM Records, zunächst in verschiedenen Mediabooks, nun auch als Amaray. Der Film ist mit einer viel zu hoch gegriffenen Freigabe ab 18 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: NSM Records__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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